Die Bundesgartenschau 2011 fand vom 15. April bis 16. Oktober 2011 in Koblenz statt und war die erste Bundesgartenschau in Rheinland-Pfalz. Veranstaltungsplätze waren das Plateau vor der Festung Ehrenbreitstein, der Platz vor und hinter dem Kurfürstlichen Schloss und das Areal um das Deutsche Eck (Blumenhof). Das Deutsche Eck selbst konnte ohne Eintritt besucht werden. Mit über 3,5 Mio. Besuchern soll sie die erfolgreichste Bundesgartenschau seit Einführung des elektronischen Zählsystems im Jahr 1997 gewesen sein. in: Kulturland Rheinland-Pfalz, 17. Oktober 2011 Sie erwirtschaftete einen Gewinn von 13 Mio. Euro.Die Buga macht 13 Millionen Euro Gewinn in: Rhein-Zeitung, 19. Oktober 2011

miniatur|250px|Übersicht über das Buga-Gelände Planungen und Vergabe mini|Ein erster Slogan, wie er an Bauzäunen in Koblenz zu finden war Koblenz hatte sich ursprünglich für die Bundesgartenschau in den Jahren 2013 oder 2015 beworben. Nachdem für diese Jahre andere Städte ausgewählt worden waren und Duisburg seine Zusage für das Jahr 2011 zurückgezogen hatte, erhielt Koblenz im Januar 2004 den Zuschlag für die Ausrichtung 2011. Die Stadt Koblenz unterzeichnete am 16. Juli 2005 die Verträge zur Ausrichtung mit dem Zentralverband Gartenbau e. V. und gründete am selben Tag die „Bundesgartenschau Koblenz 2011 GmbH“. Gesellschafter der GmbH wurden zu zwei Drittel die Stadt Koblenz und zu einem Drittel der Zentralverband Gartenbau e. V. Zum Geschäftsführer wurde Hanspeter Faas bestellt.

Das Gesamtbudget der Gartenschau betrug 102 Mio. Euro, wovon das Land 49 Mio. und die Stadt Koblenz 28 Mio. trugen. Der Rest wurde über Eintritts- und Sponsorengelder finanziert. Bis Sommer 2007 folgten Ideenwettbewerbe und die Fertigstellung eines Vorentwurfs. Der erste Spatenstich erfolgte 999 Tage vor Beginn der Bundesgartenschau am 20. Juli 2008 am Kurfürstlichen Schloss. Am 19. Oktober 2008 wurde in einem Bootskorso der Staffelstab in Form eines Baumes von der abgeschlossenen Landesgartenschau in Bingen an Koblenz übergeben. Als weitere Werbemaßnahme verkehrte von 2009 bis 2012 das KD-Schiff BUGA Koblenz 2011 auf dem Mittelrhein. mini|Buga-Auto Das Logo der Bundesgartenschau 2011 war ein buntes Kaleidoskop. Es sollte zum einen die Dynamik symbolisieren, die die Stadt mit der Vorbereitung zur Bundesgartenschau entwickelte, zum anderen wollten die Veranstalter damit auf die spielerischen Elemente, auf ein fröhliches, farbenfrohes Fest verweisen. Der Slogan der Gartenschau lautete „Koblenz verwandelt“.

Kernbereiche Die Bundesgartenschau 2011 umfasste drei Kernbereiche, das „Kurfürstliche Schloss“ und den „Blumenhof am Deutschen Eck“ sowie den rechtsrheinisch gelegenen Bereich auf dem „Plateau des Ehrenbreitsteins“.

Der mit 27 Hektar größte Bereich liegt auf dem Plateau vor der Festung Ehrenbreitstein. Hier entstand als Entrée zur Festungsanlage ein großzügiger Landschaftspark. Der Vorplatz ermöglicht somit nach historischen Maßstäben ein „freies Schussfeld“. Dieses freie Schussfeld wurde damals zur Verteidigung der Festungsanlage benötigt. Über das Plateau verläuft eine diagonale Hauptachse von der Bergstation der Seilbahn zum Entrée der Festung Ehrenbreitstein. Auf der Fläche selbst findet der Besucher ein Orchideenwäldchen, aufgelassene Weinberge, Trockenbiotope, alte Streuobstwiesen und Gärten, seltene Fledermausarten sowie an den Rändern des Hangs Lebensräume für gefährdete Tierarten.

