Dennis Nicolaas Maria Bergkamp (* 10. Mai 1969 in Amsterdam) ist ein ehemaliger niederländischer Fußballspieler und jetziger -trainer. Bekannt für seine ausgeprägten technischen Fertigkeiten, agierte er zunächst als Flügelspieler im Mittelfeld, später allerdings als Mittelstürmer und zuletzt häufig als zurückhängende Spitze. Er wurde in der renommierten Jugendabteilung von Ajax Amsterdam ausgebildet und gewann dort 1987 den Europapokal der Pokalsieger, 1992 den UEFA-Pokal sowie zweimal den niederländischen Pokal (1987, 1993) und 1990 die niederländische Meisterschaft. Nach zwei relativ enttäuschenden Jahren in Italien bei Inter Mailand – größter Erfolg dort war der Sieg im UEFA-Pokal 1994 – wechselte er 1995 zum englischen FC Arsenal nach London. Dort verhalf er dem Klub in insgesamt elf Jahren zu zahlreichen Titeln, darunter jeweils drei englische Meisterschaften (1998, 2002, 2004) und FA-Cup-Trophäen (2002, 2003, 2005)Bei Arsenals FA-Cup-Sieg 1998 fehlte Bergkamp ebenso verletzungsbedingt wie auch in der 1999 erfolgreichen Charity-Shield-Partie, dem englischen Supercup.. Seine Teilnahme am Champions-League-Endspiel 2006 gegen den FC Barcelona (1:2) war gleichzeitig Bergkamps letzter Auftritt als Profifußballer.

Bergkamp war niederländischer Nationalspieler und nahm an zwei Welt- (1994, 1998) sowie drei Europameisterschaften (1992, 1996, 2000) teil. In 79 Länderspielen schoss er 37 Tore, womit er während seiner aktiven Laufbahn Faas Wilkes als Rekordtorschützen ablöste – später wurde er selbst von Patrick Kluivert übertroffen.

Karriere Als Vereinsspieler Ajax Amsterdam (1981–1993) mini|hochkant|Dennis Bergkamp als junger Ajax-Spieler (1989) Dennis Bergkamp stammt aus einem Arbeitervorort der niederländischen Hauptstadt Amsterdam. Er ist der jüngste von vier Söhnen der Eheleute Wim und Tonnie Bergkamp. Sein Vater war von Beruf Elektriker und als Amateurfußballer in den unteren Spielklassen unterwegs, benannte er seinen Sprössling nach dem schottischen Stürmer Denis Law – nach Schwierigkeiten auf dem Standesamt wurde ein zweites „n“ ergänzt. Auf den Spuren seines Namensvetters zeigte sich Dennis in frühen Jahren als talentierter Fußballer und im Alter von elf Jahren wurde er in die Jugendabteilung von Ajax Amsterdam aufgenommen. Unter dem damaligen Trainer Johan Cruyff gab er am 14. Dezember 1986 als 17-Jähriger gegen Roda Kerkrade sein Profidebüt. Die Partie endete mit einem 2:0-Sieg und gut zwei Monate später schoss er gegen den HFC Haarlem (6:0) am 22. Februar 1987 sein erstes Tor. Insgesamt absolvierte er 23 Pflichtspiele in der Saison 1986/87. Dazu zählten auch ein umfeierter Einstand im Europapokal der Pokalsieger gegen Malmö FF und später seine Einwechslung im Finale gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig (1:0). Dazu kam er im niederländischen Pokalfinale 1987 gegen den FC Den Haag in der 78. Minute für John van ’t Schip beim Stand von 1:2 zum Einsatz; die Partie wurde noch durch zwei Tore von Marco van Basten in der Verlängerung mit 4:2 gewonnen.

Nachdem van Basten zur AC Mailand gewechselt war, entwickelte sich Bergkamp zu einer festen Größe im Ajax-Team und zu einem hoffnungsvollen Torjäger. Der spielstarke Edeltechniker avancierte zum prägenden Offensivakteur seiner Mannschaft und gewann mit dem Klub in der Saison 1989/90 seinen ersten und einzigen Meistertitel – zuvor hatte Ajax 1985 zuletzt den Titel gewonnen. In den drei Jahren bis zum Ende der Saison 1992/93 war er danach jeweils Torschützenkönig der niederländischen Ehrendivision (in der Saison 1990/91 gemeinsam mit Eindhovens Romário) und gewann 1992 sowie 1993 die Auszeichnung zum Fußballer des Jahres der Niederlande. Dazu kamen nach einem Finalerfolg gegen Torino Calcio der UEFA-Pokal 1992 und in seinem letzten Ajax-Jahr der niederländische Pokal, wobei er beim 6:2-Endspielsieg gegen den SC Heerenveen den Treffer zum zwischenzeitlichen 5:1 erzielt hatte. Insgesamt gelangen ihm für Ajax in 239 Pflichtspielen 122 Tore, dazu zählten 103 Treffer in 185 Ligapartien. (Offizielle Homepage von Dennis Bergkamp)

