mini|Abbildung aus der Universalgeschichte Raschīd ad-Dīns aus dem 14. Jhd. Es zeigt Arghun stehend und seinen Sohn Ghazan unter einem Schirm. Ihnen zu Seite sitzt sein Vater Abaqa auf einem Pferd. Arghun (; ca. 1258; † 7. März 1291"He died on March 7, 1291." Steppes. S. 376.) war von 1284 bis 1291 der vierte Herrscher der mongolischen Ilchane. Er war der Sohn Abaqas und wie dieser Buddhist (obwohl auch prochristlich). Er war dafür bekannt, dass er mehrere Gesandtschaften nach Europa schickte mit der Absicht, eine franko-mongolische Allianz gegen die Muslime im Heiligen Land zu schmieden. Arghun war es auch, der von seinem Großonkel Kublai Khan eine neue Braut verlangte. Die Aufgabe, die junge Prinzessin Kököchin durch Asien zu Arghun zu bringen, wurde (angeblich) von Marco Polo übernommen. Arghun starb, bevor Kökötchin eintraf, sodass sie stattdessen Arghuns Sohn Ghazan heiratete, der zum Islam übertrat.

Biografie mini|Arghuns Ehefrau war Buluqhan Khatun, die Ghazan erzog. Ausschnitt aus einem Buch Raschīd ad-Dīn aus dem 14. Jhd. Arghun wurde als Sohn Abaqa Khans und der christlichen mongolischen Prinzessin Haimasch Chatun geboren. Arghun selber hatte mehrere Ehefrauen, seine Favoritin war Buluqhan Khatun. Sie erzog Arghun zwei Söhne namens Ghazan Ilchan und Öldscheitü, die beide später ihrem Vater auf den Thron folgten und zum Islam konvertierten. Arghun ließ Öldscheitü christlich taufen und gab ihm den Namen Nicholas nach Papst Nikolaus IV."Arghun had one of his sons baptized, Khordabandah, the future Oljaitu, and in the Pope's honour, went as far as giving him the name Nicholas", Histoire de l'Empire Mongol, Jean-Paul Roux, S. 408. Gemäß dem dominikanischen Missionär Riccoldo da Monte di Croce war er a man given to the worst of villainy, but for all that a friend of the Christians.Jackson, S. 176. Eine der Schwestern Arghuns namens Oljalh heiratete den georgischen Prinzen Wachtang III.Grousset, S. 846.

Arghun war Buddhist, aber wie die meisten Mongolen zeigte er gegenüber anderen Religionen große Toleranz und so konnten auch die Muslime die Schari'a für sich anwenden. Sein Finanzminister Sa'ad ad dawla war Jude. Sa'ad war erfolgreich beim Wiederherstellen der Ordnung in der Verwaltung des Ilchanats, teilweise indem er aggressiv den Missbrauch der mongolischen Militärführer anprangerte.Robert Mantran (Robert Fossier, ed.): A Turkish or Mongolian Islam in The Cambridge Illustrated History of the Middle Ages: 1250-1520. S. 298.

Konflikte Arghuns Herrschaft war relativ friedlich, und es gab wenige Konflikte mit seinen mongolischen Genossen. In den Jahren 1288 und 1290 schlug er zweimal Invasionstruppen der Goldenen Horde unter Tulabugha im Kaukasus zurück.

Während der Herrschaft Arghuns vergrößerten die Mamluken von Ägypten kontinuierlich ihre Macht in Syrien, und der Mamlukensultan Qalawun eroberte Territorien der Kreuzritter zurück, einige davon, wie die Grafschaft Tripolis, waren Vasallen der Mongolen. Die Mamluken eroberten 1285 die nördliche Festung von Margat, 1287 Latakia und vollendeten die Eroberung Tripolis' 1289.Tyerman, S. 817.

Schwerwiegender waren seine inneren Probleme. 1284 ließ er auf Druck des Emirs Boga (dem er den Staatsstreich von 1284 und damit Leben und Thron verdankte) den fähigen Wesir Schams ad-Din Dschuwaini (den Bruder des Geschichtsschreibers) hinrichten und leitete damit den inneren Verfall des nächsten Jahrzehnts ein. 1289 richtete er auch den Emir Boga hin, der sich aufgrund seiner Machtvollkommenheit und eines geplanten Staatsstreiches zu einem ernsten Problem entwickelt hatte. Deswegen musste er (bzw. sein Sohn Ghazan, der jugendliche Statthalter) 1289 und 1290 einen Aufstand des Oiratenfürsten Nawrūz (bzw. Nauruz) in Chorasan bekämpfen, der dann nach Transoxanien floh und den dortigen Herrscher Qaidu bzw. die Tschagatai zu einer kurzen Invasion bewog (1291/2). Nawrūz unterwarf sich erst um 1294 wieder dem Prinzen Ghazan.

