mini|alternativtext=Dieses Bild zeigt ein Porträt von Thomas Ranft aus dem Jahr 2013 und wurde durch die promovierte Künstlerin, Malerin und Fotografin Benita Martin mittels Bleistift, Kohle und Graphit in einer besonderen und rechtlich geschützten (dreidimensionalen) Maltechnik namens Ada Dimensionsmalerei angefertigt.|Porträt von Thomas Ranft (2013) angefertigt von der Künstlerin Benita Martin mittels einer besonderen und rechtlich geschützten (dreidimensionalen) Maltechnik namens Ada DimensionsmalereiThomas Ranft (* 11. Januar 1945 in Königsee) ist ein deutscher Grafiker und Drucker.
Leben und Werk Ranft absolvierte ab 1961 eine Lehre als Baumschulgärtner und arbeitete bis 1966 in Weimar und Markkleeberg in seinem Beruf. 1966/1967 war er Werbe- und Sachbearbeiter an den Städtischen Theatern Leipzig. Daneben besuchte er die Abendakademie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGBK).
Von 1967 bis 1972 studierte er bei Heinz Wagner und Hans Mayer-Foreyt an der HGBK. Danach arbeitete er in Karl-Marx-Stadt als freischaffender Grafiker.
1975 nahm er an den Pleinairs in Ahrenshoop und auf Hiddensee teil. Es entstand ein 8-mm-Schmalfilm, den er zusammen mit Michael Morgner und dem Fotografen Ralf-Rainer Wasse drehte.
Auf seine Initiative und Ideen hin gründete er 1977 zusammen mit Carlfriedrich Claus, Michael Morgner, Dagmar Ranft-Schinke und Gregor-Torsten Schade die Künstlergruppe und Produzentengalerie Clara Mosch (1977–1982) in Adelsberg, einem Stadtteil von Karl-Marx-Stadt/Chemnitz.
Im Rahmen seiner künstlerischen Tätigkeit nahm Ranft hin und wieder Druckaufträge entgegen. Unter anderem für Horst Sagert, Harald Naegeli, Gerhard Altenbourg oder seinen Künstlerkollegen der Clara Mosch.
1985 begegnete er erstmals Ernst Jandl. Später illustrierte er Jandls Werk der beschriftete sessel.
Von 1986 bis 1989 übte er eine Lehrtätigkeit an der Fachschule für angewandte Kunst in Schneeberg aus. Er hatte in der Zeit der DDR im In- und Ausland eine große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. 1977/1978 und 1982/1983 an der VIII. und IX. der Kunstausstellung der DDR in Dresden.
Ranft war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Seit 1993 ist er Mitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig. Er ist Gründungsmitglied des Vereins „Kunst für Chemnitz“.
Ranft lebt und arbeitet in Dittersdorf. Er war mit Dagmar Ranft-Schinke verheiratet.
Personalausstellungen (unvollständig)
2022: Chemnitz, Neue Sächsische Galerie („werch ein illtum.“ Druckgrafische Zyklen zu literarischen Werken von Friedrich Hölderlin, Ernst Jandl und Rainer Maria Rilke) 2020/2021 Schlossbergmuseum Chemnitz („Allegorie. Grafiken zu Gedichten von Rainer Maria Rilke“)
2019 Galerie Profil, Weimar 2017 Kunsttempel, Kassel 2017 Galerie am Hirschgarten, Erfurt 2015 Kunstsammlungen Chemnitz 2013 Hölderlinturm, Tübingen 2010 Galerie am Sachsenplatz, Leipzig 2010 Kunstraum, Frankfurt a. M. 2009 Kunsthalle Schweinfurt 2008 Edition Staeck, Heidelberg; H.P.