mini|Klimadiagramm Vientiane mini|Satellitenbild von Laos mini|Landschaft in Vang Vieng mini|Straßenszene in Muang Xay in Nordlaos

Laos ([], laotisch , amtlich , transkribiert Sathalanalat Paxathipatai Paxaxon Lao,. deutsch Demokratische Volksrepublik Laos) ist der einzige Binnenstaat in Südostasien. Der Staat Laos grenzt an China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar, hat knapp 7,9 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 236.800 km²; Hauptstadt und größte Stadt ist Vientiane.

Durch die autoritäre Regierung kommt es regelmäßig zu verschiedensten Verletzungen der Menschenrechte.

Geographie Lage Der schmale Südteil von Laos liegt auf der Indochinesischen Halbinsel zwischen Vietnam im Osten, Kambodscha im Süden und Thailand im Westen. Der Nordteil des Landes liegt auf dem eigentlichen südostasiatischen Festland, dort teilt sich Laos zudem Grenzen mit Myanmar und der südchinesischen Provinz Yunnan.

Klima In Laos herrscht tropisches Klima mit hohen Temperaturen, wobei es durch die großen Höhenunterschiede regional zu starken Temperaturschwankungen kommen kann. Das Klima wird sehr stark von den Monsunen beeinflusst. Von Mai bis Oktober herrscht der Sommer- oder Südwestmonsun, der mit starken Niederschlägen und hoher Luftfeuchtigkeit verbunden ist. In dieser Zeit fällt eine Niederschlagsmenge von durchschnittlich 1778 Millimetern, während von November bis Februar durch den Nordostmonsun ein trockenes und kühleres Klima anzutreffen ist. In den Monaten März und April herrscht feucht-heißes Klima.

Landschaft Laos lässt sich topographisch in zwei Gebiete gliedern: Ein vom Truong-Son-Gebirge geprägtes Gebiet zieht sich in Nord-Süd-Richtung fast durch das gesamte Land und erreicht dabei Höhen über 2000 Meter, sein höchster Berg ist der Phu Bia mit 2819 m. Diese Gebirgsregion umfasst etwa neun Zehntel des Landes. Die übrige Region, in der sich auch die Hauptstadt Vientiane befindet, ist ein kleines Tiefland an der Süd- und Südwestgrenze zu Thailand.

Der bedeutendste Fluss ist der Mekong, der in Tibet entspringt und sich bei Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) in ein über 39.000 km² ausgedehntes Flussdelta verästelt. Das Mekongdelta entwässert in das Südchinesische Meer. Der Mekong bildet auf einer Länge von etwa 1000 Kilometern die Grenze zu Thailand und auch zu Myanmar; insgesamt berührt er laotisches Territorium auf 1898 Kilometern. Der größte Teil des Landes entwässert somit in das Südchinesische Meer. Nur 12 % des Territoriums, ganz im Nordosten, entwässern in den Golf von Tonkin. Am Mekong liegen die Hauptstadt Vientiane und die Stadt Luang Prabang. Nebenflüsse des Mekong sind der Nam Ou, Nam Ngum (mit der Nam-Ngum-Talsperre) und der Nam Xebanghieng.

Umwelt Durch großflächige Entwaldungen in den letzten Jahrzehnten sank der Grundwasserspiegel in manchen Gebieten, was zu einer prekären Trinkwassersituation in Laos führte. Zudem ist durch die Vernichtung des Lebensraumes von Flora und Fauna eine Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Im Jahr 1996 galten 68 Arten von Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen als gefährdet. Mittlerweile sind jedoch 35 Schutzgebiete, die knapp 19 Prozent des Landes einnehmen, ausgewiesen. Der Wald ist vor allem durch die Holzgewinnung, durch Rodung zur Ackerlandgewinnung und durch die Brennstoffgewinnung gefährdet, wobei etwa 8 Prozent des Energiebedarfs des Landes mit Holz gedeckt werden. Der jährliche Waldverlust wird auf etwa 3000 Quadratkilometer geschätzt.

