Eröffnung: 19. Oktober 1971 |- ! colspan="2" | Quelle:Gleisplan, auf u-bahn-muenchen.de
Die Stammstrecke 1 der Münchner U-Bahn ist die älteste von insgesamt drei realisierten Stammstrecken im U-Bahn-Netz der bayerischen Landeshauptstadt München. Sie verläuft überwiegend in Nord-Süd-Richtung und wird derzeit von den beiden U-Bahn-Linien U3 und U6 befahren. Zwischen den U-Bahnhöfen Münchner Freiheit und Implerstraße verlaufen die Linien U3 und U6 auf einem gemeinsamen Streckenweg, davor bzw. dahinter verzweigt sich die Strecke in jeweils zwei Äste, die nur von einer der beiden Linien bedient werden; ferner verkehrt auf dem kurzen Teilstück Olympiazentrum–Scheidplatz die Verstärkerlinie U8. Die Stammstrecke 1 ist 41 Kilometer lang und besitzt 42 U-Bahnhöfe, drei davon liegen im benachbarten Garching bei München. Der Nordast der U6 verläuft teilweise oberirdisch, die übrigen Strecken liegen vollständig im Tunnel.
Im Oktober 1971 fuhren die ersten Züge der Linie U6 zwischen Goetheplatz und Kieferngarten, sieben Monate später nahm mit der Eröffnung der Strecke zum Olympiapark die Linie U3 ihren Betrieb auf. In den folgenden vier Jahrzehnten wurden zwölf Verlängerungen bzw. Ausbauten fertiggestellt, zuletzt im Dezember 2010 der Abschnitt der Linie U3 zwischen den U-Bahnhöfen Olympia-Einkaufszentrum und Moosach. Heute verbindet die U3 Moosach mit der Station U-Bahnhof Fürstenried West, während die U6 zwischen Garching und dem Klinikum Großhadern verkehrt. Im Bau befindet sich eine Verlängerung der südlichen U6 nach Martinsried, deren Bau Ende 2022 startete (Spatenstich Anfang 2023). Nach Vollendung dieser Verlängerung wird sie die zweite Strecke der Münchner U-Bahn außerhalb der Stadtgrenzen Münchens sein – die andere ist das Nordende der U6 in Garching.
Geschichte Die U6 befährt die älteste Münchner U-Bahn-Strecke. Der Lindwurmtunnel (Abschnitt zwischen Sendlinger Tor und einschließlich Bahnhof Goetheplatz) wurde bereits 1938–1941 als Teil einer Nord-Süd-S-Bahn-Strecke erbaut, die im Wesentlichen dem heutigen Verlauf der U6 ähnelt. Der Bahnhof Goetheplatz ist aus diesem Grund einige Meter länger als die üblichen 120 Meter Bahnsteiglänge, da er für andere Züge konzipiert wurde. Dieser Tunnel wurde beim Bau der U6 ab 1. Februar 1965 in die Linienführung integriert. Ab 19. Oktober 1971 fuhren die ersten Züge zwischen Kieferngarten und Goetheplatz. Der Name U6 wurde gewählt, weil die U-Bahn die Tramlinie 6 in der Leopoldstraße ersetzte.Zeltdach, Zwiespalt, Zukunftsfähigkeit in: Nordbayerischer Kurier vom 15. Juni 2022, S. 3.
mini|Der U-Bahnhof Olympiazentrum ist seit 8. Mai 1972 in Betrieb Der Bau der Linie U3 wurde drastisch beschleunigt, als München Mitte der 1960er Jahre den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 1972 bekam. 1966 wurde der erst ein Jahr zuvor verabschiedete Liniennetzplan revidiert und die U3 als Zubringer zum Olympiagelände festgelegt, da die ursprünglich geplante Streckenführung über den Hauptbahnhof in der Kürze der Zeit nicht realisiert werden konnte. Außerdem hielt man für den Betrieb die direkte Anbindung an die in Fröttmaning gelegene Technische Basis für erforderlich. Die Stationen, die nicht bereits im Zuge der Eröffnung der U6 in Betrieb genommen wurden (Bonner Platz bis Olympiazentrum), wurden am 8. Mai 1972 eröffnet.
Am 22. November 1975 wurden die Haltestellen Implerstraße und Harras eröffnet. Bereits damals wurde der Bahnhof Implerstraße als Verzweigungsbahnhof gebaut, obwohl der Südast der U3 erst 14 Jahre später in Betrieb ging. Die U3 endete damals am Harras, wo es nun eine zweite Umsteigemöglichkeit zur S-Bahn gab. Die zwischen Goetheplatz und Implerstraße gelegene Station Poccistraße wurde erst nachträglich gebaut und am 28. Mai 1978 eröffnet. Der Abschnitt über Partnachplatz und Westpark bis Holzapfelkreuth wurde zur Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) am 16. April 1983 als Blumenlinie eröffnet. Die Gestaltung der drei Bahnhöfe, die demselben Grundmuster folgt, wurde mit dem Internationalen Designpreis 1983/84 ausgezeichnet.
