mini|Freskomalerei am Kirchturm Perg
Die Stadt und der Bezirk Perg liegen im Mühlviertel in Oberösterreich. Zur Stadt gehören 3 Katastralgemeinden: Perg, Pergkirchen und Weinzierl. Die hier vorgestellten Bauwerke und Sehenswürdigkeiten geben einen Blick auf den Raum Perg, der sich mittlerweile zu einem Zentrum des Unteren Mühlviertels entwickelte.
Burgen und Herrschaftssitze Die Burg Perg der Herren von Perg und Machland stand einst über den Häusern des Marktes. Sie war der Sitz der Adelsfamilie der Perger im 11. und. 12. Jahrhundert. Von dieser Burg erhielten sich kaum Spuren. Siehe Artikel → Burg Perg Die Burg Mitterberg der Herren von Perg und Machland liegt 2 km östlich von Perg auf einem Geländesporn im Ortsgebiet von Pergkirchen. Von Wald umgeben sind Wälle, Teile der Ringmauer, der Stumpf des Bergfriedes, ein Kellergewölbe und ein weitläufiges Grabensystem erhalten. Ehemals war Mitterberg die größte Burganlage im Mühlviertel. 1225 bis 1491 war sie Sitz des großen Landgerichtes Machland. Siehe Artikel → Burgruine Mitterberg. Die Burgkirchenanlage Pergkirchen der Herren von Perg und Machland liegt 3,2 km östlich von Perg. Sie wurde im 11. Jahrhundert errichtet. Romanische Mauerteile der Burg erhielten sich in der Kirche und im gegenüberliegenden Pfarrhof. Siehe Artikel → Pfarrkirche Pergkirchen. Der Edelmannsitz Thurnhof liegt 2 km östlich von Perg in der Ortschaft Thurnhof. Der zweistöckig erhaltene mittelalterliche Wohnturm ist eine Besonderheit. Die Anlage war von Mauern und einem Wassergraben umgeben. Die erhaltenen Teile sind in Privatbesitz und einbezogen in den Landwirtschaftsbetrieb Thurnbauer, Thurnhof N° 1. Siehe Artikel → Wasserburg Thurnhof. Der Edelmannsitz Klamhof liegt 2,7 km östlich von Perg in der Ortschaft Auhof. Um 1400 Sitz des Martin Chlammer. Seit 1491 bei der Herrschaft Windhaag. Reste des Turmes sind in den Bauernhof Klambauer, Auhof N° 7, einbezogen. Etwas westlich am Hausberg ein frühmittelalterliches Gräberfeld (entdeckt 1968). Siehe Artikel → Klamhof Das Schloss Auhof liegt 3 km südöstlich von Perg in der Ortschaft Auhof. Es ist erstmals im 13. Jahrhundert als adeliger Edelmannsitz erwähnt. Zahlreiche Besitzer. Im Besitz des Klosters Baumgartenberg führte das Schloss den Namen Sankt Bernhardshof. Die erhaltenen Teile sind bewohnter Privatbesitz und einbezogen in den Landwirtschaftsbetrieb Auhof. Siehe Artikel → Schloss Auhof Weitere mittelalterliche Edelmannsitze im modernen Gemeindegebiet von Perg, oft wenig urkundlich belegbar und nur zum Teil im Gelände lokalisierbar, sind (von West nach Ost): » Sitz zu Aisthofen. War ursprünglich im 9. bis 11. Jahrhundert ein karolingischer Königshof. » Sitz zu Weinzierl (Winzorl). » Sitz zu Zeitling (Zeidlarn). » Sitz zu Lanzenberg. » Sitz in Perg (Lebingerstraße Nr. 8. Haus im Stock, seit 2009 Parkplatz). » Sitz zu Pasching (Basching). » Sitz zu Dörfl. » Sitz Ottenhof (Gehöft Haindlbauer, Auhof Nr. 13). Burgstall Strohberg. Erdwerke in der Ortschaft Tobra nahe Perg. Burgstall Geiersberg im Naarntal. Liegt aber bereits im Gemeindegebiet von Allerheiligen.
