Christian Wolz (* 1967 in Berlin) ist ein deutscher Vokal- und Performancekünstler und Komponist.
Leben
Christian Wolz wurde 1967 in Berlin geboren. Seine künstlerische Ausbildung erarbeitete er sich als Autodidakt. Mit Fotoprojekten begann seine künstlerische Aktivität. Diese Projekte wurden durch eigene Musikproduktionen unterstützt und begleitet. Die Arbeit mit der Stimme trat mit den Jahren immer stärker in den Vordergrund, so dass sich der künstlerische Fokus auf die Bühne richtete. Er tritt seit 1988 künstlerisch öffentlich in Erscheinung. Seine Darstellungsformen sind Konzerte, Stimmperformances, Klanginstallationen, Radiohörspiele, CD-Produktionen und Multimedia-Performances. Neben seinen Solo-Performances und Eigenproduktionen pflegt er auch die Zusammenarbeit mit anderen Musikern, Choreographen und Regisseuren. Er schreibt unter anderem Kompositionen für Tanzstücke und Theaterproduktionen. Auftritte und Produktionen hatte er in Dänemark, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Polen, Portugal, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Griechenland, England, Spanien, Italien, Kanada und Neuseeland.
Er arbeitet seit über 30 Jahren international als Vokalkünstler und unterrichtet seit 2003 Gesang, Umgang und Arbeit mit der Stimme, Präsenztraining für Musiker, Performance und Improvisation an verschiedenen Musikhochschulen im In- und Ausland, der Staatsoper Berlin und an interdisziplinären kreativ-pädagogischen Einrichtungen. Von 2008 bis 2025 war er als Dozent am Exploratorium Berlin tätig.
2019 beendete er seine Ausbildung zum Stimmtherapeuten und 2021 die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie. 2022 schloss er seine Ausbildung für Gesprächspsychotherapie ab. Seit 2021 arbeitet er in seiner eigenen Praxis.
Im Frühjahr 2020 vollendete Christian Wolz seine Trilogie "helixium ian divondo mestrum" mit dem Werk "La Fore" und beendete vorerst auch sein musikalisches und künstlerisches Wirken.
Wolz ist verheiratet und lebt in Berlin.
Werk Christian Wolz hat neue Formen des Gesanges und der Sprache kombiniert mit Musikstrukturen mittelalterlicher und außereuropäischer Kulturen zu einem neuartigen Kommunikationsmittel avantgardistischer Kunst entwickelt. Er arbeitet dabei auch mit elektroakustischen Mitteln; ursprüngliche Hilfsmittel, wie Mikrophone und Effektprozessoren und Computer werden dabei jedoch zu originären Instrumenten.
Seine Vokalkunst reicht von Glottisschlägen, Kaskaden, Kehlkopfrhythmen, Zwerchfellpulsationen über Vibrationen bis zu Rauschfarben. Der Einsatz seines gesamten Körpers als Klangkörper erschafft vokale Mehrklänge und gesteigerten Ausdruck.
Wolz entwickelte eigene Vokaltechniken, bedient sich dem psychiatrischen Bereich entlehnte Formen der Glossolalie (Zungenreden), kreierte eine eigene Symbolsprache, bildete neue Wortschöpfungen (Neologismen) und Linguallaute.
Die Verbindungen solcher avantgardistischer Vokaltechniken mit klassischen Musikstilen und ihre wechselseitige Durchbrechung macht die Besonderheit seiner Arbeiten aus.
Christian Wolz entwickelt seine Kompositionen aus der Improvisation. Er zeichnet Vokalpartien auf, bearbeitet sie elektronisch, und fügt sie im Computer zusammen, reproduzierbar für die Aufführungen. Durch Mikrofone und Elektronik werden Klangaspekte der Stimme hervorgehoben, die im Konzertsaal normalerweise unhörbar bleiben.
