Bei den XXI. Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver (Kanada) fanden drei Wettbewerbe Skispringen statt. Letztmals waren die Frauen dabei noch ausgeschlossen. Austragungsort war der Whistler Olympic Park in Whistler, rund 125 km nördlich von Vancouver.

Bilanz

Medaillenspiegel Platz Land 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze Gesamt 1 2 – – 2 2 1 – 2 3 3 – 2 – 2 4 – 1 – 1 5 – – 1 1

mini|Skisprunganlage

Medaillengewinner Konkurrenz Gold Silber Bronze Normalschanze Simon Ammann Adam Małysz Gregor Schlierenzauer Großschanze Simon Ammann Adam Małysz Gregor Schlierenzauer Mannschaft Andreas Kofler, Wolfgang Loitzl, Thomas Morgenstern, Gregor Schlierenzauer Michael Neumayer, Martin Schmitt, Michael Uhrmann, Andreas Wank Anders Bardal, Johan Remen Evensen, Tom Hilde, Anders Jacobsen

Ergebnisse

Normalschanze Platz Land Sportler Weiten (m) Punkte 1 Simon Ammann 105,0 / 108,0 276,5 2 Adam Małysz 103,5 / 105,0 269,5 3 Gregor Schlierenzauer 101,5 / 106,5 268,0 4 Janne Ahonen 102,0 / 104,0 263,0 5 Michael Uhrmann 103,5 / 102,0 262,5 6 Robert Kranjec 102,0 / 102,5 259,5 7 Peter Prevc 100,0 / 104,5 259,0 8 Thomas Morgenstern 102,0 / 101,5 258,5 9 Anders Jacobsen 99,5 / 104,0 257,0 10 Martin Schmitt 99,5 / 103,5 256,0 11 Wolfgang Loitzl 100,0 / 102,5 255,0 12 Tom Hilde 100,0 / 101,5 252,0 12 Roman Koudelka 101,5 / 100,5 252,0 14 Jakub Janda 101,0 / 99,5 250,5 15 Daiki Itō 100,5 / 100,0 249,5 16 Michael Neumayer 101,0 / 99,5 247,0 17 Noriaki Kasai 99,0 / 100,5 244,5 18 Anders Bardal 98,0 / 100,0 242,5 19 Andreas Kofler 98,0 / 98,5 241,5 19 Janne Happonen 97,5 / 100,0 241,5 21 Antonín Hájek 98,5 / 98,0 239,5 22 Kalle Keituri 97,0 / 99,5 238,0 23 Bjørn Einar Romøren 98,5 / 96,0 235,0 24 Emmanuel Chedal 99,0 / 96,5 234,5 24 Primož Pikl 97,5 / 97,5 234,5 26 Denis Kornilow 98,0 / 96,5 232,5 27 Kamil Stoch 98,5 / 96,5 232,0 28 Vincent Descombes Sevoie 96,0 / 97,0 230,0 29 Sebastian Colloredo 96,0 / 96,5 229,0 29 Nikolai Karpenko 96,0 / 97,0 229,0 31 Pascal Bodmer 95,5 / – 112,5 31 Stefan Hula 95,0 / – 112,5 33 Pawel Karelin 95,0 / – 111,5 34 Taku Takeuchi 94,5 / – 110,5 35 Andreas Küttel 94,0 / – 110,0 36 Krzysztof Miętus 94,0 / – 109,0 37 Shōhei Tochimoto 93,5 / – 108,5 38 Jernej Damjan 93,5 / – 108,0 38 Lukáš Hlava 94,0 / – 108,0 40 Kim Hyun-ki 93,0 / – 107,0 41 Nicholas Alexander 93,5 / – 106,5 41 Peter Frenette 93,0 / – 106,5 43 Andrea Morassi 92,5 / – 106,0 44 Alexei Koroljow 93,0 / – 105,0 45 Witalij Schumbarez 92,0 / – 104,5 46 Dmitri Gennadjewitsch Ipatow 91,0 / – 102,5 47 David Lazzaroni 90,5 / – 101,0 48 Choi Heung-chul 87,5 / – 95,0 49 Anders Johnson 86,5 / – 92,5 50 Wolodymyr Boschtschuk 87,5 / – 91,5 DSQ Harri Olli