Der südliche Ast der Trasse wurde erst in den 1980er Jahren vorangetrieben. Ab dem 28. Oktober 1989 konnte man vom U-Bahnhof Implerstraße zur damaligen Endhaltestelle Forstenrieder Allee fahren. Dadurch wurde der Abschnitt zwischen Implerstraße und Holzapfelkreuth nicht mehr von der U3 bedient. Am 1. Juni 1991 wurde der heutige Endbahnhof Fürstenried West erreicht. Die bisherige Tramlinie 16 (Harras – Ratzingerplatz – Fürstenried) hatte ausgedient und wurde in Etappen abgebaut. Weitere Streckenverlängerungen im Süden zum Klinikum Großhadern (am 22. Mai 1993) und im Norden nach Fröttmaning (am 30. Juni 1994) und weiter nach Garching-Hochbrück (am 28. Oktober 1995) folgten.
mini|Der U-Bahnhof Fröttmaning wurde vom 10. Oktober 2002 bis 4. Mai 2005 umgebaut. Für den Anschluss der Allianz Arena wurde der Bahnhof Fröttmaning zwischen 10. Oktober 2002 und 4. Mai 2005 umgebaut. Der Bahnhof wurde um etwa eine halbe Bahnsteiglänge nach Norden verschoben, der bestehende Bahnsteig abgerissen, ein zweiter Bahnsteig gebaut und nördlich des nun viergleisigen Bahnhofes eine neue Abstellanlage errichtet. Der jetzige Bahnhof ist komplett überdacht und verfügt jetzt auch am Nordende über einen Zugang, der sich direkt an die Esplanade der Allianz Arena anschließt.
Freimann war lange Zeit der letzte U-Bahnhof, der nicht barrierefrei erreichbar war. Seit August 2006 wurden drei Fahrstühle nachgerüstet, so dass seit Juni 2009 auch dieser Bahnhof für mobilitätseingeschränkte Personen mühelos erreichbar ist.
Die auf Garchinger Gebiet verlaufende Strecke von Garching-Hochbrück nach Garching-Forschungszentrum wurde am 14. Oktober 2006 eröffnet. Die gesamte Strecke jenseits der Münchner Stadtgrenze, die kurz hinter dem Bahnhof Fröttmaning liegt, wurde von der Stadt Garching mit Finanzhilfen des Freistaats Bayern und des Landkreises München gebaut, die zudem zwei Langzüge kaufte. Die Infrastruktur und Fahrzeuge wurde an die betriebsführende Münchner Verkehrsgesellschaft verpachtet. Zum Herbst 2023 verkaufte die Stadt die Fahrzeuge und Bauwerke an den Landkreis München und blieb lediglich Eigentümer der Grundstücke.
Bis 2007 endete die Linie U3 im Norden der Stadt am Bahnhof Olympiazentrum. Ende Oktober 2007 wurden die beiden Stationen Oberwiesenfeld und Olympia-Einkaufszentrum eröffnet. Im Dezember 2010 erfolgte die Verlängerung über den Moosacher St.-Martins-Platz nach Moosach mit Anbindung an die S1.
Ab den Zehnerjahren des 21. Jahrhunderts kam es zu umfangreichen Bestandssanierungen. Da die damals 40 Jahre alte Heidemannbrücke zwischen den Bahnhöfen Freimann und Kieferngarten (Nordast der U6) von Grund auf saniert werden musste, war die Strecke zwischen den Bahnhöfen Studentenstadt und Kieferngarten 2013 und 2014 für jeweils 3 Monate unterbrochen. In dieser Zeit wurden erst die West-, danach die Ostseite der Brücke erneuert. Das jeweils andere Gleis musste für die Erreichbarkeit mit Baufahrzeugen zur Verfügung stehen.Höher, schwerer, länger: Voller Einsatz auf der U-Bahnbaustelle in: MVG info. Kundeninformation der Münchner Verkehrsgesellschaft. Heft 2/2014, Seite 10. Seit dem Frühjahr 2017 fanden am U-Bahnhof Sendlinger Tor umfangreiche Umbau- und Sanierungsarbeiten statt. Stand 2019 war eine Fertigstellung Ende 2023 vorgesehen.
