mini|hochkant=0.6|Wappen derer von Möllendorff (Leuchterwappen). mini|hochkant=0.6|Wappen derer von Möllendorff (Leuchterwappen). Auf manchen alten Darstellungen mit dieser Tingierung.

Möllendorff (auch Moellendorff oder Möllendorf) ist der Name eines alten Adelsgeschlechtes aus der Altmark. Das Geschlecht ist eines Stammes mit denen von Krusemark.

Eine weitere Familie von Möllendorff mit dem gleichen Stammhaus bei Osterburg, jedoch mit einem anderen Wappen, dem „Spitzenwappen“ (stammes- und wappenverwandt mit denen von Königsmarck, von Beust und von Rohr) ist ausgestorben.

Geschichte mini|Holzepitaph (etwa 1630) Arndt von Möllendorff auf Dargelütz mit seiner Gemahlin Elisabeth von Wardenberg in der Dorfkirche Dargelütz (jetzt im Freilichtmuseum Klockenhagen). Ursprung Als Stammort der Familie gilt Möllendorf, heute ein Ortsteil der Gemeinde Goldbeck bei Osterburg. Das Geschlecht wird erstmals urkundlich im Jahr 1341 mit Goske, Gerhard und Otto von Mollendorf erwähnt.Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis. Hauptteil 1, Band 1, F. H. Morin, Berlin 1838, S. 142. Die älteste Stammreihe beginnt 1476 mit Kurt von Moellendorff auf Gadow.

Ausbreitung und Besitzungen Die ältesten nachgewiesenen Besitzungen der Familie liegen nicht in der Altmark, sondern in der Prignitz: Krampfer (heute Ortsteil von Plattenburg) 1413, Wentdorf 1421, Garz und Brünkendorf (bei Pritzwalk) 1433.Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Band 1: Prignitz., 2. Auflage, in: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs; Band 3, Hrsg. BLHA, Verlag Böhlau. Weimar 1997, ISBN 3-7400-1016-9. Später wurden zahlreiche weitere Güter erworben. Ein Zweig gelangte nach Pommern und erwarb Besitz in Elbershagen bei Regenwalde, ein weiterer zu Dargelütz (heute Ortsteil von Parchim) im Herzogtum Mecklenburg-Schwerin.

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich drei Eintragungen von Töchtern der Familien von Möllendorff aus Dargelütz und Brünkendorf aus den Jahren 1734–1771 zur Aufnahme in das dortige adelige Damenstift.

Wegen der Namensgleichheit mit dem erloschenen Geschlecht von Möllendorff (Spitzenwappen) ist eine sichere Zuordnung der älteren Namensträger, sofern kein persönliches Wappen überliefert ist, schwierig. Mit großer Wahrscheinlichkeit gehört Henning von Moellendorff, der 1572 zu Cölln an der Spree vom brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg zum Hauptmann der Leibwache ernannt wurde, zu dem Geschlecht mit dem Leuchterwappen. Ebenso ist Curt von Moellendorff dieser Familie zuzuordnen. Er wurde 1620 zum Rittmeister über die prignitzschen und ruppinischen Ritterdienste ernannt.

Wichard Ernst Friedrich von Moellendorff (1796–1880) war Besitzer des Fideikommiss Krampfer (heute Ortsteil von Plattenburg), zu dem bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auch Klein-Gottschow und Simonshagen (heute beides Teile von Groß Pankow (Prignitz)) gehörten. Nachkommen von ihm besaßen auch die Güter Horst und Blumenthal (heute Ortsteile von Heiligengrabe). Diese Besitzungen konnten bis zur Bodenreform gehalten werden. Horst und Blumenthal waren ebenso als Familienfideikommiss ausgestattet. Letzte Vertreter vor Ort war der Major Friedrich Wichard (1870–1932) und seine Kinder Wichard und Leonhard (1918–1945).