-Projekt, Dresden; Galerie Weibel, Basel 2007 Galerie Nathalia Laue | Galerie & Edition, Frankfurt/Main 2003 Galerie Barthel+Tetzner, Berlin; Galerie Oben, Chemnitz 2002 Galerie 5ünf Sinne, Halle 2001 Goethe-Institut, New York 2000 Galerie Barthel+Tetzner, Berlin 1999 Galerie Oben, Chemnitz 1998 Galerie art-in, Meerane 1997 Lindenau-Museum, Altenburg; Städtische Kunstsammlungen, Chemnitz 1996 Galerie Stefan Röpke, Köln; Jürgen-Ponto-Stiftung, Frankfurt/M. 1995 Galerie Oben Chemnitz 1994 Galerie Gunar Barthel, Berlin 1993 Galerie Barthel+Tetzner, Köln 1992 Galerie Gunar Barthel, Berlin; Galerie für originale Druckgraphik, Zürich (Schweiz) 1991 Galerie im Cranachhaus, Weimar 1990 Galerie Catarina Maurer, Bern (Schweiz) 1987 Galerie Oben, Karl-Marx-Stadt, Galerie Erph, Erfurt 1986 Neue Dresdner Galerie, Dresden 1985 Kunsthalle Hamburg; Galerie Villa de Crohn, Bremen; Galerie H. Schneider, Horgen(Schweiz) 1982 Galerie Mitte, Dresden 1981 Klub der Intelligenz „Pablo Neruda“, Karl-Marx-Stadt 1980 Galerie am Sachsenplatz, Leipzig 1979 Galerie Arkade, Berlin 1977 Eröffnungsausstellung von Clara Mosch 1976 Bunte Stube, Ahrenshoop 1975 Kulturbund-Galerie, Magdeburg 1974 Galerie Kunst der Zeit, Weimar 1973 Galerie Oben, Karl-Marx-Stadt 1971 Kunstkabinett, Leipzig
Auszeichnungen 2024 Bundesverdienstkreuz am Bande 2003 Hans-Theo-Richter-Preis, Sächsische Akademie der Künste, Dresden 1993 Bayerischer Filmpreis für „Die schöpferische Zersetzung“, Dokumentarfilm über Clara Mosch 1980 Medaille auf der Biennale, Frechen 1976 II. Biennale de Gravure, Mulhouse: Preis der Stadt Mulhouse 1975 Medaille auf VII. Biennale, Malbork (Polen) 1973 Preis des Ministeriums für Kultur der CSSR auf der 1. Quadriennale in Banska Bystrica
Arbeiten im öffentlichen Besitz (Auswahl) Kupferstichkabinette und Zeichnungssammlungen von Museen in Dresden, Berlin, Chemnitz, Altenburg, Leipzig, Halle, Frankfurt/O., Rostock, Weimar, Schwerin, Stendal, München, Basel, Paris, New York, Bratislava sowie in den Akademien der Wissenschaften in Berlin, Dresden und Jena.
Publizierte Grafiken (Auswahl)
1975 „Der Mann vom Anti“, Utopische Erzählungen, Verlag Neues Leben, Berlin, 14 reproduzierte Radierungen von T. Ranft 1979 „Spuren“, 10 Radierungen, Mappe, Akademie der Wissenschaften, Berlin-Buch 1983 „Gavrinis“, 10 Radierungen, Mappe, Edition Eikon-Presse, Verlag der Kunst, Dresden 1984 „die ähnlichkeit mit deinen augen“, Künstlerbuch mit lithografierten Bildtexten von Andreas Koziol 1986 „Reflexionen II“, Künstlerbuch, 11 Radierungen, eigene Texte, Herausgeber: Jens Henkel, Karl-Marx-Stadt 1989 „Der Narr und seine Wunden“, 13 Kaltnadelradierungen, Mappe, Eigenedition 1990 „Amiticia“, Dokumentation der Freundschaft zwischen T. Ranft und J. Wenke 1991 „Ameticia“, Grafik und Text von T. Ranft, Text und Gestaltung J. Wenke 1991 Ernst Jandl: Der beschriftete Sessels. Gedichte, 20 Radierungen von T. Ranft 2002 „InSicht“, Grafikmappe 2005 „Nebelhüllen“, Grafikmappe zu Goethes „Faust II“ 2008 „H.P.: Das Rätsel“, Künstlerbuch im Offsetdruck, Herausgeber: J. Wenke, Städtische Galerie Dresden 2012 „Hyperion“, zwei Grafikmappen mit je 11 Radierungen, erschienen im Auftrag der Hölderlin-Gesellschaft 2019 „Allegorie I“, „Allegorie II“, zwei Grafikmappen mit je 11 Radierungen zum Thema Rilke
Literatur
Ranft, Thomas. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 740
Einzelnachweise
Weblinks
Thomas Ranft auf artfacts.net
Kategorie:Grafiker (Chemnitz) Kategorie:Radierer (Deutschland) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1945 Kategorie:Mann