The International ist ein Politthriller und Banken-KrimiH.-G. Rodek: „The International“ – Banken-Krimi in großer Besetzung. In: Berliner Morgenpost, 12. Februar 2009. des Regisseurs Tom Tykwer: Die weltweite Erstaufführung fand als Eröffnungsfilm der 59. Berlinale am 5. Februar 2009 statt, Kinostart in Deutschland war am 12. Februar 2009 sowie tags darauf in Nordamerika.Gespräch mit Tom Tykwer bei der Peiner Allgemeinen Zeitung; Stand: 2. Februar 2009
Handlung Der Interpol-Agent Louis Salinger und die New Yorker Staatsanwältin Eleanor Whitman ermitteln gegen eine weltweit tätige Privatbank, die International Bank of Business and Credit (IBBC) mit Sitz in Luxemburg wegen Geldwäsche, Terrorismus, Waffenhandel und der Unterstützung eines Militärputsches. Ein Kollege der beiden wird unmittelbar nach einem Treffen mit einem Informanten vor dem Berliner Hauptbahnhof durch die Injektion eines Giftcocktails ermordet. Die Bestandteile des Giftcocktails sind in seinem Blut allerdings später nicht einwandfrei nachzuweisen: Zunächst sieht es nach einem Herzinfarkt aus. Er sollte sich mit dem bisher unbekannten hochrangigen Informanten der IBBC treffen.
Salinger hat von der anderen Straßenseite gesehen, wie sein Kollege zusammenbrach, einen Täter aber nicht wahrgenommen. Der Informant wiederum, Vizepräsident der IBBC, kommt nach seiner Rückkehr aus Berlin bei einem fingierten Verkehrsunfall ums Leben. Die Luxemburger Polizei deckt diesen Unfall. Genauso wird der gesprächsbereite italienische Waffenhersteller Umberto Calvini bei einem Wahlkampfauftritt erschossen und der vermeintlich verantwortliche Heckenschütze von einem korrupten Kapitän der Carabinieri gestellt und scheinbar in Notwehr ermordet. Als Salinger und Whitman mit Erlaubnis eines Kommissars am Tatort selbst ermitteln und auf die Spur eines zweiten, von der Bank beauftragten Schützen stoßen, verhindert der Kapitän weitere Ermittlungen in Italien, indem er sie des Landes verweist.
Am Flughafen können sie dennoch Aufzeichnungen der Überwachungskameras nach Hinweisen auf den Verbleib des Mörders durchsehen und folgen einer Spur nach New York. Salinger identifiziert ihn auf einem Foto als den Mörder seines Kollegen in Berlin. Während der Fahndung in New York entdeckt Salinger zusammen mit zwei Detectives des NYPD den Killer und folgt ihm unbemerkt ins Guggenheim Museum. Dort trifft sich der Berater des Bankvorstandes, der ehemalige Stasi-Offizier Wexler, mit dem Consultant zu einer Unterredung und nennt ihm als neues Ziel Salinger. Weil der Bankvorstand, Jonas Skarssen, vermutet, dass Interpol dem Killer dicht auf den Fersen ist, will er diesen im Museum durch ein Killerkommando ermorden lassen. Das Killerkommando ist mit Maschinenpistolen ausgerüstet und fängt eine wilde Schießerei an, bei der ein Detective des NYPD erschossen wird. Salinger kann zusammen mit dem Consultant entkommen, doch dieser stirbt, tödlich verwundet, in seinen Armen.
Dem anderen Detective gelang es jedoch, Wexler festzunehmen und an einen der Polizei und dem FBI unbekannten Ort zu entführen. Whitman kann gerade noch Salinger dem Zugriff des FBI entziehen und bringt ihn zu Wexler. Bei der Befragung hält Salinger ihm vor, dass er seine kommunistische Überzeugung verraten habe und Kapitalisten bei ihren Verbrechen unterstütze. Wexler entgegnet, dass die IBBC gleichsam unberührbar wäre, da sie gleichermaßen für Drogenkartelle, terroristische Vereinigungen, Regierungen und großen Organisationen aller Art von Vorteil sei. Selbst wenn es ihm gelänge, die IBBC zu Fall zu bringen, gäbe es hunderte anderer Banken, die sie ersetzen könnten. Wenn er Gerechtigkeit wolle, könne er diese nur außerhalb des Systems erlangen. Hierfür biete er ihm seine Hilfe an. Salinger hält dies für den einzig funktionierenden Plan und überzeugt Whitman, ihn fallen zu lassen, damit er auf eigene Faust weiter verfahren kann. Er informiert die Söhne des ermordeten Calvini über die Verantwortung der IBBC am Tod ihres Vaters, die daraufhin den geplanten Waffenhandel ihrer Firma mit der Bank platzen lassen und White, Vorstandsmitglied der IBBC, ermorden lassen. Bei einer anschließenden Observierung in Istanbul, wo Skarssen sich mit einem Waffenproduzenten trifft, um über eine Kooperation zu verhandeln, versucht Salinger mit Hilfe von Wexler, die Unterredung Skarssens aufzuzeichnen, um die notwendigen Beweise für eine Überführung der Bank zu erhalten, scheitert aber. Die Söhne Calvinis rächen schließlich die von der Bank veranlasste Ermordung ihres Vaters, indem sie sowohl Wexler als auch Jonas Skarssen umbringen lassen.
