Die Echten Trüffeln (Tuber) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Trüffelverwandten (Tuberaceae). Die Arten gehen eine Mykorrhiza mit Bäumen ein und fruktifizieren unterirdisch in Form von Knollen. Markant ist das marmorierte Fleisch im Querschnitt. Die Gattung enthält einige begehrte Speisepilze, die mit abgerichteten Trüffelhunden aufgespürt, gesammelt und als Delikatesse zu hohen Preisen verkauft werden.

Merkmale mini|Ein Schlauch mit 4 Sporen von Tuber oregonense im Lichtmikroskop Makroskopische Merkmale Die Echten Trüffeln bilden unterirdische, kugelig-knollige haselnuss- bis kopfgroße Fruchtkörper. Ihre Oberfläche ist häufig höckerig, das Trama ist fleischig-zäh und gelblich bis dunkelbraun gefärbt, es kann vollfleischig oder mit Hohlräumen versehen sein. Die Gleba ist durch verschiedenfarbige Adern marmoriert, helle Adern, die sogenannten „Venae externae“ münden an der Oberfläche der Fruchtkörper. Auffällig ist der oft starke Geruch der Fruchtkörper.

Mikroskopische Merkmale Ein Hymenium wird nicht ausgebildet, die fast kugelförmigen Asci liegen nesterartig in der Gleba zerstreut, sie enthalten eine reduzierte Zahl von Ascosporen, meist weniger als acht, die breit ellipsoiden Ascosporen sind meist auffallend komplex ornamentiert.

Ökologie Die Arten der Gattung leben in Ektomykorrhiza-Symbiose mit Laubbäumen, häufig mit Eichen oder Haseln, sie kommen vor allem in wärmebegünstigten Gebieten vor. Sie fruchten mit unterirdischen (hypogäisch), knolligen Fruchtkörpern. Sie ziehen Tiere an, die die Fruchtkörper verzehren und ihre Sporen verbreiten (Zoochorie). Dies geschieht wahrscheinlich durch die besonders zur Reifezeit der Sporen abgesonderten Düfte, attraktive Nährstoffe, jahreszeitlich ausgedehnte Verfügbarkeit der unterirdischen Fruchtkörper.

Arten Die Gattung umfasst 86 Arten. In Europa kommen rund 30 Arten vor bzw. sind dort zu erwarten.

Echte Trüffeln (Tuber) in Europa  Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Olivbraune Trüffel Tuber anniae Mittelmeer-Trüffel Tuber asa Bellones Trüffel Tuber belloneibeschrieben als „Bellonae“ Weiße Weitmaschen-Trüffel Tuber bernardinii Sommer- oder Burgunder-Trüffel Tuber blotii Weißliche oder Frühlingstrüffel Tuber borchii Winter-Trüffel Tuber brumale Zistrosen-Trüffel Tuber cistophilum Erdigriechende Trüffel Tuber decipiens Knotige Trüffel Tuber donnagotto Schlesische Trüffel Tuber dryophilum Ausgehöhlte Trüffel Tuber excavatum Helle Zwerg-Trüffel Tuber exiguum Stinkende Trüffel Tuber foetidum Orangerote oder Orangebraune Hart-Trüffel Tuber fulgens Gennadis Trüffel Tuber gennadi Flaumige Trüffel Tuber gibbosum Großsporige oder Rheinische Trüffel Tuber macrosporum Gefleckte Trüffel Tuber maculatum Piemont-, Alba- oder Weiße Trüffel Tuber magnatum Weiche Trüffel Tuber malacodermum Malencons Trüffel Tuber malenconii Périgord- oder Schwarze Trüffel Tuber melanosporum Glattsporige Trüffel Tuber melosporum Teer-Trüffel oder Schwarze Gekröse-Trüffel Tuber mesentericum Kleinsporige Trüffel Tuber microsporum Feinnetzsporige Trüffel Tuber multimaculatum Gelbbraune Trüffel Tuber nitidum Sporenarme Trüffel Tuber oligospermum Kokosnuss-Trüffel Tuber panniferum Chinesische Hohl-Trüffel Tuber pseudoexcavatum Flaumhaarige Zwerg-Trüffel Tuber puberulum Meerrettich-Trüffel Tuber rapaeodorum Haselnussgroße Trüffel Tuber regianum Requiens Trüffel Tuber requienii Rotbräunliche Trüffel Tuber rufum

Außereuropäische Arten (Auswahl) Himalaya-Trüffel – Tuber himalayensis Chinesische Trüffel – Tuber indicum Weiße Chinesische Sommer-Trüffel – Tuber sinensis

Bedeutung Die Gattung umfasst einige der begehrtesten und teuersten Speisepilze. Sie werden im Mittelmeergebiet und Neuseeland zum Teil in Trüffelwäldern kultiviert, in denen künstlich mit Trüffeln infizierte Eichen gepflanzt werden. In Deutschland sind alle Arten der Gattung nach der Bundesartenschutzverordnung geschützt und dürfen nicht gesammelt werden.Deutsche Gesellschaft für Mykologie: 20. Juni 2019, abgerufen am 3. August 2020.

Quellen Literatur Heinrich Dörfelt, Gottfried Jetschke (Hrsg.): Wörterbuch der Mycologie. 2. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin 2001, ISBN 3-8274-0920-9.

Einzelnachweise

Weblinks

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