Zu Arghuns Regierungszeit etablierte der Großkhan Kubilai den Fürsten Bolad (gest. 1313) in Täbris, der als Botschafter die Interessen Kubilais repräsentierte und bis zu Ghazans Regierungsantritt 1295 als eine Art Vizekönig (chinsan) fungierte.

Beziehung zu christlichen Mächten Arghun war einer von einer langen Reihe von mongolischen Herrschern, die sich bemühten, eine franko-mongolische Allianz mit den Europäern gegen ihre gemeinsamen Feinde, die ägyptischen Mamluken, zu schmieden. Arghun versprach sogar, dass er sich taufen lassen werde, wenn Jerusalem erobert werden sollte. Aber im späten 13. Jahrhundert war Europa nicht länger an den schwächer werdenden Kreuzzügen interessiert, und Arghuns Vorhaben blieb letztlich fruchtlos.Michael Prawdin, S. 372: "Argun revived the idea of an alliance with the West, and envoys from the Ilkhans once more visited European courts. He promised the Christians the Holy Land, and declared that as soon as they had conquered Jerusalem he would have himself baptised there. The Pope sent the envoys on to Philip the Fair of France and to Edward I of England. But the mission was fruitless. Western Europe was no longer interested in crusading adventures.

Erste Gesandtschaft zum Papst 1285 sandte Arghun eine Gesandtschaft und einen Brief an Papst Honorius IV., dessen lateinische Abschrift im Vatikan erhalten ist.Steven Runciman, S. 398."Dieser Arghun liebte die Christen sehr und fragte den Papst und den König von Frankreich mehrmals, wie sie gemeinsam all die Sarazenen zerstören können." – Wilhelm von Tyrus – Französisches Original: "Cestu Argon ama mout les crestiens et plusors fois manda au pape et au roy de France trayter coment yaus et luy puissent de tout les Sarazins destruire" Wilhelm von Tyrus Historia rerum in partibus transmarinis gestarum #591 Arghuns Brief erwähnt die Verbindungen seiner Familie mit dem Christentum und schlug eine Militäraktion gegen die muslimischen Länder vor: Amin Maalouf S. 254: Arghun, grandon of Hulagu, "had resurrected the most cherished dream of his predecessors: to form an alliance with the Occidentals and thus to trap the Mamluk sultanate in a pincer movement. Regular contacts were established between Tabriz and Rome with a view to organizing a joint expedition, or at least a concerted one."

Zweite Gesandtschaft zu König Philipp und König Eduard mini|250px|Arghuns Botschafter Rabban Bar Sauma reiste von Peking im Osten nach Rom, Paris und Bordeaux im Westen. Er traf sich mit den größeren Herrschern seiner Zeit, bevor sogar Marco Polo aus Asien zurückkehrte. Anscheinend ohne Antwort, schickte Arghun eine weitere Gesandtschaft an die europäischen Herrscher 1287. Sie wurde von dem chinesischen Mönch Rabban Bar Sauma geleitet und sollte eine Militärallianz zur Bekämpfung der Muslime und zur Eroberung Jerusalems bilden.Morris Rossabi, S. 99. Die Antworten waren positiv aber vage. Rabban Bar Sauma kehrte mit Briefen vom Papst Nikolaus IV., Eduard I. von England und Philipp IV. von Frankreich 1288 zurück.Boyle, in Camb. Hist. Iran V, S. 370–71; E. A. Wallis Budge, S. 165–97.

