mini|Terminal des Flughafens Dortmund
Der Flughafen Dortmund , eigener Name: Dortmund Airport 21, ist ein regionaler Verkehrsflughafen; er liegt im Osten Dortmunds an der Stadtgrenze zu Holzwickede und Unna. Deutschlandweit liegt er gemessen an der Passagierzahl auf Platz 11.
Der Flughafen-Komplex erstreckt sich dabei heute vom 1987 ausgebauten General Aviation Terminal (GAT) im Westen bis zum im Jahre 2000 fertiggestellten heutigen Haupt-Terminal im Osten.
Ein Großteil des Flugbetriebs wird von Billigfluggesellschaften durchgeführt. Dazu kommt ein größerer Anteil an touristischem Linienverkehr, der Geschäftsreiseverkehr sowie die allgemeine Luftfahrt. Auf dem Gelände des Flughafens befindet sich eine Einsatzstaffel der Polizeifliegerstaffel Nordrhein-Westfalen und eine Station der DRF Luftrettung.
Im Dezember 2024 konnte der Flughafen erstmals die Marke von mehr als 3 Millionen Reisenden in einem Jahr verbuchen.
Geschichte Alter Standort mini|Der „Flughof“ Dortmund-Brackel (1927)
Der Dortmunder Flughafen war ursprünglich im Stadtteil Brackel angesiedelt. Dort gibt es auch heute noch die Flughafenstraße, was gelegentlich zu Verwirrung bei Ortsunkundigen führt. Ebenso behielt der in der unmittelbaren Nähe befindliche Bahnhof auch nach der Verlegung den Namen Dortmund-Flughafen, bevor er 1986 in Dortmund-Scharnhorst umbenannt wurde.
Am 15. November 1917 sprach der damalige Dortmunder Oberbürgermeister Ernst Eichhoff das erste Mal öffentlich von dem Plan, nördlich des Dorfes Brackel ein Flugfeld einzurichten. Am 18. Mai 1918 wurde ein entsprechender Vertrag abgeschlossen und man begann, den Landeplatz zu realisieren, der, wie viele andere Flugplätze damals auch, kreisrund angelegt wurde.
Mit der Deutschen Aero Lloyd und der Junkers Luftverkehr AG wurde über einen Anschluss der Ruhrgebietsstädte an das internationale Streckennetz der Luftverkehrsgesellschaften verhandelt. Am 25. Mai 1925 nahm die Stadt Dortmund an der Gründungsversammlung der Luftverkehr Aktiengesellschaft Westfalen mit verschiedenen Ruhrgebietsstädten teil. Ziel der Gesellschaft war es, den Flugverkehr zu fördern.
Im Herbst des Jahres war allerdings zu erkennen, dass die Stadt die finanziellen Belastungen nicht weiter tragen konnte. So wurde am 16. April 1926 die Flughafen GmbH gegründet. Gesellschafter waren das Deutsche Reich, der Preußische Staat, der Provinzialverband Westfalen, der Stadt- und Landkreis Dortmund, die Industrie- und Handelskammer sowie einige Firmen.
Nach dem Zusammenschluss von Aero Lloyd und Junkers Luftverkehr AG im Januar 1926 zur Deutschen Luft Hansa AG starteten und landeten täglich zwölf Maschinen auf dem Dortmunder Flughafen.
Am 27. April 1925 wurde der Flugplatz mit der Einbindung in die Fluglinie Kopenhagen – Hamburg – Bremen – Dortmund – Frankfurt(M) – Stuttgart – Zürich in Betrieb genommen. In der laufenden Flugplanperiode kamen weitere Verbindungen hinzu und es konnten letztendlich die Städte Hannover, Berlin, Halle, Leipzig, Bremen, Hamburg und Amsterdam direkt erreicht werden. 1928 verzeichnete der Flughafen über 8000 Starts und Landungen und war damit neben Köln wichtigster Verkehrslandeplatz im Westen Deutschlands.
Am 10. August 1930 landete das Luftschiff Graf Zeppelin unter dem Zuspruch von 120.000 Menschen auf dem Brackeler Flughafen.
1939 wurde der zivile Luftverkehr eingestellt und das Militär übernahm die Anlage als Fliegerhorst Dortmund-Brackel. Am 28. März 1945 verließen die letzten Flieger den Flugplatz. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Flughafen durch Bombenangriffe zerstört und nach dem Krieg von der Royal Air Force übernommen. Zwischen 1953 und 1959 wurde das Flugfeld in Brackel von der Sportfliegerei genutzt.
1950 gründeten die Gebrüder Theo und Hans Hengsbach mit anderen Flugbegeisterten den Aero-Club e. V. als Nachfolger des Dortmunder Luftfahrtvereins. Drei Jahre später startete wieder das erste deutsche Segelflugzeug in Brackel, 1955 machten die Gebrüder Hengsbach erste Rundflüge.