Ein großes Umweltproblem von Laos sind Blindgänger, die aus dem Vietnamkrieg stammen. Sie machen das Land zu einem der Staaten mit den größten Mengen an nicht explodiertem Kriegsmaterial im Boden. Von den mehr als 2 Millionen Tonnen Bomben, die zwischen 1964 und 1973 von den amerikanischen Luftstreitkräften in mehr als 530.000 Fliegerangriffen über Laos abgeworfen wurden, sind bis heute etwa 50 Prozent des Territoriums betroffen. Für einen landwirtschaftlich geprägten Staat wie Laos stellt dies ein großes Problem dar, da regelmäßig Menschen durch Blindgänger verletzt oder getötet werden. Das UXO-LAO-Projekt, welches sich mit der Aufklärung der Bevölkerung und der Beseitigung von Blindgängern beschäftigt, ist einer der größten Arbeitgeber des Landes und wird von der UNDP sowie einigen Industriestaaten und Hilfsorganisationen finanziert, jedoch nicht durch den Verursacher, die USA.

Flora und Fauna Das Land ist etwa zu 50 Prozent bewaldet. Es gibt sowohl tropische Regenwälder als auch Monsunwälder. Rund acht Prozent der Wälder werden als Urwald eingestuft.

Laos beheimatete Raubtierarten wie Leoparden und Tiger. Seit 2013 ist davon auszugehen, dass nach dem Indochinesischen Leoparden auch der Indochinesische Tiger im Nationalpark Nam Et – Phou Louey ausgerottet ist und Tiger damit nicht mehr in Laos vorkommen.

Arbeitselefanten werden wie in den anderen Ländern Südostasiens als Lasttiere eingesetzt.

Städte Im Jahr 2023 lebten 38 Prozent der Einwohner von Laos in Städten. Das größte urbane Ballungszentrum, Vientiane, hat eine Bevölkerung von ungefähr 600.000. Die größten Städte in Laos sind (Stand 1. März 2015): Vientiane (620.157 Einwohner) Savannakhet (91.684 Einwohner) Pakse (Pakxé) (68.093 Einwohner), Luang Prabang (66.781 Einwohner) Phonsavan (48.643 Einwohner).

Bevölkerung mini|Bevölkerungspyramide von Laos 2016

Demografie Laos hatte 2023 7,6 Millionen Einwohner. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 1,4 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 21,5 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 6,2 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 2,4, die der Region Ostasien und Ozeanien betrug 1,5. Die Lebenserwartung der Einwohner von Laos ab der Geburt lag 2022 bei 69 Jahren. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 23,8 Jahren. Im Jahr 2023 waren 30,3 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 4,6 Prozent der Bevölkerung betrug.

+ Entwicklung der BevölkerungJahr EinwohnerzahlJahr Einwohnerzahl19501.683.00019904.258.00019602.121.00020005.329.00019702.688.00020106.246.00019803.258.00020207.276.00020227.529.000

Bevölkerungsstruktur Die Bevölkerung verteilt sich sehr ungleichmäßig über das Territorium. Die größte Bevölkerungsdichte weisen die Ebenen am Mekong auf, darunter besonders die Region um die Hauptstadt. Die bergigen Gebiete im Osten und Norden sind sehr dünn besiedelt.

Die ethnische Bevölkerungszusammensetzung von Laos ist umstritten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts teilte die französische Kolonialmacht die Bevölkerung zunächst anhand phänotypischer Merkmale ein, wobei die „Lao“, „Kha“ und „Tai“ die größten Gruppen stellten.Vatthana Pholsena: Nation/Representation. Ethnic Classification and Mapping Nationhood in Contemporary Laos. In: Asian Ethnicity Band 3, Nr. 2 (2002), S. 175–197, S. 177f. Das laotische Königreich übernahm diese Klassifizierung zunächst, fasste jedoch „Tai“ und „Lao“ zu einer Gruppe zusammen, was zur vermutlich nicht politisch intendierten Unterschätzung der „Kha“ führte, auch weil diese schlechter zugängliche Gebiete besiedelten.Vatthana Pholsena: Nation/Representation. Ethnic Classification and Mapping Nationhood in Contemporary Laos. In: Asian Ethnicity Band 3, Nr. 2 (2002), S. 175–197, S. 179. In den späten 1950er Jahren wurde dann das bis heute von staatlicher und vereinzelt sogar noch von wissenschaftlicher Seite benutzte Klassifizierungsschema entwickelt, dabei werden drei Hauptgruppen unterschieden:Vatthana Pholsena: Nation/Representation. Ethnic Classification and Mapping Nationhood in Contemporary Laos. In: Asian Ethnicity Band 3, Nr. 2 (2002), S. 175–197, S. 180. Die Lao Loum („Tiefland-Laoten“), die Lao Theung („Berghang-Laoten“) und die Lao Soung („Hochland-Laoten“) sind zwar pro forma ethnisch-kulturell definiert, entsprechen jedoch exakt den alten rassifizierten Kategorien der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich. Diese Klassifizierung wurde mit der Machtübernahme der Kommunisten 1975 abermals staatlicherseits modifiziert.