Dritte Gesandtschaft mini|Brief von 1289 von Arghun an Philipp IV. mit mongolischer Schrift. Der Brief wurden dem französischen König durch Buscarello de Ghizolfi übergeben. Das rote Siegel gehört dem Großkhan, besteht aus chinesischen Zeichen und besagt: Siegel des Erhalters des Staates und Bringer des Friedens an die Menschen. Das Papier ist aus koreanischer Produktion und ist 182 × 25 cm groß. Französisches Nationalarchiv.Grands Documents de l'Histoire de France, Archives Nationales de France, 2007, S. 38. 1289 sandte Arghun eine dritte Gesandtschaft nach Europa in der Person des Genuesen Buscarello de Ghizolfi, der sich in Persien niedergelassen hatte. Das Thema der Gesandtschaft war es, zu bestimmen, wann die Christen und Mongolen ihre Aktionen beginnen würden. Arghun würde seine Truppen so schnell wie möglich marschieren lassen, wenn die Kreuzzügler bei Akkon gelandet wären. Buscarello de Ghizolfi war zwischen dem 15. Juli und 30. September 1289 in Rom und im November/Dezember in Paris. Er hatte einen Antwortbrief Arghuns an Philipp IV. dabei, in dem Jerusalem als möglicher Lohn für die Christen angeboten wurde, und in dem nach einem festen Datum für eine Offensive im Winter 1290 oder Frühling 1291 gefragt wurde:Steven Runciman, S. 401.

Buscarello hatte auch eine Mitteilung dabei, die besagte, dass der mongolische Herrscher alle nötige Unterstützung inklusive 30.000 Pferde für die Kreuzzügler vorbereiten würde.Jean Richard, S. 468. Buscarello ging dann nach England, um Arghuns Nachricht König Eduard I. zu überbringen. Er erreichte London am 5. Januar 1290. Eduard, dessen Antwortschreiben erhalten blieb, antwortete begeistert auf das Vorhaben, blieb aber ausweichend was die Ausführung, die er dem Papst überließ, betraf.Rene Grousset "Histoire des Croisades III", S. 713.

1290 begann Arghun ein Schiffsbauprogramm in Bagdad mit der Absicht Kriegsgaleeren zu bauen, die den mamlukischen Handel im Roten Meer beeinträchtigen sollten. Genua sandte 800 Schiffsschreiner und Seeleute, um zu helfen. Eine Gruppe von Arbalestriers wurde auch geschickt, aber das Unternehmen schlug anscheinend fehl, als die genuesische Regierung das Projekt ablehnte, und ein interner Streit brach im Hafen Basra zwischen den genuesischen Familien der Ghibellinen und Guelfen aus."Only a contingent of 800 Genoese arrived, whom he (Arghun) employed in 1290 in building ships at Baghdad, with a view to harassing Egyptian commerce at the southern approaches to the Red Sea", S. 169, Peter Jackson, The Mongols and the West

Vierte Gesandtschaft Arghun schickte 1290 eine vierte Gesandtschaft an die europäischen Höfe. Sie wurde von Andrew Zagan (oder Chagan) angeführt, der von Buscarello de Ghizolfi und einem Christen namens Sahadin begleitet wurde.

1291 erklärte Papst Nikolaus IV. einen neuen Kreuzzug und verhandelte mit Arghun, Hethum II. von Kleinarmenien, den Jakobiten, den Äthiopiern und den Georgiern. Am 5. Januar hielt Nikolaus IV. eine lebhafte Predigt an alle Christen mit der Aufforderung, das heilige Land zu retten, und Prediger fingen an Christen zu sammeln, um König Eduard I. auf den Kreuzzug zu folgen.Laurent Dailliez, S. 324–325. Trotzdem waren die Anstrengungen zu wenig und kamen zu spät. Am 28. Mai 1291 wurde Akkon nach einer Belagerung von den Mamluken erobert.

Im August 1291 schrieb Nikolaus IV. einen Brief an Arghun und informierte ihn über die Pläne Eduards I. für einen Kreuzzug zur Rückeroberung des Heiligen Landes und sagte, dass der Kreuzzug nur mit dem Starken Arm der Mongolen erfolgreich sein werde.Sylvia Schein, S. 809.

Nikolaus IV. wiederholte ein oft benutztes Thema der Kommunikation zwischen den Kreuzzüglern und den Mongolen und bat Arghun, sich taufen zu lassen und gegen die Mamluken zu marschieren.Peter Jackson, S. 169. Aber Arghun starb am 7. März 1291 und Papst Nikolaus IV. im März 1292, sodass ihren Versuchen zum gemeinsamen Handeln ein Ende gesetzt wurde.Steven Runciman, S. 412. Eduard I. sandte 1292 den Botschafter Geoffrey de Langley zu Arghuns Nachfolger Gaichatu, aber intensive Kontakte sollten erst wieder unter Arghuns Sohn Ghazan Ilchan aufkommen.

Kontroverse