mini|Hans Wilsdorf (1881–1960) gründete 1905 den heutigen Uhrenkonzern Rolex. mini|Beim Versuch, den Ärmelkanal zu durchqueren, trug Mercedes Gleitze 1927 eine Rolex Oyster. mini|hochkant|Rolex Prince (ca. 1929) mini|Rolex Sea-Dweller Deepsea mit einer Wasserdichtigkeit bis 3'900 Meter (2008) mini|hochkant|Rolex Quartz Date – limitierte Rolex-Serie mit Quarzwerk (1971) mini|Im U-Boot Trieste hat Rolex 1953 einen Uhrentest durchgeführt mini|Rolex-Konzernzentrale in Genf (2006) mini|Rolex-Produktionswerk in Biel/Bienne (2006) mini|Stahl-Daytona (2007) mini|Fidel Castro mit einer Rolex Day-Date (1960) mini|Lyndon B. Johnson mit einer Day-Date (1965) mini|hochkant|Eine Rolex Day-Date in 18 Karat Gold mit Diamanten mini|Rolex Explorer I mini|hochkant=0.7|Rolex Submariner (2008) mini|Ernest Hemingway mit einer Oyster Perpetual (1953) mini|Datejust II (2013)
mini|Heliumventil bei der Rolex Sea-Dweller (2009)
Die Rolex SA (Eigenschreibweise ROLEX) ist eine unabhängige Uhrenmanufaktur mit Hauptsitz in Genf (Schweiz). Die Schweizer Manufaktur stellt mechanische Armbanduhren im Luxussegment her und wird (wie die Zweitmarke Tudor) zu 100 Prozent von der Hans Wilsdorf Stiftung kontrolliert. Rolex ist sehr wahrscheinlich die bekannteste Uhrenmarke der Welt.https://www.gq-magazin.de/mode/artikel/rolex-alles-fachwissen-und-die-statement-pieces-der-luxus-uhrenmarke Der heutige Uhrenkonzern entstand 2004 aus dem Zusammenschluss der 1913 in Biel (Schweiz) gegründeten Manufacture des Montres Rolex S.A. mit der in Genf beheimateten Rolex SA.
Unternehmensgeschichte Erste Uhrenproduktion in London (1905) Rolex wurde von dem Deutschen Hans Wilsdorf gegründet. Als Wilsdorf 1893 mit zwölf Jahren Vollwaise wurde, kam er ins Internat nach Coburg. Im Internat lernte Wilsdorf einen Schweizer kennen, durch dessen Vermittlung er mit 19 Jahren nach La Chaux-de-Fonds kam, um dort im Uhrenexportgeschäft von Cuno Kourten als Fremdsprachenkorrespondent zu arbeiten. Im Uhrenexportgeschäft Kourten bestellte Wilsdorf Taschenuhren bei Uhrmachermeistern und liess sie vom Observatorium Neuenburg prüfen. Die geprüften Uhren bekamen ein Ganggenauigkeitszeugnis und wurden dann von Wilsdorf nach Grossbritannien exportiert.
1905 beschloss Hans Wilsdorf selbst in das Vereinigte Königreich auszuwandern, um sich in London mit seinem Schwager Alfred Davis selbständig zu machen. Gemeinsam gründeten sie in London die Firma Wilsdorf & Davis.
Wilsdorf & Davis stellte Edelstahlgehäuse her und importierte vom Schweizer Uhrwerkshersteller Jean Aegler aus Biel mechanische Uhrwerke. In London wurden dann die Gehäuse mit den Uhrwerken montiert, um sie als Original Schweizer Uhren anbieten zu können. Wilsdorf erkannte lange vor seinen Mitbewerbern einen lukrativen Markt für Armbanduhren, die bis Anfang der 1920er-Jahre wenig verbreitet waren und hauptsächlich von Frauen als Schmuck getragen wurden. Männer trugen in dieser Zeit hauptsächlich Taschenuhren. Zudem glaubte man, dass es für die kleineren Armbanduhren keine Uhrwerke gäbe. Herrmann Aegler vom Uhrwerkshersteller Aegler versprach Hans Wilsdorf, die passenden kleinen Uhrwerke zu liefern. Aegler und Wilsdorf waren jahrzehntelange Geschäftspartner, die ihre Geschäfte noch mit Handschlag besiegelten. Ein schriftlicher Vertrag für die Zusammenarbeit existierte nie.Das Rolex-Prinzip. In: Weltwoche 12/17https://www.kulmbach.de/xist4c/web/Hans-Wilsdorf---Kulmbach_id_802_.htmHelmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner, Christian-Pfeiffer-Belli: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. Callwey, München 1983; 5. Auflage ebenda 1996, ISBN 3-7667-1241-1, S. 501.
Name (1908) Anfang der 1900er Jahre wurden die meisten Taschenuhren ohne Herstellernamen auf dem Ziffernblatt produziert. Diese damals gängige Praxis stellte die junge Firma Wilsdorf & Davis vor die Herausforderung, ihre Uhren bekannt zu machen.
