Der Ewige Kalender ist eine Tabelle bzw. eine Übersicht, die innerhalb eines gewählten Zeitraums die Wochentagsbezeichnung einem Kalenderdatum zuordnet und bei der sich für ein beliebiges Jahr der zu einem Datum gehörende Wochentag ablesen lässt. „Wie ist der Wochentag welchen Datums“ lässt sich hier ohne Weiteres wegen der Folge des 1. Januars nachvollziehen. Dabei stehen die Daten der Monate Januar und Februar in der ersten Zeile, die der Monate März bis Dezember in der zweiten Zeile. Bisherige sogenannte Ewige Kalender/Dauerkalender/Immerwährende... stellen lediglich Ermittlungsvorschriften dar. Mangels einer besseren Lösung wurde der Name jahrhundertelang vergeben.
Außer der Anzeige des Wochentags sowie der Feiertage kann ein Kalender für den täglichen Gebrauch auch noch etliche Informationen mehr enthalten; im Folgenden wird allerdings nur der Basiskalender – also die Grundstruktur – behandelt.
Ewiger Gregorianischer Kalender
800px|Ewiger gregorianischer Kalender 1582 bis 2899
In welchem Jahr tritt eine Deckungsgleichheit ein? Im Schaltjahr 2020 ist der 1. Januar ein Mittwoch; in welchem Schaltjahr ist der 1. Januar wieder ein Mittwoch? Die Lösung ist durch Nutzung der vorliegenden Daten gegeben.
Vom Basis-Schaltjahr-Wochentag sind fünf Wochentage zu addieren bzw. zwei Wochentage zu subtrahieren, um zum nächstfolgenden Schaltjahr zu gelangen. Demnach ist der Wochentag des 1. Januar: 2020 Mittwoch, 2024 Montag, 2028 Samstag, 2032 Donnerstag, 2036 Dienstag, 2040 Sonntag, 2044 Freitag, 2048 Mittwoch.
2020 entspricht dem Jahr 2048. Die Erkenntnis ist damit folgerichtig: Ein Basiskalender ist immer nach 28 Jahren wieder verwendbar. Die jeweiligen Gemeinjahre dazwischen wiederholen sich gleichfalls alle 28 Jahre. Die bekannte Deckungsgleichheit wird am Beispiel des hier begangenen Weges sichtbar.
Ein Kalender für größere Zeiträume wird dargestellt, indem zunächst ein Kalender für 28 Jahre nach obigem Muster gebildet wird. Dieser ist identisch bezüglich der Wochentagsfolge der folgenden 28 Jahre (Kleiner Zyklus: 7 Wochentage × 4 Jahre Schalttagsrhythmus). Dieser Vorgang wird wiederholt, bis der gewünschte Zeitrahmen erreicht ist. Mit welchem Jahr begonnen wird, ist dabei frei wählbar. Bekannt ist das „Weiterrücken“ der Jahre - der erste Januar - um einen Tag bzw. um zwei Tage nach einem Schaltjahr. Dies ergibt sich bei Division von 365 Tagen/Gemeinjahr dividiert durch 7 Tage/Woche = XY, mit Rest 1 Tag. Damit ist klar: ein Gemeinjahr endet immer mit dem Wochentag des ersten Januars, ein Schaltjahr demnach mit dem Folgewochentag. Das Ergebnis der Division XY = 52 Wochen hat keinerlei Bedeutung hinsichtlich der Kalenderwoche.
Papst Gregor XIII. bestimmte u. a. im Prinzip, dass auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582jul. unmittelbar Freitag, der 15. Oktober 1582greg. als Beginn der neuen Kalenderrechnung zu folgen hatte und nur die Jahrhundert-Jahreskalender einen Schalttag haben dürfen, wenn deren volle Jahreszahlen durch 400 (ohne Rest) teilbar sind. Die Gemeinjahreskalender werden für die Jahre 1700/1800/1900 in den ewigen Gregorianischen Kalenderentwurf eingeordnet.
Für die Jahre, welche dem jeweiligen Jahrhundert-Jahreskalender folgen, ist zu beachten, dass es jeweils ein Jahreskalender ist, welcher drei Jahre vor einem Schaltjahr steht, um oben genannter Tatsache - Weiterrücken des 1. Januar - gerecht zu werden und in den Schalttagsrhythmus zu gelangen.
Nach dem Aufbau eines Ewigen gregorianischen Kalenders wird festgestellt, die Folge der Jahreskalender wiederholt sich deckungsgleich nach 400 Jahren. Dementsprechend sind die jeweiligen Blöcke in der Darstellung ab 1600 übereinander gelegt.
Ewiger Julianischer und Gregorianischer Kalender mini|ohne|hochkant=4|Kalender ab 1. Jan. des Jahres 1 (Nicht berücksichtigt ist die Korrektur von Augustus bis zum Jahr 8. julianisch) und gregorianischSuW 03.2000 Beilage zum SuW -Special Nr. 5 -Zeit
Die Kalenderdarstellungen julianisch und gregorianisch sind in einem ExemplarSuW 03.2000 Beilage zum SuW -Special Nr. 5 -Zeit zusammengefasst dargestellt. Dabei wird von der Deckungsgleichheit der Jahre 1600jul. / 2000jul. mit den Jahren 1600greg. / 2000greg. ausgegangen, und die Daten dementsprechend eingeordnet.
