mini|hochkant|Maren Ade beim Filmfestival von Cannes (2025) Maren Ade (* 12. Dezember 1976 in Karlsruhe) ist eine deutsche Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Filmproduzentin. Für ihren Spielfilm Toni Erdmann gewann sie den Europäischen Filmpreis 2016 und war u. a. für den Oscar und den Golden Globe nominiert. Gemeinsam mit Janine Jackowski und Jonas Dornbach leitet sie die Filmproduktionsfirma Komplizen Film.

Leben Maren Ade studierte ab 1998 an der HFF München zunächst Produktion und Medienwirtschaft und später Spielfilmregie. 2001 gründete sie gemeinsam mit Janine Jackowski die Filmproduktionsfirma Komplizen Film, mit der sie 2003 ihren HFF-Abschlussfilm Der Wald vor lauter Bäumen produzierte. Der Film wurde auf einer Vielzahl internationaler Festivals gezeigt und erhielt unter anderem den Spezialpreis der Jury des Sundance Film Festivals 2005. Ihr zweiter Spielfilm Alle anderen hatte seine Uraufführung im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2009 und wurde dort mit dem Großen Preis der Jury und mit dem Silbernen Bären für Birgit Minichmayr als Beste Darstellerin ausgezeichnet. Alle anderen startete in über achtzehn Ländern im Kino.

Für ihren dritten Spielfilm, die Tragikomödie Toni Erdmann, erhielt Ade 2016 eine Einladung zum Wettbewerb der 69. Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Nach sieben Jahren war es der erste deutsche Film, der nominiert wurde. Toni Erdmann erhielt in Cannes fabelhafte Kritiken und wurde mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet.Cannes: „Toni Erdmann“, „Dogs“ take Fipresci Prizes. The Hollywood Reporter, 21. Mai 2016, abgerufen am 6. Februar 2017. Im selben Jahr gewann der Film fünf Europäische Filmpreise und wurde 2017 für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film und für den Golden Globe Award nominiert.„Toni Erdmann“ für den Oscar nominiert. Zeit Online, 24. Januar 2017, abgerufen am 6. Februar 2017.„Toni Erdmann“ für Golden Globes 2017 nominiert. FAZ, 12. Dezember 2016, abgerufen am 6. Februar 2017. Ade ist die erste Regisseurin, deren Werk den Europäischen Filmpreis in der Kategorie Bester Film gewann.

2017 wurde Ade in die Wettbewerbsjury der 70. Filmfestspiele von Cannes berufen. Acht Jahre später wurde sie als Juryvorsitzende des Kurzfilmwettbewerbs und der Sektion La Cinef beim Festival 2025 ausgewählt.

Maren Ade produziert neben ihren eigenen Filmen auch Werke anderer Regisseure.

Sie lebt mit dem Regisseur Ulrich Köhler und ihren Kindern in Berlin.

Filmografie mini|hochkant|Ade im Jahr 2016 Regie und Drehbuch 2000: Ebene 9 (Kurzfilm) 2001: Vegas (Kurzfilm) 2003: Der Wald vor lauter Bäumen 2009: Alle anderen 2016: Toni Erdmann

Produzentin 2002: Karma Cowboy (Spielfilm von Sonja Heiss und Vanessa van Houten, als Produzentin) 2006: Hotel Very Welcome (Spielfilm von Sonja Heiss, als Produzentin) 2011: Schlafkrankheit (Spielfilm von Ulrich Köhler, als Produzentin) 2012: Tabu – Eine Geschichte von Liebe und Schuld (Spielfilm von Miguel Gomes, als Koproduzentin) 2012: Die Lebenden (Spielfilm von Barbara Albert, als Koproduzentin) 2013: Tanta Agua (Spielfilm von Ana Guevara und Leticia Jorge, als Koproduzentin) 2013: Redemption (Kurzfilm von Miguel Gomes, als Koproduzentin) 2014: Über-Ich und Du (Spielfilm von Benjamin Heisenberg, als Produzentin) 2014: Love Island (Spielfilm von Jasmila Zbanic, als Koproduzentin) 2015: Hedi Schneider steckt fest (Spielfilm von Sonja Heiss, als Produzentin) 2015: Arabian Nights (Spielfilm von Miguel Gomes, als Koproduzentin) 2017: Western (Spielfilm von Valeska Grisebach, als Produzentin) 2019: O Beautiful Night 2019: Giraffe 2020: Exil 2022: A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe 2022: Corsage 2024: Maria 2025: Delicious 2025: Sentimental Value (als Koproduzentin) 2026: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke 2026: Das Mädchen mit der Leica

