Project Zero (jap. , zero; in den USA als Fatal Frame vertrieben) ist eine Computerspielreihe japanischer Survival-Horror-Adventures von Tecmo, deren gleichnamiger erster Teil 2001 erschienen ist. Seit dem vierten Ableger der Spiel-Serie besitzt Nintendo einen Teil der Franchise-Rechte und entwickelt in Kooperation mit Tecmo exklusiv für Nintendo-Plattformen.
Der Spieler steckt in der Rolle eines jungen Mädchens namens Miku Hinasaki und muss dabei herausfinden, was mit ihrem spurlos verschwundenen Bruder Mafuyu geschehen ist. Man verfügt dabei über keine Waffen, sondern muss die auftauchenden Gegner, die allesamt über individuelle Eigenschaften verfügen und sich in Stärke und Geschwindigkeit unterscheiden und dadurch eine beträchtliche Herausforderung darstellen, mit einer Spezialkamera, genannt die Kamera Obskura, bekämpfen. Im Verlauf des Spieles lässt sich dabei durch Aufrüstung der Kamera deren Angriffskraft erhöhen und somit die immer stärker werdenden Gegner meistern.
Project Zero
Project Zero, der erste Teil der Reihe, wurde 2001 in Japan veröffentlicht. In Deutschland erschien es am 30. August 2002 für die Videospielkonsole PlayStation 2 und am 2. Mai 2003 für die Xbox.
Handlung Die Protagonistin Miku reist zu der verlassenen Villa Himuro in einem unbenannten Wald, welcher der letzte bekannte Aufenthaltsort ihres Bruders Mafuyu war. Dieser hatte sich einen Monat zuvor dorthin begeben, um dem berühmten Schriftsteller Junsei Takamine nachzuforschen, welcher bei der Recherche für seinen neuen Roman spurlos verschwunden war.
Takamine entdeckte Aufzeichnungen über die skurrile und finstere Vergangenheit des Anwesens, welche Mafuyu fand. Es hatte einst einem mächtigen Großgrundbesitzer gehört, welcher streng über die umliegende Gegend geherrscht hatte. Als Mafuyu weitere Nachforschungen anstellte, traf er auf die Geister (Yūrei) der ehemaligen Bewohner des Anwesens und verschwand.
Miku findet die Kamera Obskura ihres Bruders, mit welcher sie sich gegen die Geister im Anwesen zur Wehr setzen kann und beginnt die Ereignisse der Vergangenheit aufzudecken, in der Hoffnung dabei ihren Bruder wiederzufinden.
Figuren Miku Hinasaki: Die Hauptperson von Project Zero. Sie besitzt einen „sechsten Sinn“ für das Übernatürliche und kann Dinge sehen, die anderen verborgen bleiben. Mafuyu Hinasaki: Mikus Bruder und der einzige, der sie richtig versteht. Er ist ihr einziger noch lebender Verwandter, seit ihre Eltern ums Leben kamen. Auch er verfügt über einen sechsten Sinn und kann die Seelen von Geistern mit der Kamera Obskura in einem Foto einfangen. Junsei Takamine: Ein Schriftsteller und Mafuyus Lehrer und Freund. Er erforschte für sein neues Buch die uralten Rituale der Familie Himuro in deren Villa und verschwindet dabei spurlos. Miyuki Hinasaki: Mikus und Mafuyus Mutter. Sie hinterließ ihnen die Kamera Obskura. Sie verfügte ebenfalls über übernatürliche Fähigkeiten und verbrachte ihre Kindheit ebenso als Außenseiterin wie ihre beiden Kinder. Tomoe Hirasaka: Die Assistentin von Takamine, welche ebenfalls über einen „sechsten Sinn“ für das Übernatürliche verfügte. Koji Ogata: Der Redakteur von Takamine, welcher ihn auf dem Weg zur Villa begleitete, um ihn bei den Nachforschungen zu unterstützen. Ryozo Munakata: Ein Folklorist, der mit seiner Frau Yae und Mikoto Munakata in die Villa Himuro zog, um Nachforschungen über uralte Kulte in der Umgebung anzustellen. Außerdem hoffte er, dass die frische Bergluft seiner Tochter Mikoto guttun würde. Alles schien für die Familie gut zu laufen, bis Mikoto eines Tages verschwand, als sie Dämonenjagd mit ihren Freunden spielte. Yae Munakata: Ryozos Frau, Mikotos Mutter und Mikus Urgroßmutter, die in der Villa lebten, wo Mikoto eine Kamera findet. Yae beginnt Fotos von der Villa zu machen und ist geschockt von dem, was auf den Bildern zu sehen ist, zumal sie beginnt Geister auch ohne Hilfsmittel zu sehen. Als ihre Tochter kurz darauf verschwindet, verkraftet sie dies nicht. Mikoto Munakata: Die Tochter von Yae und Ryozo Munakata, welche beim Spielen mit ihren Freunden verschwand. Sie tauchte vier Tage nach dem Tod ihrer Eltern wieder auf.
