Bei den X. Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble fanden drei Wettbewerbe im Eiskunstlauf statt. Austragungsort war das Stade de glace (heute Palais des sports). Die Kunsteisbahn besaß die standardisierte Größe von 60 × 30 Meter, in der Halle fanden 12.000 Zuschauer Platz. Für jedes teilnehmende Land waren je zwei Frauen, Männer und Paare startberechtigt. Falls ein Land bei der vorhergehenden Weltmeisterschaft einen Platz unter den besten 12 erreicht hatte, erhielt es in der jeweiligen Disziplin einen dritten Startplatz.
Im Rahmen der Schlussfeier fand als Demonstration ein Wettbewerb im Eistanzen statt, das erst seit 1976 eine olympische Disziplin ist. Es gab keine Wertung, eingeladen waren die zehn besten Paare der letzten Weltmeisterschaft.
Bilanz Medaillenspiegel Platz Land 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze Gesamt 1 1 1 – 2 1 1 – 2 3 1 – – 1 4 – 1 – 1 5 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1
Medaillengewinner Konkurrenz Gold Silber Bronze Herren Wolfgang Schwarz Tim Wood Patrick Péra Damen Peggy Fleming Gabriele Seyfert Hana Mašková Paare Ljudmila Beloussowa / Oleg Protopopow Tatjana Schuk / Alexander Gorelik Margot Glockshuber / Wolfgang Danne
Ergebnisse K = Kür KP = Kurzprogramm P = Pflicht Pz = Platzziffer Pkt. = Punkte
Herren Olympiasieger 1964: Manfred Schnelldorfer (FRG/EUA) / Weltmeister 1967: Emmerich Danzer (AUT) Platz Land Sportler P K Pz Pkt. 1 Wolfgang Schwarz 1 2 13 1904,1 2 Tim Wood 2 3 17 1891,6 3 Patrick Péra 3 7 31 1864,5 4 Emmerich Danzer 4 1 29 1873,0 5 Gary Visconti 6 5 52 1810,2 6 John Misha Petkevich 8 4 56 1806,2 7 Jay Humphry 9 6 63 1795,0 8 Ondrej Nepela 5 10 73 1772,8 9 Sergei Tschetweruchin 11 11 93 1737,0 10 Marián Filc 13 8 97 1734,2 11 Günter Zöller 10 14 100 1727,9 12 Peter Krick 7 16 104 1723,2 13 Philippe Pélissier 14 12 114 1706,0 14 Giordano Abbondati 11 18 117 1690,9 15 Michael Williams 15 15 147 1650,9 16 David McGillivray 21 9 139 1663,7 17 Haig Oundjian 19 13 154 1639,5 18 Sergei Wolkow 16 17 158 1632,0 19 Jenő Ébert 17 24 180 1595,4 20 Jacques Mrozek 18 20 179 1601,0 21 Tsuguhiko Kozuka 24 19 189 1584,0 22 Steve Hutchinson 22 21 193 1578,3 23 Günter Anderl 20 23 193 1574,7 24 Jürgen Eberwein 25 22 219 1530,3 25 Yutaka Higuchi 23 26 218 1529,6 26 Jan Hoffmann 26 25 238 1437,8 27 Thomas Callerud 27 27 241 1399,3 28 Lee Kwang-young 28 28 250 1360,3 Pflicht: 13./14. Februar, 14:30 Uhr Kür: 16. Februar, 19:00 Uhr
An diesem Wettbewerb nahmen 28 Eiskunstläufer aus 14 Ländern teil. Gezeigt werden mussten eine Pflicht mit fünf Figuren sowie eine fünf Minuten dauernde Kür. Für die Gesamtwertung zählte die Pflicht 60 Prozent, die Kür 40 Prozent. Der Beginn der Kür wurde kurzfristig um 30 Minuten vorverlegt.
