mini|Die Evangelische Kirche von Westfalen fordert zu Dank und Fürbitte auf für „die gnädige Bewahrung des Führers vor dem verbrecherischen Anschlag in München“.

Die Liste der Attentate auf Adolf Hitler umfasst verschiedene dokumentierte, geplante und teils durchgeführte Anschläge durch Einzelpersonen, Gruppen oder Institutionen auf das Leben des NS-Diktators Adolf Hitler vor und im Zweiten Weltkrieg. Die tatsächliche Anzahl der Attentate bzw. Attentatsversuche kann wegen einer möglichen Dunkelziffer nicht genau ermittelt werden. Will Berthold veröffentlichte 1981 sein Buch Die 42 Attentate auf Adolf Hitler über 42 geplante oder verübte Anschläge auf Hitler.Will Berthold: Die 42 Attentate auf Adolf Hitler, 12. Auflage 2007, Vma-Vertriebsgesellschaft, ISBN 978-3-928127-70-7. Andere Quellen gehen von mindestens 39 Attentaten aus, die dokumentiert sind.Der 1936 geborene Jurist und Diplomat Jörg von Uthmann (Lebenslauf bei C.H.Beck) geht in Attentat: Mord mit gutem Gewissen (Berlin 1996), S. 134, von „einer Zahl zwischen 40 und 50“ aus.

Die vor Beginn des Zweiten Weltkriegs ausgeführten oder geplanten Attentate waren teilweise durch politisch motivierte Einzelpersonen oder Gruppen verübt bzw. geplant worden; der aussichtsreichste Versuch war jedoch der der Septemberverschwörung durch Teile der Wehrmacht im Jahr 1938. Nach Ausbruch des Krieges waren bis auf den Anschlag durch Georg Elser alle Planer und Ausführer der Attentate Angehörige der Wehrmacht.

Als Gründe für die vermehrten Attentate durch Wehrmachtsoffiziere gelten die sich durch die dilettantische Kriegsführung Hitlers (z. B. die Haltebefehle) abzeichnende Niederlage ohne Aussicht auf Friedensschluss, das Bekanntwerden von Massenmorden (besonders im Osten; siehe auch Zeitgenössische Kenntnis vom Holocaust) und die wachsende Einsicht in die verbrecherische Art der vom NS-Regime befohlenen Kriegführung.

Die nachfolgende Listung von Attentaten ist aufgeteilt in die Zeit vor dem Krieg (sechs Attentate) und ab Kriegsbeginn am 1. September 1939 (15 Attentate). Sie umfasst in einer dritten Teilliste weiters vier nicht einwandfrei belegbare Attentate und ist als nicht abgeschlossen zu betrachten.

30. Januar 1933 bis 31. August 1939 Datum Beschreibung 9. Februar 1933 Adolf Hitler erhält von Ludwig Aßner (einem Ex-Kommunisten) einen vergifteten Brief, der jedoch aufgrund einer Warnung per Telegramm abgefangen wird. 1934 Eine oppositionelle Gruppe um Helmuth Mylius in Berlin plant einen Anschlag. Vor der Ausführung werden die Attentäter verhaftet; was mit ihnen geschah, ist unbekannt. 1934 Der Schriftsteller Edgar Jung als führender Protagonist der oppositionellen „Kanzlei-Gruppe“, der als Redenschreiber von Vizekanzler Franz von Papen Zugang zum Diktator hat, plant Hitler zu erschießen, führt seine Absicht aber nicht aus, da seine Mitverschwörer befürchten, dass dies Hitler zum Märtyrer machen und die Umsturzpläne der Gruppe gefährden könnte.Rainer Orth: Parenthese: Jungs verworfene Pläne für ein Attentat auf Hitler, in: Ders.: „Der Amtssitz der Opposition?“ Politik und Staatsumbaupläne im Büro des Stellvertreters des Reichskanzlers 1933/34, Köln/Weimar/Wien 2016, S. 434 ff. Frühjahr 1938Der Diplomat Wilhelm Freiherr von Ketteler, enger Mitarbeiter des ehemaligen Vizekanzlers und Botschafter in Wien Franz von Papen und jungkonservativer Gegner des Nationalsozialismus im „Edgar-Jung-Kreis“, plant, Hitler bei seinem Einzug in Wien zu erschießen. Ketteler wird jedoch schon vor Hitlers Eintreffen in Wien vom SD ermordet.Detlef Graf von Schwerin: Dann sind’s die besten Köpfe, die man henkt. Piper, München 1991, S. 145. 28. September 1938 Während der sogenannten Septemberverschwörung soll Hitler in der Reichskanzlei durch einen Stoßtrupp unter der Führung von Hauptmann Friedrich Wilhelm Heinz und Korvettenkapitän Franz-Maria Liedig erschossen werden. Als Hitler jedoch auf der Münchner Konferenz einer friedlichen Lösung der Sudetenfrage zustimmt, entfällt der Hauptgrund für den Umsturz für die Verschwörer. 9. November 1938 Der Schweizer Maurice Bavaud will Hitler beim Gedenkmarsch zur Münchner Feldherrnhalle erschießen. Das Attentat scheitert, weil er nicht nah genug an Hitler herankommt.