Auszeichnungen 2005: Special Jury Award, Sundance Film Festival für Der Wald vor lauter Bäumen 2005: Bester Spielfilm – Grand Prize, IndieLisboa – International Independent Film Festival für Der Wald vor lauter Bäumen 2005: Bester Film, Nominierung für den Deutschen Filmpreis für Der Wald vor lauter Bäumen 2005: Bester Spielfilm, Cine Jove Valencia Film Festival für Der Wald vor lauter Bäumen 2009: Silberner Bär – Großer Preis der Jury, Berlinale, für Alle Anderen 2010: Nominierungen zum Deutschen Filmpreis in den Kategorien Bester Film und Beste Regie für Alle Anderen 2010: Beste Regie und FIPRESCI Critics Award, Buenos Aires Festival of Independent Cinema für Alle Anderen 2010: Hauptpreis, Internationales Frauenfilmfestival Dortmund/Köln für Alle Anderen 2012: Stipendium für die Künstlerresidenz Villa Aurora,Villa Aurora Stipendiaten 2012, Oktober, November, Dezember: Maren Ade Filmemacher (Doppelstipendium mit Ulrich Köhler), Villa Aurora, abgerufen am 3. November 2023. zusammen mit Ulrich Köhler 2014: Kunstpreis Berlin in der Sparte Film und Medienkunst. 2015: Preis der DEFA-Stiftung für herausragende Leistungen im deutschen Film für Komplizen Film 2016: Herbert-Strate-PreisSalzburger Nachrichten: Maren Ade und Maria Schrader bekommen Strate-Preis. Artikel vom 3. November 2016, abgerufen am 4. November 2016. 2016: LUX-Filmpreis des Europäischen Parlaments für Toni Erdmann 2016: Hamburger Produzentenpreis für Europäische Kino-Koproduktionen beim Filmfest Hamburg für Scarred Hearts – Vernarbte Herzen 2016: Europäischer Filmpreis für Toni Erdmann (Beste Regie, Bestes Drehbuch) 2016: Bayerischer Filmpreis für Toni Erdmann (Regie) 2017: Independent Spirit Award für Toni Erdmann (Bester internationaler Film) 2017: Deutscher Filmpreis für Toni Erdmann (Bester Spielfilm, Bestes Drehbuch, Beste Regie) 2018: Deutscher Filmpreis in Bronze für Western (Bester Spielfilm) 2019: Locarno Festival – Raimondo Rezzonico PreisFilmfestival Locarno: Maren Ade soll mit Sonderpreis ausgezeichnet werden. Artikel vom 4. Juni 2019, abgerufen am 5. Juni 2019. 2026: Koproduzentenpreis – Prix Eurimages (gemeinsam mit Jonas Dornbach und Janine Jackowski)

Literatur Take 100. The Future of Film: 100 New Directors. Phaidon, London 2010, ISBN 978-0-7148-4955-3. Rajendra Roy, Anke Leweke: The Berlin School: Films from the Berliner Schule. The Museum of Modern Art, New York 2013, ISBN 978-0-87070-874-9.

Weblinks

Komplizen Film Das Eigene Sehen. taz vom 2. Februar 2009

Maren Ade: Der kleine Amoklauf der Liebe. Die Presse vom 20. Juni 2009 Maren Ade: „Die Hölle, das sind wir selber“. Der Tagesspiegel vom 10. Februar 2009

Einzelnachweise

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