mini|Barettabzeichen der Jägertruppe auf dem grünen Barett mini|Taktisches Grundzeichen der Infanterie mini|Reservisten des JgBtl 942 (Rechts) bei einer Übung mit amerikanischen GIs im Jahr 1988

Die Liste der Truppenteile der Jägertruppe des Heeres der Bundeswehr enthält alle aufgelösten, aktiven und nicht aktiven (Geräteeinheiten, gekaderte Bataillone) Verbände und Großverbände der Jägertruppe der Bundeswehr sowie eine kurze Übersicht über ihren Aufstellungszeitpunkt, Stationierungsorte, Unterstellung und über ihre Auflösung oder Umbenennung.

Die Jägertruppe gehört zum Truppengattungsverbund Infanterie, und damit zu den Kampftruppen der Teilstreitkraft Heer. Die konzeptionell von den Jägern abzugrenzenden Sicherungsverbände des Heeres können als weiterer, eigener Teil der Infanterie aufgefasst werden. Diese verfügten im Gegensatz zu den Jägertruppenteilen nie über eine eigene schwere Kompanien zur Feuerunterstützung. Sie werden daher in der Liste der Sicherungsverbände der Bundeswehr aufgeführt.

Legende Die Legende gilt für alle folgenden Listen Legende aufgelöst oder umgegliedert teilaktiv oder nichtaktiv (Geräteeinheit) aktiv

Divisionen Mit dem Konzept der Heeresstruktur III ab 1970 wurden zwei Panzergrenadierdivisionen als Jägerdivisionen umgegliedert. Diese Umgliederung wurde mit der Heeresstruktur IV (1980) rückgängig gemacht. Bezeichnung Aufstellung Stabssitz Verbleib Bemerkung 40px 2. JgDiv Okt. 1970(2. PzGrenDiv) Marburgab 1974: Kassel 1980 zur 2. PzGrenDiv rückgegliedert ust JgBrig 4 40px 4. JgDiv 1970(4. PzGrenDiv) Regensburg 1980 zur 4. PzGrenDiv rückgegliedert ust JgBrig 10 und 11

Im Zuge der zunehmenden sicherheitspolitischen Spannungen mit Russland und der wachsenden Bedeutung asymmetrischer Bedrohungslagen wurde in Deutschland zum 1. April 2025 die Heimatschutzdivision im Heer aufgestellt. Diese neue militärische Großstruktur bündelt sämtliche Heimatschutzkräfte der Bundeswehr unter einer zentralen Führung mit dem Ziel, eine raschere Reaktionsfähigkeit, verbesserte Ausbildung sowie eine koordinierte Einsatzsteuerung im Inland zu gewährleisten. Ihr Aufgabe ist ausdrücklich die Sicherung des Staatsgebiets, der Schutz kritischer Infrastruktur sowie die Unterstützung ziviler Behörden in Krisen- und Katastrophenfällen. Bezeichnung Aufstellung Stabssitz Verbleib Bemerkung 53x53px Heimatschutzdivision 1. April 2025 Julius-Leber-Kaserne Berlin aktiv Gekadert/Teilaktiv

Heimatschutzkommandos

Vorgänger der Heimatschutzbrigaden (siehe nächstes Kapitel) waren in der Heeresstruktur III sechs Heimatschutzkommandos des Territorialheeres. Ihre Nummerierung orientierte sich konsequent an der Nummerierung der zwölf Divisionen des Feldheeres, die Heimatschutzkommandos setzten die Nummerierung mit 13 beginnend bis 18 fort. Die Heimatschutzkommandos wurden in der Heeresstruktur IV in die 5er Heimatschutzbrigaden umgegliedert.