Am 5. Mai 1955 erhielt die Bundesrepublik die Lufthoheit zurück. Allerdings war der Dortmunder Flughafen nicht mehr im Netz der Lufthansa vertreten, weil für die neuen und größeren Maschinen in Brackel der Platz fehlte. Als 1959 eine Raketeneinheit der Britischen Rheinarmee in den Napier Barracks stationiert wurde, wurde der Flugbetrieb am Standort Brackel endgültig eingestellt. Die zivile Luftfahrt suchte nach einem neuen Standort und wurde im Ortsteil Wickede fündig.
Nach dem Abzug der Britischen Streitkräfte im Jahr 1995 erfolgte eine Umnutzung. Heute befinden sich am Standort Brackel ein Golfplatz, das Trainingsgelände des Fußballbundesligisten Borussia Dortmund sowie ein Neubaugebiet. Nur noch wenige Hinweise wie Bunkeranlagen im nahe gelegenen Naturschutzgebiet Buschei erinnern an die ehemalige Nutzung als Flughafen. Die letzten am Standort Brackel noch vorhandenen Flughafengebäude und ehemaligen militärischen Gebäude wurden ab 2007 eingeebnet, inzwischen erfolgte hier Wohnbebauung.
Neuer Standort mini|Tower
Der Flughafen befindet sich vollständig im Dortmunder Stadtbezirk Brackel; größtenteils im Stadtteil Wickede, jedoch nicht im Stadtteil Brackel.
Beginn in Wickede Die zivile Nutzung des Dortmunder Flughafens am neuen Standort wurde mit der Landung einer Sportmaschine im Jahre 1960 auf einer Graslandebahn eingeweiht. Bereits drei Jahre später erhielt der Flughafen am 1. Februar 1963 durch den Regierungspräsidenten in Münster die Genehmigung für Segel- und Motorflugzeuge.Kirchhoff/Liesenberg: 1100 Jahre Aplerbeck. Verlag Klartext, Essen 1998, ISBN 3-88474-735-5, S. 101.
Die Weichen für den Generalausbau des Flughafens wurden vom Rat der Stadt Dortmund am 24. Februar 1969 mit dem Beschluss des Baus einer Start- und Landebahn von 850 Metern Länge gestellt. Gleichzeitig beschloss der Rat auch den Ausbau des Flughafens mit allen notwendigen Nebeneinrichtungen und die Wiedereinsetzung der alten Betreiberin. Knapp zwei Jahre später am 1. April 1971 wurde die Flughafen Dortmund GmbH als kommunale Eigengesellschaft der Stadt wieder aktiv.
Das Aus für die Segelflieger, die den Standort Wickede aufgebaut hatten, kam 1973. Es folgte die Ansiedlung kleiner, regional agierender Fluggesellschaften, unter anderen die Aerowest, dem zu dieser Zeit größten Cessna-Händler in Europa und Anbieter von Charter-, Foto- und Rundflügen. Professionalisiert wurde der Flughafen 1974 mit dem Ausbau der 650 Meter langen und 20 Meter breiten Graspiste, die mit Asphalt versehen und in Betrieb genommen wurde. 1975 folgte die Realisierung einer ersten 850-Meter-Bahn.
Im Jahr 1979 wurden erste Linienflüge von der RFG – Reise- und Industrieflug, der späteren Eurowings, mit der Eröffnung der Strecke Dortmund – München eingerichtet. Die neu erbaute 850 m lange Start- und Landebahn (plus jeweils 100 Meter befestigte Stoppflächen) mit 30 Metern Breite hieß nun Startbahn Ruhrgebiet und wurde 1983 durch den Ministerpräsidenten Johannes Rau eröffnet. Bereits vier Jahre später erfolgte 1987 die Erweiterung des Abfertigungsgebäudes sowie die Verlängerung der Start- und Landebahn auf 1050 Meter (plus jeweils 200 Meter betonierte Stoppflächen).
Um auch größeren Flugzeugen Landungen in Dortmund zu ermöglichen, wurde 1997 die Start- und Landebahn unter Einbezug der Stoppflächen auf 1450 m verlängert (BAe 146/Avro). Dadurch konnten auch die Nutzlastbeschränkungen der vornehmlich eingesetzten ATR-Turboprops deutlich verringert werden.
2000er Jahre Die abschnittsweise Verlängerung der Start- und Landebahn ging weiter. Im Jahr 2000 begann der Ausbau der Start- und Landebahn auf 2000 Meter Länge und 45 Meter Breite. Im selben Jahr wurde nach etwa zweieinhalb Jahren Bauzeit ein neues Terminal für bis zu 2,5 Millionen Passagiere jährlich eröffnet.
Im Jahr 2001 verzeichnete der Flughafen erstmals über eine Million Passagiere.
Im Jahr 2002 wurde in Dortmund eine Unterflurbetankung installiert (siehe Flughafenanlage).