Man beginnt den Aufbau des Ewigen Julianischen Kalenders, indem die vordem beschriebene Zuordnung mit dem 1. Januar des Jahres 1 nach Christus zum Wochentag „Sa“ und ordnet diese Jahresspalte „01“ einer Jahresspalte des Monats- und Wochentagsblockes – übernommen vom Gregorianischen Kalender – zu, in welcher der Wochentag „Sa“ drei Jahre vor einem Schaltjahr steht (da das Jahr 4 n. Chr. ein Schaltjahr sein muss). Nun werden die Folgejahre der Reihe nach den Wochentagsspalten – wie vor – zugeordnet bis zum Jahr am rechten Rand. Sind 28 Spalten belegt, wird mit der nächsten Jahresspalte links von vorn begonnen usw. usf. bis der erste Block vom Jahr 1 n. Chr. bis zum Jahr 100 n. Chr. (ein Schaltjahr) aufgefüllt ist.
Um die Einzeljahre bzw. deren Blöcke den Jahrhunderten anschaulich zuordnen zu können, ist eine Leerzeile eingefügt. Nach Erstellung des 7. Blockes wird mit dem zum 1. Jahrhundert deckungsgleichen Block des 8. Jahrhunderts begonnen und der 700-Jahre-Wiederholturnus des Julianischen Kalenders dargestellt.
Wiederkehr der Jahreskalender Die Erkenntnisse von Butkewitsch können den ewigen Kalendern entnommen werden.A. W. Butkewitsch, M. S. Selikson: Ewige Kalender. S. 18 unten/S. 19 oben, Teubner Verlagsgesellschaft, Leipzig 1974. Ein Gemein-Jahreskalender ist mit dem deckungsgleich, welcher mit demselben Wochentag beginnt, sinngemäß des Schaltjahreskalenders.
Regelfall Sind wir im Gemeinjahr 1 Jahr nach / 3 Jahre vor dem Schaltjahr, dann wiederholt sich jenes in 6 Jahren, nach weiteren 11 Jahren und nach weitern 11 Jahren bis der Zyklus wieder von vorne beginnt. Sind wir im Gemeinjahr 2 Jahre nach / 2 Jahre vor dem Schaltjahr, dann wiederholt sich jenes in 11 Jahren, nach weiteren 6 Jahren und nach weitern 11 Jahren bis der Zyklus wieder von vorne beginnt. Sind wir im Gemeinjahr 3 Jahre nach / 1 Jahr vor dem Schaltjahr, dann wiederholt sich jenes in 11 Jahren, nach weiteren 11 Jahren und nach weitern 6 Jahren bis der Zyklus wieder von vorne beginnt. Sind wir im Schaltjahr, dann wiederholt sich jenes aller 28 Jahre.
Ausnahmen Jahrhundertwechsel-Ausnahme In einem Jahrhundert-Jahr wie zum Beispiel 1700, 1800 oder 1900 entfällt das Schaltjahr.
Dadurch repetiert sich ein Gemeinjahr erst ein Jahr später, also in 12 Jahren. Dieser Fall gilt die Gemeinjahre x90–y02, x91–y03, x97–y09 und x98–y10. (4 von 7 Wochentagszuordnungen)
Eine Wiederholung nach 7 Jahren ist nicht möglich, weil dafür mindestens 8 Gemeinjahre in Folge auftreten müssten, was nie der Fall ist.
Möglich wird durch den Ausfall des Schalttages aber auch eine zweimalige Wiederholung der Gemeinjahre nach jeweils 6 Jahren. Dies trifft für die Gemeinjahre x93–x99–y05, x94–y00–y06 und x95–y01–y07 zu. (3 von 7 Wochentagszuordnungen)
Ein Schaltjahr repetiert sich nach 12 Jahren falls es 4 oder 8 Jahre vor dem Jahrhundert-Jahr liegt, sonst erst nach 40 Jahren.
Vier-Jahrhundertwechsel-Egalisierung Über einen Vier-Jahrhundertwechsel hinweg, also zum Beispiel 1600, 2000 oder 2400, wird die vorherige Jahrhundertwechsel-Ausnahme-Regelung aufgehoben, da in diesen Jahren das Schaltjahr regulär stattfindet.
Es gilt dann wieder der Regelfall.