Aufbauend auf einem leninistischen Nationenbild und vor dem Hintergrund der vietnamesischen Nationalitätenpolitik wurde den verschiedenen, insbesondere in den Bergregionen Laos’ ansässigen ethnischen Gruppen mehr Bedeutung eingeräumt.Vatthana Pholsena: Nation/Representation. Ethnic Classification and Mapping Nationhood in Contemporary Laos. In: Asian Ethnicity Band 3, Nr. 2 (2002), S. 175–197, hier S. 181ff. In der Folge verfolgte das leninistische Regime mittels pseudowissenschaftlicher Studien eine Politik, die rigide ethnische Identitäten produzierte, welche sowohl eine „Zivilisierung rückständiger Gruppen“ als auch eine Integration von Angehörigen ethnischer Minderheiten in den Regierungsapparat bewirken sollte.Vatthana Pholsena: Nation/Representation. Ethnic Classification and Mapping Nationhood in Contemporary Laos. In: Asian Ethnicity Band 3, Nr. 2 (2002), S. 175–197, S. 183f. Der Zensus von 1985 unterschied 68 EthnienGoudineau, Yves. 2000: „Ethnicité et déterritorialisation dans la péninsule indochinoise: considérations à partir du Laos (PDF; 2,4 MB)“, in: Marie-José Jolivet (Hrsg.) Logiques identitaires, logiques territoriales, La Tour d'Aigues: Éditions de l’Aube, S. 17–32, S. 22. mit 820 ethnischen Untergruppen.Evans, Grant (1999): „Apprentice Ethnographers: Vietnam and the Study of Lao Minorities“ in ders. (Hrsg.): Laos: Culture and Society, Silkworm: Chiang Mai, S. 178. 1995 unterschied der Zensus nach langen Beratungen 47 Ethnien; bei der Volkszählung 2000 waren es 49 ethnische Gruppen.Vatthana Pholsena: Nation/Representation. Ethnic Classification and Mapping Nationhood in Contemporary Laos. In: Asian Ethnicity Band 3, Nr. 2 (2002), S. 175–197, S. 185 ff.

Im Jahre 2017 waren 0,7 Prozent der Bevölkerung im Ausland geboren.

Sprache und Schrift

Aus linguistischer Sicht gibt es in Laos vier große Sprachfamilien, die Tai-Kadai-, Mon-Khmer-, Tibeto-Birmanische und die Hmong-Yao-Familie. Diese Unterteilung ist Gegenstand von Diskussionen und Änderungen – bei der Volkszählung 1985 unterschied man noch sechs Sprachfamilien.

Laos ist, speziell in Anbetracht der niedrigen Einwohnerzahl, ein Land mit außerordentlicher linguistischer Vielfalt, die aber aufgrund der Abgeschiedenheit noch sehr wenig erforscht ist. So ist die genaue Anzahl der unterscheidbaren Sprachen unbekannt und wird mit 70 bis 120 angegeben.

Die Sprachen gehören zu vier verschiedenen Sprachgruppen: Tai-Sprachen, deren südwestliche und nördliche Zweige bereits seit etwa 2000 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Laos gesprochen werden. Die Anwesenheit dieser Sprachen ist das Ergebnis der Südwestmigration von Tai-Völkern aus Südwestchina vor etwa 2000 Jahren. Zu den Tai-Sprachen gehört auch die Amtssprache des Landes, die laotische Sprache. Lolo-birmanische Sprachen (Zweig der tibeto-birmanischen Sprachen) Miao-Yao-Sprachen werden in Laos erst seit etwa 200 Jahren gesprochen, sie kamen mit Migranten aus Südwestchina ins Land. Mon-Khmer-Sprachen, die vor der Ankunft aller anderen Sprachen vorherrschten. Sie sind geographisch am weitesten verbreitet und weisen die höchste interne Diversität auf. Viele dieser Sprachen stehen jedoch kurz vor dem Aussterben. Andere, speziell im Norden verbreitete Sprachen sind fester Bestandteil des Kulturlebens der dortigen Bevölkerung, wie etwa das Khmu.