Inter Mailand (1993–1995) Im Jahr 1993 wechselte Bergkamp zusammen mit seinem Vereinskollegen Wim Jonk in die italienische Serie A zu Inter Mailand – die Transfersumme für diesen Deal wurde in den Medien auf 15,5 Millionen US-Dollar taxiert.„Football: Bergkamp signing blocked“ (The Independent) Bergkamps Entscheidung für Inter war in erster Linie die Wahl der aus seiner Sicht damals weltweit besten Fußballliga, womit er sich auch gegen den (unausgesprochenen) Rat seines Ajax-Trainers Cruyff wandte, der ihm den offensiveren Stil des FC Barcelona nahelegte. Nachdem er den AC Mailand aufgrund der vormals dort aktiven Landsleute Ruud Gullit, Marco van Basten und Frank Rijkaard ausgeschlossen hatte, fiel die Entscheidung zwischen Juventus Turin und Inter Mailand zugunsten des zuletzt genannten Klubs. Bedenken hinsichtlich des defensiven Spielstils der Nerazzurri entgegnete die sportliche Leitung mit dem Versprechen, sich künftig offensiver zu orientieren. Dieses wurde jedoch nur zu Beginn eingehalten und schnell verfiel Inter in die alte Defensivtaktik. Der Ligaalltag gestaltete sich in der Saison 1993/94 für Bergkamp trist. Er steuerte gerade einmal acht Ligatore bei und Inter vermied sogar den möglichen Abstieg in die Zweitklassigkeit mit einem enttäuschenden 13. Tabellenplatz nur knapp. Häufig sah sich Bergkamp einer Vielzahl von gegnerischen Abwehrspielern „isoliert“ gegenüber und von seinem Sturmpartner Rubén Sosa, mit dem er auf dem Platz nicht harmonierte, kam wenig Unterstützung. Die wenigen Glanzlichter setzte er im UEFA-Pokal. Dort schoss er in seinem ersten Jahr acht Tore und verhalf dem Klub zum Cuperfolg (für den einzigen Treffer zum 1:0-Endspielsieg gegen den SV Austria Salzburg sorgte Jonk).

Seine zurückhaltende Art sorgte auch in seinem zweiten Jahr nicht dafür, dass er sich besser integrierte. Weite Teile der italienischen Sportpresse und Mitspieler kritisierten den Niederländer massiv und so standen die Zeichen schnell auf Abschied. Bereits im Oktober 1994 hatte der FC Bayern München versucht, Bergkamp zu verpflichten. Den Zuschlag erhielt nach einer weiteren enttäuschenden Inter-Saison (1994/95) und nur drei Ligatoren letztlich der FC Arsenal aus London. Die „Gunners“ zahlten dafür Anfang Juli 1995 eine Ablösesumme von 7,5 Millionen Pfund.„Unravelling the enigma that is Dennis Bergkamp“ (The Independent)

FC Arsenal (1995–2006) mini|hochkant|Dennis Bergkamp im Trikot des FC Arsenal (2001) Die Wahl zugunsten des FC Arsenal war für Bergkamp in erster Linie eine Entscheidung für den englischen Fußball. Bergkamps Kindheitsidol war zwar Glenn Hoddle gewesen, aber damit war er ebenso wenig ein Anhänger von Tottenham Hotspur wie sein Vater von Manchester United – aufgrund dessen Verbundenheit zu Denis Law. Vielmehr kannte Bergkamps Agent Arsenals Vorstandsmitglied David Dein gut, nachdem sie im Februar 1995 den Transfer von Glenn Helder abgewickelt hatten. Trainer Bruce Rioch und Dein überzeugten den nach der Inter-Erfahrung skeptischen Bergkamp schließlich von einer neuen offensiven Spielweise des Vereins. Arsenal war selbst noch kurz zuvor eher für die Defensivkünste bekannt gewesen, hatte aber auch Spieler wie Ian Wright und weitere Stammkräfte in ihren Reihen, die für Stabilität standen.

Der Start in die erste Saison 1995/96 gestaltete sich zunächst schwierig. Die ersten sechs Ligaspielen ohne Torerfolg riefen bereits die ersten Kritiker auf den Plan, aber mit den ersten zwei Toren gegen den FC Southampton (4:2) machte Bergkamp einen Anfang. Fortan überzeugte er mit seiner Schusstechnik und den insgesamt überdurchschnittlichen technischen Fähigkeiten, die der Klub seit Liam Brady in den eigenen Reihen nicht mehr gesehen hatte. Er schoss im ersten Jahr 16 Pflichtspieltreffer (viele davon wurden als besonders „schön“ angesehen) und war dabei nicht einmal als Torjäger in vorderster Front eingesetzt. Vielmehr war er als hägende Spitze hinter Ian Wright unterwegs und mehr als in den Jahren zuvor Spielmacher. Davon profitierten auch David Platt und Paul Merson, die er durch gezielte Anspiele immer wieder in Szene setzte. Bergkamp wurde somit zu einem Repräsentanten des „neuen Arsenal“. Sein Tor zum 2:1-Endstand gegen die Bolton Wanderers sorgte außerdem dafür, dass sich der Klub für den UEFA-Pokal qualifizierte.„Bergkamp sends Arsenal into Europe“ (The Independent) Da Trainer Rioch dennoch entlassen wurde, sorgte sich Bergkamp in Anbetracht seiner Italien-Erfahrung kurz um die vormals getätigten Vereinszusagen. Als sich jedoch mit Arsène Wenger ein ausgewiesener Vertreter der Offensivschule als Nachfolger herauskristallisierte, sorgte dies für weitere Entwicklungsschübe in der Karriere des Niederländers.„Dennis Bergkamp: One-on-One“ (FourFourTwo) Zunächst wies ihm der Franzose eine Rolle der zweiten Sturmspitze neben Wright zu. Dank auch dieses neuen Sturmduos war Arsenal bis Ende April 1997 ein ernsthafter Anwärter auf den Gewinn des Premier-League-Titels.