Emmerich Danzer, der seit 1966 keinen Wettbewerb mehr verloren hatte, galt als Favorit für den Olympiasieg, doch die vierte von fünf Pflichtfiguren misslang ihm und er fiel auf den vierten Platz zurück. Bester Läufer in der Pflicht war Danzers Landsmann Wolfgang Schwarz, der Vize-Weltmeister der beiden vorangegangenen Jahre. Es folgten Tim Wood und Patrick Péra. Zur Kür konnte Schwarz mit Nr. 36 als Letzter der Medaillenanwärtern antreten; Péra hatte 16, Danzer 17 und Wood die Nr. 20. Durch die hohe Gewichtung der Pflicht im Bewertungssystem änderte sich in der Kür an den vier ersten Positionen nichts, obwohl Danzer für seine Darbietung die mit Abstand beste Wertung erhielt. Ausschlaggebend waren nicht die Einzelnoten, sondern die Platzziffern: Fünf der neun Jurymitglieder setzten Péra auf den dritten Platz. Wolfgang Schwarz war der erste Olympiasieger in der Herrenkonkurrenz, der nie Weltmeister wurde. Jan Hoffmann aus der DDR war mit zwölf Jahren der jüngste männliche Teilnehmer in der Geschichte der Olympischen Spiele.
Damen Olympiasiegerin 1964: Sjoukje Dijkstra (NED) / Weltmeisterin 1967: Peggy Fleming (USA). Platz Land Sportlerin P K Pz Pkt. 1 Peggy Fleming 1 1 9 1970,5 2 Gabriele Seyfert 2 2 18 1882,3 3 Hana Mašková 4 3 31 1828,8 4 Albertina Noyes 5 7 40 1797,3 5 Beatrix Schuba 3 12 51 1773,2 6 Zsuzsa Almássy 6 8 57 1757,0 7 Karen Magnussen 10 4 63 1759,4 8 Kumiko Ōkawa 8 5 61 1763,6 9 Janet Lynn 14 16 90 1698,7 10 Monika Feldmann 11 13 99 1687,1 11 Sally-Anne Stapleford 7 17 105 1680,9 12 Jelena Schtscheglowa 13 10 110 1670,4 13 Linda Carbonetto 24 9 111 1662,9 14 Kazumi Yamashita 15 14 139 1639,0 15 Patricia Dodd 9 27 140 1634,6 16 Galina Grschibowskaja 25 11 144 1628,5 17 Petra Ruhrmann 16 18 161 1611,2 18 Elisabeth Mikula 17 19 164 1612,5 19 Eileen Zillmer 12 23 171 1600,3 20 Micheline Joubert 28 15 182 1594,8 21 Marie Víchová 20 16 187 1580,4 22 Charlotte Walter 21 26 202,5 1571,5 23 Elisabeth Nestler 26 21 208 1562,6 24 Frances Waghorn 22 28 211 1557,2 25 Rita Trapanese 27 24 216,5 1549,2 26 Haruko Ishida 18 25 218 1552,7 27 Sylvaine Duban 19 29 219 1551,4 28 Sonja Morgenstern 29 22 251 1475,9 29 Beatrice Huștiu 31 20 257 1457,2 30 Lee Hyun-joo 30 30 271 1359,9 31 Kim Hae-kyung 32 31 277 1336,2 Lyndsai Cowan 23 colspan="3" Pflicht: 7./8. Februar, 07:30 Uhr Kür: 10. Februar, 18:30 Uhr
Es nahmen 31 Eiskunstläuferinnen aus 15 Ländern an diesem Wettbewerb teil. In der Pflicht mussten diese fünf Figuren zeigen, gefolgt von einer vierminütigen Kür. Wie bei den Männern zählte die Pflicht 60 Prozent für die Gesamtwertung, die Kür 40 Prozent.