Wilsdorf & Davis war der erste Uhrenhersteller, der einen Markennamen auf das Ziffernblatt druckte. Diese Markenführung wurde langsam vollzogen, so dass in den 1930er Jahren noch Armbanduhren ohne Rolex-Aufdruck verkauft wurden.
Historisch belegt ist, dass Hans Wilsdorf am 2. Juli 1908 im Londoner Patent- und Markenamt unter der Nummer 24.001 den Namen ROLEX als offizielle Marke registriert hat.
Unternehmensgründungen in Biel (1913) und Genf (1920) Um die hohen Einfuhrzölle während des Ersten Weltkrieges zu umgehen, verlegte Wilsdorf 1915 den Unternehmenssitz von London nach Biel. Weil kriegsbedingt wichtige Absatzmärkte im Ausland wegbrachen, konzentrierte sich Wilsdorf zu dieser Zeit darauf, Rolex als neue Marke in der Schweiz zu etablieren. Die Unternehmensverlagerung während der Kriegszeit war anspruchsvoller und zeitintensiver als geplant.
Am 26. September 1913 wurde in Biel die Manufacture des Montres Rolex S.A. in das Handelsregister eingetragen. In der Uhrenstadt Biel werden seither die mechanischen Rolex-Uhrwerke gefertigt.
Am 17. Februar 1920Gründung Rolex SA. Feltas-Archiv, feltas.de abgerufen am 2. August 2021 liess Wilsdorf in Genf seine Uhrenfirma als Montres Rolex SA mit der Nummer CH-660.0.012.920-4Abschrift Nummer des Handelsregisters Genf, ge.ch abgerufen am 2. August 2021 in das Handelsregister eintragen. Zu diesem Zeitpunkt war Wilsdorf Inhaber und verantwortlich für die Geschäftsführung von Rolex.
In den folgenden Jahrzehnten bestanden mit Rolex Biel und Rolex Genf zwei rechtlich selbständige Unternehmen, die vertraglich miteinander verbunden waren. 2004 schlossen sich die beiden Unternehmen rechtlich zusammen. Der Hauptsitz des Uhrenkonzerns ist seither in Genf. In Biel werden weiterhin die Uhrwerke hergestellt.
Wasserdichte Uhren (1927) 1926 stellte Rolex der Öffentlichkeit die erste patentierte wasserdichte Uhr unter dem Namen Oyster vor. Die Londoner Sekretärin Mercedes Gleitze unternahm am 7. Oktober 1927 als erste Engländerin den Versuch, den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Wilsdorf erkannte die Chance, seine neue Uhr einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Er schenkte Gleitze eine Oyster-Uhr, unter der Bedingung, sie bei ihrer Kanaldurchquerung zu tragen und so die Wasserdichtigkeit der Uhr zu beweisen. Gleitze stimmte zu. Ihr Versuch scheiterte aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse knapp vor dem Erreichen der französischen Küste. Die Uhr, die Gleitze beim Schwimmen um den Hals trug, überstand die Einwirkungen von Salzwasser und lief auch nach acht Stunden im kalten Wasser noch genau. Für Hans Wilsdorf war die gescheiterte Kanaldurchquerung von Mercedes Gleitze ein Werbeerfolg. Für 4000 Pfund platzierte er einen Monat später eine ganzseitige Werbeanzeige bei der englischen Tageszeitung Daily Mail, welche die Uhr bekannt machte.
Automatischer Selbstaufzug (1931) 1931 hat Rolex zum ersten Mal in der wasserdichten Armbanduhr Oyster ein Uhrwerk mit Selbstaufzug das Perpetual eingebaut und patentieren lassen. Das ab den 1930er Jahren verwendete tonnenförmige Design ist seither weitgehend unverändert.
Tudor als Schwestermarke (1936) 1926 gründete der Schweizer Uhrenfabrikant Philippe Hüther in Colombier (Kanton Neuenburg) die Uhrenmarke Tudor. Im Jahr 1936 erwarb Rolex-Gründer Hans Wilsdorf die Markenrechte an Tudor von Philippe Hüther. Wilsdorf hatte die Idee, eine preisgünstigere Schwestermarke neben Rolex zu etablieren.
Tudor bietet Damen- und Herrenkollektionen an. Rolex übernahm die Garantie, den Vertrieb und den Kundendienst. Tudor nutzt neben eigenen Manufakturwerken auch zugekaufte Werke der Firma ETA SA.
Zweiter Weltkrieg (1939–1945) Als bekannt wurde, dass viele deutsche Offiziere im Zweiten Weltkrieg britischen Kriegsgefangenen ihre Rolex-Uhren abnahmen, um diese selbst zu tragen, ordnete Hans Wilsdorf an, «[…] dass jeder britische Soldat, der sich eine Rolex-Uhr anschaffen will, bevor er in den Krieg zieht, seine Rolex erst zu bezahlen hat, wenn sie mit ihm aus dem Krieg zurückkommt.» Ein Jahr vor Kriegsende starb am 26. April 1944 Florence Frances May Wilsdorf-Crotty, die erste Ehefrau von Hans Wilsdorf. Im Jahr 1945 gründete Wilsdorf eine gemeinnützige Stiftung unter dem Namen Fondation Hans Wilsdorf.
