Der Azurblaurabe (Cyanocorax caeruleus, Syn.: Cyanocorax coeruleus) ist eine Vogelart aus der Familie der Rabenvögel. Er bewohnt vor allem den Araukarienwald im Süden Brasiliens. Azurblauraben leben in Schwärmen und sind in Sippen untergliedert, welche bis zu zwei Generationen zusammenbleiben können. Während der Fortpflanzungszeit bauen diese zusammen die Nester und sorgen für die eigene Sicherheit. Die Tiere beherrschen ein großes Spektrum an Vogelrufen.

Lebensraum mini|rechts|Lebensraum des Azurblauraben im Süden Brasiliens Der Azurblaurabe lebt im Atlantischen Regenwald im Süden Brasiliens (von São Paulo bis Rio Grande do Sul) und Nordosten Argentiniens (Misiones und Norden von Corrientes). In größerer Anzahl sind diese Rabenvögel im Araukarienwald zu finden, wo sie die Brasilianische Araukarie (Araucaria angustifolia) für den Bau von Nestern bevorzugen und als Nahrungsquelle nutzen.

Merkmale Der Azurblaurabe ist ca. 40 cm lang und hat einen kräftigen Schnabel. Die leuchtend blaue Gefiederfarbe des Körpers steht in deutlichem Kontrast zu den schwarzen Federn auf seinem Kopf, der Vorderseite des Halses und dem oberen Teil der Brust. Die Federn an der Stirn sind leicht gesträubt, die Augen und der Schnabel sind dunkel. Die Weibchen sind allerdings etwas kleiner, ansonsten ist kein Geschlechtsdimorphismus vorhanden.

Ernährung 180px|mini|Samen der Brasilianischen Araukarie (Araucaria angustifolia) Der Azurblaurabe wurde von Bewohnern des Araukarienwaldgebietes beim Fressen der Samen der Brasilianischen Araukarie beobachtet und wird deshalb als Ausbreiter der Araukarienbäume betrachtet. Die Samen werden oft nicht sofort gefressen und keimen gelegentlich, wenn sie während des Transports verloren gehen oder bei der Lagerung in alten Baumstämmen oder in Büschen vergessen werden. Aber die Azurblauraben sind, wie andere Rabenvögel, Allesfresser, und da sie neben Kernen auch Gliederfüßer und FrüchteB.L. Reinert, M.R. Bornschein: Alimentação da Gralha-Azul (Cyanocorax caeruleus, Corvidae), 1998, ORNITOLOGIA NEOTROPICAL 9: 213–217 fressen, sind sie nicht derart akut vom Aussterben bedroht wie die Araukarienbäume.

Fortpflanzung Die Fortpflanzungszeit geht von Oktober bis März, in dieser Zeit baut der Azurblaurabe die Nester bevorzugt auf den Kronen der Brasilianischen Araukarien. Der Bau, die Reinigung und der Schutz des Nests und der Brut wird durch die ganze Sippe geleistet. Die Nester liegen in 10–20 m Höhe, haben einen Durchmesser von rund 40–50 cm und sind flach gebaut. Im Zentrum befindet sich eine Brutkammer mit 16–20 cm Durchmesser und 6–9 cm Tiefe, die gewöhnlich 3–5 Eier beherbergt. Die Eier sind grün-blau mit kleinen braunen oder grauen gleichmäßig auf der Oberfläche verteilten Flecken. Sie werden etwa 33 × 24 mm groß und 9 g schwer.B.L. Reinert, M.R. Bornschein, R. Bóçon: Novas informacoes sobre o ninho e o ovo da gralha-azul, Cyanocorax caeruleus (Corvidae), 1996 Ararajuba 4(1):32-34

Stimme Einige in Gruppen lebende Tiere haben für die Kommunikation mit Artgenossen akustische Signale (Tiersprache) entwickelt. Die Azurblauraben sind lernfähige Vögel, die ein Repertoire von 14 SchreienL. dos Anjos, J.M.E. Vielliard: Repertoire of the acoustic communication of the azure jay Cyanocorax caeruleus (Vieillot) (Aves, Corvidae), Revta bras. Zool. 10 (4): 559-750, dezembro, 1993 für verschiedene Zwecke besitzen. So gibt es beispielsweise eigene Schreie für das Ankündigen eines Fressfeindes, für die Ortsbestimmung während des Fluges, für die Kommunikation zwischen verschiedenen Schwärmen und zur Paarung. Die Schreie unterscheiden sich deutlich voneinander und können kombiniert werden.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Azurblauraben erfolgte 1818 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen Pica cœrulea. Die Beschreibung bezog er sich auf Urraca de la celesteFélix de Azara (1802), S. 259. von Félix de Azara.Louis Pierre Vieillot (1818), S. 124. 1826 führte Friedrich Boie die neue Gattung Cyanocorax für den Kappenblaurabe (Cyanocorax chrysops) (Synonym Corvus pileatus , 1821)Coenraad Jacob Temminck (1821), Tafel 58 & Text (Lieferung 10) ein.Friedrich Boie (1826), S. 975 Dieses Wort leitet sich und ab.Cyanocorax in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname coeruleus hat seinen Ursprung in .coeruleus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay einen Bälg, gesammelt von Adolf Neunteufel (1909–1979) in Cambyretá im Departamento Itapúa, zur Verfügung. In der Literatur betrachtete er in von Alfredo Borelli (1858–1943) gesammelten und von Tommaso Salvadori beschriebenen Exemplaren aus San José de los Arroyos, Puerto Francia eine ehemalige Festung am Río Apa nahe San LázaroTommaso Salvadori (1895), S. 9 sowie im Distrikt TebicuaryTommaso Salvadori (1900), S. 17, in Fortín Page am Río PilcomayoJohn Graham Kerr (1892), S. 128 sowie in Waikthlatingmayalwa im Gran Chaco und in ConcepciónJohn Graham Kerr (1901), S. 225. durch John Graham Kerr, in SapucaiCharles Chubb (1910), S. 646Harry Church Oberholser (1902), S. 140 durch Charles Chubb und Harry Church Oberholser und in Humaitá und Curum ChicaClaude Henry Baxter Grant (1911), S. 109. durch Claude Henry Baxter Grant. Der Name Cyanocorax heckelii , 1856August von Pelzeln (1856), S. 163 den Oberholser benutze, war für Laubmann ein Synonym für den Azurblauraben. Allerdings wird dieser Name heute er als Synonym zum Hyazinthblauraben (Cyanocorax violaceus , 1847) betrachtet.Alfred Laubmann (1940), S. 192 Heckelii ist Johann Jakob Heckel gewidmet.

Bedrohung Die IUCN listet diese Art als Datei:NT IUCN 3 1.svg (=Near Threatened – potentiell gefährdet).

Quellen Literatur

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Rabenvögel