Beispiele +Jahr SB........................ 1868 (Schaltjahr) 1896Sentfällt100 (SB = G)1908100 (+12 Jahre) 1936S ED18691875A1886B1897B1909100 (+12 Jahre)1915A1926B C18701881B1887A1898B1910100 (+12 Jahre)1921B1927A B18711882B1893B1899A1905100 (+6 Jahre)1911A1922B A1872 (Schaltjahr)entfällt1001912100 (+40 Jahre) 1940S GF18731879A1890B1902100 (+12 Jahre)1913B1919A1930B E18741885B1891A1903100 (+12 Jahre)1914B1925B1931A D18751886B1897B1909100 (+12 Jahre)1915A1926B1937B C 1876 (Schaltjahr) entfällt100 (SB = G)1916100 (+40 Jahre) 1944S BA18771883A1894B1900100 (+6 Jahre)1906100 (+6 Jahre)1917B1923A G18781889B1895A1901100 (+6 Jahre)1907A1918B1929B F.......................19711982B1993B1999A2010400 (+11 Jahre)2021B2027A C1972 (Schaltjahr)2000400 (+28 Jahre)2028S BA19731979A1990B2001400 (+11 Jahre)2007A2018B2029B G19741985B1991A2002400 (+11 Jahre)2013B2019A2030B F19751986B1997B2003400 (+6 Jahre)2014B2025B2031A E........................2020 (Schaltjahr)2048S2076S ED20212027A2038B2049B2055A2066B2077B C20222033B2039A2050B2061B2067A2078B B20232034B2045B2051A2062B2073B2079A A2024 (Schaltjahr)2052S2080S GF20252031A2042B2053B2059A2070B2081B E........................20712082B2093B2099A2105100 (+6 Jahre)2111A2122B D2072 (Schaltjahr)entfällt1002112100 (+40 Jahre) 2140S CB20732079A2090B2102100 (+12 Jahre)2113B2119A2130B A20742085B2091A2103100 (+12 Jahre)2114B2125B2131A G20752086B2097B2109100 (+12 Jahre)2115A2126B2137B F
Legende:
SB: Sonntagsbuchstaben (Wochentagszuordnung)
A Reguläre Wiederholung nach 6 Jahren - 1 Schaltjahr dazwischen
B Reguläre Wiederholung nach 11 Jahren - 2 Schaltjahre dazwischen
S Reguläre Schaltjahre Wiederholung nach 28 Jahren
100 Jahrhundertwechsel-Ausnahme
400 Vier-Jahrhundertwechsel-Egalisierung
Geschichte
mini|ohne|Nach demselben Prinzip funktionierender „Taschenkalender“ aus Messing für die Jahre 2008–2057; im Bild werden u. a. die Monate Januar, April und Juli 2008 angezeigt mini|ohne|Prinzip eines Drehscheibenkalenders für die Jahre 2001–2028, basierend auf dem Metallkalender des russischen Verlages „Гудок“ aus dem Jahr 1929
Am vielfältigsten haben sich in der Neuzeit die Ewigen Kalender in der Sowjetunion entwickelt. Die Ursache für diese Entwicklung ist in der Einführung des Revolutionskalenders durch den Rat der Volkskommissare im November 1929 zu suchen, mit dem die Wochentagsbezeichnungen zwar noch galten, aber ihre Bedeutung verloren, denn es gab die unterbrochene Fünf-Tage-Woche mit 12 Monaten zu je 30 Tagen sowie 5 arbeitsfreien Tagen. Darauf folgte im November 1931 der Übergang zur Sechs-Tage-Woche und 1940 schließlich wieder die Sieben-Tage-Woche. Dadurch war wieder das alte Wochentagssystem eingeführt und die Bedeutung des Kalenders – besonders der Ewigen Kalender – stieg stark an. So galt der „Algorithmus zur Ermittlung des Wochentages“ (Kalendertabelle entspricht weitgehend W. Bogatyrjows „таблицу В. Богатырева“ von 1931) in der Sowjetunion als die am bequemsten zu nutzende langfristige Kalendertabelle.A. W. Butkewitsch, M. S. Selikson: Ewige Kalender. S. 77. Es erschienen immer neue Ewige Kalender, und die Massenproduktion von Kalendern aus Pappe begann. Diese Pappkalender verfügten jedoch nicht über die für ein für die Ewigkeit gedachtes Produkt benötigte Lebensdauer, sodass in den 1960er Jahren dazu übergegangen wurde, Ewige Kalender aus Aluminium herzustellen; dies waren vor allem Konstruktionen mit Drehscheiben.
So brachte 1929 der russische Verlag „Гудок“ (Gudok) einen Metallkalender heraus.Металлический календарь с подвижным диском на 28 лет. М., Гудок 1929 (Metallkalender mit drehbarer Scheibe für 28 Jahre). Er bestand aus einer starren Unterlage, auf der zwei konzentrische Kreise aufgebracht waren, sowie einer drehbaren Scheibe. Auf dem äußeren Kreis waren die Jahreszahlen, auf dem inneren die Wochentage, die sich auf dem Kreis viermal wiederholen, angeordnet. Auf sieben parallelen Feldern der starren Unterlage waren die Monate verzeichnet. Ein Scheibensektor zeigte die Tage 1 bis 31 an, darüber befand sich ein Ausschnitt, in dem die Wochentage sichtbar waren.A. W. Butkewitsch, M. S. Selikson: Ewige Kalender. S. 44 f. In den 1970er Jahren ging man wieder dazu zurück, die Drehscheibenkalender aus Pappe zu fertigen, was allerdings die Nachfrage zurückgehen ließ, sodass zunehmend wieder Kalendertabellen herausgegeben wurden.