Nach der Pflicht lag Peggy Fleming bereits uneinholbar an der Spitze, sie war von allen Preisrichtern auf Platz 1 gesetzt worden. Ihr Vorsprung auf Seyfert betrug 77,2 Punkte, die ihrerseits aber auch schon Silber sicher hatte. Von der zu diesem Zeitpunkt drittplatzierten Schuba war zudem nicht zu erwarten, dass sie diesen Platz halten konnte, die viertplatzierte Mašková hatte auf Seyfert 41,7 Punkte Rückstand.
Auch in der abschließenden Kür zeigte Fleming die beste Leistung. Seyferth blieb auf dem zweiten Platz, während Mašková auf den dritten Platz vorstieß. Schuba fiel auf den fünften Platz zurück.
Paare Olympiasieger 1964 und Weltmeister 1967: Ljudmila Beloussowa / Oleg Protopopow (URS). Platz Land Paar KP K Pz Pkt. 1 Ljudmila Beloussowa / Oleg Protopopow 1 1 10 315,2 2 Tatjana Schuk / Alexander Gorelik 2 2 17 312,3 3 Margot Glockshuber / Wolfgang Danne 3 3 30 304,4 4 Heidemarie Steiner / Heinz-Ulrich Walther 4 4 37 303,1 5 Tamara Moskwina / Alexei Mischin 6 5 44 300,3 6 Cynthia Kauffman / Ronald Kauffman 5 7 58 297,0 7 Sandi Sweitzer / Roy Wagelein 8 6 64,5 294,5 8 Gudrun Hauss / Walter Häfner 7 9 67 293,6 9 Irene Müller / Hans-Georg Dallmer 9 8 82 289,4 10 Bohunka Šrámková / Jan Šrámek 10 10 91,5 285,8 11 Mariane Streifler / Herbert Wiesinger 12 11 100 282,7 12 Liana Drahová / Peter Bartosiewicz 11 15 116 276,8 13 JoJo Starbuck / Kenneth Shelley 14 12 121 276,0 14 Janina Poremska / Piotr Sczypa 13 14 120 274,1 15 Evelyne Schneider / Wilhelm Bietak 15 13 129 272,2 16 Anna Forder / Richard Stephens 16 16 138 269,2 17 Betty McKilligan / John McKilligan 17 17 154 254,8 18 Linda Bernard / Raymond Wilson 18 18 160 251,2 mini|Beloussowa/Protopopow, 1968 Kurzprogramm: 11. Februar, 14:30 Uhr Kür: 14. Februar, 20:00 Uhr
Das Wertungsschema des Paarlaufens, an dem 18 Paare aus neun Ländern teilnahmen, unterschied sich erheblich von jenem der Einzelwettbewerbe. Das neu eingeführte Kurzprogramm zählte 25 Prozent für die Gesamtwertung, wobei die Zahl der zu zeigenden Elemente auf sechs limitiert war. Die Kür zählte 75 Prozent und dauerte fünf Minuten. In der Kür änderte sich an den ersten vier Positionen nichts.
Nach der Pflichtkür führten Beloussowa/Protopopow mit Platzziffer 12 und 103,6 Punkten vor Schuk / Gorelik (15; 103,3), Glockshuber / Danne (40; 99,8), Steiner / Walther (47; 89,3). Schneider / Bietak waren Fünfzehnte (129,5; 89,6), wobei dem Herrn beim Einlaufen die Hosennaht an einer unschicklichen Stelle geplatzt war und von Trainerin Wächter noch rechtzeitig genäht werden konnte.
Zum österreichischen Paar Schneider/Bietak wurde gemeldet, dass dieses am 17. Februar heimkehren musste, weil es die Tage nach den Olympiabewerben nicht zu den Trainings genutzt habe, weshalb es möglicherweise auch nicht zu den Weltmeisterschaften nach Genf entsandt werde.
Weblinks
Einzelnachweise
Eiskunstlauf #1968 Kategorie:Eiskunstlaufwettbewerb in Frankreich