Bezeichnung Aufstellung(aus) letzter Stabssitz Verbleib Bemerkung 40px HSchKdo 13 April 1970 Eutin/Flensburg-Weiche April 1981 Umgliederung in HSchBrig 51 Wehrbereichskommando I 40px HSchKdo 14 April 1974 Munster/Lingen (Ems) April 1981 Umgliederung in HSchBrig 52 Wehrbereichskommando II 40px HSchKdo 15 April 1970 Wuppertal April 1981 Umgliederung in HSchBrig 53 Wehrbereichskommando III 40px HSchKdo 16 April 1972(?) Zweibrücken April 1981 Umgliederung in HSchBrig 54 Wehrbereichskommando IV 40px HSchKdo 17 1. April 1972 Böblingen April 1981 Umgliederung in HSchBrig 55 Wehrbereichskommando V 40px HSchKdo 18 April 1970(PzGrenBrig 28) Oberhausen April 1981 Umgliederung in HSchBrig 56, Teile zu HSchBrig 66 Wehrbereichskommando VI

Brigaden Jägerbrigaden Zwischen 1970 und 1980 wurden in der Heeresstruktur III zwei Panzergrenadierdivisionen zu Jägerdivisionen umgegliedert, und diesen je zwei ebenfalls umgegliederte Jägerbrigaden mit mechanisierten Teilen unterstellt. Die weitere Brigade war, wie die Panzergrenadierbrigade 5 der 2. Jägerdivision, eine mechanisierte Brigade. Mit der Heeresstruktur IV erfolgte die Rückgliederung in Panzergrenadierbrigaden mit Panzergrenadierbataillonen.

Nach Übernahme von Teilen der Nationalen Volksarmee in die Bundeswehr und Aufstellung der Truppenteile im Bereich des IV. Korps wurde nochmals zwischen 1996 und 2007 eine Jägerbrigade aufgestellt. Die Jägerbrigade 37 war entsprechend der Numerik des geltenden Gliederungsschemas die „erste Brigade“ der 13. Panzergrenadierdivision. Diese wies aber in ihrer Gliederung die Besonderheit auf, dass sie aus je einem Jägerbataillon, einem Fallschirmjägerbataillon und einem Gebirgsjägerbataillon bestand. Nachfolgend wurde das Gebirgsjägerbataillon zu einem Panzergrenadierbataillon umgegliedert. Sie war die vorläufig letzte „klassische“ Jägerbrigade im deutschen Heer, obwohl der reine Kampftruppenkern der Brigade spätestens seit 2001 nicht mehr mehrheitlich aus Jägerbataillonen gebildet wurde. Heute ist diese stringente Nummerierung weitestgehend aufgehoben, da aus Gründen der Fortführung von Traditionen Brigaden auch bei Unterstellungswechsel unter eine andere Division ihre Nummer behielten.

aufgestellte Jägerbrigaden des Feldheeres

Bezeichnung Aufstellung(aus) letzter Stabssitz Verbleib Bemerkung 40px JgBrig 4 1970(PzGrenBrig 4) Göttingen 1980 Rückgliederung zur PzGrenBrig 4 ust 2. JgDiv 40px JgBrig 10 1970(PzGrenBrig 10) Weiden 1981 Rückgliederung zur PzGrenBrig 10 ust 4. JgDiv 40px JgBrig 11 1970(PzGrenBrig 11) Bogen 1981 Rückgliederung zur PzGrenBrig 11 ust 4. JgDiv 40px|Wappen 2004–2007 JgBrig 37 1996(PzGrenBrig 37) Frankenberg/Sachsen 2007 Rückgliederung in PzGrenBrig 37 Wappen zeitweise 20pxust 13. PzGrendDiv als PzGrenBrig 37 aktiv

Keine „klassischen“ Jägerbrigaden, aber Jägergroßverbände neuen Typs sind die Deutsch-Französische Brigade mit ihrem deutschen Jägerbataillon und einem französischen Infanteriebataillon sowie das luftbewegliche Jägerregiment 1 als Bestandteil der Luftbeweglichen Brigade 1.

