Cirrhilabrus ist eine Gattung kleiner Lippfische aus den Korallenriffen des tropischen Indopazifik.

Merkmale Cirrhilabrus-Arten sind sehr bunt. Es besteht ein ausgesprochen starker Sexualdimorphismus, d. h. Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt. Auch innerhalb einer Art ist die Färbung sehr variabel und kann bei der Balz oder beim Imponierverhalten schnell gewechselt werden. Weibchen und Jungtiere nah verwandter Arten sind oft sehr ähnlich gefärbt. Cirrhilabrus-Arten werden 4,36 bis 16 Zentimeter lang. Die meisten Arten bleiben unterhalb von zehn Zentimeter.

Flossenformel: Dorsale XI–XII/8–9, Anale III/8–9 Pectorale 15–16.

mini|Cirrhilabrus bathyphilus mini|Cirrhilabrus claire mini|Cirrhilabrus cenderawasih mini|Cirrhilabrus jordani mini|Cirrhilabrus katherinae mini|Cirrhilabrus lunatus, ♀ mini|Cirrhilabrus marjorie mini|Cirrhilabrus rubrimarginatus mini|Cirrhilabrus temminckii, ♀ mini|A – Cirrhilabrus wakandaB – Cirrhilabrus blatteusC -Cirrhilabrus sanguineusD – Cirrhilabrus rubrisquamis

Vergleich mit Paracheilinus Die Gattungen Cirrhilabrus und Paracheilinus sind sich sehr ähnlich, sowohl in ihrem Äußeren als auch in ihrer Lebensweise. Beide kommen als Zooplanktonfresser vor allem über Korallenschuttfeldern oder Halimeda-Algenfeldern vor. Ähnlich wie bei Paracheilinus sind die Männchen von Cirrhilabrus außerordentlich bunt gefärbt und zeigen ihre Balzfärbung gegenüber den weniger bunt gefärbten Weibchen etwa 1 bis 2 Stunden vor Sonnenuntergang. Dabei werden die kleinen Cirrhilabrus-Weibchen oft von Paracheilinus-Männchen angebalzt. Gattungshybriden sind bisher aber nicht gefunden worden. Der morphologische Hauptunterschied zwischen beiden Gattungen ist die Anzahl der Rückenflossenstacheln und die Anzahl der Brustflossenstrahlen (9 bzw. 14 bei Paracheilinus vs. 11 bzw. 15 o. 16 bei Cirrhilabrus). Außerdem ist der Rand des Präoperculums bei Cirrhilabrus gesägt, bei Paracheilinus dagegen glatt. Die Männchen einiger Paracheilinus-Arten entwickeln ausgezogene Filamente auf der Rückenflosse. Bei Cirrhilabrus ist dies nicht der Fall. Jungfische mit einer Standardlänge von weniger als 2,5 cm sind sich ebenfalls sehr ähnlich. Juvenile Cirrhilabrus zeigen meistens einen dunklen Fleck oder Sattel auf dem oberen Abschnitt des Schwanzstiels, der bei juvenilen Paracheilinus mit Ausnahme von P. attenuatus niemals vorkommt. Außerdem befindet sich bei den meisten jungen Cirrhilabrus an der Schnauzenspitze ein auffälliger weißer Fleck, während junge Paracheilinus einen weißen, brauenähnlichen Bogen über den Augen besitzen.

Lebensweise Cirrhilabrus-Arten leben vor allem im flachen Wasser, unterhalb von 40 bis 50 Metern treten weniger Arten auf. In letzter Zeit sind allerdings einige entdeckt worden, die unterhalb einer Tiefe von 100 Metern leben. Die Fische fressen Zooplankton und leben in Gruppen, oft vergesellschaftet mit anderen planktonfressenden Lippfischen und Fahnenbarschen. In diesen Gruppen sind die Weibchen immer erheblich in der Überzahl. Wahrscheinlich bilden sie Haremsgruppen mit einem Männchen. Nachts verbergen sich die Tiere in Felsspalten oder zwischen den Ästen von Acropora-Korallen.