Da durch die Terroranschläge am 11. September 2001 die Passagierzahlen sanken, warb man Billigfluggesellschaften an. Dadurch steigerte man die Passagierzahlen bis Ende 2005 um knapp 600.000. Damit war man der drittgrößte Flughafen in NRW. Auch als Arbeitgeber war der Flughafen inzwischen von Bedeutung: Über 1500 Menschen hatten zu diesem Zeitpunkt am Flughafen Dortmund ihren Arbeitsplatz. Die Firma Dauair wählte Dortmund zur operativen Basis mit mehreren stationierten Flugzeugen, stellte aber kurz darauf den Betrieb ein.
Im Jahr 2006 verzeichnete man erstmals über 2 Millionen Passagiere.
Aufgrund des stetigen Passagierzuwachses begann im Oktober 2007 eine Baumaßnahme für weitere Warteräume. Das Gebäude dafür schließt sich auf der Westseite an die Bebauung an.
Die Erweiterung im Westen des Terminals konnte am 28. Juni 2008 eröffnet werden. Im östlichen Teil des Geländes wurde ein neuer Parkplatz P3 angelegt, der insgesamt 800 Fahrzeuge fasst. Das Transportvermögen der alten Gepäckförderanlage von 240.000 Stück wurde durch Erneuerung der Anlage auf etwa das Doppelte gesteigert.
Im Jahr 2008 und auch die Jahre darauf stellten viele Fluggesellschaften mehrere Linien ein, wodurch die Passagierzahlen deutlich sanken. Neu aufgenommene Linien anderer Billigfluggesellschaften sorgten für eine langsame Kompensation der weggefallenen Linien.
2010er Jahre Seit 2010 baut vor allem Wizz Air ihre Kapazitäten aus, die von knapp über 700.000 Passagieren im Jahr 2010 auf knapp 1,2 Millionen im Jahr 2018 stiegen. Allein im Jahr 2018 nahm Wizz 10 neue Ziele ins Programm. Von 2016 bis 2017 wurde das ILS (siehe Flughafenanlage) erneuert. Zusätzlich kam eine zweite Sicherheitskontrolle hinzu.
Im Jahr 2019 wurden die Betriebszeiten verlängert.
2020er Jahre Seit August 2020 betreibt mit Wizz Air wieder eine Fluggesellschaft eine nennenswerte Basis am Dortmunder Flughafen. Vorher hatte nur easyJet eine Basis betrieben, hatte sich aber im Jahr 2008 wieder zurückgezogen. Wizz Air hat drei A320 stationiert. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte nur Eurowings eine Maschine in Dortmund stationiert. Mit Verkündung der Nachricht hat der Flughafen mitgeteilt, die Infrastruktur weiter verbessern zu wollen. Erste Verbesserungen wurden durch die Errichtung neuer Passkontrollen und einer Überdachung für wartende Passagiere erreicht. Zudem gab Eurowings im April 2021 bekannt, eine zweite Maschine in Dortmund zu stationieren und das Angebot ab Dortmund stark auszubauen. Außerdem ist der Flughafen nun der offizielle Heimatflughafen des „BVB-Mannschafts-Airbus“. Im August 2021 teilte Wizz Air mit, dass die erst im August 2020 eröffnete Basis am Dortmunder Flughafen zum 24. Oktober 2021 wieder geschlossen wird.
Wirtschaftliche Entwicklung mini|Verlustübernahmen durch die Stadt Dortmund
Die Flughafen Dortmund GmbH ist zu 26 % im Besitz der Stadt Dortmund und zu 74 % im Besitz der Dortmunder Stadtwerke AG, die wiederum zu 100 % im Besitz der Stadt Dortmund ist.
2000 bis 2008 mini|Terminal 1
Bau des Terminals und der Start- und Landebahn Der Flughafen Dortmund bekam für die Baumaßnahmen zum Ausbau der Start-/Landebahn und zur Erweiterung des Terminals etwa 20 Mio. Euro Fördermittel von Land, Bund und EU. Der im Herbst 2000 abgeschlossene Ausbau war planerisch eng auf die damaligen Bedürfnisse der Eurowings Luftverkehrs AG zugeschnitten und führte in der Folgezeit zu Einschränkungen im Flugbetrieb, die später in erneute Ausbaudiskussionen mündeten (siehe „Pläne für die Zukunft“).
Das Jahresdefizit stieg nach dem Ausbau im Jahr 2000 von anfänglich etwa 9 Mio. Euro auf 28,3 Mio. Euro (2004) an und war seitdem bis 2007 (19,9 Mio. Euro) rückläufig. Hauptursächlich dafür war zunächst die schrittweise Verlagerung von Strecken der Fluggesellschaft Eurowings (nach dem Einstieg der Lufthansa mit heutigem 49-Prozent-Anteil) sowie der allgemeine Einbruch des Luftfahrtmarktes in den Jahren 2001 bis 2004.
NERES Förderprogramm