mini|Yǐnyuán Lóngqí, Gründer der japanischen Ōbaku-Schule (Hängerolle, Mampuku-Tempel, 1671) Yinyuan Longqi (, W.-G. Yin-Yüan Lung Ch'i, jap. Ingen Ryūki; * 1592 in Fuzhou, damals Fu-ch-in ; † 1673 in Japan), war ein chinesischer Zen-Meister, der in Japan die dritte bedeutende Zen-Schule, die Ōbaku-shū begründete.
Lebensweg Geboren in der Zeit der Ming-Dynastie, war sein Familienname Longqi (). Als sein Vater spurlos verschwand, machte er sich auf die Suche nach ihm und trat schließlich in Nanhai in ein Kloster ein. Dort erhielt er den Ordensnamen Yinyuan. 29-jährig wurde er Schüler von Chien-yuan (jap. Kangen Zenji) im Wanfu-Tempel () am Berg Huangbo () in der chinesischen Provinz Fujian. Nach dem Tod seines Meisters wurde er Schüler von Fei-yin (jap. Hiin). Im Jahr 1633 erhielt er von ihm die Dharma-Übertragung und begann 1637 seine erste und 1646 seine zweite Amtszeit als 33. Abt des Tempels. Yinyuan erwarb sich den Ruf, den Berg Huangbo zu einem blühenden Zentrum des Buddhismus entwickelt zu haben. Insbesondere war er als Lehrer geschätzt.
In Japan Nach mehrmaligen Einladungen des in Nagasaki ansässigen chinesischen Mönches Itsunen Shōyū (chin. 逸然 性 Yiran Xingrong, W.-G. I-yan) und seiner Laienförderer, begab er sich in einem für die damalige Zeit schon hohen Alter von 63 Jahren 1654 nach Japan. Mit ihm kamen 20 Mönche und 10 Kunsthandwerker, die wohl auch vor dem politischen Chaos der Zeit flohen. Zunächst residierte er im Kōfuku-ji, dann im Sōfuku-ji. Sein Ruf als Lehrmeister war ihm vorausgeeilt, so dass sich bald eine große Anzahl von Schülern einfand.
Nach einer Audienz mit dem Shōgun Tokugawa Ietsuna wurde ihm 1658 vom Bakufu erlaubt, einen Tempel der Zweigschule Genjū-ha () der Rinzai-shū in Uji bei Kyōto zu restaurieren. Dafür erhielt der Tempel eine Stiftung von Land und 4000 koku. Dies wurde der spätere Haupttempel der Ōbaku-shū: der Mampuku-ji, dessen Grundstruktur bis 1662 vollendet war. Er ist nach dem Vorbild seines chinesischen Heimattempels benannt, ebenso der Berg Ōbaku-san der mit denselben Schriftzeichen geschrieben wird wie der Huang-po. Mu-an folgte ihm als Abt.
Yinyuans Kalligraphien zeichnen sich durch einen kraftvollen Stil mit kräftigen Rundungen aus. Er ist einer der drei Künstler, die als Ōbaku no Sampitsu bezeichnet werden.Werksübersicht vgl.: Eike Moog: Biobibliographisches Handbuch japanischer und chinesischer, buddhistischer und shintôistischer Priester, Mönche und Nonnen und mit ihnen verbundener Künstler mit Bedeutung für Schrift und Malerei. Galerie Eike Moog, Köln 1995, , S. 175
Postum erhielt er die Bezeichnung Daikō ōshō kokushi.
Yinyuan wird in Japan immer als Ingen bezeichnet, dabei ist er nicht zu verwechseln mit anderen gleichnamigen Mönchen, deren Namen mit anderen Kanji geschrieben, jedoch gleich gelesen werden, so z. B. der Sohn Taira Motohiras (954–1028) oder der Abt des Kenchō-ji (1295–1374).
Werke Ganz oder teilweise zuzuschreiben sind ihm: Fushōkokushi Kōroku Ōbaku Goroku () Ōbukusanshi () Ingen Hōgo ()Berend Wispelwey (Hrsg.): Japanese Biographical Archiv. München 2007, ISBN 3-598-34014-1, Fiche 101
Literatur Helen Baroni: Obaku Zen. The Emergence of the Third Sect of Zen in Tokugawa Japan. University of Hawai'i Press, Honolulu 2000, ISBN 0-8248-2195-5 Martin Ramming (Hrsg.): Japan-Handbuch. Berlin 1941, S. 243 Stephen Addiss: Obaku: Zen Paintings and Calligraphy. 1978 S. Noma (Hrsg.): Ingen. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 605.
Siehe auch Liste von Zen-Meistern
Einzelnachweise
Kategorie:Obaku-Zen Kategorie:Person des Zen-Buddhismus Kategorie:Geboren 1592 Kategorie:Gestorben 1673 Kategorie:Mann