mini|hochkant=1.5|Amt Hemer (rötlich im Südosten des Kreises) im Kreis Iserlohn bis 1974 mini|Altes Amtshaus Das Amt Hemer war ein Amt im Kreis Iserlohn im nordwestlichen Sauerland, das von 1843 bis zum 31. Dezember 1974 bestand.
Geschichte In der Franzosenzeit wurde im Kanton Iserlohn des Großherzogtums Berg die Mairie (Bürgermeisterei) Hemer eingerichtet. Nachdem das Gebiet der früheren Grafschaft Mark 1815 wieder an Preußen gefallen war, bestand die Mairie Hemer als preußische Bürgermeisterei im 1817 gegründeten Kreis Iserlohn fort.Zusammensetzung der Bürgermeisterei Ergste, Stand 1839
Aus der Bürgermeisterei Hemer sowie der Landbürgermeisterei Iserlohn wurde 1843 das Amt Hemer gebildet. Das Amt wurde aufgrund der Westfälischen Landgemeindeordnung vom 31. Oktober in die 14 Gemeinden Becke, Brockhausen, Calle, Deilinghofen, Evingsen, Frönsberg, Ihmert, Kesbern, Landhausen, Lössel, Niederhemer, Oberhemer, Sundwig und Westig gegliedert.Zusammensetzung der Bürgermeisterei Hemer und der Landbürgermeisterei Iserlohn, Stand 1839Kultur- und Heimatverein Deilinghofen: Von der Insel zum Felsenmeer. 700 Jahre Deilinghofen. S. 94, Hemer 2005. Dieser Gebietskörperschaft gehörten anfangs auch die Rittergüter Edelburg, Klusenstein und Haus Hemer an. Die Amtsverwaltung befand sich zu dieser Zeit in Sundwig. Sitz der Amtsverwaltung war zunächst das Gebäude des heutigen Pastorats der St. Bonifatius-Gemeinde. 1865 erfolgte die Verlegung des Amtssitzes nach Westig unter der Adresse Alter Weg. Im Jahr 1870 wurde die Verwaltung erneut verlegt, und zwar nach Oberhemer. Hier entstand 1908 in direkter Nachbarschaft der Verwaltung der Neubau des letzten Amtshauses, das spätere Alte Amtshaus.
Veränderung des Amtsgebietes Im Jahr 1910 wurde aus Nieder- und Oberhemer die Gemeinde Hemer gebildet. Zum 1. Februar 1921 kam Lössel zum Amt Oestrich (das später der Stadt Letmathe zugeschlagen wurde).Widbert Felka: Zur Verleihung der Städteordnung an die Titularstadt Hohenlimburg und zur Bildung des Amtes Letmathe-Oestrich im Jahre 1903, Teil 2, in: Hohenlimburger Heimatblätter für den Raum Hagen und Iserlohn Heft 1/2004, Hagen 2004 Zum 1. August 1929 verschmolzen Hemer, Sundwig, Westig und Landhausen zur Großgemeinde Hemer. Außerdem wurde Brockhausen nach Deilinghofen eingegliedert und Calle zwischen Iserlohn und Hemer aufgeteilt. Hemer erhielt 1936 das Stadtrecht, war aber bis 1974 Teil des Amtes Hemer. Zum Amt Hemer gehörten außerdem die Gemeinden Becke, Deilinghofen, Frönsberg, Ihmert, Kesbern und Evingsen. Zum 1. Januar 1969 schied Evingsen aufgrund des Landesgesetzes vom 17. Dezember 1968 mit Ausnahme der Wohnplätze Heide, Heidermühle, Hüingsen, Schwarzpaul und Stodt, welche zu Ihmert kamen, aus dem Amt Hemer aus und wurde Teil der Stadt Altena.Hans-Hermann Stopsack: Vom Amt zur Stadt: Zur Geschichte von Amt und Stadt Hemer von 1900 bis zur Gegenwart, Hemer 2000, Selbstverlag, S. 21 ff. und 558, ISBN 3-00-006685-3
Auflösung des Amts Mit dem Sauerland/Paderborn-Gesetz wurde das Amt zum 1. Januar 1975 aufgelöst und größtenteils der neuen Stadt Hemer zugeschlagen. Die Gemeinde Kesbern kam an die neue Stadt Iserlohn. Hemer und Iserlohn gehören seitdem zum Märkischen Kreis.
Einwohnerzahlen im Amtsgebiet 1872: 9.715 1905: 16.000
Amtmann Amtmann waren unter anderem: 1841–1846 Caspar Heinrich Wiesmann 1846–1848 Karl Otto Obderbeck 1848–1869 Bauermann 1869–1879 Thomas 1881–1883 Leo 1883–1886 Soldan 1886–1900 Hermann von der Becke (Ehrenamtmann) 1900–1919 Hermann Trump 1919–1929 Carl Degen 1930–1945 Wilhelm Langemann
Wappen 60px|links|Wappen des ehemaligen Amt Hemer Blasonierung Gespalten, vorn in Gelb (Gold) ein dreireihig rot-weißer (silberner) geschachter Balken, hinten in Schwarz drei (2:1) gelbe (goldene) Wolfsangeln. (PDF; 30 kB) Beschreibung Das rot-weiße Schachbrettmuster erinnert an die historische Zugehörigkeit zur Grafschaft Mark, die drei Wolfsangeln sind dem Familienwappen der Brabecks entnommen.
Literatur Sirringhaus, Friedrich: Alt-Hemer – Bilddokumente über die Wandlung einer Stadt, Selbstverlag, Hemer 1984, ISBN 3-89053-008-7 Stopsack, Hans-Hermann: Vom Amt zur Stadt. Selbstverlag, Hemer 2000, ISBN 3-00-006685-3
Einzelnachweise
Hemer Kategorie:Hemer Kategorie:Geschichte (Märkischer Kreis) Hemer Kategorie:Aufgelöst 1974