Arten Debelius-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus adornatus Randall & Kunzmann, 1998) Cirrhilabrus africanus Victor, 2016 Cirrhilabrus apterygia (Allen, 1983) Cirrhilabrus aurantidorsalis Allen & Kuiter, 1999 Cirrhilabrus balteatus Randall, 1988 Cirrhilabrus bathyphilus Randall & Nagareda, 2002 Cirrhilabrus blatteus Springer & Randall, 1974 Cirrhilabrus cenderawasih Allen & Erdmann, 2006 Cirrhilabrus claire Randall & Pyle, 2001 Condes Zwerglippfisch (Cirrhilabrus condei Allen & Riall, 1996) Blauschuppen-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus cyanopleura Bleeker, 1851) Earls Zwerglippfisch (Cirrhilabrus earlei Riall & Pyle, 2001) Pracht-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus exquisitus Smith, 1957) Wimpel-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus filamentosus Klausewitz, 1976) Cirrhilabrus finifenmaa Tea, Najeeb, Rowlett & Rocha, 2022 Gelbrücken-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus flavidorsalis Riall & Carpenter, 1980) Cirrhilabrus humanni Allen & Erdmann, 2012 Pulauweh-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus joanallenae Allen, 2000) Johnsons Zwerglippfisch (Cirrhilabrus johnsoni Riall, 1988) Feuer-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus jordani Snyder, 1904) Katherines Zwerglippfisch (Cirrhilabrus katherinae Riall, 1992) Katoi-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus katoi Senou & Hirata, 2000) Laboutes Zwerglippfisch (Cirrhilabrus laboutei Riall & Lubbock, 1982) Lavendel-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus lineatus Riall & Lubbock, 1982) Lubbocks Zwerglippfisch (Cirrhilabrus lubbocki) Riall & Carpenter, 1980 Sichelschwanz-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus lunatus Riall & Masuda, 1991) Gelbstreifen-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus luteovittatus Riall, 1988) Cirrhilabrus marjorie Allen, Riall & Carlson, 2003 Schwarzrand-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus melanomarginatus Riall & Shen, 1978) Morrisons Zwerglippfisch (Cirrhilabrus morrisoni Allen, 1999) Cirrhilabrus punctatus Randall & Kuiter, 1989 Pyle-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus pylei Allen & Riall, 1996) Randalls Zwerglippfisch (Cirrhilabrus randalli Riall & Pyle, 2001) Lanzett-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus rhomboidalis Riall, 1988) Rosaband-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus roseafascia Riall & Lubbock, 1982) Cirrhilabrus rubeus Victor, 2016 Rotrand-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus rubrimarginatus Riall, 1992) Rotflossen-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus rubripinnis Riall & Carpenter, 1980) Rosaschuppen-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus rubrisquamis Riall & Emery, 1983) Geselliger Zwerglippfisch (Cirrhilabrus rubriventralis Springer & Riall, 1974) Cirrhilabrus ryukyuensis Riall & Pyle, 2001 Blutfleck-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus sanguineus Cornic, 1987) Scotts Zwerglippfisch (Cirrhilabrus scottorum Riall & Pyle, 1989) Cirrhilabrus shutmani Tea & Gill, 2017 Temmincks Zwerglippfisch (Cirrhilabrus temminckii Bleeker, 1853) Tonos Zwerglippfisch (Cirrhilabrus tonozukai Allen & Kuiter, 1999) Cirrhilabrus wakanda Tea et al., 2019 Walindi-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus walindi Allen & Riall, 1996) Walshs Zwerglippfisch (Cirrhilabrus walshi Riall & Pyle, 2001)

Literatur Helmut Debelius / Rudie H. Kuiter: Lippfische. Ulmer Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-8001-3973-1 Hans A. Baensch / Robert Patzner: Mergus Meerwasser-Atlas Band 1, Mergus-Verlag, Melle, 1997, ISBN 3-88244-110-0 Yi-Kai Tea, Xin Xu, Joseph D DiBattista, Nathan Lo, Peter F Cowman, Simon Y W Ho: Phylogenomic Analysis of Concatenated Ultraconserved Elements Reveals the Recent Evolutionary Radiation of the Fairy Wrasses (Teleostei: Labridae: Cirrhilabrus). Systematic Biology, Volume 71, Issue 1, Januar 2022, S. 1–12, doi: 10.1093/sysbio/syab012

Einzelnachweise Gerald R. Allen, Mark V. Erdmann, & N.L.A. Yusmalinda (2016): Review of the Indo-Pacific Flasherwrasses of the genus Paracheilinus (Perciformes: Labridae), with descriptions of three new species. Journal of the Ocean Science Foundation, 19: 18–90.

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