Resident Evil (englisch für Ansässiges Böses) ist eine von Shinji Mikami erdachte und von der japanischen Softwarefirma Capcom entwickelte und veröffentlichte Videospielreihe. In Japan ist die Reihe unter dem Namen Biohazard (jap. , Baiohazādo; dt. Biogefährdung) bekannt. Resident Evil gilt – obwohl nicht der Begründer des Genres – als Inbegriff des Survival Horror.

Die Reihe brachte es bis Anfang 2026 auf elf Teile der Kernserie sowie mehrere Remakes und verschiedene Ableger in anderen Genres. Eine Reihe von Derivaten sowie Umsetzungen in anderen Medien, darunter eine Realfilmreihe, vier computeranimierte Filme sowie diverse Comics und Romane.

Spielprinzip Die ersten Teile der Serie werden in der Third-Person-Perspektive gespielt: Der Spieler sieht die gesteuerte Spielfigur aus einer festen Perspektive ohne Möglichkeit der Kamerajustierung. Die Figuren bewegen sich dabei durch vorgerenderte Umgebungen, während bewegliche Objekte in echter 3D-Grafik realisiert sind. Bekannt wurde diese Technik durch den Urvater des Survival-Horror-Genres Alone in the Dark.

Resident Evil Code: Veronica brach erstmals mit diesem Darstellungsstil. Ebenso wie bei dem im Jahre 2005 veröffentlichten Resident Evil 4 wurde das gesamte Geschehen in Echtzeit berechnet. Diese Technik erlaubte erstmals eine dynamischere Spielweise, mit leichten Abstrichen bei der Grafik.

Die Gun-Survivor-Spiele (Resident Evil Survivor, Resident Evil Survivor 2: Code Veronica, Dino Stalker (Ableger von Dino Crisis) und Resident Evil: Dead Aim) sind hingegen Ego-Shooter mit der Option ausgestattet, eine Lightgun an die Konsole anzuschließen. Diese weniger erfolgreichen Ableger haben sich beispielsweise allein in Japan 250.000-mal verkauft, was in Relation die Popularität der gesamten Serie verdeutlicht.

Zum Wiederspielwert tragen vor allem freischaltbare Bonuswaffen, Kostüme und sonstige Extras bei.

Ebenfalls erwähnt seien Resident Evil Outbreak und Resident Evil Outbreak - File #2 für die PlayStation 2. Ersteres unterstützte erstmals für den japanischen und den US-amerikanischen Markt eine Online-Spielmöglichkeit, zweiteres schließlich auch für den europäischen. (Die Online-Gameserver für deutsche Outbreak-File-#2-Spieler wurden jedoch am 31. März 2007 geschlossen. Am 31. Dezember 2007 wurden schließlich auch die US-Server für die amerikanischen Fans geschlossen.)

Geschichte der Veröffentlichungen Vorreiter der Resident-Evil-Reihe waren die Film- und Spieleversion von Sweet Home, welche zeitgleich im Jahre 1989 auf den Markt kamen. Tatsächlich war der erste Teil von Resident Evil zunächst als Neuauflage, dann als Fortsetzung zu Sweet Home vorgesehen und wurde schließlich als neue, eigenständige Spielreihe konzipiert und veröffentlicht.Colette Balmain: Introduction to Japanese Horror Film. S. 113, 128 & 133.Jay McRoy: Japanese Horror Cinema. S. 3.

Am 22. März 1996 erschien der erste Teil für Sonys PlayStation unter dem Titel Biohazard in Japan, knapp eine Woche später, am 30. März 1996, wurde der Titel dann auch in Nordamerika veröffentlicht, Europa folgte am 1. August. Aufgrund rechtlicher Bedenken bezüglich eines älteren DOS-Spieles und einer Band, die denselben Namen tragen, wurde der Titel von Biohazard in Resident Evil geändert. Im Laufe des Jahres 1997 folgten Umsetzungen für Sega Saturn und Windows; im September wurde der Teil als „Director’s Cut“ für die PlayStation neu aufgelegt.

Im Januar 1998 wurde der zweite Teil in Japan und Nordamerika veröffentlicht, Europa folgte im März. Umsetzungen für Windows, Sega Dreamcast und Nintendo 64 folgten im Laufe der Jahre 1999 und 2000.

Resident Evil 3: Nemesis erschien unter dem Titel Biohazard 3: Last Escape am 22. September 1999 in Japan. Zunächst nur für PlayStation erhältlich, folgten schließlich im Jahr 2000 Umsetzungen für Dreamcast und Windows.

Mit Code: Veronica erschien im Jahr 2000 der erste Titel der Kernreihe, der sein Debüt nicht auf der PlayStation feierte, sondern auf Segas Dreamcast. Ein Jahr später wurde der Titel mit dem Zusatz „X“ dann auch auf PlayStation portiert.

