Das Konzerthaus Dortmund im Dortmunder Stadtkern wurde im September 2002 eröffnet. Der neu errichtete Saal verfügt über 1550 Sitzplätze, davon 900 als Kleiner Saal nutzbar.Willi Keinhorst: Musikhäuser im Revier. In: Welt am Sonntag. 13. Dezember 2009. Der Saal weist eine Nachhallzeit von etwa zwei Sekunden auf, die als optimal für Konzertsäle gilt, und wird aufgrund seiner Akustik und rechteckigen Form mit dem Saal des Wiener Musikvereins verglichen. Gründungsintendant und einer der Hauptinitiatoren für das Projekt Konzerthaus war Ulrich Andreas Vogt. Raphael von Hoensbroech ist seit der Saison 2018/19 Intendant sowie Geschäftsführer des Konzerthauses.Benedikt Stampa: „Muss i denn …“ Abschied von einem der schönsten Konzertsäle. In: Konzerthaus Dortmund (Hrsg.): So klingt nur Dortmund. Saison 2018/19. Dortmund 2018, S. 5. mini|Konzertsaal mit 1550 Plätzen mini|Konzertsaal Dortmund während Konzert
Veranstaltungen Die Spielzeit beginnt jeweils im September und endet im Juli des nächsten Jahres.Julia Gaß: Konzerthaus Dortmund lädt zum Staunen ein. In: Dorstener Zeitung. 18. Mai 2022. Die Bandbreite des Programms reicht von Orchesterkonzerten, Klavierabenden, Kammermusik, konzertanten Opern, Chormusik über Jazz bis Weltmusik.Kultur verbindet die Menschen. In: Ruhr Nachrichten. 24. Dezember 2022. 2006 rief das Konzerthaus Dortmund das deutschlandweit erste Pop-Abo ins Leben: Mit Akustik-Pop wird eine jüngere Zielgruppe an die Strukturen eines klassischen Konzert-Abonnements herangeführt, was im Publikum viel Zuspruch findet.Das Konzerthaus Dortmund präsentiert wieder ein Pop-Abo. In: Ruhr Nachrichten. 22. Juli 2023.
Im Rahmen der Eigenveranstaltungen (circa 100 Eigenveranstaltungen pro Spielzeit)Julia Gaß: Konzerthaus reist mit vielen Stars durch Gefühlswelten. In: Halterner Zeitung. 19. April 2023. veranstaltet das Konzerthaus Konzerte mit Solisten wie Anne-Sophie Mutter, die das Konzerthaus als Vorbild für nachfolgende Konzerthäuser empfahl, sowie international tätigen Orchestern. Im Laufe der Jahre gastierten (teils mehrmals) Anne-Sophie Mutter,Anne-Sophie Mutter spielt in Dortmund. In: Dorstener Zeitung. 4. Juni 2018. Anna Netrebko, Cecilia Bartoli, Thomas Hampson, Hilary Hahn, Yuja Wang, Jonas Kaufmann, Matti Salminen, Yo-Yo Ma, Jan Lisiecki, Lang Lang, Alfred Brendel, das London Symphony Orchestra, die Berliner Philharmoniker, das Boston Symphony Orchestra, das Concertgebouw-Orchester aus Amsterdam, das City of Birmingham Symphony Orchestra oder das New York Philharmonic.
Darüber hinaus umfassen die Eigenveranstaltungen Konzerte in der Reihe Junge Wilde (etwa Konzerte mit Yuja Wang, Janine Jansen, Gautier Capuçon)Konzerte. In: Ruhr Nachrichten. 5. September 2023.Julia Gaß: Cello-Jungstar spielte Livestream aus Dortmund. In: Dorstener Zeitung. 18. November 2022. sowie Vorträge, wie zum Beispiel die Reihe Kopfnoten mit dem Musikwissenschaftler Michael Stegemann.Vivaldi als Förderer und Lehrer. In: Ruhr Nachrichten. 14. Oktober 2022. Das Konzerthaus veranstaltet außerdem konzertante Opernaufführungen (wie Das Rheingold mit Yannick Nézet-Séguin), Kammermusikabende (beispielsweise mit Gidon Kremer) und Liederabende (etwa mit Julian Prégardien und Asmik Grigorian)Nachholtermin Julian Prégardien. In: Ruhr Nachrichten. 20. Dezember 2022. sowie Jazz-, Pop- und Comedyabende (zum Beispiel mit Michael Wollny und Kat Frankie).