1. September 1939 bis 30. April 1945 Datum Beschreibung 8. November 1939 Bombenattentat im Münchner Bürgerbräukeller durch Georg Elser. Hitler entgeht dem Anschlag, da er den Bürgerbräukeller dreizehn Minuten vor der Explosion verlässt. 11. November 1939 Erich Kordt will sich mit Hitler in der Reichskanzlei in die Luft sprengen. Als Folge des missglückten Anschlags von Georg Elser sind die Sicherheitsvorkehrungen dermaßen verschärft worden, dass Oberst Hans Oster keinen Sprengstoff beschaffen kann. 27. Juni 1940 An diesem Tag soll eine Wehrmachtsparade auf den Champs-Élysées (Paris) stattfinden, bei der Hitler im Vorbeifahren von Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg und Eugen Gerstenmaier erschossen werden soll. Da Hitler bereits am 23. Juni 1940 Paris besucht, wird die geplante Parade abgesagt. 21. Mai 1941 Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben kann Hitler zu einem Besuch in Paris überreden. An diesem Tag soll die verpasste Chance vom Juni 1940 nachgeholt und Hitler erschossen werden. Hitler sagt seinen Besuch (sehr wahrscheinlich wegen des Balkanfeldzuges) kurzfristig ab. 13. März 1943 Auf dem Rückflug von einem Frontbesuch besucht Hitler in Smolensk das Hauptquartier der Heeresgruppe Mitte. Oberst Henning von Tresckow hat sich einen dreiteiligen Plan ausgedacht, um Hitler zu töten. Unter Leitung von Major Georg von Boeselager sollen einige Eingeweihte Hitler in einem Wäldchen auf dem Weg vom Flughafen zum Hauptquartier abfangen und liquidieren. Hitler wird durch eine bewaffnete SS-Eskorte bewacht; der Plan wird daraufhin fallen gelassen. Beim Mittagessen wollen Tresckow, Boeselager und andere auf ein Zeichen aufstehen und mit Pistolen auf Hitler feuern. Der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe, Generalfeldmarschall Günther von Kluge, wusste von dem Plan und hatte auch grundsätzlich zugestimmt. Als aber klar wurde, dass Himmler nicht mit anwesend sein würde, verbot Kluge das Attentat, da er einen möglichen Bürgerkrieg zwischen SS und Heer vermeiden wollte.Philipp von Boeselager berichtet: „Kluge war eingeweiht worden. Er hatte grundsätzlich zugestimmt. Erst als feststand, daß Himmler nicht mitkommen würde, untersagte Kluge das Attentat. Er fürchtete einen Bürgerkrieg zwischen Heer und SS, wenn Himmler am Leben bleiben würde.“ (Philipp Freiherr von Boeselager: Der Widerstand in der Heeresgruppe Mitte. Beiträge zum Widerstand 1933–1945, Heft 40. Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin 1990, S. 18). Zumindest wollte er, dass so etwas „nicht in seinem Verantwortungsbereich“ getan werden sollte, und die Offiziere seines Stabes gehorchten seinem Verbot.