Soloarbeiten
Studiowerk "La Fore – der Tod" – 2020 Jubiläumswerk "ecencia" zum 25-jährigen Bühnenjubiläum. Dieses Werk ist auch Live-Album 2014 erschienen Studiowerk "WOLZ" 2013 Konzert "Stalgico" und "Lazaro 2012" – 2011/2012, Performance und Studioarbeit "EMOTION 15" – 2011, Rausch und Rausch-Research – 2010, Performance „Associare-Acustica“ – 2007, Stereo-Akustik-Performance „Atropa Bella Donna“ – 2006/2007, Solo-Bühnenstück und Studiowerk „SILVAN-der aus dem wald kommende“ – 2005, Performance "StimmUngen ST3" – 2005, Studiowerk „Rátarr“, Performance und Studiowerk "StimmUngen ST1" – 2003, Solo-Bühnenstück „HIV+2“ – 2002, Studiowerk „Todaycom“ – 2001 / auch als Tanzstück für Norbert Kliesch, Radiohörspiel „Organic-blood“ – 2001 / Produktion für Deutschlandradio Berlin, Studiowerk „E INOM RAH“ – 2000, Radiohörspiel „aquitatus“ – 1999 / Produktion für den Saarländischen Rundfunk, Stereo-Akustik-Performance „NO/30.98“ – 1998, Solo-Bühnenstück „Schmerzarie“ – 1997, Stereo-Akustik-Performance „ASPHYXIE“ – 1995, Avantgarde-Opera „COR – Das Herz“ – 1994, Studiowerk und Performance „devil intus mestra de la fore – Lied eines Wahnsinnigen“ – 1993, Studiowerk und Konzert „EL CASTATA“ – 1992, Performance „Ägide Aggression“ – 1991,
Multimediaprojekt „ISOLABELLA“ – 1990, Multimediaprojekt „Exekution“ – 1989, Multimediaprojekt „O-CIAN-E / Die Mutter Der“ – 1989, Multimediaprojekt „CO DORA“ – 1988, Multimediaprojekt „CITOMA“ – 1988,
Diskografie Teil 3 der Trilogie "helexium ian divondo mestrum" "La Fore – der Tod" – 2020 Live-Album "ecencia" 2014 Jubiläumsalbum "WOLZ" 2013 "EMOTION 15" 2011 „Associciare-Acustica“ 2007 „SILVAN (der aus dem wald kommende)“ 2006 „StimmUngen ST1“ 2004 „Ràtarr“ 2004 „HIV+2“ 2002 „Todaycom“ 2001 „E INOM RAH“ 2000 „no / 30.98“ 1998 „AzA-DOMANA/H/ERTUM – wir leben und sterben“ 1998 / Teil 2 der Trilogie "helexium ian divondo mestrum" „schmerzarie“ 1997 „COR – Avantgarde-Opera“ 1994 „devil intus mestra de la fore – Lied eines Wahnsinnigen“ 1993 Danse Macabre Sampler II – "Ba´chain" 1992 „EL CASTATA“ 1992 / Teil 1 der Trilogie "helexium ian divondo mestrum"
Kooperationen Katerine Faber – Voice Artist Susanne Fröhlich – Blockflötistin Morgan Nardi – Choreograph Steptext-Dance-Project / Tanzcompagnie Gilles Aubry – Schweiz/Berlin – Komponist und Musiker, Hermann Beesten jr. – Berlin – Schlagzeuger / Das Holz, Spyros Giasafakis – Griechenland/Athen – Musiker (griechische Antik-Instrumente), Eva Karzsag – USA – Choreographin / Trisha Brown, Alice Kemp – UK/Dartington – Komponistin und Musikerin, Norbert Kliesch – Berlin – Choreograph, Christian Komorowski – Berlin – Geiger / Deine Lakaien / Das Holz, Irena Kulka – Schweiz – Buthotänzerin, Melinda Kumbalek – Berlin – Popmusikerin, Ivan Marcos – Spanien / A Curuna – Choreograph / Performanceartist, Norbert Mauk – Berlin – Regisseur / Choreograph, Rudolph Moser – Berlin – Orchester Obscure – Einstürzende Neubauten, Martin Müller – Würzburg – Freier Maler, Rubato – Berlin – Tanzcompagnie, Bernd Schultheis – Berlin – Komponist und Musiker, Susanne Thomas – Seven Sisters Group – London – Choreographin / Tanzcompagnie, Unit Control – Luxemburg – Tanzcompagnie, Michael Ziffels – Berlin – Komponist (elektronische Musik)
Weblinks Offizielle Homepage Christian Wolz auf kip media
Einzelnachweise
Kategorie:Künstler (Deutschland) Kategorie:Klangkünstler Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Mann