Bezeichnung Aufstellung(aus) letzter Stabssitz Verbleib Bemerkung 40px DF-Brig 1989(Teile HSchBrig 55) Böblingenab 1992: Müllheim aktiv binationaler Verband mit u. a. dt. JgBtl und frz. InfReg in Btl-Stärke 40px LBwglBrig 1 2007(LMechBrig 1) Fritzlar Dezember 2013 aufgelöst Seit 2006/2007 luftbewegliche InfBrig aus JgRgt und Heeresfliegern

Heimatschutzbrigaden mini|Taktisches Zeichen der Heimatschutzbrigade 52

In der Heeresstruktur IV wurden im Territorialheer Heimatschutzbrigaden aufgestellt. Diese entstanden 1982 zur Hälfte aus den aufgelösten Heimatschutzkommandos. Die Heimatschutzbrigaden der „6er Reihe“ waren nicht aktive Geräteeinheiten. Die Heimatschutzbrigaden waren mehrheitlich als teilmechanisierte Infanteriebrigaden zu klassifizieren; die Heimatschutzbrigaden 51 und 56 glichen nach ihrem Wechsel ins Feldheer eher Panzer- oder Panzergrenadierbrigaden.

Die sechs neu aufgestellten Brigaden im Beitrittsgebiet zur Bundesrepublik Deutschland nach 1990 wurden zunächst als Heimatschutzbrigaden aufgestellt, da bis zum Abzug der GSSD in Ostdeutschland keine NATO-Truppen stationiert werden durften. Die ostdeutschen Heimatschutzbrigaden ähnelten nicht Jägerbrigaden, sondern eher Panzer- oder Panzergrenadierbrigaden. Nach Zulauf neuen Materials und erfolgter Ausbildung wurden diese Heimatschutzbrigaden in Panzer- und Panzergrenadierbrigaden umbenannt.

Die Nummerierung der Heimatschutzbrigaden folgte einer stringenten Logik. Die Brigaden 51–56 waren im Frieden teilaktive Heimatschutzbrigaden. Die Brigaden mit der Bezeichnung 61–66 waren Geräteeinheiten. Die Endnummern 1–6 gaben jeweils den Wehrbereich an. Die neuen Heimatschutzbrigaden waren als Teil des Feldheeres und der aufzustellenden 13. Division mit den Brigaden 37, 38, 39 und der 14. Division mit den Brigaden 40, 41 und 42 vorgesehen.