Nach der Qualifikation ausgeschieden Platz Land Sportler Weite (m) Punkte 52 Tomáš Zmoray 94,0 107,5 53 Choi Yong-jik 93,5 107,0 54 MacKenzie Boyd-Clowes 92,5 105,0 55 Ilja Rosljakow 92,0 104,5 56 Trevor Morrice 92,0 103,5 57 Stefan Read 91,5 103,0 58 Oleksandr Lasarowytsch 90,5 100,0 59 Eric Mitchell 89,0 98,5 60 Alexandre Mabboux 89,0 97,5 DSQ Roberto Dellasega mini|Simon Ammann nach der Medaillenübergabe Qualifikation: 12. Februar 2010, 10:00 Uhr Wettkampf: 13. Februar 2010, 09:45 Uhr Hillsize: 106 m; K-Punkt: 95 m 61 Teilnehmer aus 18 Ländern, davon 50 in der Wertung.

Dieser Skisprungwettbewerb war zugleich die erste Entscheidung der Winterspiele 2010. Die Qualifikation fand mehrere Stunden vor der eigentlichen Eröffnung der Spiele statt. Das höchstmögliche Kontingent von vier Athleten stellten elf Nationen. Für die Schweiz hatten sich nur zwei Athleten für die Olympischen Spiele qualifiziert, Andreas Küttel, amtierender Weltmeister auf der Großschanze, sowie der Weltcupführende Simon Ammann. In der Qualifikation gab es keine überraschenden Ausfälle – unter den zehn Athleten, die nicht den ersten Durchgang erreichten, befand sich keiner der besten 40 im Gesamtweltcup. Den weitesten Sprung mit 107 Metern zeigte der Österreicher Gregor Schlierenzauer, der neben Ammann zu den Topfavoriten zählte. Da er wie alle anderen Top-Ten-Athleten des Gesamtweltcups vorqualifiziert war, wurde der Deutsche Michael Uhrmann offiziell als Sieger der Qualifikation geführt. Er hatte, bei längerem Anlauf als die Favoriten, eine Weite von 106 Metern gestanden und sich damit an die Spitze des Feldes, das sich noch qualifizieren musste, gesetzt. Neben Uhrmann platzierten sich zwei weitere Deutsche unter den besten Zehn der Qualifikation: Michael Neumayer als Dritter sowie Martin Schmitt als Neunter. Die Österreicher waren allesamt vorqualifiziert, ebenso Ammann; dessen Teamkollege Küttel erreichte als 23. ebenfalls ohne Mühe das Finale. Wegen Punktgleichheit auf dem letzten Qualifikationsplatz wurden schließlich 51 Springer zum Wettkampf zugelassen. Der Italiener Roberto Dellasega wurde wegen unkorrektem Sprunganzug disqualifiziert. Aus gleichem Grund wurde später im Wettkampf der Finne Harri Olli disqualifiziert.

