Werner Wittig (* 25. Oktober 1930 in Chemnitz; † 31. Dezember 2013 in Radebeul) war ein deutscher Maler, Holzstecher und Druckgrafiker.

Leben und Werk Wittig absolvierte von 1945 bis 1948 in Chemnitz eine Lehre als Bäcker. Kurz danach verlor er durch einen Unfall die linke Hand, während die Rechte schwer beschädigt wurde., Galerie Weise Von 1948 bis 1952 arbeitete er in Chemnitz als kaufmännischer Angestellter. Er machte eine Umschulung als Industriekaufmann und erlernte ab 1949 an der Volkshochschule in Abendkursen bei Kurt Reuter (1908–1978) das Malen und Zeichnen. Gefördert durch den Direktor der Chemnitzer Kunstsammlungen, Friedrich Schreiber-Weigand, studierte Wittig von 1952 bis 1957 an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Erich Fraaß, Hans Theo Richter und Max Schwimmer. Von 1957 bis 1958 arbeitete er als freiberuflicher Kunsterzieher in Riesa. 1958 zog er nach Radebeul. Seitdem arbeitete er dort als freischaffender Künstler. Mit weiteren Künstlern baute er ab 1958 die Grafikwerkstatt des Verbands Bildender Künstler (VBK) im Bezirk Dresden auf, die heutige Grafikwerkstatt Dresden, die er auch leitete.

Im Jahr 1970 hatte Wittig seine erste größere Einzelausstellung mit Gemälden und Grafiken in der Kunstausstellung Kühl in Dresden. Ab jenem Jahr erarbeitete er sich die Technik des Holzrisses, dessen Farbvariante er Mitte der 1970er Jahre entwickelte. Erste farbige Exemplare gestaltete er 1975. Vor allem mit diesen Farbholzrissen „von bis zu sieben Druckstöcken in ebenso vielen Farben“Stille. Holzrisse und Gemälde von Werner Wittig, dd-inside.de, Januar 2009. zählt er zu den „renommiertesten Vertretern des Künstlerhochdrucks in Deutschland“., Ausstellungsarchiv, Stadt Reutlingen Als Beispiel sei der von 1999 stammende Farbholzriss Am Wasser genannt. Sein Hauptthema war seit etwa 1976 die Kombination der Genres Landschaft und Stillleben. In jenem Jahr nahm er an der 7. Internationalen Triennale für farbige Druckgrafik in Grenchen in der Schweiz teil. Wittig war 1976 zusammen mit Gunter Herrmann Mentor für Horst Hille zur Aufnahme in den Verband Bildender Künstler.

Wittig war von 1957 bis 1990 Mitglied des VBK. Er hatte in der DDR eine bedeutende Anzahl von Einzelausstellungen und war an den meisten wichtigen zentralen Ausstellungen beteiligt, u.a. von 1958 bis 1988 an allen Deutschen Kunstausstellungen bzw. Kunstausstellungen der DDR in Dresden. Seine erste Einzelausstellung in der Bundesrepublik Deutschland durch die Galerie Döbele in Ravensburg hatte er 1981. 1985 durfte er nach Italien reisen. Zu seinem 60. Geburtstag 1990 stellte Wittig erneut in der Kunstausstellung Kühl in Dresden aus. Seitdem folgten diverse weitere Ausstellungen.

Wittig war ab 1961 mit Ute Wittig verheiratet.

Ehrungen (Auswahl) 1957 und 1959: Max-Pechstein-Preis 1976: 1. Preis für Farbgrafik bei 100 ausgewählte Grafiken der DDR 2000: Hans-Theo-Richter-Preis der Sächsischen Akademie der Künste 2000: Kunstpreis der Großen Kreisstadt Radebeul 2022: Benennung eines Wegs in Radebeul nach WittigNeubenennung eines öffentlichen Weges in Werner-Wittig Weg. Abgerufen am 5. April 2023.

Museen und öffentlichen Sammlungen mit Werken Wittigs (mutmaßlich unvollständig) Galerie Albstadt Akademie der Künste Berlin Berlinische Galerie Kunstsammlung des Deutschen Bundestags Kunsthalle Bremen Kunstsammlungen Chemnitz/Graphische Sammlung Galerie Neue Meister Dresden Kupferstichkabinett Dresden Kunstfonds des Freistaates Sachsen Städtische Galerie Dresden Staatliche Kunstsammlung Krakau Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen Kunsthalle Rostock Staatliche Kunstsammlung Skopje Staatsgalerie Stuttgart

Literatur

Wittig, Werner. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 1038/1039

De Gruyter. Allgemeines Künstlerlexikon. Band 116, 2022, S. 534/535

Weblinks

. Werke von Werner Wittig im Bildindex der Kunst und Architektur Werke von Werner Wittig in der Online-Collection der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Literatur von und über Werner Wittig im Katalog von Arthistoricum.net. Werner Wittig beim Atelier Laubbach mit einem Foto des Künstlers von 2007. in der ifa-Datenbank. Foto von Wittig (1975) bei der Deutschen Fotothek (Fotograf: Christian Borchert).

Einzelnachweise

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