Hartwich Friedrich von Moellendorff aus dem Haus Lindenberg war Kommandeur eines preußischen Grenadier­bataillons. Er fiel im Siebenjährigen Krieg 1757 in der Schlacht bei Kolin. Sein jüngerer Bruder Wichard Joachim Heinrich von Moellendorff, geboren 1724 auf dem väterlichen Gut Lindenberg, starb 1816 als preußischer Generalfeldmarschall. Aus seinen Besitzungen stiftete er ein Familien-Majorat mit der Herrschaft Cumlosen und dem Schloss Gadow (Westprignitz), zu dem auch die in Pommern gelegene Herrschaft Elbershagen kam. Da der Generalfeldmarschall unverheiratet war, hatte er lange vor seinem Tod einen Neffen, den in seinem Regiment dienenden Leutnant Wichard von Bonin, adoptiert und zum Erben seiner Güter erklärt. Dieser führte bereits mit königlicher Erlaubnis den Namen Bonin von Moellendorff, jedoch fiel er 1813 als Hauptmann der kurmärkischen Landwehr in der Schlacht bei Hagelberg. mini|hochkant=0.6|Wichard von Möllendorff (1724–1816). mini|hochkant=0.6|Hugo von Wilamowitz-Moellendorff (1840–1905). mini|hochkant=0.6|Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff (1848–1931). Wilamowitz-Moellendorff Wichard von Möllendorff adoptierte daraufhin 1813 die drei Söhne Hugo, Ottocar und Arnold von Wilamowitz seiner Großnichte Ernestine von Bonin, einer Schwester des gefallenen Hauptmanns von Bonin, die mit dem königlich-preußischen Major außer Dienst Theodor von Wilamowitz verheiratet war. Sie begründeten die Linien der Freiherren und Grafen von Wilamowitz-Moellendorff. Am 4. Mai 1815 erhielten sie die königliche Erlaubnis, sich Wilamowitz-Moellendorff zu nennen und ein aus ihrem angestammten und dem moellendorffschen kombiniertes Wappen zu führen.

Wappen Das Wappen zeigt einen dreiarmigen goldenen Leuchter auf rotem (manchmal blauem oder gespalten blauem und silbernem) Grund. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken zwei wachsende geharnischte Arme, die pfahlweise gestellte Welle eines silbernen Wassermühlrades am oberen Ende haltend.

Bekannte Familienmitglieder Möllendorff, Moellendorff Arndt von Möllendorff (vor 1579 – zwischen 1621 und 1628), Herr auf Dargelütz, und Provisor im Kloster Dobbertin Wichard von Möllendorff (General) (1724–1816), preußischer Generalfeldmarschall Karl Hartwig Friedrich von Möllendorf (1743–1801), preußischer Major u. Träger des Ordens Pour le Mérite Georg von Möllendorff (1811–1861), Ökonomie-Kommissionsrat Paul Georg von Möllendorff (1847–1901), deutscher Sprachwissenschaftler u. Diplomat Otto Franz von Möllendorff (1848–1903), deutscher Zoologe u. Diplomat Willy von Möllendorff (1872–1934), auch Willi Möllendorf, deutscher Komponist Wichard von Moellendorff (Ingenieur) (1881–1937), deutscher Ingenieur u. Wirtschaftstheoretiker Wilhelm von Möllendorff (1887–1944), deutscher Anatom Horst von Möllendorff (1906–1992), deutscher Pressezeichner u. Karikaturist Wolf von Möllendorff (1908–1992), deutscher Architekt Else von Möllendorff (1912–1982), deutsche Schauspielerin Ulrike von Möllendorff (1939–2017), deutsche Journalistin u. Fernsehmoderatorin Pamela von Möllendorff (* 1963), Frau des Peter von Möllendorff, geborener Sabaß-Eichhoff (* 1963), deutscher Altphilologe

Wilamowitz-Moellendorff Wichard von Wilamowitz-Moellendorff der Ältere (1835–1905), deutscher Offizier, Fideikommissherr und Parlamentarier Hugo von Wilamowitz-Moellendorff (1840–1905), deutscher Gutsbesitzer, Politiker und Oberpräsident der Provinz Posen Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff (1848–1931), deutscher Philologe Helene von Wilamowitz-Moellendorff (1850–1917), verheiratete Helene von Waldersee, deutsche Dichterin Fanny von Wilamowitz-Moellendorff (1882–1958), schwedische Schriftstellerin Tycho von Wilamowitz-Moellendorff (1885–1914), deutscher Altphilologe

Literatur Gottfried Graf Finck von Finckenstein, Christoph Franke: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. (A/B). 2009. Band XXXI, Band 147 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2009. , ISBN 978-3-7980-0847-2. Franz Menges: Moellendorff, von. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 17, Duncker & Humblot, Berlin 1994, ISBN 3-428-00198-2, S. 628. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1962. Band VI, Band 29 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1962, , S. 247–258. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil A (Uradel). 1942. Jahrgang 41, Justus Perthes, Gotha 1941, [S. 327–334.] Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der ein Deutschland eingeborene Adel. 1908. Jahrgang 9, Justus Perthes, Gotha 1907, S. 498 ff. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 6, Friedrich Voigt’s Buchhandlung, Leipzig 1865, S. 317. Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. Band 3, Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 415.

Weblinks

Eintrag über Moellendorff, Familie in CERL Thesaurus

Einzelnachweise

Kategorie:Deutsches Adelsgeschlecht Kategorie:Adelsgeschlecht (Altmark) Kategorie:Brandenburgisches Adelsgeschlecht Kategorie:Schlesisches Adelsgeschlecht Kategorie:Goldbeck Kategorie:Ersterwähnung 1341