Der Hügel-Meier (Asperula cynanchica), auch Hügel-Meister oder Bräunewurzel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Meier (Asperula) innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Seit 2020 wird die Art auch in eine eigene Gattung Cynanchica gestellt.

Beschreibung mini|Blütenstand und vierzählige Blüten mini|Hügel-Meier von der Schwäbischen Alb bei Tuttlingen mini|Die Kronblätter sowie die Früchte sind außen deutlich papillös (spitz-höckerig bzw. warzig)

Vegetative Merkmale Der Hügel-Meier ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 25, selten bis zu 50 Zentimetern. Der Hügel-Meier wächst lockerrasig. Die Stängel sind biegsam. Die Blätter stehen zu maximal viert in Quirlen. Die Blattspreite ist schmal-linealisch. Die unteren Stängelblätter sind zur Blütezeit vertrocknet. Die Stängelblätter im mittleren und oberen Bereich sind kürzer als die Internodien.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Deckblätter besitzen eine Stachelspitze und überragen den Fruchtknoten nicht oder kaum. Die zwittrigen Blüten sind meist vierzählig. Die Blütenkrone ist hellrosafarben oder weiß und die Außenseite ist raukörnig. Die meist vier 3 bis 7 Millimeter langen Kronblätter sind verwachsen und die Kronröhre ist ein- bis zweimal so lang wie die Kronzipfel.

Die Teilfrüchte sind trocken, tragen keine hakigen Haare und sind deutlich warzig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20, seltener 40.

Ökologie Der Hügel-Meier ist ein skleromorpher Hemikryptophyt. Es liegt ein reich verzweigtes Wurzelwerk vor, das eine vegetative Vermehrung als Wurzelkriecher ermöglicht.

Die Fremdbestäubung erfolgt durch Insekten, wie beispielsweise Zweiflügler, Schmetterlinge und Käfer (Entomophilie). Außerdem ist spontane Selbstbestäubung möglich. Diasporen sind die Teilfrüchte und es erfolgt Ameisen- oder durch Verdauungsausbreitung.

Verbreitung, Standorte und Gefährdung Das Areal des Hügel-Meiers reicht von Europa bis zum Kaukasusraum. Er ist in Europa außer im Norden weit verbreitet. Er kommt in Mitteleuropa im Süden zerstreut vor, im Norden seltener. Die nördliche Verbreitungsgrenze im Mitteleuropa verläuft im Bereich südliche Niederlande – Ahrtal – Süntel – Braunschweig – Süd-Mecklenburg-Vorpommern – Brandenburg. Der Bestand nimmt in Deutschland ab, insgesamt ist die Pflanze hier gefährdet (Flora Germanica v. Hassler u. Muer, 2022) Er kommt in allen österreichischen Bundesländern zerstreut bis selten vor und ist im niederösterreichischen Waldviertel, dem oberösterreichischen Mühlviertel und dem nördlichen Vorarlberg gemäß der Roten Liste gefährdet. In der Schweiz (hier nur im Jura von Bern und Solothurn) kommt er zerstreut vor.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2w+ (mäßig trocken aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).

Der Hügel-Meier wächst in Kalkmagerrasen, an Böschungen, auf Sandfluren, in Trockengebüschsäumen, an Waldrändern und in Kiefern-Trockenwäldern. Er kommt vorwiegend über trockenen, kalkreichen Böden in der collinen bis subalpinen Höhenstufe vor und steigt bis 1800 m Seehöhe. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Klasse Festuco-Brometea, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Erico-Pinion oder Molinion vor.

Systematik Die Erstveröffentlichung von Asperula cynanchica erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 104. Das Epitheton "cynanchica" hat er von Caspar Bauhins Pinax (1623) übernommen. Synonyme für Asperula cynanchica sind: Galium cynanchicum , Asperula collina nom. superfl., Asperula arenicola , Asperula capillacea , Asperula papillosa , Asperula semiamicta , Asperula tenuiflora , Asperula trabutii , Asperula cynanchica var. cynanchica.

Asperula cynanchica ist sehr formenreich. Man kann folgende Unterarten unterscheiden: Asperula cynanchica subsp. condensata Asperula cynanchica subsp. cynanchica (Syn.: Cynanchica pyrenaica subsp. cynanchica ): Sie kommt von Europa bis zum Kaukasus vor. Asperula cynanchica subsp. occidentalis (Syn.: Asperula occidentalis , Cynanchica pyrenaica subsp. occidentalis ): Sie kommt im nördlichen Spanien, im südwestlichen Frankreich, in Irland und im südwestlichen Großbritannien vor. Asperula cynanchica subsp. pyrenaica (Syn.: Asperula pyrenaica , Asperula tinctoria var. adhaerens , Cynanchica pyrenaica ): Sie kommt von den französischen und spanischen Pyrenäen bis zur Sierra de Aralar im nordöstlichen Spanien vor.

Von einigen Autoren wurden auch zwei Varietäten unterschieden: Asperula cynanchica var. cynanchica mit rosafarbenen Blüten und einer bis zu 2,5 Millimeter langen Blütenkronröhre. Asperula cynanchica var. arenicola () mit häufig weißen Blüten und einer über 2,5 Millimeter langen Kronröhre.

Quellen Literatur

P. P. Ferrer-Gallego: Typification of the Linnaean name Asperula cynanchica (Rubiaceae). In: Phytotaxa, Volume 195, 2015, S. 98–100.

Einzelnachweise

Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 47, online.

Weblinks

Thomas Meyer: Meister Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).

Hugelmeier