Heimatschutzbrigaden Heeresstruktur IV

Bezeichnung Aufstellung(aus) letzter Stabssitz Verbleib Bemerkung Heimatschutzbrigaden der Heeresstruktur IV 40px HSchBrig 51 1. April 1981(HSchKdo 13) Eutin / Flensburg-Weiche 30. September 1992 aufgelöst teilaktive Brigade, WBK I zeitweise 6. PzGrenDiv 40px HSchBrig 61 1. April 1981 Schleswig 1993 (?) aufgelöst Geräteeinheit, VerfTrpKdo 41 40px HSchBrig 52 1. April 1981(HSchKdo 14) Lingen (Ems) 30. September 1992 aufgelöst Umgliederung in JgRgt 52 teilaktive Brigade, WBK II 40px HSchBrig 62 1. April 1981 Hannover 30. September 1993 aufgelöst Geräteeinheit, WBK II 40px HSchBrig 53 1. April 1981(HSchKdo 15) Düren 30. September 1992 aufgelöstUmgliederung in JgRgt 53 teilaktive Brigade, WBK III 40px HSchBrig 63 1. April 1982 Düsseldorf 31. März 1993 aufgelöst Geräteeinheit, WBK III 40px HSchBrig 54 1. April 1981(HSchKdo 16) Trierspäter: Zweibrücken 30. September 1992 aufgelöstUmgliederung in JgRgt 54 teilaktive Brigade, WBK IV 40px HSchBrig 64 1. April 1982 Nünschweilerspäter: Gau-Algesheim 31. Dezember 1993 aufgelöst Geräteeinheit, WBK IV 40px HSchBrig 55 1. April 1981(HSchKdo 17) Böblingen 30. September 1989 aufgelöstTeile zur Aufstellung DF-Brigade teilaktive Brigade, WBK V 40px HSchBrig 65 1. April 1982 Böblingen 30. September 1993 aufgelöst Geräteeinheit, WBK V 40px HSchBrig 56 1. April 1981(HSchKdo 18) Neuburg 30. September 1993 aufgelöst teilaktive Brigade, WBK VI, zeitweise 1. GebDiv ust zuletzt als PzBrig, kein Jägerverband, WBK VI 40px HSchBrig 66 1. Januar 1981 München 30. September 1993 aufgelöst Geräteeinheit, WBK VI Heimatschutzbrigaden der Heeresstruktur V/VN 40px HSchBrig 37 1. April 1991 Dresden 1. Januar 1995 umgegliedert in PzGrenBrig 37 aktiv als PzGrenBrig 37zuletzt nur ein JgBtl 40px HSchBrig 38 1. April 1991 Halleab 1991: Weißenfels 1. Januar 1995 umgegliedert in PzGrenBrig 38 keine Jägerbrigade, sondern mechanisiert 40px HSchBrig 39 1. April 1991 Erfurt 1. Januar 1995 umgegliedert in PzBrig 39 keine Jägerbrigade, sondern mechanisiert 40px HSchBrig 40 1. April 1991 Hagenowspäter Schwerin 1. Januar 1995 umgegliedert in PzGrenBrig 40 keine Jägerbrigade, sondern mechanisiert 40px HSchBrig 41 1. April 1991 Eggesin 1. Januar 1995 umgegliedert in PzGrenBrig 41 aktiv als PzGrenBrig 41keine Jägerbrigade, sondern mechanisiert 40px HSchBrig 42 27. März 1991 Potsdam 1. Januar 1995 umgegliedert in PzBrig 42Juni 2003 aufgelöst keine Jägerbrigade, sondern mechanisiert

Regimenter Jägerregimenter In der Heeresstruktur III (1970 bis 1981) wurden den sechs Heimatschutzkommandos jeweils zwei Jägerregimenter mit je einem aktiven und einem nicht aktiven (gekaderten) Jägerbataillone unterstellt. Da die übergeordneten Heimatschutzkommandos wie die Divisionen des Feldheeres nummeriert waren, orientierte sich die Nummer der den Heimatschutzkommandos unterstellten Jägerregimentern analog an den Bezeichnungen der 36 Brigaden des Feldheeres, bei der jeweils drei fortlaufend nummerierte Brigaden einer Division zugeordnet waren. Für die Jägerregimenter wurden jeweils die beiden letzten Nummern genutzt; die erste Nummer (37, 40, 43, 46, 49, 52) wurde nicht vergeben. Heimatschutzkommandos unterstellte Jägerregimenter:

Heimatschutzkommando 13 – Jägerregimenter 38, 39 Heimatschutzkommando 14 – Jägerregimenter 41, 42 Heimatschutzkommando 15 – Jägerregimenter 44, 45 Heimatschutzkommando 16 – Jägerregimenter 47, 48 Heimatschutzkommando 17 – Jägerregimenter 50, 51 Heimatschutzkommando 18 – Jägerregimenter 53, 54

In der Heeresstruktur IV wurden die Heimatschutzkommandos und das erste der beiden Jägerregimenter zu einer Heimatschutzbrigade umgegliedert. Das zweite Jägerregiment als nicht aktives Heimatschutzregiment mit der 7er Reihe dem Wehrbereich unmittelbar unterstellt. Die Jägerregimenter, (meist) mit je drei Jägerbataillonen (na) aufgestellt, waren für territoriale Aufgaben vorgesehen und dienten dem Schutz besonderer Geländeräume. So hatte das Jägerregiment 71 beispielsweise den Auftrag den Nord-Ostsee-Kanal und darüber führende Brücken zu schützen.

mini|Jägerregiment 10 mit fusioniertem Stab aus Territorial- und Feldheeranteilen