Westerburg ist ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Wardenburg im Landkreis Oldenburg (Niedersachsen) mit etwa 230 Einwohnern.
Geographie Westerburg liegt am Nordwestrand des Naturparks Wildeshauser Geest, etwa fünf Kilometer südöstlich des Kernorts Wardenburg. Die Anschlussstelle Wardenburg der Bundesautobahn 29 befindet sich etwa 1,5 km nordwestlich der Ortschaft. Zur östlich Wardenburgs fließenden Hunte beträgt die Entfernung gleichfalls etwa 1,5 km.
Höven liegt einen Kilometer nördlich, Charlottendorf Ost vier Kilometer südwestlich von Westerburg. Sechs Kilometer südöstlich befindet sich Huntlosen, welches bereits zur Gemeinde Großenkneten gehört.
Etwa 2 km westlich Westerburgs und jenseits der parallel verlaufenden Bundesautobahn 29 führt die Landesstraße 870 von Wardenburg nach Ahlhorn.
Geschichte
Erste Erwähnung und Aufbau des Dorfes Bereits um 800 wurde in dem Ort, der damals Westonstede genannt wurde, von Abt Gerbert Castus aus Visbek eine Missionskirche erbaut, die um 890 von Normannen zerstört wurde.Vgl. Rüthning, Gustav, Oldenburgische Geschichte, Elfter Band, Verlag von G. A. v. Halem, Bremen 1911, S. 17. Als ältestes Dorf der Gemeinde Wardenburg feierte Westerburg im Jahre 2000 sein 1110 jähriges Bestehen. mini|Symbol für Westerburg auf der Skulptur „Gemeindebaum“, geschaffen 2006 von Daniel Hübner Die Westerburg wurde durch die Grafschaft Oldenburg als Ersatz für die 1342 durch das Bistum Münster zerstörte Wardenburg errichtet. 1359 wurde sie als Zollstelle an der südlichen Grenze der Grafschaft Oldenburg erstmals urkundlich erwähnt. In der weiteren Geschichte wurde die Burg mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, so 1423 während eines Kriegs mit den Grafen von Hoya und 1471 und 1482 durch den Bischof von Münster. 1512 löste Graf Johann von Oldenburg die verpfändete Burg ein und erbaute sie von Grund auf neu. Das Jahr 1538 brachte einen neuen Krieg mit den Truppen des Bischofs von Münster, der in der endgültigen Zerstörung der Westerburg resultierte.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde während der Herrschaft von Graf Anton Günther eine Winkelschule in Westerburg eingerichtet. Im Jahre 1803 waren 42 Gebäude in Westerburg erfasst.
Westerburg im Nationalsozialismus (1933 bis 1945) Im April 1933 richtete der Freiwillige Arbeitsdienst (FAD) im Saal der Westerburger Gastwirtschaft Bruns ein Arbeitslager ein. Dort waren 60 junge Männer untergebracht, die im Straßenbau eingesetzt wurden. Bereits zum 1. Oktober 1933 wurde das Arbeitslager in Westerburg aufgelöst. Die Arbeitskräfte wurden anschließend in die Arbeitslager nach Harbern I und Benthullen verlegt.
Im Zweiten Weltkrieg waren im Saal der Westerburger Gastwirtschaft Bruns rund 40 französische Kriegsgefangene untergebracht, die unter schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen auf den umliegenden Höfen Zwangsarbeit vollrichten mussten.
Am 24. April 1945 wurden die 1906 errichtete Westerburger Windmühle der Familie Schmidt sowie fünf Höfe im Dorf durch kanadischen Panzerbeschuss zerstört. Mühlen waren aufgrund ihrer erhöhten Lage potenzielle Beobachtungs- und Verteidigungsstellungen und wurden daher oft zu militärischen Zielen.
Jüngere Vergangenheit seit 1945 Im Jahr 1962 wurden die Dorfschulen von Astrup und Westerburg zur Gemeinschaftsschule Hohenfelde zusammengelegt, die bis heute besteht.
Wirtschaft Die Wirtschaft ist land- und viehwirtschaftlich sowie gewerblich geprägt.
Weblinks Westerburg. In: „Wardenburger Geschichten“ Westerburg, ein historisches Dorf an der Hunte. In: „history-westerburg.de von Jürgen Beneke“
Einzelnachweise
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