Besonderheiten und Gameplay Project Zero war das erste Survival-Horror-Videospiel, das keine Waffen im üblichen Sinne beinhaltete, sondern andere Methode zum Überwinden von Gegnern einsetzt. Auch wird auf extreme Gewaltdarstellung verzichtet, sondern eine subtile gruselige Stimmung erzeugt.
Die Antagonisten sind erstmals in einem Videospiel nur Geister: umherirrender Seelen, die keine Ruhe finden. Es gibt sowohl gute Geister, die zu erlösen sind, als auch böse Geister, die eine grausame Vergangenheit haben. Fotografiert man diese, entzieht man ihnen ihre spirituelle Energie und vernichtet bzw. erlöst sie so. Durch die dabei angesammelte Energie kann die Kamera Obskura verbessert werden. Es gibt verschiedene Arten von Filmen (Typ 14, Typ 37, Typ 61 und Typ 90), die in die Kamera Obskura eingesetzt werden können, was sich auf ihre Stärke und Angriffskraft auswirkt.
Des Weiteren verfügt man über eine Taschenlampe und eine Karte des labyrinthartigen Hauses, auf der man seine Position bestimmen kann. Viele Türen und andere Zugänge müssen zudem erst durch das Lösen von Rätseln geöffnet werden.
Das Spiel besitzt zu Beginn keine Auswahl für verschiedene Schwierigkeitsstufen. Es besteht aber die Möglichkeit, einen sogenannten Albtraum-Modus freizuschalten.
Hintergrund und Entwicklung Das Konzept für Project Zero entstand, nachdem die Silent-Hill-Reihe bewiesen hatte, dass Horrorspiele mit 3D-Grafik erfolgreich umgesetzt werden konnten. Die technischen Möglichkeiten der Playstation 2 sollten genutzt werden, um bei den Spielern ständig das Gefühl zu erzeugen, dass sie Dinge am Rande ihrer Wahrnehmung sehen und hören. So sollte ein Gefühl von Beklemmung und Anspannung entstehen, welches in Schreckmomenten aufgelöst wird. Als Inspiration dafür diente insbesondere unerklärliche Wahrnehmungen des Produzenten Makoto Shibata. Die klobige Steuerung und das unübliche Setting in Japan sollten zur Desorientierung und wahrgenommenen Hilflosigkeit der Spieler beitragen.
Rezeption Project Zero erhielt insgesamt gute Kritiken. Gelobt wurden die Handlung, die intensive Stimmung und abwechslungsreichen Kämpfe. Die Rätsel wurden hingegen als gleichzeitig simplistisch und unintuitiv empfunden und bei der Steuerung fehle im Vergleich zu etablierten Survival-Horror-Reihen etwas der Feinschliff. Insbesondere der Wechsel des Steuerungsschemas, wenn man die Kamera Obskura benutzt, verwirre eher.
Project Zero II: Crimson Butterfly
Project Zero II: Crimson Butterfly (japanischer Originaltitel: 零〜紅い蝶〜 [zero - akai chō -, Zero - Roter Schmetterling - ]; in den USA als Fatal Frame II: Crimson Butterfly vertrieben) ist ein japanisches Survival-Horror-Videospiel von Tecmo aus dem Jahr 2003, das in Deutschland am 27. April 2004 für PlayStation 2, am 27. Januar 2005 für Xbox und am 29. Juni 2012 für Wii erschienen ist. Das Spiel stammt von den Entwicklern des Vorgängers.
Handlung Da ein idyllischer Ort, an dem die Zwillingsschwestern Mio und Mayu einst zu spielen pflegten, aufgrund eines neu errichteten Dammes geflutet werden soll, gehen die beiden Zwillingsschwestern an jenen Ort, um sich der alten Zeiten zu entsinnen. Als Mayu bei diesem Ausflug einen leuchtend roten Schmetterling erblickt und ihm hinterher läuft, beschließt Mio, ihrer Schwester zu folgen, bevor sie Mayu noch aus den Augen verliert. Dabei überquert Mio eine unsichtbare, magische Grenze, die von einem Schutzstein in der Erde gezogen wird und findet sich urplötzlich in genau demselben Wald wieder, der nun aber im Schatten der Nacht und unheimlicher Finsternis liegt. Als Mio weiter geht, entdeckt sie Mayu an einem Platz auf einer Anhöhe, von der aus die beiden ein verlassen wirkendes Dorf sehen können, das auch als das Dorf der Götter (im Englischen: The Lost Village) bezeichnet wird. Unglücklicherweise verwehren die magischen Schutzsteine, die überall im Dorf und darum herum aufgestellt sind, den beiden, die Gegend zu verlassen. Da es der einzige Weg zu sein scheint, gehen die Zwillinge einen Pfad entlang, der von der Anhöhe aus direkt in das kleine Dorf führt, das sich jedoch schon nach kurzer Zeit als von Geistern befallen herausstellt. Von nun an versuchen die beiden, einen Ausweg aus dem Dorf zu finden und entdecken dabei, dass ihr Auftauchen an diesem mysteriösen Ort möglicherweise kein Zufall war.
