Michael Schneider (* 6. September 1964 in Göttingen) ist ein Schweizer Komponist und Musikwissenschaftler. Er ist unter anderem als Musikpublizist, Kulturjournalist und -manager tätig.

Leben Michael Schneider wurde 1964 in Göttingen geboren und erhielt früh Klavier- und Cembalounterricht. Er legte seine Matura an der Alten Kantonsschule Aarau ab, wo auch der Komponist János Tamás lehrte.. Website von Michael Schneider. Abgerufen am 8. Januar 2013. Von 1985 bis 1993 studierte er Musikwissenschaften, Neuere Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Zürich und von 1990 bis 1994 Komposition bei Dimitri Terzakis am Berner Konservatorium.. Website von musinfo. Abgerufen am 8. Januar 2013. 1988/89 lebte er in Sydney, wo er Kontakte zur australischen Musikszene knüpfte. Im Rahmen der Internationalen Musikfestwochen Luzern besuchte Schneider 1991 und 1993 Meisterschülerkurse bei Edisson Denissow. 1993 war er Gründungsmitglied der Komponistengruppe Groupe Lacroix.Groupe Lacroix im Music Information Center Austria

Schneider arbeitete von 1984 bis 1993 als Musikkritiker bei der Aargauer Zeitung und dem Badener Tagblatt. 1993 bis 1998 war er Projektleiter am Stapferhaus, führte von 1999 bis 2001 den PAN Musikverlag in Zürich und leitete anschliessend von 2001 bis 2006 die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Museums der Kulturen Basel. Zudem war er von 2000 bis 2012 künstlerischer Leiter der Wettinger Kammerkonzerte in Baden AG.Elisabeth Feller: In 12 Jahren um die musikalische Welt. In: Mittelland Zeitung, 7. Mai 2011.

Schneider wirkte von 2006 bis 2019 als Geschäftsführer der Schweizer Kulturstiftung Künstlerhaus Boswil.Das Künstlerhaus-Team. Website des Künstlerhauses Boswil. Abgerufen am 18. Januar 2016. Von 2021 bis 2023 war er Geschäftsführer der Aargauischen Kulturverbandes. 2023 trat er die Stelle des Verwaltungsdirektors am Museum der Kulturen Basel an.Anna Raymann: Führungswechsel beim AGKV: «Die Pandemie hat gezeigt, dass es uns braucht». In: Tagblatt. 24. Mai 2023. Darüber hinaus ist er ehrenamtlich in mehreren Kulturstiftungen (u. a. von 1990 bis 2025 Stiftungsrat der Peter Mieg Stiftung) aktiv.

Er ist verheiratet und lebt in Aarau.

Auszeichnungen 1997/2001/2005: Förder- und Werkbeiträge des Aargauer Kuratoriums

Werke Orchesterwerke Von einer Wanderung (Werner Wehrli) (1992/95) für Kammerorchester Laufen auf dünnem Eis (1992/96) für Orchester Rubin (2001) für Streichorchester

Klavierwerke La beauté retrouvée (1991) für Klavier vierhändig Desii e terre nuove (1995) für zwei Klaviere Mandorla (1998) für Klavier Fussball (2008). 4 Etüden für Klavier solo

Kammermusik

Szenische Musik Der Mann im Mond (1991/92). Expressionistisches Drama nach Georg Britting für 3 Sprechrollen, Oboe, Saxophon, Violine, Violoncello und Schlagzeug (1 Spieler). UA 27. November 1992 Bern (Ad-hoc-Ensemble der Jungen Bühne Zürich und des Konservatoriums Bern, Dirigent: Jean-Luc Darbellay) Im innersten Winter (requiem) (1999) für Sprecher, Bassklarinette und Gitarre nach Texten von Andreas Neeser. UA 21. November 1999 Lenzburg (Michael Wolf [Sprecher], Thomas Hunziker [Bassklarinette], Martin Pirktl [Gitarre]) Geträumt hab ich jede Nacht von dir (2003). Kammeroper (Fragment). Libretto: Andreas Neeser. Für vier Stimmen (S.A.T.B), Kammerchor, Live-Elektronik und Kammerensemble (Bassetthorn, Englischhorn, Percussion [1 Spieler], Viola, Violoncello) A Dictionary of Maladies (2002–2005). Kammeroper. Libretto: Jen Craig. Für zwei tiefe Stimmen (Bass / Bassbariton) und Kammerensemble (Klarinette/Bassklarinette, Alt-/Baritonsaxophon, Fagott/Kontrafagott, E-Gitarre, Percussion [2 Spieler], Violoncello, Kontrabass). UA (konzertant) 26. August 2005 Lenzburg

