Die fünfte Kolonne war eine deutsche Fernsehserie des ZDF, von der 23 Folgen in unregelmäßigen Abständen vom 6. Juni 1963 bis 11. Oktober 1968 ausgestrahlt wurden.
Unter Bezugnahme auf den Begriff Fünfte Kolonne war sie die erste Spionageserie des deutschen Fernsehens. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges hatte sie neben der Unterhaltung einen durchaus politischen Gehalt – was einigermaßen ungewöhnlich für eine Fernsehserie war –, denn ihr Thema waren Aktivitäten östlicher Geheimdienste auf dem Boden der Bundesrepublik Deutschland. Stets behielten die westliche Gegenspionage bzw. Polizei und Militär die Oberhand. Teilweise handelte es sich bei den östlichen Agenten bzw. Agentinnen um Personen, die ihrerseits unter Zwang handelten, z. B. weil Angehörige verhaftet worden waren; in diesen Fällen wurde betont, wie die westlichen Stellen möglichst Verständnis für diese Zwangslage aufbrachten und zu helfen versuchten.
Jede der Episoden war in sich abgeschlossen; es gab keine konstanten Hauptdarsteller.
Grundlage für alle Folgen waren reale Fälle, die für das Spielfilmformat nur leicht bearbeitet und verändert wurden. So wird etwa in Folge 15 („Mord auf Befehl“) die Ermordung des ukrainischen Exilpolitikers Stepan Bandera durch den KGB-Agenten Bogdan Staschinski thematisiert.
Die Filme wurden zu einem großen Teil in und um München gedreht, wo sie – wenn nicht anders angegeben – auch spielen. Produzent sämtlicher Folgen war Helmut Ringelmann.
Folgen Folge Titel Hauptdarsteller Autoren Regie Erstausstrahlung Besonderheiten1Es führt kein Weg zurück Günther Schramm, Reinhard Glemnitz, Barbara Schmidt, Wolfgang Schwarz, Herbert ReineckerJürgen Goslar6. Juni 1963spielt in Köln2Das gelbe PaketHellmut Lange, Herta Fahrenkrog, Wolfgang Preiss, Harry Meyen, Margit SaadHerbert ReineckerJürgen Goslar18. Juni 1963spielt in München3Null Uhr HauptbahnhofEva Ingeborg Scholz, Horst Niendorf, Lukas Ammann, Peter NeusserAlex BergWolfgang Becker26. September 1963spielt komplett im Hauptbahnhof von München (des Jahres 1963) und läuft in Echtzeit ab4SchattenspielEva Pflug, Axel von Ambesser, Benno Sterzenbach, Franz Schafheitlin, Thomas ReinerMaria Matray, Answald KrügerJürgen Goslar27. Februar 19645Zwei PistolenJoachim Fuchsberger, Hartmut Reck, Maria Perschy, Lukas Ammann, Gernot DudaAlex BergJürgen Goslar16. Juli 1964spielt überwiegend in Köln6Eine Puppe für Klein-HelgaHanns Lothar, Astrid Frank, Sigfrit Steiner, Horst NaumannStefan GommermannJürgen Goslar24. September 19647Treffpunkt WienHans Söhnker, Katinka Hoffmann, Carl Lange, Reinhard Glemnitz, Heinz Weiss, Karl Georg SaebischErich EbermayerJürgen Goslar22. Oktober 19648Der GastHeinz Engelmann, Maria Körber, Sascha Hehn, Horst Niendorf, Günther SchrammMaria Matray, Answald KrügerWolfgang Becker17. Dezember 1964spielt in Frankfurt am Main9TivoliInge Meysel, Monika Peitsch, Gerhard Riedmann, Wilmut BorellAlex BergTheodor Grädler26. Januar 196510ZwielichtDagmar Altrichter, Hellmut Lange, Carl Lange, Ulrich Beiger, Wilfried van AackenMaria Matray, Answald KrügerJürgen Goslar16. März 1965Ausflug erfolgt in einem Chevrolet Corvair Monza Coupé.11Libelle, bitte kommenGünther Neutze, Bert Fortell, Werner Bruhns, Benno Hoffmann, Eva Ingeborg Scholz, Heinz EngelmannStefan GommermannJürgen