Im Abspann des Films werden verschiedene Zeitungsausschnitte eingeblendet, deren Schlagzeilen aufzeigen, dass trotz der Ermordung des alten Vorstandes mit dem neuen Vorstand der Erfolgskurs der Bank weiterging – so wie es Skarssen vor seiner Ermordung Salinger in Istanbul vorausgesagt hatte. Weiter wird berichtet über die Bildung einer bankinternen Abteilung zur Förderung wirtschaftsschwacher Staaten und schließlich über immer weiter steigende Quartalsgewinne der Bank. Mit der letzten Einblendung wird die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses des US-Senats gegen die IBBC wegen Waffenhandels unter der Leitung der Staatsanwältin Whitman angekündigt.
Besetzung und Synchronisation Louis SalingerClive OwenTom VogtEleanor WhitmanNaomi WattsClaudia LösslJonas SkarssenUlrich ThomsenUlrich MatthesOberst Wilhelm WexlerArmin Mueller-StahlDetective Bernie WardJack McGeeMogens von GadowConsultantBrían F. O’ByrnePeter FlechtnerKlaus DiemerAxel MilbergCaptain MartellVictor SlezakMartin WhitePatrick BaladiAxel MalzacherAhmet SunayHaluk BilginerThomas WolffUmberto CalviniLuca BarbareschiLutz RiedelEnzo CalviniLuca CalvaniLuigi FantinoMario CalviniGerolamu FancelluFelix SpießThomas SchumerIan BurfieldOlaf ReichmannAndré ClementGeorges BigotBodo Wolf
Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Berliner Synchron. Alexander Löwe schrieb das Dialogbuch, Axel Malzacher führte die Dialogregie und sprach zudem die Rolle des Martin White.
Kritik
The International erhielt ein verhaltenes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes ähnlich viele freundliche wie kritische Besprechungen und ordnet den Film damit als „Gammelig“ ein. Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Gemischt oder Durchschnittlich“ aus.
Produktion Der Deutsche Filmförderfonds stockte seine Beteiligung von vier auf 5,8 Millionen Euro auf mit der Begründung, dass große Teile in Deutschland gedreht werden und deutsche Schauspieler wie Armin Mueller-Stahl und Axel Milberg mitwirken würden.'International' gets more German subsidies. In: hollywoodreporter.com, (englisch) Die Dreharbeiten für den Film begannen am 10. September 2007 in Berlin, viele Szenen wurden in den Filmstudios Babelsberg gedreht.Andreas Conrad: In: Tagesspiegel, 1. Februar 2009. Dort wurde für eine Szene im benachbarten Lokzirkus eine Nachbildung des Solomon-R.-Guggenheim-Museums gebaut. Die darin gezeigten Videoinstallationen sind Werke des Medienkünstlers Julian Rosefeldt, wurden jedoch in dieser Form im Guggenheim-Museum nicht ausgestellt.laut Abspann des Films Außerdem wurden diverse Aufnahmen in der Autostadt in Wolfsburg angefertigt. Unter anderem ist das phæno als Calvini castle am Gardasee in Norditalien zu sehen, der im Film als der benachbarte Iseosee benannt wird. Außerdem wurde die Autostadt selbst als IBBC-Hauptquartier dargestellt. Die Szene, die im Interpol-Hauptquartier in Lyon spielen soll, wurde in der Haupthalle des ICC Berlin gedreht.
Anspielungen
Die im Film genannte Bank IBBC spielt auf die international operierende Bank of Credit and Commerce International (BCCI) an, die in Geldwäsche, Waffenhandel und Drogenhandel im Auftrag von Regierungen, Geheimdiensten und Terrororganisationen verwickelt war.Juliane Rusche: In: umagazine.de. Auch die BCCI unterhielt einen wichtigen Sitz in Luxemburg und musste Insolvenz anmelden. Der Name des italienischen Geschäftsmannes Calvini ist dem mafiösen Bankier Roberto Calvi entlehnt, der ebenfalls unter mysteriösen Umständen spektakulär verstarb. Das Attentat auf Calvini spielt auf die Kennedy-Ermordung an, bei der ebenfalls offiziell nur ein Schütze schoss, der kurz darauf ermordet wurde. Die Ermordung des Interpol-Agenten in Berlin spielt wiederum auf den Giftanschlag auf den bulgarischen Schriftsteller und Dissidenten Georgi Markow an. Auf einer Insel des Iseosees liegt tatsächlich ein Anwesen des italienischen Waffenherstellers Beretta.
Weblinks
Besprechung bei Zeit Online
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2009 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Politthriller Kategorie:Tom Tykwer