Die Fremdveranstaltungen des Konzerthauses Dortmund beinhalten unter anderem Konzerte der Dortmunder Philharmoniker,Julia Gaß: Philharmoniker ehrten Taubenzüchter. In: Dorstener Zeitung. 16. November 2023. regelmäßige Auftritte weiterer deutscher Orchester, Shows, Musicalproduktionen und Veranstaltungen wie das Klangvokal Musikfestival Dortmund und das Klavier-Festival Ruhr.
Als ein „Leuchtturmprojekt“ wurde in den Jahren 2003 bis 2004 eine halbszenische, konzertante Aufführung des Rings des Nibelungen von Richard Wagner mit internationaler Besetzung unter der Leitung von Hans Wallat aufgeführt. Weitere große Projekte waren die viertägige Ruhr Residenz der Berliner Philharmoniker im Jahr 2017, Wagners Tristan und Isolde mit Videoinstallationen von Bill Viola sowie Originalklang-Parsifal mit dem Dirigenten Thomas Hengelbrock.
Veranstaltungsreihen (Auswahl) Zu den festen Reihen der Dortmunder Dramaturgie gehören seit 2006 die Exklusivkünstler und die Jungen Wilden, die jeweils über drei Jahre wirken.Pop-Abo: Konzerthaus Dortmund wirbt um das junge Publikum. In: Bonner General-Anzeiger. 11. Mai 2006. Darüber hinaus veranstaltet das Konzerthaus Dortmund mehrtägige Festivals wie Zeitinsel und Curating Artist.Christian Wildhagen: Musik kann sehr politisch klingen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. Januar 2011.
Exklusivkünstler Als Exklusivkünstler waren von 2006 bis 2010 der Geiger Renaud Capuçon sowie der Pianist Fazıl Say zu erleben. Von 2010 bis 2013 folgte ihnen der Dirigent und Komponist Esa-Pekka Salonen, der in dieser Zeit mehrere spektakuläre multimediale Produktionen – wie die Installation re-rite – nach Dortmund brachte. Seither sind die Exklusivkünstler ausschließlich Dirigenten (Stand 2025).
Übersicht der Exklusivkünstler: 2006–2010: Renaud Capuçon (Geiger), Fazıl Say (Pianist) 2010–2013: Esa-Pekka Salonen (Dirigent) 2013–2016: Yannick Nézet-Séguin (Dirigent) 2016–2019: Andris Nelsons (Dirigent) 2019–2022: Mirga Gražinytė-Tyla (Dirigentin) 2022–2025: Lahav Shani (Dirigent)Geballte Virtuosität. In: Ruhr Nachrichten. 17. August 2023. 2025–2028: Tarmo Peltokoski (Dirigent)
Junge Wilde Die Reihe „Junge Wilde“ bietet jungen Solisten am Anfang einer größeren Karriere über drei Jahre hinweg die Möglichkeit, sich dem Publikum in verschiedenen Kammermusikformationen im Rahmen der Eigenveranstaltungen des Konzerthauses zu präsentieren. Bisherige Künstler dieser Reihe waren:
2006–2009 2009–2012 2012–2015 2015–20182018–20212021–20242024–2027 Gautier CapuçonAnnette DaschMartin FröstJanine JansenPatricia KopatchinskajaAntti SiiralaBaiba SkrideMartin Stadtfeld Measha BrueggergosmanVeronika EberleMarie-Elisabeth HeckerPekka KuusistoLise de la SalleAntoine TamestitAnna VinnitskayaYuja Wang Andreas BrantelidKhatia BuniatishviliRay ChenVilde FrangJan LisieckiSebastian ManzAnna Prohaska Behzod AbduraimovBenjamin GrosvenorKsenija SidorovaNicola BenedettiAndrè SchuenAndreas OttensamerEdgar MoreauAlexej GerassimezSimon HöfeleLucas und Arthur JussenBeatrice RanaAnna Lucia RichterKian SoltaniEmmanuel TjeknavorianChristina GanschCristina Gómez GodoyIsata Kanneh-MasonSheku Kanneh-MasonJean RondeauVivi VassilevaNoa WildschutJulia HagenLucie HorschTimothy RidoutMao FujitaRandall GoosbyLucienne Renaudin VaryLea Desandre
Zeitinsel Seit 2008 dienen die Zeitinseln – kleine mehrtägige Festivals – der Beschäftigung mit ausgewählten zeitgenössischen Komponisten wie beispielsweise Arvo Pärt, Sofia Asgatowna Gubaidulina und Beat Furrer.
