mini|Miku+Hatsune-Logo Miku Hatsune (, Hatsune Miku) ist eine virtuelle Figur im Anime-Stil. Sie wurde ursprünglich als Maskottchen für eine gleichnamige synthetische Stimme des Software-Synthesizers Vocaloid2 von Yamaha erschaffen. Gezeichnet wurde sie vom japanischen Mangaka und Illustrator Kei Garō.
Miku Hatsune wurde 2007 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und wurde rasch bekannt. So tauchte sie zunächst in von Fans erstellten Musikvideos auf Nico Nico Douga auf und wurde durch diverse Adaptionen zunehmend populär. Schließlich wurde Miku Hatsune als „eigenständiges Produkt“ vermarktet und in zahlreichen Medien adaptiert. 2008 wurde Miku Hatsune zur ersten synthetischen Pop-Ikone und erhielt den Seiun-Preis in der freien Kategorie.
Nach Angaben von Crypton wurden bis 2013 über 100.000 Stücke mit der Stimme Miku Hatsunes veröffentlicht, 170.000 Videos mit ihr auf Youtube hochgeladen und etwa 1.000.000 Illustrationen mit ihr erstellt.
Beziehung zur Vocaloid-Reihe Beispiel für einen Song erstellt mit Vocaloid Software mit Vocals von Hatsune Miku. Als Figur im Manga-Stil zierte Miku Hatsune die Verpackung der als Hatsune Miku bezeichneten Stimme und war somit Bestandteil des ersten am 31. August 2007 veröffentlichten Produkts einer Reihe von Crypton produzierter Stimmen für Vocaloid 2. Ihr Name war zugleich eine Anspielung auf die erste Veröffentlichung und setzt sich aus den Bestandteilen Hatsu (, dt. „Erster“), Ne (, dt. „Klang“) und Miku (, dt. „Zukunft“) zusammen, also „erster Klang aus der Zukunft“. Ihr Vorname wird häufig auch mit der Zahl 39 assoziiert, da mi auch „3“ und ku auch „9“ bedeutet. 2023 gewann Hatsune Miku den Japan Naming Award als bester Produktname.
Im Gegensatz zu üblichen Anime-Figuren besaß Miku damit auch ihre eigene Stimme, die durch Vocaloid synthetisiert wird. Die Daten zur Beschreibung des zu Grunde liegenden Sprachmodells für die Software stammen von der japanischen Seiyū Saki Fujita. Jedoch wurde ihre Stimme nicht wie sonst üblich an die allgemeine Umgangssprache angepasst, sondern speziell für die Erstellung von J-Pop-Titeln ausgelegt, wie sie in Animes üblich sind, insbesondere für ein Tempo von 70 bis 150 bpm und einem optimalen Stimmumfang von A3 bis E5.
Am 30. April 2010 erschien die Erweiterung Miku Append, die ihr sechs neue Stimmvariationen hinzufügte: Name Beschreibung der Stimme Tempo [bpm] optimaler Stimmumfang Sweet „enthält viele Seufzer, süß flüsternd“ 55–155 F3–D5 Dark „ausgeglichen, leicht melancholisch“ 60–145 D3–B4 Soft „sanft und anmutig“ 70–150 A3–E5 Light „lebhaft, kräftig und hell“ 85–175 A3–D5 Vivid „deutlich und klar wie bei Sprechübungen“ 95–180 G3–D5 Solid „steif und angespannt“ 65–160 D3–C5
Am 31. August 2013 wurde eine englische Sprachfassung namens Hatsune Miku V3 English veröffentlicht, die auf der neueren Vocaloid-3-Software basiert. Diese Variante ist optimiert für ein Tempo von 100–130 bpm und einen Stimmumfang von B2–B3.
Am 26. September 2013 erschien die japanische Vocaloid-3-Neufassung mit den Variationen Original (Stimmumfang A2–E4), Sweet (F2–D4), Dark (D2–B3), Soft (A2–E4) und Solid (D2–C4) mit weitgehend gleichen Eigenschaften wie die Vocaloid-2-Fassungen, jedoch geändertem Stimmumfang, der zwar von der Anzahl der Oktaven gleich blieb, aber um je eine Oktave abgesenkt wurde.
Am 30. September 2016 erschien die japanische Vocaloid-4-Neufassung, zeitgleich mit der Englischen Neufassung. Ein Jahr später, am 5. September 2017 erschien, ebenfalls für Vocaloid 4, erstmals eine Chinesische Variante
Im Dezember 2019 gab Crypton Future Media bekannt, an einer neuen Version von Hatsune Miku zu arbeiten, diese sollte unabhängig von Vocaloid in einer eigenständigen Software namens Piapro Studio funktionieren. Piapro Studio wurde von Crypton Future Media selbst entwickelt, im Vergleich zu Vocaloid, welche von Yamaha entwickelt wurde. Die Software wurde im August 2020 veröffentlicht.