Vokal- und Chormusik Colors and Countenance (1996/97) für Sopran und Bläserquintett. Text: Ralph Waldo Emerson, Emily Dickinson Gorillas are sleeping at night (1997) für Sopran, Alt, gemischten Chor (SATB) und Klavier vierhändig mit kleiner Perkussion. Text: Wissenschaftssprache Licht bei Vermeer (1997/98) für achtstimmigen Chor (SSAATTBB), Bassetthorn und Vibraphon. Text: Vincent van Gogh, Pieter Teding van Berkhout, Dirk Hannema, Catharina Bolnes, Alltagssprache Strassburgkonfiguration (1998) für Gesang und Klavier. Text: Hans Arp Alle Schatten der Blätter (1998). 5 Madrigale für Sopran solo. Text: Ulrich Suter I giganti nell’autosilo (1999) für Chor a cappella (hohe Stimmen). Text: Franz Hohler Intarsien (1998/2000). 4 Miniaturen für Sopran und Klavier nach Texten von Ulrich Suter Gand (2005) für Bariton solo Ballade (Dällebach Kari) (2011) für Vokalquartett (SATB). Text: Mani Matter Chue am Waldrand (2011) für Vokalquartett (SATB). Text: Mani Matter

Diskographie 1997: Groupe Lacroix: The Composer Group (Creative Works Records) mit dem Moscow Rachmaninov Trio 2001: Distant Calls (TonArt) mit Saxism – das Saxophon Quartett 2001: Capricci Musicali (MM) mit Thomas Hlawatsch (Klavier) 2003: Groupe Lacroix: 8 Pieces on Paul Klee (Creative Works Records) mit dem Ensemble Sortisatio

Schriften (Auswahl) (Hrsg. mit Kristina Ericson:) Ein unstillbares Sehnen. Werner Wehrli. Das dichterische Schaffen. Sauerländer Verlag, Aarau 1994, ISBN 3-7941-3847-3. Verborgene Spuren. Anne Frank und die Schweiz. In: Stapferhaus Lenzburg (Hrsg.): Anne Frank und wir. Chronos Verlag, Zürich 1995, ISBN 3-905311-71-2. Peter Mieg. Leben, Werk, Rezeption. Amadeus Verlag, Winterthur 1995, ISBN 3-905049-64-3. Das unbeschreibliche Licht und die winterlichen Schatten. Zum musikalischen Denken von János Tamás. In: Förderverein János Támas (Hrsg.): Feuerbilder – Schattenklänge – János Tamás. Komponist, Dirigent, Pädagoge. Müller & Schade, Bern 1997, ISBN 3-9520878-0-7. We can work it out. Die Beat-Szene in der Schweiz (1964–67). In: Stapferhaus Lenzburg (Hrsg.): A walk on the wild side. Jugendszenen der Schweiz von den 30er Jahren bis heute. Chronos Verlag, Zürich 1997, ISBN 3-905312-03-4. (Hrsg. mit Gaby Fierz:) Feste im Licht. Religiöse Vielfalt in einer Stadt. Christoph Merian Verlag, Basel 2004, ISBN 3-85616-234-8. Schneider verfasste überdies die biographischen Artikel zu Friedrich Theodor Fröhlich, Walther Geiser und Peter Mieg für das Musiklexika Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG) und zu Peter Mieg für das Historische Lexikon der Schweiz sowie Fachaufsätze für die Schweizer Musikzeitung – Schweizer Musikpädagogische Blätter.

Literatur Schneider, Michael. In: Axel Schniederjürgen (Hrsg.): Kürschners Musiker-Handbuch. 5. Auflage, Saur Verlag, München 2006, ISBN 3-598-24212-3, S. 418.

Weblinks Offizielle Website von Michael Schneider

Biographie, Werkliste, Diskographie und Bibliographie von Michael Schneider in der Online-Datenbank musinfo.ch der Schweizer Musikedition

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Komponist (Schweiz) Kategorie:Komponist (Chor) Kategorie:Musiker (Aargau) Kategorie:Musikhistoriker Kategorie:Kulturmanager Kategorie:Musikkritiker Kategorie:Journalist (Schweiz) Kategorie:Herausgeber (Musik) Kategorie:Autor Kategorie:Person (Kanton Aargau) Kategorie:Geboren 1964 Kategorie:Mann Kategorie:Schweizer