Die Ixia, auch Ixien, Klebschwertel, Mistelblumen oder Miniaturgladiolen genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Die seit 2016 etwa 100 Arten kommen hauptsächlich in der Capensis vor.

Beschreibung mini|Illustration aus Curtis's Botanical Magazine, Volume 618 von Ixia paniculata

Vegetative Merkmale Ixia-Arten wachsen als laubabwerfende, ausdauernde krautige Pflanzen. Sie bilden kleine, kugelige bis eiförmige Knollen, mit häutigen oder faserigen Umhüllungen („Tunika“), als Überdauerungsorgane aus. Laubblätter gibt es nur im Winter. Die grundständigen, einfachen Laubblätter sind flach und parallelnervig. Der Blattrand ist glatt.

Generative Merkmale Die endständigen, ährigen Blütenstände sind einfach oder verzweigt; wenn sie verzweigt sind, können sie aus doldigen oder traubigen Teilblütenständen bestehen. Es sind Tragblätter vorhanden. Es sind zwei unterschiedlich aussehende Deckblätter je Blüte vorhanden. Zwei bis viele Blüten sind in den Blütenständen zweizeilig oder spiralig angeordnet. Es sind keine Blütenstiele vorhanden.

Die zwittrigen Blüten sind dreizählig und meist radiärsymmetrisch oder selten zygomorph. Es sind zwei Kreise mit je drei Blütenhüllblättern vorhanden, die in beiden Kreisen gleichgeformt oder verschieden sein können. Die Blütenhüllblätter sind verwachsen. Die über das Tragblatt hinausragende Blütenröhre ist lang zylindrisch und mehr oder weniger gerade. Der freie Bereich der Blütenhüllblätter ist sternförmig ausgebreitet. Die Farben der Blütenhüllblätter reichen von meist weiß über cremefarben, gelb bis orangefarben, oder blau. Es ist nur ein Kreis mit drei meist freien oder an ihrer Basis verwachsenen, fertilen Staubblättern vorhanden. Die Staubblätter sind gleichmäßig um den Griffel angeordnet. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen mit 20 bis 50 Samenanlagen je Fruchtknotenkammer. Der Griffel ist länger als die Staubblätter und endet in drei einfachen Narbenästen, die bis 1 cm lang sind. Es sind Septalnektarien vorhanden.

Die dünnwandigen, dreifächerigen Kapselfrüchte enthalten 20 bis 100 Samen. Die kantigen Samen sind ungeflügelt.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 10.

Ökologie Bei Ixia-Arten handelt es sich um Geophyten.

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Einige Arten werden durch Bienen und andere durch Käferarten aus der Familie der Scarabaeidae bestäubt. Die langrüsseligen Fliegen Moegistorhynchus longirostris (Nemestrinidae) sowie Philoliche rostrata (Tabanidae) bestäuben Ixia paniculata. Philoliche rostrata bestäuben auch andere langröhrige Ixia-Arten wie Ixia longituba und Ixia pauciflora.

Standorte Alle Ixia-Arten gedeihen in den Winterregengebieten.

Systematik, botanische Geschichte und Verbreitung Die Gattung Ixia wurde 1762 durch Carl von Linné in Species Plantarum. 2. Auflage. S. 51 aufgestellt. Typusart ist Ixia polystachya L. Homonyme für Ixia nom. cons. sind Ixia und Ixia (veröffentlicht in Species Plantarum, 1, 1753, S. 36). Der Gattungsname Ixia leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet verschiedenfarbig oder vom griechischen Wort ixos Mistel (Viscum) ab und bezieht sich auf den Milchsaft. Synonyme für Ixia nom. cons. sind: Houttuynia nom. rej., Dichone , Hyalis nom. nud., Agretta nom. nud., Morphixia , Wuerthia .

Die Gattung Ixia gehört zur Tribus Croceae (Syn.: Ixieae) in der Unterfamilie der Crocoideae innerhalb der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae).

Im 18. Jahrhundert stellte man die meisten afrikanischen Arten der Iridaceae mit kleinen, radiärsymmetrischen Blüten in die Gattung Ixia s. l. Viele dieser Arten wurden in die Gattungen Freesia , Geissorhiza , Hesperantha , Tritonia , Aristea , Babiana und Lapeirousia gestellt. John Bellenden Ker Gawler umschrieb 1804 die Gattung Ixia zum ersten Mal in etwa im Umfang, den sie auch nach molekulargenetischen Untersuchungen aufweist. John Gilbert Baker gliederte 1896 die Gattung Ixia in vier Untergattungen. G. J. Lewis gegliederte 1962 die Gattung Ixia in vier Sektionen, dies wurde 1999 durch De Vos bestätigt.