Am 1. August 2024 kündigte Crypton Future Media an, an einer neuen Version zu arbeiten, die im Verlauf des Jahres 2024 für Vocaloid 6 veröffentlicht werden soll. Diese Version soll sich durch KI-Unterstützung auszeichnen und somit ein deutlich flüssigeren Gesang bieten. Mit dieser Maßnahme reagiert Crypton Future Media auf die wachsende Konkurrenz an synthetischen KI Gesangstimmen.
Erscheinung mini|Kollaboration mit der japanischen Convenience-Store-Kette FamilyMart Ihre Erscheinung ist die eines 16-jährigen Mädchens mit langen türkisfarbenen Haaren, die mit zwei magentafarbenen quadratischen Haarringen zu zwei weit herunterhängenden Zöpfen zusammengebunden sind. Unter diesen trägt sie Kopfhörer, wie sie auch die später veröffentlichten Charaktere trugen. Am Körper trägt sie eine ärmellose Schuluniform mit kurzem Minirock und eine lange Krawatte. Ihre Unterarme werden von Armstrümpfen bedeckt. Ihre Kleidung hat ein futuristisches Design mit verschiedenfarbigen Lichtern an ihren Armstrümpfen und ihrem Rock. Hatsune Miku hat neben ihrem Konzept Design auch noch viele verschiedene „Module“, welche von verschiedenen Illustratoren für Kunst, Events, Musikstücke und Spiele entworfen werden. Diese Module können dem Konzept Design vom Aussehen sehr nahe kommen oder komplett anders sein. Dabei werden meistens ihre Hauptmerkmale wie ihre Farbschema oder ihre generelle Silhouette beibehalten.
Am Oberarm trägt sie eine rote Tätowierung, die sich als „01“ liest und damit eine weitere Anspielung auf den ersten der von Crypton Future Media produzierten Charaktere in der Vocaloid-2-Reihe darstellt. Die Charaktere Rin und Len Kagamine trugen die Nummer „02“, gefolgt von Luka Megurine mit der „03“. Des Öfteren fehlinterpretiert wird die Nummer „04“, die von Teto Kasane getragen wird. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Charakter der Vocaloid-Reihe, sondern um ein UTAU, und steht somit in keinem direkten Zusammenhang zu den offiziellen Charakteren von Crypton Future Media. Weitere offizielle Charaktere der Reihe besaßen keine dieser Nummern als Erkennungsmerkmal, während die später von Crypton Future Media „adoptierten“ fanbasierenden Charaktere Yowane Haku und Akita Neru ebenfalls eine Tätowierung besitzen, die sich bei Yowane Haku als „DTM“ und bei Akita Neru als „DEN2“ liest.
Miku Hatsune ist 1,58 m groß und wiegt laut Crypton Future Media 42 kg.crypton.co.jp Crypton Future Media, abgerufen am 14. Februar 2012 (japanisch)
Auf Grund des hohen Verwendungsgrades ihrer Illustration von KEI, wurde diese 2012 von Crypton unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-NC freigegeben.
Popularität mini|hochkant|Cosplay von Miku Hatsune Anfänglich verbreiteten sich hauptsächlich Musikvideos, die beim japanischen Videohoster Nico Nico Douga eingestellt wurden. Ein häufig aufgegriffenes Video zeigte Miku in derselben Pose wie einst Orihime Inoue aus Bleach, deren Auftritt in einem Flash-Video als Loituma Girl die finnische Band Loituma international bekannt machte. Diesmal ließ der Einsteller jedoch den als Ievan Polkka bekannten Titel von der Software interpretieren. Hersteller Crypton sah darin einen Beweis für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten seiner Software. Die im Video verwendete Miku in Super-Deformed-Darstellung mit Lauchstange wird dabei auch als eigene Figur namens Miku Hachune (, Hachune Miku) bezeichnet.
Mit gestiegener Bekanntheit der Software wandelte sich Nico Nico Douga zu einem Ort für gemeinschaftliche Projektarbeiten. So wurden die von einigen Nutzern erzeugten Musikstücke durch andere Nutzer illustriert oder in 2D oder auch 3D animiert. Es entstanden daraus zahlreiche Remixes, wo bestimmte Versionen miteinander gekreuzt wurden. Der Hype um die Figur verstärkte sich, als am 18. Oktober 2007 verschiedene Medien unter der Berufung auf eine Mailbox (BBS) berichteten, dass Miku Hatsune das Opfer der Zensur von Google und Yahoo! geworden sei, da keine Bilder von der recht bekannt gewordenen Figur in der Bildersuche beider Anbieter auftauchten. Google und Yahoo verneinten eine Zensur ihrerseits und gaben an, dass ein Fehler in beiden Systemen dazu geführt habe, dass „Hatsune Miku“ () wie auch einige andere Schlüsselwörter nicht gefunden werden können. Beide Anbieter versprachen daraufhin, den Fehler schnellstmöglich zu beseitigen. Seit dem 19. Oktober 2007 wurden die ersten Bilder von Miku wieder in der Suche von Yahoo gelistet.