Kirchen und Kapellen
Die Pfarrkirche Pergkirchen wurde 1088 dem Hl. Martin geweiht. Sie steht am Ortsplatz und ist vom Friedhof umgeben. 1142 gilt als das Jahr, in dem die Pfarre durch Abtrennung von der Altpfarre Naarn entstanden ist. Siehe → Artikel Pfarrkirche Pergkirchen Der Pfarrhof Pergkirchen war Teil der im 11. Jh. errichteten Burgkirchenanlage der Herren von Perg und Machland. Siehe → Artikel Pfarrkirche Pergkirchen Die Stadtpfarrkirche Perg ist eine dreischiffige, gotische Hallenkirche am Perger Hauptplatz. Sie ist dem Hl. Jakob geweiht. 1416 wurde an Stelle einer nicht mehr nachweisbaren Holzkirche eine Jakobskapelle aus Stein errichtet, die man um 1500 beziehungsweise 1528 (Jahr der Turmaufstockung) zur Jakobskirche ausbaute. Sie bekam am 15. Oktober 1542 pfarrliche Rechte. 1708 Kirchenbrand. Zuletzt 1972/73 innen und 1987 außen renoviert. Siehe Artikel → Stadtpfarrkirche Perg Die Kalvarienbergkirche Perg gilt als weithin sichtbares Wahrzeichen von Perg. Sie befindet sich nur knapp einen Kilometer vom Hauptplatz entfernt auf einer Anhöhe (ungefähr ) im Norden der Stadt und ist Teil der Friedhofsanlage. Siehe Artikel → Perger Kalvarienbergkirche und Perger Friedhöfe Die Grabkapelle oder Grablegungskapelle Perg am Kalvarienberg enthält eine Darstellung des Heiligen Grabes. Sie hieß auch Peregrinikapelle (nach dem Hl. Peregrinus Laziosi). Aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, erhalten als letzte von ursprünglich mehreren Kalvarienbergkapellen. Am Südrand der Perger Friedhofsanlage. Die 13 Kreuzwegstationen aus Granit säumen den Fahrweg vom Stadtzentrum auf den Perger Kalvarienberg. Sie stiftete 1837 der Perger Bürger, Kupferschmied und Steinbruchsinhaber Franz Paur (ihm gehörte Haus Hauptplatz N° 3, früher Markt N° 10). Es war der Großvater des späteren Perger Bürgermeisters Johann Paur (1849–1932). Renovierung 1977. Neue Bildtafeln aus getriebenem Kupfer. Die alten aus bemaltem Eisen waren am Zerfallen. Geschaffen von der Steyrer Künstlerin Eva Biesenberger. Die Kreuzwegstation I trägt die Inschrift: ST.I – FRANZ BAUR KUPFERSCHMIED IST DER STIFTER 1837 – I. SCHWAB. Die Dorfkapelle Aisthofen wurde 1885 bis 1890 nach einem Dorfbrand in der Dorfmitte errichtet. Der Innenraum wurde 1987 renoviert. Kein Denkmalschutz.
Schulen Ausführliche Beschreibung der Schulen siehe Artikel → Perger Schulen
Museen Das Heimathaus-Stadtmuseum Perg, Stifterstraße N° 1, umfasst eine Dokumentation der Geschichte von Perg und seiner Umgebung. Schwerpunkte der Schausammlungen liegen in der für Perg bedeutenden Stein- beziehungsweise Mühlsteinindustrie, dem Kaolin-Bergbau in Kriechbaum (Gemeinde Allerheiligen), den Funden aus dem Gräberfeld Auhof (8. bis 10. Jahrhundert) und aus der Burgruine Mitterberg. Das Mühlsteinmuseum Steinbrecherhaus, Mühlsteinstraße N° 43. Es ist Teil des Museumsensembles Steinbrecherhaus – Erdstall Ratgöbluckn – Mühlsteinbruch Scherer. Das Oldy-Kai-Privatmuseum von Josef Kaimüller († 2020), Gartenstraße N° 18, umfasste eine Sammlung historischer Radios, Grammophone, Tonbandgeräte, Fahrräder, Motorräder usw. Seit 2020 geschlossen.