Die Gattung Ixia wird in vier Sektionen gegliedert: Ixia sects. Dichone : Sie enthält etwa 17 Arten. Ixia sect. Hyalis : Sie enthält etwa 19 Arten. Ixia sects. Ixia: Sie enthält etwa 29 Arten. Ixia sect. Morphixia (Syn.: Morphixia ): Sie enthält etwa 34 Arten.

Ixia-Arten kommen nur in der Capensis und in der Roggeveld-Schichtstufe vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich am nordwestlichsten Namaqualand durch die Kaphalbinsel, im Binnenland bis in die Karoo und ostwärts bis in die südlichen Bereiche des Ostkaps. Sie gedeihen hauptsächlich in Gebieten mit Winterregen. Die meisten Arten gibt es rund um Caledon, Wellington, Paarl, Stellenbosch, Tulbagh, Malmesbury, Piketberg und Clanwilliam.

mini|Blüten von Ixia abbreviata mini|Blütenstand von Ixia curta mini|Ixia dubia mini|Habitus von Ixia maculata mini|Blütenstand von Ixia maculata mini|Blütenstand von Ixia monadelpha mini|Blütenstand mit Blüten im Detail von Ixia paniculata mini|Blütenstand von Ixia polystachya, deren Blüten ein blaues Saftmal besitzen mini|Blütenstand von Ixia polystachya, deren Blüten ein gelbes Saftmal besitzen mini|Blütenstände von Ixia scillaris mini|Ausschnitt eines Blütenstand mit Blüten im Detail von Ixia viridiflora

Es gibt seit 2016 etwa 100 Ixia-Arten:

Ixia abbreviata : Es gibt zwei Varietäten: Ixia abbreviata var. abbreviata (Syn.: Ixia conferta var. ochroleuca , Ixia lutea ): Dieser Endemit kommt von Piketberg bis Paarl im Westkap vor. Mindestens 85 % der Habitate im Tiefland-Fynbos sind hauptsächlich durch Landwirtschaftsflächen verloren gegangen. Die restlichen 10 bis 16 Fundorten sind voneinander isoliert und degradiert. Invasive Pflanzenarten und Buschbrände bedrohen die Bestände. Sie wurde in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Near Threatened“ = „gering gefährdet“ bewertet. Ixia abbreviata var. ovata (Syn.: Ixia capitata var. ovata , Ixia conferta , Ixia lutea var. ovata ): Dieser Endemit kommt heute nur noch von Piketberg bis Porterville, früher auch in Darling und Citrusdal im Westkap vor. Etwa 90 % der Habitate im Tiefland-Fynbos sind hauptsächlich durch Landwirtschaftsflächen verloren gegangen. Es sind nur acht Aufsammlungen bekannt. Einige Bestände sind kleiner als 100 Exemplare. Die Bestände nehmen weiter ab. Sie wurde 2011 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „endangered“ = „stark gefährdet“ bewertet. Ixia acaulis : Von diesem Endemiten sind nur drei Fundorte in Knersvlakte im Westkap bekannt. Er gedeiht im Sukkulentenkaroo-Buschland in Felsspalten oder Spalten zwischen Felsblöcken auf Kalksteingraten. Alle Standorte sollen als Kalksteinbruch dienen, bisher sind erst kleine Bereiche vom Abbau betroffen. Zwei der Habitate sind klein mit nur 50 Exemplaren, der dritte Fundort enthält etwa 1500 Exemplare. Die Bestände nehmen ab. Sie wurde in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „endangered“ = „stark gefährdet“ bewertet. Ixia alata : Von diesem Endemiten sind nur zwei etwa 25 km voneinander entfernte Fundorte in der Roggeveld-Schichtstufe südlich von Calvinia im Nordkap bekannt. An dem einen Fundort gibt es drei große Populationen und an dem anderen Fundort wenige Horste. Die Fundorte sind durch Ackerbau und Dammbau gefährdet. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „vulnerable“ = „gefährdet“ eingestuft. Ixia alticola : Sie wurde 2016 erstbeschrieben. Dieser Habitatspezialist ist nur aus dem Westkap bekannt. Ixia altissima : Dieser Endemit kommt nur in Cederberg im Westkap vor. Die Bestände gelten als stabil. Sie wurde 2014 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Rare“ = „selten, aber nicht gefährdet“ bewertet. Ixia angelae : Sie wurde 2016 erstbeschrieben. Dieser Habitatspezialist ist nur von einem Fundort im Westkap bekannt. Sie gedeiht an feuchten Standorten zwischen Felsen an Wasserfällen und Sickerstellen. Dieser Fundort ist gut geschützt. Sie wurde 2015 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Rare“ = „selten, aber nicht gefährdet“ bewertet. Ixia atrandra : Von diesem Endemiten sind nur zwei Fundorte bekannt. Er kommt nur von Villiersdorp bis Worcester im Westkap vor. Er gedeiht im Renosterveld auf Lehmböden über Schiefergestein der Bokkeveld-Series. Der Bestand auf der Avondrust-Farm ist potentiell durch Weingärten gefährdet, aber der Bestand auf den Brandvlei-Hügeln scheint sicher zu sein. Sie wurde 2008 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „endangered“ = „stark gefährdet“ bewertet. Ixia aurea : Dieser Endemit kommt nur von Piketberg bis Citrusdal und Darling im Westkap vor. Er gedeiht im Fynbos über Granit. Diese sehr seltene Art ist nur von wenigen Aufsammlungen bekannt. Die weit voneinander isolierten Fundorte sind auf vielfältige Weise beeinträchtigt. Ihr Verbreitungsgebiet ist der am stärksten anthropogen beeinträchtigte Bereich des Westkap. Da sie zwei anderen gelbblühenden Arten sehr ähnlich sieht, ist nicht sicher, dass es tatsächlich nur noch drei Fundorte gibt. Sie wurde in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „endangered“ = „stark gefährdet“ bewertet. Ixia bellendenii (Syn.: Ixia longituba var. bellendenii , Morphixia paniculata var. rochensis ): Dieser Endemit ist nur von einem Fundort in den Riviersonderend-Bergen, Jonaskop im Westkap bekannt. Er gedeiht im Fynbos im lehmigen Sand zwischen Felsen im unteren bis mittleren Bereich von Nordhängen. Der Fundort ist geschützt und so ist der stabile Bestand nicht gefährdet. Sie wurde 2012 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Rare“ = „selten, aber nicht gefährdet“ bewertet. Ixia bifolia : Dieser Endemit kommt nur auf dem Caledon- und Shaw-Pass vor. Er gedeiht im Fynbos auf steinigen Lehmböden. Es gibt nur zwei 15 km weit voneinander isolierte Fundorte. Die Bestände sind durch Landwirtschaft und invasive Pflanzenarten gefährdet. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Critically Endangered“ = „vom Aussterben bedroht“ bewertet. Ixia brevituba (Syn.: Ixia amethystina ): Dieser Endemit kommt nur in der Roggeveld-Schichtstufe südwestlich von Middelpos im Nordkap vor. Er gedeiht im Renosterveld auf steinigen, leichten Lehmböden. Der gesamte Bestand liegt im neuhinzugekommenen Teil des Tankwa-Karoo-Nationalparks und ist deshalb geschützt und stabil. Sie wurde in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Rare“ = „selten, aber nicht gefährdet“ bewertet. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20. Ixia brunneobractea : Dieser Endemit kommt nur im Bokkeveld Escarpment im Nordkap vor. Er gedeiht im Fynbos an saisonal feuchten oder sumpfigen Standorten in tiefgründigen sandigen Böden. Die noch verbliebenen fünf bis zehn Fundorte sind durch die Ausweitung des Anbaues von Rooibos-Tee gefährdet. Die Bestände nehmen fortlaufend ab. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „vulnerable“ = „gefährdet“ eingestuft. Ixia calendulacea (Syn.: Ixia maculata var. intermedia ): Den Rang einer Art hat sie seit 2010. Sie ist auf den Küstenebenen der Westküste von Groenrivier Mouth bis Langebaan und im Inland bis Porterville sowie zum Olifants River-Tal in den Provinzen Nord- sowie Westkap verbreitet. Ein isolierter Fundort auf der Kapebene wurde gemeldet, ob er natürlich ist oder durch Verwilderung entstanden ist, kann nicht ermittelt werden. Sie gedeiht im Fynbos in tiefgründigen, gut-drainierten sandigen Böden. Von den vielen historischen Fundorten sind nur 13 und 25 verblieben. Verstädterung und Landwirtschaft sind die Hauptgründe für den Habitatverlust. Die Bestände nehmen fortlaufend ab. Sie wurde 2011 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Near Threatened“ = „gering gefährdet“ bewertet.