Tauchuhren und Uhren mit zweiter Zeitzone (1950er-Jahre) 1953 wurde die Submariner vorgestellt, eine Tauchuhr. Durch das Dreifachdichtungssystem Triplock erreichte die Submariner eine Wasserdichtigkeit von 100 Metern. Die Submariner ist heute bis 30 bar wasserdicht, was dem Druck einer Wassersäule von 300 Metern entspricht. Eine weitere Tauchuhr, die 1971 aus der Submariner entwickelt wurde, ist das Modell Sea-Dweller, die über ein Heliumventil für Tiefseetaucher verfügte. Sie war damals bis 610 Meter wasserdicht. Für die Erstbesteigung des Mount Everest im Jahre 1953 entwickelte Rolex das Uhrenmodell Explorer, das Temperaturunterschiede von bis zu 70 Grad Celsius verkraftete. 1954 beauftragte die US-amerikanische Fluggesellschaft Pan Am das Unternehmen Rolex, einen Zeitmesser zu entwerfen, der eine zweite Zeitzone anzeigt. Der Hintergrund hierfür ist, dass bei Transatlantikflügen die Flieger mehrere Zeitzonen passieren. Damals musste sowohl die Weltzeit Greenwich Mean Time (GMT) als auch die Lokalzeit am Zielort verfügbar sein. Ein vierter Zeiger der GMT-Master umläuft das Zifferblatt innerhalb von 24 Stunden und zeigt die zweite Zonenzeit auf einer drehbaren Lünette, die im oberen Teil blau und im unteren rot erscheint. Am 30. September 1953 hat Rolex einen ersten Uhrentest in der Tiefsee gemacht. An der Aussenwand vom U-Boot Trieste befestigte Rolex eine Tauchuhr. Die Taucheruhr überstand damals eine Tiefe von 3150 Metern. An Bord der Trieste war der Tiefseeforscher Auguste Piccard mit seinem Sohn Jacques Piccard. Das gleiche Uhrenmodell bestand am 23. Januar 1960 einen zweiten Tiefseetest, diesmal im Marianengraben (Pazifik). Diese Uhr schaffte 10 916 Meter Wassertiefe, was dem Druck von etwa einer Tonne Gewicht pro Quadratzentimeter der Uhrenoberfläche entspricht.Roger Ruegger: Die Rolex Deep-Sea Special diveintowatches.com, 2003https://www.watchtime.net/uhren-wissen/5-fakten-ueber-rolex/https://www.zeitjuwel.de/uhren/blaken---rolex---nuernberg---zeitjuwel/blaken-pan-am-gmt-m.html?language=de
Seit Ende der 1950er-Jahre ist die fünfzackige Krone, die sich über dem Schriftzug Rolex im Logo befindet, nicht verändert worden.
Tod von Hans Wilsdorf (1960) Am 19. September 1959 gab Hans Wilsdorf sein einziges TV-Interview. Am 6. Juli 1960 starb er im Alter von 79 Jahren auf seinem Sommersitz Escale-Fleurie in Genf.
Wilsdorf war zweimal verheiratet. Die Ehen blieben kinderlos. Die zweite Ehefrau Bertha «Betty» Wilsdorf-Mettler starb im Jahr 1989.
Sein damaliges Millionenvermögen und die hundertprozentigen Eigentumsrechte an der Rolex SA hinterliess Wilsdorf der Hans Wilsdorf Stiftung, die noch heute Eigentümerin der Rolex SA ist.
Quarzuhr (1960er-Jahre) Rolex führte in den 1960er-Jahren mit dem japanischen Uhrenkonzern Seiko ein Wettrennen um die erste Quarz-Armbanduhr. Die Japaner gewannen das Rennen und präsentierten im Dezember 1969 mit der Seiko Quartz-Astron die erste serienreife Quarz-Armbanduhr. Die Schweizer präsentierten dann im April 1970 das Modell Rolex Quartz Date. Für das Quarzuhrwerk war das Oyster-Gehäuse zu gross. Die Uhr war nur in Gelb- oder Weissgold erhältlich; es wurden 900 Exemplare in Gelbgold und 99 in Weissgold gefertigt, die alle keine normalen Seriennummern, sondern die Limitierungsnummern trugen.
Stahl-«Daytona» (seit 1969) Zwischen 1903 und 1935 fanden am Sandstrand in Daytona (Vereinigte Staaten) regelmässig Motorsportwettbewerbe statt. Wilsdorf erkannte das Vermarktungspotenzial im Motorsport und förderte in den 1930er-Jahren den englischen Rennfahrer Malcolm Campbell. Im Jahr 1963 präsentierte Rolex den ersten Chronographen unter dem Namen Cosmograph Daytona. Chronographen wurden zu diesem Zeitpunkt schon von anderen Uhrenherstellern produziert und waren in der Uhrenbranche keine Besonderheiten.