Häuser (Auswahl)
Bahnhofstraße N° 12 Haus für Dentisten Hans Reindl († 1959). Erbaut 1928. Architekt Mauriz Balzarek. Ursprünglich mit einem Flachdach am Turm. Der Behandlungsraum war im runden Turmzimmer im Erdgeschoß. Ergab so ideale natürliche Lichtverhältnisse. Friedrich Achleitner schrieb 1980 zum Haus:
N° 21 Romantischer Gründerzeitstil. Ehemals Wohnhaus von Anton Mück. Hausnummer bis 1958 Markt N° 67.Anton Mück im ÖsterreichWiki
N° 23 Sparsamer Jugendstil. Ehemals Wohnhaus von Karl Wögerbauer, Baumeister in Perg. Erbaut 1908/1909.Karl Wögerbauer im ÖsterreichWiki
N° 32 Capatect-Industrieanlage. Am Standort der früheren Mühlstein- und Holzscheifsteinerzeugung Fries, Burgholzer & Comp. gegenüber dem Bahnhof.Fries, Burgholzer & Comp. im ÖsterreichWiki
Dollberg N° 1 Manner-Villa. Landhaus von Josef und Amalia Manner.
Friedhofstraße N° 1 Einfacher Gründerzeitstil. Kinderbewahranstalt, Kindergarten. Architekt Raimund Jeblinger. Eröffnet 1892. Die Leitung übernahmen Kreuzschwestern. Im Gebäude befand sich bis 1962 auch eine Handarbeitsschule. Für die Kreuzschwestern gab es eine Hauskapelle. Renovierung und Erweiterung 1970 bis 1972 und nochmals 1993. Das Gebäude wurde 2019 von einer Bank erworben. Der Denkmalschutz wurde aufgelassen.
Hauptplatz N° 4 Rathaus. In einem vom Markt Perg angekauften Haus wurde 1736 die Marktkanzlei eingerichtet. Abgebrannt 1839 und nochmals 1875. 1876 Neubau als repräsentatives Rathaus im Gründerzeitstil (Wiener Ringstraßenstil). Stiegenhausdecke trägt Ausmalung mit Ortswappen. .
N° 5 und N° 6 Gasthof zum Einhorn, traditionsreiches Gasthaus. N° 5 war um 1605 "Doctorische Behausung" des Johann Athmstett, "Athmstettisches Freihaus".
N° 14 Gasthaus SchachnerGasthaus Schachner im ÖsterreichWiki. Historisches Einkehrwirtshaus für Boten, Fuhrleute, Bauern und Bewohner aus der Machland-Gegend südlich von Perg. Hauseingang mit historischem Granitportal. Der Sockelstein links trägt die Jahreszahl 1750 und der rechte die Jahreszahl 1745 mit dem Buchstaben L und F (Gastgeber Leopold Fries). Den Schlussstein ziert ein Wappenschild mit Steinmetzzeichen. Früherer Hausbesitzer war Karl ThanheiserKarl Thanheiser im ÖsterreichWiki
N° 21 Historisches Bürgerhaus (Gewerbe- und Wohnhaus). Geschweifter Giebel. Barockverzierungen aus 1782. Erdgeschoß unsensibel umgebaut.
Herrenstraße N° 1 an der Ecke Hauptplatz-Herrenstraße. Historisches Bürgerhaus. 1563 erbaut, und von 1671 bis 1879 als Seifensiederei verwendet. Die barocke Fassade mit Stuckverzierungen und Fensterkörben stammt von 1720. Sensibel modernisiert 2000.
N° 28 Hotel Waldhör. Monumentaler Gründerzeitbau. Erbaut 1870 von Brauereibesitzer und Bürgermeister Karl Terpinitz (1824–1895). Sensibel modernisiert.