Der größte innerstädtische Bereich ist mit 8,6 Hektar das Areal um das Kurfürstliche Schloss. Die bedeutendste Schlossanlage am Mittelrhein ist mit einer Gartenanlage zur Stadt hin orientiert. Im Schloss selbst gibt es einen Gastronomiebetrieb. Der Garten hinter dem Schloss erhielt nach historisch Lenné’schem Vorbild wieder sein Aussehen zurück und wurde terrassenförmig zum Rhein hin gestaltet. Die gesamte Anlage ist mit vielfältigen Pflanzenarten, Wasserflächen, Springbrunnen, radialen Stufenanlagen und Sitzmauern ausgestattet. Sie soll so den Glanz der früher hier residierenden Herrscher widerspiegeln.

Der Blumenhof am Deutschen Eck ist mit 2,2 Hektar der kleinste Bereich. Er liegt hinter dem Deutschen Eck zwischen Deutschherrenhaus und Kastorkirche. Er ist ein Ort der Ruhe und lässt den Besucher die weltliche und christliche Kunst erleben. Ausstellungen und Kunstkulturveranstaltungen mit Skulpturen und Pflanzenfelder prägen diesen Bereich, der in drei etwa gleich große Höfe unterteilt ist.

Städtebauliche Entwicklung

Die Ausrichtung der Bundesgartenschau in Koblenz war für die Stadt von großer Bedeutung in Hinsicht der städtebaulichen Entwicklung. Es wird geschätzt, dass neben den eigentlichen Aufwendungen für das Gartenschaugelände insgesamt rund 500 Mio. Euro in die Entwicklung der Stadt investiert wurden, um Stadtbild und Service zu verbessern. in: Rhein-Zeitung, 18. März 2011

Festung Ehrenbreitstein miniatur|Luftbild des Buga-Kernbereichs Festung Ehrenbreitstein Die Umbaumaßnahmen auf dem Plateau des Ehrenbreitsteins wurden vom Land Rheinland-Pfalz und der „Bundesgartenschau 2011 Koblenz GmbH“ gemeinsam durchgeführt. Das Land, als Eigentümer der Festung Ehrenbreitstein, investierte 35 Mio. Euro in die Sanierung der Festungsanlage. Das Festungsglacis wurde neu geordnet und erreicht damit eine Wiederherstellung der historischen Blickbeziehung. Dazu gehörte auch die Umgestaltung des Vorplatzes, so dass er wieder ein „freies Schussfeld“ bildet. Auf dem Vorplatz entstand ein Landschaftspark mit einem Netz aus Wegen, die auf das Entrée der Festung zulaufen. Hier befindet sich auch die Bergstation der Seilbahn, die die Besucher von den Rheinanlagen über den Rhein zur Festung bringt. Am nördlichen Ende des Vorplatzes bot eine hölzerne Aussichtsplattform den Besuchern einen freien Blick ins Rheintal.Spektakuläre Aussichtsplattform für Bundesgartenschau in: Rhein-Zeitung, 20. Januar 2010 An Stelle der Sesselbahn Ehrenbreitstein, die sich an der Ostseite befand und das Ehrenbreitsteiner Tal mit der Festung verband, wurde 2011 der Schrägaufzug Ehrenbreitstein in Betrieb genommen.

Der Obere und der Nieder Schlosshof, die Fassaden der Festungsbauwerke sowie deren Dächer wurden vollständig saniert. Auf den Dächern von Contregarde rechts und Ravelin wurden Grünflächen und Blumenbeete als „Archäologische Zeitgärten“ angelegt, die für Besucher betretbar sind. In der Großen Traverse am südlichen Ende der Festung, unter der Archäologen 2005 Reste einer 3000 Jahre alten Befestigung gefunden hatten in: Rhein-Zeitung, 23. Mai 2005, wurde ein Gastronomiebetrieb eingerichtet. Im Keller darunter wurde die multimediale Ausstellung „Ein Berg im Wandel – 3.000 Jahre befestigter Ort“ eingerichtet. Die kontinuierliche Befestigung eines Ortes über solch einen langen Zeitraum konnte bisher sonst nirgends in Deutschland nachgewiesen werden. in: diefestungehrenbreitstein.de Der Kasemattenbau „Lange Linie“, der im Zweiten Weltkrieg einen Bombentreffer erhielt, wurde erstmals wieder hergerichtet. Besucher können nun Bereiche der Festung besichtigen, die vorher nicht zugänglich waren. Dazu gehören auch die zur Bundesgartenschau als Dauerausstellung eröffneten „Stationen der Festungsgeschichte“ mit Ausstellungsräumen im Turm Ungenannt, Zellen der Militär-Arrestanstalt in der Langen Linie, den Geschützen, der Kriegslatrine und der Büchsenmacherei in der Contregarde rechts sowie der Nachkriegswohnung im Ravelin.