mini|hochkant|Domino’s Pizza Zustellfahrzeug im Hatsune Miku Design Im Frühjahr 2013 startete Domino’s Pizza Japan eine Kollaboration mit Crypton unter dem Namen Domino‘s Pizza ft. Hatsune Miku. Während des Zeitraums von mehreren Monaten konnte man seine Bestellungen über eine spezielle App im Hatsune Miku Design abgeben. Besonders das Werbevideo zur Campagne ging online Viral. Später wurde es jedoch vom offiziellen YouTube-Kanal von Domino‘s Pizza gelöscht. Die Internetseite zur Aktion ging im Herbst 2013 vom Netz.
Im Jahr 2023 formte der japanische Videospiel-Entwickler Nintendo zusammen mit Crypton Future Media anlässlich Mikus 16. Jubiläum das „Pokémon feat Hatsune Miku: Project VOLTAGE“. Dabei handelt es sich um 18 Songs, die im Verlauf eines Jahres von Sommer 2023 bis Sommer 2024 veröffentlicht wurden und von bekannten Vocaloid Künstlern geschrieben wurden.
Snow Miku Seit 2010 findet zeitgleich zum Sapporo-Schneefestival, das sogenannte Snow Miku Event statt. Dabei handelt es sich um eine Schneskulptur von Hatsune Miku und um eine Ausstellung bei der diverse Firmen Produkte mit Bezug zu Hatsune Miku vorstellen. Seit 2012 wird diese Ausstellung durch eine Straßenbahn in Sonderlackierung im Miku Design begleitet.
2015, 2018 und 2019 wurde das Event außerdem durch ein LIVE Konzert begleitet. Das Event findet in Sapporo statt, da sich dort der Firmensitz von Crypton Future Media, Hatsune Miku’s Entwickler befindet. 2023 wurde zu Ehren des Entwicklers 5 Kanaldeckel im Hatsune Miku Design in der Stadt errichtet.
Im nahegelegenen Chitose Airport befindet sich außerdem die Snow Miku Skytown, ein offizielles Museum und ein Merchandising-Laden zum Thema Hatsune Miku.
Diskografie
Alben
Singles
Auf der Basis von Hatsune Miku erschienen zahlreiche Dōjin Ongaku (von Fans produzierte Musik). Ab Anfang 2008 entstanden so erste Alben, die beispielsweise von Frontier Works oder im Selbstverlag publiziert wurden. Durch die Beziehung zu dem Produkt wurde Hatsune Miku immer wieder als Interpret angegeben. Dabei fanden die Stücke auch Verwendung in anderen Medien, wie etwa dem Computerspiel Tori no Hoshi – Aerial Planet (), was dazu führte, dass die mit ihr assoziierte Stimme auch in anderen Medien zu hören ist.
Am 27. August 2008 veröffentlichte Victor Entertainment das Album Re:package. Es enthielt eine Auswahl von Titeln, die von der Stimme Hatsune Miku gesungen wurden. Erstellt wurden die Titel von einer Gruppe von Dōjin-Künstlern, die sich Livetune nannten. Das Album verkaufte sich innerhalb der ersten Woche mehr als 20.000-mal und erreichte in den Charts von Oricon den fünften Platz. Miku Hatsune wurde damit zur ersten synthetischen Pop-Ikone und erhielt beim Seiun-Preis im Jahr 2008 den Preis in der freien Kategorie.
Am 4. März 2009 wurde das Album supercell veröffentlicht, dessen Künstler als supercell feat. Miku Hatsune angegeben wurde. Innerhalb des ersten Tages verkaufte sich die CD mehr als 20.000-mal und erreichte damit den 2. Platz der täglichen und schließlich Platz 4 der Wochencharts. Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung wurden viele der Titel von den Erstellern zum kostenlosen Download angeboten und tauchten auf den Videoplattformen Nico Nico Douga und YouTube in zahlreichen Versionen auf. Zu diesen gehörten unter Anderen Koi wa Sensō (, dt. „Liebe ist Krieg“) und Melt (, Meruto, dt. „Schmelzen“). Bis Mai 2010 verkauften sich 100.000 Exemplare dieses Albums, womit es das erfolgreichste aller Vocaloid-Alben war.