2002 schlossen Capcom und Nintendo eine Vereinbarung über drei exklusive Resident-Evil-Spiele für GameCube. Zudem sollten auch die vorherigen Titel für die Konsole umgesetzt werden. Erstes Produkt dieser Zusammenarbeit war ein Remake des ersten Teils, das im Jahr 2002 erschien. Das Remake konnte mit besserer Grafik sowie veränderten Rätseln und hochwertigeren Cutscenes aufwarten. In den Jahren 2003 und 2004 wurden dann auch die restlichen existierenden Titel auf GameCube portiert und veröffentlicht. Anders als beim ersten Teil wurden diese aber lediglich 1:1 von den PlayStation-Varianten umgesetzt. Das erste gänzlich neue Spiel der Zusammenarbeit war Resident Evil Zero, welches im Jahr 2002 veröffentlicht wurde.

Auch der 2005 erschienene vierte Teil sollte ein GameCube-Exklusivtitel werden, wurde aber letztlich Ende des Jahres doch auf PlayStation 2 portiert. Shinji Mikami entschuldigte sich daraufhin öffentlich für diese Umsetzung. 2007 folgte eine Wii-Edition, welche über eine an die Möglichkeiten der Konsole angepasste Steuerung verfügte.

Nach einer Pause von knapp fünf Jahren folgte Resident Evil 5, welcher am 5. März 2009 in Japan und am 13. März in Nordamerika und Europa veröffentlicht wurde. Resident Evil 5 ist das erste Spiel der Serie überhaupt, das für eine Microsoft-Konsole erschienen ist, namentlich Xbox 360; zudem existieren eine PlayStation-3-Variante und eine Windows-Version.

Der sechste Teil der Kernreihe erschien am 2. Oktober 2012 wiederum für PlayStation 3 und Xbox 360 und am 22. März 2013 für Windows.

Mit Resident Evil 7: Biohazard wird erstmals ein Spiel der Hauptreihe aus der Ego-Perspektive erlebbar gemacht. Auf der Spielemesse E3 2016 stellte Capcom erstmals die Fortsetzung des Resident-Evil-Franchise für PS4, Xbox One und den PC (sowohl Steam als auch Windows 10) vor.Max Falkenstern: . Artikel von pcgames.de, 14. Juni 2016, abgerufen am 14. Juni 2016 Resident Evil 7: Biohazard erschien am 24. Januar 2017.

Am 25. Januar 2019 erschien ein Remake von Resident Evil 2 und am 3. April 2020 folgte ein Remake von Resident Evil 3 zusammen mit einer Mehrspieleradaption, Resident Evil Resistance.

Am 7. Mai 2021 erschien Resident Evil Village, das inhaltlich drei Jahre nach dem 2017 erschienenen Resident Evil 7: Biohazard spielt. Resident Evil Village wurde für Google Stadia, Microsoft Windows, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One und Xbox Series veröffentlicht.

Spiele Kernreihe Die Spiele sind in chronologischer Reihenfolge ihres Ersterscheinungsdatums aufgelistet; auf Umsetzungen und Remakes wird in den einzelnen Artikeln eingegangen.

Ableger Lightgun-Shooter, Shoot ’em ups und Third-Person-Shooter

Online-Spiele

Handheld-Umsetzungen

App-Spiele Resident Evil Degeneration

Derivate Aufgrund des großen Erfolges entwickelte Capcom weitere Spiele, die sich eng am Spielprinzip von Resident Evil orientierten und teilweise auch von denselben Programmierern entwickelt wurden. Auch diese Spiele waren kommerziell wie bei Kritikern erfolgreich und legten den Grundstein zu eigenen Serien. Dino Crisis: Die Zombies aus Resident Evil wurden durch Dinosaurier ersetzt, das Setting in verlassenen Laboratorien, Grafik, Steuerung sowie die generelle Stimmung des Spieles wurden übertragen. Es folgten zwei Fortsetzungen und ein Lightgun-Ableger. Produzent des ersten Teiles war ebenfalls Shinji Mikami. Onimusha: Das Setting wurde von der Gegenwart ins feudale Japan verlegt. Entsprechend kämpft der Spieler nicht mehr vorwiegend mit Feuerwaffen, sondern mit Schwertern. Die Zombies wurden durch untote Dämonen ersetzt; Steuerung, Grafik und Spielprinzip blieben gleich. Die Onimusha-Reihe besteht bis heute aus vier Teilen sowie zwei Ablegern. Devil May Cry: Das erste Devil May Cry wurde ursprünglich als vierter Teil der Resident-Evil-Serie entwickelt. Im Laufe der Entwicklung wurde jedoch ein zu starkes Abweichen vom bisherigen Spielkonzept festgestellt, woraufhin Devil May Cry zu einer eigenständigen Marke wurde und der vierte Teil von Resident Evil sich wieder stärker an den Vorgängern orientierte. Devil May Cry brachte es bis heute auf fünf Fortsetzungen.