Goslar1. Juni 1965Mit kurzem Auftritt von Jürgen Goslar.12Blumen für Zimmer 19Klausjürgen Wussow, Thomas Braut, Karl John, Werner Bruhns, Reinhard KolldehoffHans Maeter, Helmuth AshleyHelmuth Ashley3. August 1965spielt in Hamburg, Auftritt der jungen Hannelore Elsner13Ein Mann namens Pavlow Andrea Dahmen, Herbert Fleischmann, Dieter Kirchlechner, Karl Georg Saebisch, Carl LangeGerd OelschlegelRudolf Jugert31. August 196514Besuch von drüben Paul Dahlke, Fritz Wepper, Erik Ode, Reinhard GlemnitzGerd OelschlegelHelmuth Ashley2. November 1965Fritz Wepper als junger Rekrut.15Mord auf BefehlJosef Fröhlich, Emely Reuer, Hans Schellbach, Siegfried WischnewskiAlex BergRudolf Jugert21. Januar 1966thematisiert die Ermordung von Stepan Bandera durch Bogdan Staschinski16Die ägyptische KatzeThomas Braut, Erik Ode, Werner Bruhns, Xenia Pörtner, Horst NaumannBruno HampelHelmuth Ashley25. März 1966spielt in Kiel17Das verräterische LichtIngrid Andree, Ullrich Haupt, Gerd Baltus, Joachim Rake, Walo LüöndHans Maeter, Helmuth AshleyHelmuth Ashley29. April 196618Ein Auftrag für...Klausjürgen Wussow, Grit Böttcher, Thomas BrautWalter Rathgeber, Rose SteinerWolfgang Becker20. Mai 1966spielt in Berlin und in der Umgebung von Hof19Stahlschrank SG IIIHannes Messemer, Reinhard Glemnitz, Walter Wilz, Bettina Schön, Lieselotte Quilling, Alexander von Rosen, Walter ReicheltJan Tilman KiweRudolf Jugert15. Juli 1966spielt in Bonn während des Karnevals20Der Fall Schurzheim Gerd Baltus, Peter Arens, Monika Berg, Almut EggertHans WieseWolfgang Becker23. Juni 1967spielt in Köln und Bonn21Ein Anruf aus der Zone Joachim Hansen, Katinka Hoffmann, Wolfgang Völz, Werner Kreindl, Dieter EpplerFritz BöttgerHelmuth Ashley15. Dezember 1967spielt in Kiel, interessanter Einblick in die damaligen Verfolgungsmethoden der Polizei22Sonnenblumenweg 7Siegfried Wischnewski, Siegurd Fitzek, Ernst von Klipstein, Georg Hartmann, Kurd Pieritz, Herbert TiedeRolf und Alexandra BeckerErich Neureuther19. Mai 1968spielt in Augsburg, Flugplatzszenen am alten Augsburger Flugplatz Haunstetten gedreht23Eine Million auf Nummernkonto Carl Lange, Almut Eggert, Peter Oehme, Gerhard Just, Heinz Weiss, Ulrich Matschoss, Gert Günther HoffmannAlexander MayErich Neureuther11. Oktober 1968
Kritik Martin Compart befand in seinem im Oktober 2000 erschienenen Buch Crime TV. Lexikon der Krimiserien: „Mit James Bond hatte diese die Ideologie des Kalten Krieges propagierende Reihe natürlich gar nichts gemein, ist aber dennoch ein hochinteressantes Stück Zeit(geist)geschichte.“
DVD-Veröffentlichung Alle 23 Folgen der „Fünften Kolonne“ wurden 2009 in der Reihe „Straßenfeger“ auf DVD veröffentlicht. Box 13 enthält die Folgen 1–12, Box 14 die Folgen 13–23. Als Bonus enthält Box 13 ein eigens für die Straßenfeger-Collection geführtes ca. 75-minütiges Interview mit Jürgen Goslar, der bei acht Folgen Regie führte. Box 14 ist die 45-minütige ARD-Dokumentation „Das Spinnennetz – Stasi-Agenten im Westen“ aus dem Jahr 2005 beigegeben.
Siehe auch Die fünfte Kolonne (Film)
Weblinks
Ausführliche Darstellung auf Die Krimihomepage, abgerufen am 30. November 2010.
Kategorie:Kriminal-Fernsehserie Kategorie:Fernsehserie (ZDF) Kategorie:Fernsehserie der 1960er Jahre Kategorie:Kalter Krieg im Film Kategorie:Agentenfilm