Curating Artists Seit 2019 veranstaltet das Konzerthaus Dortmund im Rahmen der Reihe Curating Artist kleine Festivals, die von dem jeweiligen Künstler – dem Curating Artist – selbst gestaltet werden. Hierbei wählt der jeweilige Künstler die auftretenden Musiker sowie das Programm des Festivals selbst aus. Die bisherigen Curating Artists waren u. a. Gautier Capuçon, Philippe Jaroussky und die Geigerin Hilary Hahn, die im Herbst 2023 für eine Woche Violinkonzerte (etwa von Tschaikowsky sowie Mendelssohn) und Kammermusik darbot.Julia Gaß: Hilary Hahns Festival endete mit einer Fiesta. Ruhr Nachrichten. 13. November 2020. Dabei werden im Rahmen der Reihe von den Künstlern auch Sonderformate wie Babykonzerte, Meisterklassen und öffentliche Gespräche veranstaltet.
Geschichte Machbarkeitsstudie und Abriss des Universum-Kinos mini|Konzerthaus Dortmund Außenansicht Haupteingang Die Kulturstiftung Dortmund mit dem Arbeitskreis Pro Phil wurde auf Initiative des damaligen Vorsitzenden der Theater– und Konzertfreunde Dortmund e. V. – Ulrich Andreas Vogt – und des Dortmunder IHK-Präsidenten Fritz Jäger 1992 gegründet.Julia Gaß: 20 Jahre Freude am Konzerthaus. In: Halterner Zeitung. 31. August 2022. Ziel der Gründer war es, für den Bau einer Philharmonie für Westfalen zu werben.Goertz Wolfram: Kein Allerheiligstes. In: Rheinische Post. 6. September 2002. Ursprünglich war geplant, im Bereich der Westfalenhallen ein Konzerthaus zu integrieren. Da das Brückstraßenviertel Mitte der 1990er Jahre durch verschiedene Maßnahmen aufgewertet werden sollte, sah die Stadt Dortmund dort den optimalen Standort. Sie gab 1997 eine Studie in Auftrag, die klären sollte, wie man das alte Universum-Kino in der Brückstraße zu einem Konzertsaal umbauen könne. Eine Machbarkeitsstudie kam zu dem Ergebnis, dass dies aufgrund der zu erwartenden Zuschauerkapazität, der erforderlichen Podiumsgröße und der Umsetzung einer guten Akustik nur durch einen Neubau unter Einbeziehung eines angrenzenden Kaufhauses möglich wäre. Am 1. Februar 1999 wurde mit dem Abriss der zu dem Zeitpunkt leer stehenden Gebäude des Kinos und des Kaufhauses begonnen. Die statischen Gegebenheiten in der Blockbebauung verlangten ein etagenweises Abtragen, um die Standsicherheit nicht zu gefährden. Beim Abriss entstanden in acht Monaten 45.000 Kubikmeter Schutt.
Bau des Konzerthauses mini|Grundsteinlegung Das Konzerthaus (auch „Philharmonie für Westfalen“ genannt) wurde vom Architekt Ralf Schulte-Ladbeck konzipiert. Im Juli 2000 bezogen die Generalunternehmer Freundlieb und Hochtief ihr Baubüro in der Reinoldistraße. Insgesamt dauerte die Einrichtung der Baustelle mit einer Grundstücksfläche von 2500 Quadratmetern rund eine Woche; bis zu 200 Handwerker arbeiteten gleichzeitig.
Am 16. Oktober 2000 wurde der Grundstein für den Bau des Konzerthauses gelegt. Im September des Folgejahres begann der Innenausbau. Im März 2002 wurde im Saal mit der Installation der akustischen Innenausstattung begonnen. In den Hochzeiten der Bauausführungen fuhren tägl. bis zu 50 LKW die Baustelle an. Insgesamt waren für den Rohbau 9000 Kubikmeter Beton nötig. Nachdem die handwerkliche Arbeit im Konzertsaal im April 2002 beendet worden war, wurden das Parkett verlegt sowie die Stühle eingebaut, sowie am 25. April 2002 die Orgel der Orgelmanufaktur Klais eingestimmt.
Die ursprünglich geplanten 60 Millionen DM Baukosten konnten nicht eingehalten werden. Insgesamt wurden 95 Millionen DM (rd. 48 Millionen Euro) ausgegeben.
Die Wiener Philharmoniker sagten mit ihrem Auftritt im Konzerthaus Dortmund am 21. Mai 2002 zum ersten Mal in ihrer Geschichte ein Konzert in einem Saal zu, in dem zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch nie ein Orchester gespielt hatte.Udo Taubitz: Eine saubere Affäre. In: Stuttgarter Zeitung. 14. September 2002. Anfang September desselben Jahres konnte das Haus im Rahmen eines Tags der offenen Tür besichtigt werden; vom 13. bis 15. September wurde es mit Galakonzerten offiziell eröffnet.
Erste Jahre