Rezeption

Laut der Redaktion von PC Games gelte Resident Evil als eines der „wegweisendsten Spiele seiner Generation“. Es half dabei, das Genre des Survival-Horror massenmarkttauglich zu machen und war auch für das kriselnde Capcom kommerziell wichtig. Es verkaufte sich über zwei Millionen Mal.⁣ Bis Februar 2019, kurz nach Release des Remakes von Resident Evil 2, soll sich die gesamte Reihe mehr als 90 Millionen Mal verkauft haben.

Umsetzungen in anderen Medien Film Realfilme

Resident Evil – vormals Resident Evil: Genesis. Regie führte Paul W. S. Anderson. Kinostart in Deutschland war am 21. März 2002. Resident Evil: Apocalypse – vormals Resident Evil: Nemesis. Regie führte Alexander Witt, Paul W. S. Anderson schrieb das Drehbuch. Kinostart in Deutschland war am 23. September 2004. Resident Evil: Extinction – vormals Resident Evil: Afterlife. Regie führte Russell Mulcahy, Paul W. S. Anderson schrieb das Drehbuch. Kinostart in Deutschland war am 27. September 2007. Resident Evil: Afterlife – Der vierte Teil lief ab dem 10. September 2010 über US-Kinoleinwände. Als ausführende produzierende Firmen traten dabei wieder die deutsche Constantin Film Produktion, Impact Pictures und Davis-Films an, Sony Pictures hat den amerikanischen Vertrieb übernommen. In Deutschland lief der Film ebenfalls in 3D. Resident Evil: Retribution – Kinostart in Deutschland: 20. September 2012Resident Evil 5: Retribution Resident Evil: The Final Chapter – Regie führte Paul W.S. Anderson, Kinostart in Deutschland war am 26. Januar 2017. Resident Evil: Welcome to Raccoon City – Regie führte Johannes Roberts, Kinostart in Deutschland war 2021, Reboot der Reihe. Resident Evil – wiederum ein Neustart, inszeniert von Zach Cregger, lief im September 2026 an

Animationsfilme

Wesker’s Report – Kurzfilm aus dem Jahr 2000; als Promotion bzw. Zusatzmaterial für Resident Evil Code: Veronica im Bundle mit dem Spiel erschienen. Biohazard 4D-Executer – Kurzfilm aus dem Jahr 2000; nur in Japan erschienen. Resident Evil: Degeneration – Kinofilm; 2008 in Japan, am 5. Februar 2009 in Deutschland auf DVD und Blu-ray Disc erschienen. Der Film spielt zeitlich zwischen Resident Evil 4 und 5. Hauptfiguren sind die aus Resident Evil 2 bekannten Claire Redfield und Leon S. Kennedy. Resident Evil: Damnation – Nachfolger zu Degeneration, erschienen am 27. September 2012. Einer der Hauptcharaktere ist erneut Leon S. Kennedy.Offizielle Seite des Films Resident Evil: Vendetta – Kinofilm, erschienen am 27. Mai 2017 in Japan. Der Film spielt zeitlich zwischen Resident Evil 6 und 7. Eine der Hauptfiguren ist abermals Leon S. Kennedy.Offizielle Seite des Films Resident Evil: Death Island – Kinofilm, erschien am 7. Juli 2023 in Japan und am 19. Oktober 2023 in Deutschland auf DVD und Blu-Ray.

Romane Die Autorin Stephanie Danelle („S. D.“) Perry nahm die Videospiele als Vorlage für die Resident-Evil-Romanreihe. Anders als die Realfilme, orientieren sich ihre Romane mehr an der bekannten Capcom-Spielreihe. Mit dem siebten Band Resident Evil: Stunde Null wurde S. D. Perrys vorerst letzter Resident-Evil-Roman veröffentlicht. Bisher sind folgende Romane im Dino- bzw. Panini-Verlag erschienen:

Neuauflage

Bücher Resident Evil Archives: Eine Enzyklopädie, die sich mit den Spielen Resident Evil bis Resident Evil – Code Veronica beschäftigt. Das Nachschlagewerk beinhaltet die gesamte Hintergrundgeschichte zu diesen Teilen. Außerdem bietet es zahlreiche Charakter- und Kreaturen-Beschreibungen, Artworks und Informationen rund um Resident Evil.