Die Festungskirche am Oberen Schlosshof wurde für die „Kirche auf der BUGA“ hergerichtet. Erprobt als Ort der Einkehr und Begegnung im Zeichen der Ökumene, blieb die Kirche auch nach der Gartenschau offen als Ort für Gottesdienste und Veranstaltungen. Ebenso verblieb das 2011 hinter dem Altar angebrachte Erde-Licht-Triptychon der Künstlerin Madeleine Dietz.

Im Bereich des dem Verfall preisgegebenen Werk Pleitenberg entstand ein großzügiger Erlebnisspielplatz für Kinder. Das Festungswerk selbst wurde in diesen integriert und konnte dadurch gerettet werden.

Kurfürstliches Schloss miniatur|Luftbild des Buga-Kernbereichs Kurfürstliches Schloss miniatur|Luftbild der Blumenkrone auf dem Vorplatz Durch Öffnung des Kurfürstlichen Schlosses„So wird die Buga“: Schloss als neues Glanzlicht – RZ-Serie 1: Prachtbau am Rhein öffnet sich in: Rhein-Zeitung, 31. Juli 2007 wurde eine Achse vom neuen Schienenhaltepunkt Koblenz Stadtmitte über die Schloßstraße durch das Schloss selbst zum Rhein hin geschaffen. Die bedeutendste Schlossanlage am Mittelrhein, die Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und Sitz verschiedener Behörden ist, ist teilweise für Besucher geöffnet. Im Durchgangsbereich zum Schlossgarten auf der Rückseite ist ein Gastronomiebetrieb eingerichtet worden. Der Schlossgarten erhielt nach historisch Lennéschem Vorbild wieder sein Aussehen zurück und wurde terrassenförmig zum Rhein hin gestaltet. Die preußische Stadtmauer hinter dem Schloss wurde geöffnet mit zwei zusätzlichen Durchgängen. Am Rheinufer entstand eine 100 Meter breite Sitztreppenanlage, genannt Schlossstufen, die am 11. Juni 2010 eingeweiht werden konnte. Die Planungen der Treppenanlage musste zur Erhaltung des Mammutbaums neben dem Görres-Denkmal geringfügig geändert werden.

Voraussetzung zur Umgestaltung des Schlossvorplatzes war die Verlagerung der Parkplätze. Dazu entstand unter dem Platz eine Tiefgarage mit 446 StellplätzenVor dem Koblenzer Schloss rollen die Bagger in: Rhein-Zeitung, 30. Juli 2008, die für 11 Mio. Euro von der Provinzial Rheinland errichtet wurde und am 17. Mai 2010 freigegeben werden konnte. in: Blick aktuell BUGA-Sonderillustrierte des Krupp Medienzentrums · Koblenz · April 2011 Beim Erdaushub wurde im Oktober 2008 eine frührömische Handwerkersiedlung entdeckt.Frührömische Handwerkersiedlung vor Koblenzer Schloss entdeckt in: Rhein-Zeitung, 30. Oktober 2008 Die Umgestaltung des Vorplatzes zur Bundesgartenschau erreichte eine erhebliche Erhöhung der Aufenthaltsqualität. Neben einem der Haupteingänge zur Buga ist hier ein Schlosspark mit weitläufigen Beeten und breiten Wegen sowie einer Skaterplaza entstanden. Menschen sollen beim Flanieren den Glanz der früher hier residierenden Herrscher erleben.

Blumenhof am Deutschen Eck

Der kleinste Kernbereich ist der Blumenhof am Deutschen Eck im Bereich von Kastorkirche, Deutschherrenhaus und Deutschem Eck. Hier wurden die drei Höfe zwischen Kastorkirche und Deutschherrenhaus zur Bundesgartenschau komplett umgestaltet. Bei Bauarbeiten an der Kastorkirche machte man im November 2008 einen sensationellen Fund und entdeckte einen antiken Graben. Der vier Meter breite und immer noch 2,5 Meter tiefe Graben des 100 mal 100 Meter großen Kastells ist der fehlende Beweis für die frührömische Besiedlung von Koblenz, nach dem zuvor 150 Jahre lange vergebens im Bereich der Altstadt gesucht wurde. in: Rhein-Zeitung, 19. November 2008 Der Busparkplatz hinter dem Deutschen Eck wurde einige Meter moselaufwärts verlagert. An seiner Stelle entstanden Grünflächen, ein Wasserspielplatz und das RZ-Forum. In diesem Kernbereich, der nun völlig autofrei ist, befindet sich am Rheinufer auch die Talstation der Seilbahn.

Rhein- und Moselanlagen