Figuren Mio Amakura: Mio ist die jüngere der beiden Zwillingsschwestern und der hauptsächliche steuerbare Charakter in Project Zero II. Man kann davon ausgehen, dass sie eine Reinkarnation der fortgelaufenen Yae Kurosawa ist, da sie von vielen Geistern im Dorf der Götter für diese gehalten wird. Mayu Amakura: Sie ist die ältere, zurückhaltendere Schwester von Mio. Sie hat übersinnliche Fähigkeiten und nimmt Visionen wahr. Mayu ist die Reinkarnation der zurückgebliebenen Sae Kurosawa und wird von purpurnen Schmetterlingen angelockt. Misao Amakura: Er war der Vater von Mio und Mayu. Er ist ein Nachfahre von Dr. Kunihiko Asou und verschwand in der Nähe eines Abgrunds beim Dorf der Götter. Nach der Hochzeit mit Mio und Mayus Mutter hatte er ihren Namen Amakura angenommen. Shizuka Amakura: Nach dem Tod ihres Mannes Misao zog sie mit ihren Töchtern fort. Sie erzählte Mio und Mayu, dass ihr Vater sie verlassen hätte. Yae Kurosawa: Yae ist die ältere der Kurosawa-Zwillinge. Sie und Sae wollten damals mit Itsukis Hilfe vor dem Ritual fliehen. Doch Sae fiel und verletzte sich. Yae ließ sie zurück. Später kehrte sie zum Dorf zurück, doch es war verschwunden. Sie wurde von Ryouzou Munakata gefunden, der sie später heiratete. Sie ist die Urgroßmutter von Miku und Mafuyu Hinasaki (Project Zero I). Sae Kurosawa: Sae ist die jüngere Schwester von Yae, und lief nur weg, um mit ihrer Schwester zusammen sein zu können. Nach ihrer Verletzung wurde sie von Dorfbewohnern gefunden und wieder ins Dorf gebracht. Dort erfuhr sie vom Selbstmord Itsukis, der sich in seiner Zelle erhängt hat. Sie stimmte zu, das Ritual alleine durchführen zu lassen und wurde ebenfalls gehängt und in den Höllenabgrund geworfen. Doch das beruhigte die Götter nicht. Nun streift Saes Geist durch das Dorf und wartet auf ihre Schwester, an der sie sich rächen möchte, da sie Yae die Schuld an Itsukis Tod und dem fehlgeschlagenen Ritual gibt. Ryokan Kurosawa: Der Vater von Yae und Sae tötete Jahre zuvor seinen Zwillingsbruder im Purpur-Ritual. Nach dem fehlgeschlagenen Ritual von Itsuki und Mutsuki bereitete er das Ritual seiner eigenen Töchter vor. Er nahm Dr. Makabe gefangen, um den Kusabi zu erschaffen. Nachdem Yae nicht mehr aufgefunden werden konnte, entschied er, Sae zu hängen und in den Höllenabgrund zu werfen. Itsuki Tachibana: Er ist der jüngere der Tachibana-Zwillinge. Nach dem fehlgeschlagenen Ritual mit seinem Bruder Mutsuki verfärbten sich seine Haare weiß (wahrscheinlich durch den Schock, denn Ryokan Kurosawas Haare sind auch weiß). Er wollte mit seinem Freund Munakata Ryouzou den Kurosawa-Zwillingen zur Flucht verhelfen, wurde aber entdeckt. Daraufhin wurde er im Warenhaus eingesperrt, wo er sich während der Reue erhängte. Mutsuki Tachibana: Der ältere Bruder von Itsuki wurde nach dem Purpur-Ritual kein Schmetterling. Man geht davon aus, dass er sich aufgrund seiner Liebe zu Itsuki zu sehr gewehrt hat. Chitose Tachibana: Sie ist die kleine Schwester von Itsuki und Mutsuki. Chitose gibt Yae ebenfalls die Schuld an Itsukis Tod und greift deswegen Mio an, die sie für Yae hält. Sie ist fast blind und sehr menschenscheu, weswegen sie sich in Schränken versteckt. So konnte sie auch nicht den Schlüssel an Munakata geben. Sie starb während der Reue in einem Wandschrank.