Am ersten Finaldurchgang nahmen 51 statt wie geplant 50 Skispringer teil, da zwei Athleten in der Qualifikation punktgleich den 50. Rang belegt hatten. Der Wettkampf begann ohne kanadische Beteiligung – alle vier Kanadier waren in der Qualifikation gescheitert – um 18:45 Uhr. Im Vergleich zur Qualifikation verkürzte die Jury den Anlauf, außerdem gab es keinen unterstützenden Aufwind, sodass die ersten Weiten zunächst deutlich unter 90 Metern lagen. Der erste Springer, der bei über 100 Metern landete, war der Tscheche Roman Koudelka, der dementsprechend längere Zeit die Führung hielt. Während der erste Schweizer Küttel schon im ersten Durchgang mit einem Sprung auf 94 Meter ausschied, gelangen sowohl Schmitt als auch Neumayer gute Versuche um die 100 Meter. Eine deutliche Bestweite von 103,5 Metern setzte Uhrmann, der damit auch die Führung übernahm. Im Gegensatz dazu verlief der erste olympische Auftritt seines Mannschaftskameraden Pascal Bodmer eher unglücklich. Wegen eines Anzugproblemes – der Reißverschluss seines Trikots war herausgerissen, sodass der Anzug oben offen stand – durfte er zunächst nicht starten und absolvierte seinen Sprung erst, nachdem alle anderen Athleten den Durchgang beendet hatten. Er kam dann auf 95,5 Meter, wodurch er den Einzug in den Finaldurchgang um einen Rang verpasste. Auch einige der Österreicher wiederholten nicht ihre Leistungen aus der bisherigen Saison: Wolfgang Loitzl und Andreas Kofler verpassten im ersten Durchgang die Top Ten. Auch die beiden anderen Österreicher kamen nicht an Uhrmanns Weite heran, die bis zum letzten Springer den Spitzenwert markierte, denn Ammanns Versuch auf 105 Meter reichte, um die Führung zu übernehmen.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs wechselten die Führenden oft, da jeder Springer einen Vorsprung auf alle bisherigen mitnahm. Zunächst blieben die Weiten ähnlich in einem engen Bereich um die 100 Meter, in dem auch Kofler landete und sich somit nicht verbessern konnte. Mit Schmitt, dem Norweger Anders Jacobsen sowie dem Slowenen Peter Prevc absolvierten dann drei Athleten hintereinander einen Sprung von jeweils über 103 Metern. Alle drei verbesserten sich damit um einige Ränge und platzierten sich später in den Top Ten; Prevc war von ihnen als Siebter mit 104,5 Metern der beste. Einen noch weiteren Versuch legte erst Schlierenzauer hin, der nach dem ersten Durchgang lediglich auf dem siebten Rang geführt war. Mit 106,5 Metern behielt er jedoch weiterhin Chancen auf eine Medaille, da von den folgenden drei Athleten keiner an seine Weite herankam. Erst der Pole Adam Małysz verdrängte Schlierenzauer mit einem Sprung auf 105 Meter von der Spitzenposition. Nachdem Uhrmann mit einem 102-Meter-Sprung zurückgefallen war, stand fest, dass Małysz und Schlierenzauer eine Medaille sicher hatten. Für diese beiden Athleten wurde es schließlich Silber und Bronze, weil Ammann mit 108 Metern den weitesten Sprung des Tages zeigte und sich den Olympiasieg als Bester in beiden Durchgängen deutlich sicherte. Für ihn war es nach seinem Doppelolympiasieg von 2002 bereits die dritte Goldmedaille.