N° 38 Haus des Mühlsteinfabrikanten Adolf Fries (1865–1913). Erbaut 1898. Typisches Bürgerhaus um die Jahrhundertwende.
N° 41 Historisches Handwerkerhaus (Weber) mit 1929 angebautem Geschäftshaus (Greißlerei, Warenhandlung). Baumeister Kager, Naarn. Friedrich Achleitner schrieb 1980 zum Anbau: 2021 neuerliche Modernisierung: Neue Dachkonstruktion, neue gänzlich uniforme wärmeisolierende Fassade.
N° 54 Ecke Machlandstraße. Frühes Beispiel für Sozialen Wohnbau (Gemeindebau). Errichtet auf dem Terrain des Landhauses von Bundeskanzlers Dr. Johann Schober. Das Landhaus war 1955 abgetragen worden. Frühere Hausnummer Markt N° 67.
Linzerstraße N° 1 Gründerzeitbau an der Ecke Hauptplatz-Linzerstraße. Ehemaliges Großhandelshaus Reichmann. Früher mit eigenen Pferdeställen in der Linzerstraße, und einer eigenen Brückenwaage vor dem Haus am Hauptplatz. Sensibel modernisiert. Josef Manner (1865–1947) erlernte hier bei seinem Stiefonkel Karl ReichmannKarl Reichmann im ÖsterreichWiki den Beruf Commis (Kaufmann). 1890 gründete Josef Manner dann in Wien die Süßwarenfabrik Manner.
N° 18 Schulbau. Baumeister Wögerbauer & Simader. Eröffnung 1929 als Bürgerschule (Hauptschule). Architekt Maurize Balzarek. Im Raumprogramm und Aussehen ein Aufbruch in die Moderne. 1973 Umbau mit Unverständnis gegenüber dem Bau. Kürzlich äußerst sensibel neuerlich renoviert. . Siehe Artikel → Schulen in Perg
N° 20 Schulbau. Eröffnung 1893 als Volksschule. Gründerzeitbau. Hatte bereits einen Turnsaal. Architekt Raimund Jeblinger. Kürzlich verständnisvoll renoviert. . Siehe Artikel → Schulen in Perg
N° 21 Neuzeitliches Privathaus, errichtet zweite Hälfte 1920er-Jahre. Fassade mit Fresko.
Machlandstraße N° 47 Machland Hallenbad. Vitalwelt Perg. Frühe Moderne in Perg. Erbaut 1971–1973. Architekten Alfred Podgorschek und August Weisshaar.1971-1973 Hallenbad Perg, OÖ, in Arbeitsgemeinschaft mit Architekt August Weisshaar, auf archpod.at
Mühlsteinstraße N° 43 Historisches Vorstadthäusl. Errichtet 1802. Mit niedrigen Zimmern, kleinen Fenstern und der Schwarzen Küche (Rauchkuchel). Seit 2007 Mühlsteinmuseum Steinbrecherhaus. Museales Freilichtgelände. Seit 2019 mit Schaumühle Meisingermühle. .
Naarnerstraße N° 6 Bürgerliches Schmiedehaus 1590–1979 in der Naarnerstraße, früher Kirchengasse (Kühgasse, Kurgasse) genannt. Der erhaltene südliche Anbau diente dem Hufschmied als offener und doch wettergeschützter Werkplatz in verkehrsgünstiger Lage.
Dr. Schoberstraße N° 1 Historisches Marktrichterhaus. Bürgerhaus und Gastwirtschaft. 1668–1910 Brauerei Josef Fries (sogenanntes Stamm-Fries). Sensibel modernisiert.
Stifterstraße N° 1 Neuzeitliches Gewerbe- und Wohnhaus des Malers und Anstreichers Josef Uhl. Umgebaut zum Heimathaus-Stadtmuseum Perg.
Villenstraße N° 9 Villa Perghof. Liebevoller Jugendstil. Sorgsam gepflegtes Wohnhaus.
N° 11 Villa Weghofer-Karlinger. Großzügiger Gründerzeitstil. Sensibel renoviert.
Unter Tage
Sandsteinkeller