Morlautern ist ein nördlicher Stadtteil der kreisfreien Großstadt Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz; er hat etwa 3100 Einwohner. Bis 1969 war Morlautern eine selbständige Gemeinde.
Geographische Lage Morlautern liegt etwa 1,5 km nördlich der Kaiserslauterer Kernstadt. Während der Ortsteil Waschmühle – bekannt durch das gleichnamige Freibad – entlang des Eselsbaches im Tal liegt, befinden sich der Ortskern Morlauterns und der Ortsteil Waldhof auf einer kleinen Hochebene auf einer Höhe von etwa 320 Metern.
Geschichte Chronik Die älteste erhaltene Erwähnung von Morlautern steht in einer Urkunde Kaiser Friedrich II. von 1215. Als „Hof mit Wald in Morluter“ gehörte der Ort zum Besitz des Prämonstratenserklosters in Kaiserslautern. Auch das Kloster Otterberg war im Ort begütert.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (538). Von 1559 bis 1592 gehörte Morlautern zu Pfalz-Lautern, anschließend bis Ende des 18. Jahrhunderts zur Kurpfalz. Vom 28. bis 30. November 1793 fand im Umkreis des Ortes die Schlacht bei Kaiserslautern statt, die alternativ als Schlacht bei Morlautern bezeichnet wird.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Moorlautern in den Kanton Kaiserslautern eingegliedert und unterstand der Mairie Kaiserslautern. 1815 hatte die Gemeinde 312 Einwohner. Im selben Jahr wurde die Gemeinde Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Kaiserslautern an; aus diesem ging das Bezirksamt Kaiserslautern hervor.
Ab 1939 war die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Morlautern innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde am 7. Juni 1969 mit seinerzeit 2579 Einwohnern trotz der Ablehnung der Bevölkerung in die kreisfreie Stadt Kaiserslautern eingegliedert, womit sie den gleichnamigen Landkreis verließ. Ende 2004 hatte Morlautern 3380 Einwohner.
Herkunft des Namens Das Wort Mor leitet sich aus dem niederdeutschen muor/mor ab und steht ebenso wie sein hochdeutsches Pendant Moor für eine sumpfige Landschaft. Dieser Wortteil bezieht sich auf die erste Ansiedlung Morlauterns im so beschaffenen Hagelgrundtal. Der zweite Teil des Wortes bezieht sich auf den früheren Namen des heutigen Eselsbachs (Morluter, von Lutehara: klares Wasser). Der Ortsname wandelte sich so von Morluter über Morlutra, Moorlautern und Mohrlautern schließlich zum heutigen Morlautern.
Religion Der Gottesdienst kann wahlweise in der katholischen St. Bartholomäus-Kirche oder der protestantischen Kirche besucht werden.
Politik Ortsbeirat Für den Ortsteil Morlautern wurde ein Ortsbezirk gebildet. Dem Ortsbeirat gehören 15 Beiratsmitglieder an, den Vorsitz im Ortsbeirat führt der direkt gewählte Ortsvorsteher.
Für weitere Informationen zum Ortsbeirat siehe die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Kaiserslautern.
Bei Landtagswahlen gehört Morlautern zum Wahlkreis Kaiserslautern II.
Ortsvorsteher Ortsvorsteher ist Alexander Lenz von der SPD. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war kein Kandidat angetreten, daher wurde er am 27. Juni 2019 durch den Ortsbeirat gewählt. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 78,2 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.
Der Vorgänger von Alexander Lenz, Oswald Raffel (parteilos), hatte das Amt 15 Jahre inne und war 2019 nicht mehr zur Wiederwahl angetreten.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Der Schlachtenturm, das Wahrzeichen von Morlautern
Kulturdenkmäler Sieben Objekte in Morlautern stehen unter Denkmalschutz, darunter der Schlachtenturm.
Vereine In Morlautern gibt es ein reges Vereinsleben. Den größten Verein stellt der Turnverein Morlautern mit knapp 1000 Mitgliedern und einem vielfältigen Sportangebot. Der SV Morlautern verfügt über sehr viele Mannschaften im Jugend- und Schülerbereich. Weitere große Vereine sind die Morlauterer Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins, der Gesangverein, die Landfrauen, der Reit- und Fahrverein und der Tennisclub (TCM). Darüber hinaus gibt es viele kleine Vereine.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft In Morlautern sind viele mittelständische und kleinere Unternehmen sowie Geschäfte angesiedelt. Der Ort selbst ist am Reichswald berechtigt.
Verkehr Morlautern liegt an der Landesstraße 387, die ihn mit der Kaiserslauterer Kernstadt, Otterberg sowie Imsweiler verbindet. Die Linie 112 – ehemals Linie 12 – der Stadtwerke Kaiserslautern, ehemals TWK, bindet den Ortsteil Morlautern an die Stadt Kaiserslautern an. Die Busse verkehren werktags im halbstündigen Takt.
Bildung Der Ort hat einen Kindergarten und eine Grundschule.
Persönlichkeiten In Morlautern geboren Ralf Göbel (* 1961), Politiker (CDU)
Mit Morlautern verbunden Bernd Klimmer (1940–2025), Buchautor, Dozent und Maler, besaß in Morlautern ein Atelier. Ronnie Hellström (1949–2022), schwedischer Fußballtorhüter, lebte während seiner Zeit beim 1. FC Kaiserslautern (1974–84) in Morlautern.
Literatur Daniel Häberle: Morlautern im 16. Jh. In: Pfälzische Geschichtsblätter 1908. S. 2–3. Theodor Zink: Der Name Morlautern. In: Pfälzische Geschichtsblätter 1906. S. 68–69. Josef Lorenz: Geschichte und Geschichten aus Morlautern. Verlag Franz Arbogast, Otterbach 1993, ISBN 3-87022-187-9. Josef Lorenz, Otto Heil: Bilder aus Morlautern. Verlag Franz Arbogast, Otterbach 1995, ISBN 3-87022-223-9.
Weblinks
Morlautern
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Kaiserslautern Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kaiserslautern) Kategorie:Ersterwähnung 1215 Kategorie:Gemeindeauflösung 1969 Kategorie:Ortsbezirk von Kaiserslautern