Großschanze Platz Land Sportler Weiten (m) Punkte 1 Simon Ammann 144,0 / 138,0 283,6 2 Adam Małysz 137,0 / 133,5 269,4 3 Gregor Schlierenzauer 130,5 / 136,0 262,2 4 Andreas Kofler 131,5 / 135,0 261,2 5 Thomas Morgenstern 129,5 / 129,5 246,7 6 Michael Neumayer 130,0 / 130,0 245,5 7 Antonín Hájek 128,0 / 129,0 240,6 8 Noriaki Kasai 121,5 / 135,0 239,2 9 Robert Kranjec 118,5 / 135,5 233,7 10 Wolfgang Loitzl 129,5 / 121,5 230,3 11 Tom Hilde 124,0 / 126,5 227,9 12 Anders Jacobsen 128,0 / 122,5 226,4 13 Emmanuel Chedal 118,5 / 131,5 225,5 14 Kamil Stoch 126,0 / 123,5 224,1 15 Johan Remen Evensen 123,5 / 126,0 223,6 16 Peter Prevc 124,5 / 124,0 222,3 17 Jakub Janda 126,5 / 121,5 221,4 18 Harri Olli 117,0 / 129,0 217,8 19 Stefan Hula 122,5 / 124,0 217,2 20 Daiki Itō 117,0 / 128,5 216,9 21 Vincent Descombes Sevoie 120,0 / 124,0 211,6 22 Anders Bardal 119,0 / 124,0 211,4 23 Roman Koudelka 117,5 / 125,0 208,5 24 Andreas Küttel 121,5 / 119,0 204,9 25 Michael Uhrmann 122,5 / 116,5 202,7 26 Matti Hautamäki 134,0 / 104,0 202,4 27 Sebastian Colloredo 118,5 / 120,5 202,2 28 Andreas Wank 127,5 / 110,0 200,5 29 Mitja Mežnar 119,0 / 118,5 198,5 30 Martin Schmitt 122,5 / 108,0 182,4 31 Janne Ahonen 125,0 / DNS 111,0 32 Peter Frenette 114,5 / – 90,6 33 Jernej Damjan 114,0 / – 89,7 34 David Lazzaroni 112,0 / – 85,6 35 Denis Kornilow 111,5 / – 85,2 36 Krzysztof Miętus 111,5 / – 84,7 37 Taku Takeuchi 110,5 / – 83,9 38 Pawel Karelin 109,0 / – 80,2 39 Alexei Koroljow 108,5 / – 79,8 40 Nicholas Alexander 109,0 / – 79,2 41 Martin Cikl 108,0 / – 78,4 42 Kim Hyun-ki 107,5 / – 78,0 43 Tomáš Zmoray 108,0 / – 77,4 44 Ilja Rosljakow 105,5 / – 73,9 45 Shōhei Tochimoto 105,5 / – 73,4 46 Stefan Read 104,5 / – 71,6 47 Dmitri Ipatow 100,5 / – 63,9 48 Andrea Morassi 100,5 / – 59,9 49 Choi Heung-chul 98,5 / – 56,3 DSQ Janne Happonen Nach der Qualifikation ausgeschieden Platz Land Sportler Weite (m) Punkte 51 Nikolai Karpenko 119,0 100,2 52 Anders Johnson 117,0 95,6 53 Oleksandr Lasarowytsch 116,5 94,2 54 Roberto Dellasega 113,5 87,8 55 MacKenzie Boyd-Clowes 111,0 83,8 56 Choi Yong-jik 110,5 83,4 57 Wolodymyr Boschtschuk 109,5 81,1 58 Alexandre Mabboux 107,0 76,1 59 Trevor Morrice 106,0 73,8 60 Witalij Schumbarez 102,0 65,6 61 Eric Mitchell 93,0 47,4 Qualifikation: 19. Februar 2010, 10:00 Uhr Wettkampf: 20. Februar 2010, 11:30 Uhr Hillsize: 140 m; K-Punkt: 125 m 61 Teilnehmer aus 18 Ländern, davon 50 in der Wertung.

Der Finne Janne Ahonen lag nach dem ersten Durchgang auf Rang 16 (mit 111 m und 125,0 Punkten), doch trat er wegen Knieproblemen zum zweiten Durchgang nicht mehr an. Im zweiten Durchgang starteten dennoch 30 Springer, da im ersten Durchgang zwei Teilnehmer gleichauf auf Platz 30 gelegen hatten. Matti Hautamäki erlebte einen bitteren Absturz als Dritter nach dem ersten Durchgang mit 131,7 Punkten auf Rang 26, wie überhaupt das finnische Team mit Rang 18 von Harri Olli ein Debakel erlebte. Zudem wurde Janne Happonen wegen unkorrektem Sprunganzug im ersten Durchgang disqualifiziert. Auch Norwegen erlitt eine schwere Niederlage mit Rang 11 für Tom Hilde als Besten. Wie auf der Normalschanze gewann Ammann vor Małysz und Schlierenzauer.

Mannschaftsspringen