mini|Mario Pavone (2019) Mario Pavone (* 11. November 1940 in Waterbury, Connecticut; † 15. Mai 2021) war ein US-amerikanischer Bassist des Creative Jazz.
Leben und Wirken Der gelernte Ingenieur Pavone hatte in seiner Jugend keine formale musikalische Ausbildung. Mit dem Jazz kam er erstmals 1958 während seines Studiums an der University of Connecticut in Berührung, seit 1962 spielte er selbst Kontrabass. Er nahm Unterricht bei Bertram Turetzky und begann 1965 seine Laufbahn als professioneller Musiker.
1968 unternahm er eine Europatournee mit Paul Bley, mit dem er bis 1972 zusammenarbeitete. Mit ihm und Barry Altschul spielte er 1968 das Album Canada ein. Anfang der 1970er Jahre trat er mit dem Vibraphonisten Bobby Naughton auf und war Mitglied von Bill Dixons Orchestra of the Streets, sowie John Fischers Interface. 1975 gründete er in New Haven (Connecticut) mit Bobby Naughton, Wadada Leo Smith, Gerry Hemingway, Wes Brown, Dwight Andrews und anderen das Creative Music Improvisers Forum (CMIF). 1979 erschien Digit, sein erstes Album als Bandleader.
1980 begann seine achtzehn Jahre währende Zusammenarbeit mit Thomas Chapin. Seine wichtigste Formation mit Chapin war ein Trio mit dem Schlagzeuger Michael Sarin. Daneben arbeitete er als Coleader mit Anthony Braxton, Wadada Leo Smith, Marty Ehrlich und Michael Musillami. Etwa 1990 begann er die „Umsetzung höchst komplexer eigener Projekte, die ihn hauptsächlich als Schöpfer einfühlsamer, in ihrer Ernsthaftigkeit an den Third Stream erinnernder Kompositionen zwischen Jazz-Moderne und Neuer Musik herausstellten.“Wolf Kampmann
Nach Chapins Tod 1998 trat er ausschließlich mit eigenen Formationen auf. Lediglich 2001 beteiligte er sich an der Aufnahme des Debütalbums seines Sohnes Michael Pavone, Trio. Daneben beteiligte er sich an der Organisation des Litchfield Jazz Festival und des Litchfield Summer Jazz Camp. Im Bereich des Jazz war er laut Tom Lord zwischen 1968 und 2018 an 65 Aufnahmesessions beteiligt, zuletzt mit seinem Mario Pavone Dialect Trio, mit Matt Mitchell und Tyshawn Sorey (Philosophy).Tom Lord The Jazz Discography (online, abgerufen am 17. Mai 2021)
Diskographische Hinweise Alben als Leader und Co-Leader Digit, 1979 Shodo, 1981 Sharpeville, 1988 Toulon Days, 1992 Anthony Braxton/Mario Pavone: Nine Duets, 1993 Song for (Septet), 1995 Dancers Tales, 1997 Remembering Thomas, 1999 Motion Poetry, mit Michael Musillami, 2000 Op Ed mit Michael Musillami, 2001 Totem Blues, 2001 Mythos, 2002 Pivot mit Michael Musillami, 2002 Orange, 2003 Boom, 2004 Deez to Blues, 2006 Trio Arc, 2008 Ancestors, 2008 Arc Suite T/Pi T/Po, 2010 Street Songs, 2014 Blue Dialect, 2015 Chrome, 2017 Philosophy, 2019 Mario Pavone Dialect Trio + 1: Blue Vertical (2021) Mario Pavone & The Tampa Quartet: Isabella (2021)
Alben als Begleitmusiker Bill Dixon: November 1981, 1981 Bill Dixon: Thoughts, 1985 Bill Dixon: Son of Sisyphus, 1988 Thomas Chapin: Third Force, 1990 Thomas Chapin: Insomnia, 1991 Thomas Chapin: Anima, 1992 Anthony Braxton: Seven Standards, 1994 Thomas Chapin: Menagerie Dreams, 1994 Thomas Chapin: Haywire, 1996 Thomas Chapin: Sky Piece, 1998 Thomas Chapin: Nightbird Song, 1999 Thomas Chapin: Alive, 1999 Thomas Chapin: Ride, 2006
Lexigraphische Einträge Wolf Kampmann (Hrsg.), unter Mitarbeit von Ekkehard Jost: Reclams Jazzlexikon. Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-010528-5.
Weblinks
Mario Pavones Homepage
[ Diskographie als Sideman] bei Allmusic
Einzelnachweise
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