Hildegard Teuschl (* 3. September 1937 in Wien als Waldtraud Maria Teuschl; † 18. Februar 2009 ebenda) war eine österreichische Sozialreformerin und die Gründerin der Hospizbewegung in Österreich. Sr. Hildegard Waldtraud Teuschl CS (1937–2009) - Trauerfeierlichkeiten 27. Februar 2009.
Leben Nach einem Lehramtsstudium (Französisch und Lebenswirtschaftskunde) an der Universität Wien und der Universität der Franche-Comté in Besançon trat Teuschl in die Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis ein, eine von Hildegard Burjan gegründete Ordensgemeinschaft mit mehreren Niederlassungen im deutschsprachigen Raum, und nahm den Ordensnamen Hildegard an. Schon seit langem an sozialen Fragen interessiert, gründete sie – von ihrem Orden unterstützt – 1966 in Wien die „Caritas-Schule für Sozialberufe“ (heute: „Caritas-Ausbildungszentrum für Sozialberufe der Erzdiözese Wien“). Sie leitete die heute von mehreren hundert Jugendlichen besuchte Einrichtung bis 1998.
In den 1980er Jahren begann Sr. Hildegard, für die praktische und seelsorgliche Sterbebegleitung die österreichische Hospizbewegung aufzubauen. Durch das Leiden und Sterben ihres Bruders Wolfgang Teuschl gewann sie eigene Erfahrungen in der Palliative Care.
Ende der 1990er-Jahre gelang es ihr durch Tagungen und Kurse, die unter anderem im Bildungshaus Lainz (Kardinal König Haus) stattfanden, die medizinische Schmerzbehandlung stärker ins Bewusstsein der Ärzteschaft zu rufen und damit die Palliativmedizin in Österreich auf eine breitere Basis zu stellen. Von 1993 bis 2008 war sie Präsidentin bzw. Vorstandsmitglied des Dachverbandes Hospiz Österreich. 2006 übernahm Waltraud Klasnic, ihres Zeichens früherer Landeshauptmann der Steiermark, die Leitung des Dachverbandes.
Hildegard Teuschl war auch maßgeblich daran beteiligt, dass Bildungsmaßnahmen zum Hospizwesen und Palliative Care umgesetzt wurden. Der Universitätslehrgang Palliative Care, der von den drei Organisationen Dachverband Hospiz Österreich, dem Bildungshaus St. Virgil Salzburg und der Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg veranstaltet wird, vergibt in regelmäßigen Abständen den Hildegard-Teuschl-Preis, der wissenschaftliche Projekte in der Palliative Care auszeichnet.
Hildegard Teuschl erkrankte 2007 an Krebs und starb 2009 in „ihrem“ Hospiz am Rennweg in Wien. Sie wurde am Kalksburger Friedhof in Wien bestattet.
Auszeichnungen 1989: Fürst Franz Josef v. Liechtenstein-Wettbewerb für familienfördernde Maßnahmen 1998: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik ÖsterreichListe der Träger des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich. Abgerufen am 9. Dezember 2015. 2004: Kardinal-König-Preis der Stiftung Communio et Progressio für diesen Einsatz für ein Sterben in WürdeErzdiözese Wien Kardinal-König-Preis für Schwester Hildegard Teuschl, (red/KAP) 5. November 2004. 2006: Felix-Ermacora-MenschenrechtspreisFelix Ermacora Verein: , abgerufen am 20. Februar 2009. 2008: Liese-Prokop-Frauenpreis für besonderes Engagement für Mitmenschen. 2014: Hildegard-Teuschl-Weg unmittelbar hinter dem Kardinal König Haus
Weblinks Caritas Socialis: Sr. Mag. Hildegard Teuschl CS (1937-2009) – Lebenslauf
Einzelnachweise
Kategorie:Person der sozialen Arbeit Kategorie:Sterbebegleitung Kategorie:Person (Wien) Kategorie:Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich (1952) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1937 Kategorie:Gestorben 2009 Kategorie:Frau