Ulfa ist ein Haufendorf in der nördlichen Wetterau und ein Stadtteil von Nidda im hessischen Wetteraukreis.
Geschichte Ortsgeschichte Funde aus Hügelgräbern lassen den Schluss zu, dass die Gegend um Ulfa bereits zum Ende der Jungsteinzeit besiedelt war.
Die erste bekannte urkundliche Erwähnung des Dorfes „Oloffe“ stammt aus der Zeit der ersten fuldischen Bischöfe Sturmius und Baugulf von Fulda zwischen 750 und 802. Das Dorf war demnach schon damals existent.Edmund Ernst Stengel, Urkundenbuch des Klosters Fulda. 1. Die Zeit der Äbte Sturmi und Baugulf, Marburg 1958. = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck 10,1. Nr. 448, Nr. 372. Damals lautete der Ortsname auch Olphe oder Olaffa. „Ol“ bedeutete in der keltischen Sprache Sumpf und „offe“ bzw. „affa“ = Wasser, Bach oder auch Fluss, d. h. „am Wasser oder Sumpf gelegene Siedlung“. Der Name verrät, dass die erste Siedlung keltischen Ursprungs war und an einem Sumpfgebiet lag. Das Dorf gehörte dem Kloster Fulda, das es als Lehen an die Grafen von Nidda gab. mini|Evangelische Kirche Ulfa aus dem 12. Jahrhundert Um 1290 wurde Ulfa Gerichtsort. Das Dorf hat bis heute das Recht, Märkte abzuhalten, und ist daher auch ein Marktflecken.
Inmitten des Orts steht die wuchtige, über 800 Jahre alte Evangelische Kirche Ulfa mit ihrem Wehrturm. Darin hängen eine im Jahre 1334 gegossene Glocke und zwei andere, die um 1334 gegossen wurden. Das Dreiergeläut zählt zu den ältesten in Hessen.
Von der östlich des Ortes gelegenen Burg ist heute nichts mehr vorhanden.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Ulfa:
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten am 1. Dezember 1970 die bis dahin selbständigen Gemeinden Bad Salzhausen, Borsdorf, Fauerbach bei Nidda, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Wallernhausen und die Stadt Nidda zur neuen Stadt Nidda. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt Nidda wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Ulfa angehört(e): vor 1450: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nidda, Amt Nidda 1450–1495: Erbstreit zwischen der Landgrafschaft Hessen und den Grafen von Hohenlohe ab 1450: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Nidda ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Stornfels ab 1584: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Stornfels 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Schotten und Stornfels, Gericht Ulfa der Freiherren von Pretlack ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Oberhessen, Amt Schotten und Stornfels ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Schotten und Stornfels ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk SchottenTrennung zwischen Justiz (Landgericht Schotten) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Büdingen ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1970: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen, Stadt Nidda ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Stadt Nidda
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ulfa 1200 Einwohner. Darunter waren 12 (1,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 195 Einwohner unter 18 Jahren, 429 waren zwischen 18 und 49, 300 zwischen 50 und 64 und 273 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 492 Haushalten. Davon 117 Singlehaushalte, 162 Paare ohne Kinder und 163 Paare mit Kindern, sowie 51 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 108 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 291 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.
Einwohnerentwicklung • 1791: 733 Einwohner • 1800: 738 Einwohner • 1806: 843 Einwohner, 160 Häuser • 1829: 981 Einwohner, 184 Häuser • 1867: 1040 Einwohner, 206 bewohnte Gebäude • 1875: 1037 Einwohner, 206 bewohnte Gebäude
Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 980 evangelische, ein katholischer Einwohner • 1961: 1177 evangelische (= 89,44 %) und 131 katholische (= 9,95 %) Einwohner
Politik Ortsvorsteher ist Christian Döll (Stand April 2024).
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Ulfa
Museum Oberhessisches Weihnachtskrippen-Museum
Wirtschaft und Infrastruktur Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Regionalverkehr Kurhessen GmbH sicher. Im Ort gibt es den Kindergarten Kinderburg, ein Bürgerhaus, ein Jugendzentrum, einen Sportplatz und eine Grundschule.
Literatur Günther Stahnke: Ulfa Geschichte und Geschichten; Die Geschichte Ulfas. Geschichtsverein Ulfa, Nidda 2010. Günther Stahnke: Ulfa. 15. bis 17. Jahrhundert. Aus der Zeit des 30-jährigen Krieges, der Zeit davor und danach. Geschichtsverein Ulfa, Nidda 2018. Günther Stahnke, Wolf-Dieter Schulz: Ortsfamilienbuch für Ulfa und Stornfels. Geschichtsverein Ulfa, Nidda 2013. Mathilde Hain: Sprichwort und Volkssprache – Eine volkskundlich- soziologische Dorfuntersuchung des Dorfes Ulfa bei Nidda Mundart Dialekt Hausnamen, Gießener Beiträge zur deutschen Philologie, Band 95, Schmitz, Gießen 1951
Weblinks
Stadtteil Ulfa. In: Webauftritt der Stadt Nidda.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise Die Zugehörigkeit des Amtes Schotten anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und
Kategorie:Ort im Wetteraukreis Kategorie:Geographie (Nidda) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Wetteraukreis) Kategorie:Ersterwähnung im 8. Jahrhundert Kategorie:Gemeindeauflösung 1970