Strecken Nord (U3) mini|links|Bahnhof München-Moosach: Nördlicher Endpunkt der U3
Im Norden beginnt die Linie U3 seit Dezember 2010 am Regional- und S-Bahnhof München-Moosach. Über die Station unter dem Moosacher St.-Martins-Platz führt die Strecke zur zweiten Ebene des U-Bahnhofs Olympia-Einkaufszentrum. In der darüber liegenden ersten Ebene beginnt der nördliche Zweig der Linie U1, der durch die Stadtteile Gern und Neuhausen verläuft und am Hauptbahnhof in die zweite Stammstrecke mündet.
Über die Station Oberwiesenfeld, welche den nördlichen Teil des Olympiaparks erschließt und deshalb auch den Projektnamen Olympiapark Nord trug, wird der viergleisige U-Bahnhof Olympiazentrum erreicht. Dieser war von 1972 bis 2007 Endhaltestelle der Linie U3 und hieß während dieser Zeit wegen der Lage des Olympiaparks im nördlichen Teil des Oberwiesenfeldes zeitweise Olympiazentrum (Oberwiesenfeld). Vor der Planung des Olympiaparks sollte die Station nur Oberwiesenfeld heißen. Seit dem 15. Dezember 2013 endet in dieser Station mit der nur samstags zum Sendlinger Tor verkehrenden Verstärkerlinie U8 wieder eine U-Bahn-Linie.
Über den U-Bahnhof Petuelring wird der viergleisige Kreuzungsbahnhof Scheidplatz, der auch auf dem nördlichen Zweig der Linie U2 liegt, erreicht. In dieser Station halten die Züge der Linien U2 und U3 in beiden Fahrtrichtungen jeweils gleichzeitig an einem Mittelbahnsteig, um bequemes Umsteigen ohne Wartezeiten zu ermöglichen. Auch wechselt hier die Linie U8 auf die Strecke der Linie U2.
Über den Bonner Platz wird schließlich die Münchner Freiheit erreicht, wo der nördliche Zweig der Linie U3 in die erste Stammstrecke d. h. gemeinsame Teilstrecke der Linien U3 und U6 mündet.
Die vier Bahnhöfe Olympiazentrum, Petuelring, Scheidplatz und Bonner Platz sind alle in Sichtbeton mit Reliefs an den Wänden gestaltet, die Leitfarbe orange für die U3 spiegelt sich im Linienband und der sonstigen Bahnhofsarchitektur wider. Sie weichen in Form und Gestaltung bereits recht stark von der Grundform der nur kurz zuvor geplanten und ausgeführten Bahnhöfe der U6 ab – die Olympiaentscheidung und das damit verbundene Renommee rechtfertigten ein eigenständiges Erscheinungsbild der Bahnhöfe. 2020 stellte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege die vier U-Bahnhöfe unter Denkmalschutz.Ellen Draxel: U-Bahnhöfe in Schwabing: Gesamtkunstwerk im Untergrund. In: Süddeutsche Zeitung, 30. März 2020, abgerufen am 4. April 2020.
Nord (U6) mini|links|Garching-Forschungszentrum: Nördlicher Endpunkt der U6
Die U6 beginnt im Norden unterirdisch in Garching-Forschungszentrum, der Abschnitt über Garching bis Garching-Hochbrück wurde am 14. Oktober 2006 eröffnet. Der in einfacher Tieflage gelegene Bahnhof am Forschungszentrum erschließt die dort angrenzenden Forschungsinstitute erstmals per Schiene, kurz danach kommt die U6 für etwa 500 Meter an die Oberfläche. Nach diesem kurzen oberirdischen Streckenabschnitt wird der 17 Meter tief gelegene Tunnelbahnhof Garching unter dem Garchinger Maibaumplatz erreicht. Anschließend kommt die Strecke erst kurz vor Garching-Hochbrück wieder ans Tageslicht.
Der Abschnitt zwischen Garching-Hochbrück und der nächsten, für die Allianz Arena umgebauten Station Fröttmaning ist mit etwa 4,1 km der längste zwischen zwei Stationen im Münchner Netz. Dieses Teilstück unterquert zudem den Autobahnring München.
In Fröttmaning befindet sich außerdem die Technische Basis mit der Hauptwerkstätte der Münchner U-Bahn. Ab dem Bahnhof Kieferngarten, der wegen des Anschlusses zur Technischen Basis und der damit verbundenen Ein- und Ausrückfahrten viergleisig ausgeführt ist, führt sie über die 450 Meter lange Heidemannbrücke zum Bahnhof Freimann, der direkt neben der A9 liegt. Diese wird hinter der Haltestelle ebenso wie der Frankfurter Ring und der Münchner Nordring, zu dem an dieser Stelle auch ein Gleisanschluss besteht, unterquert. Der nächste Bahnhof Studentenstadt liegt neben der Ungererstraße, deren Verlauf die Strecke nun folgt.
Nach Studentenstadt verschwindet die U6 für den Rest ihres Verlaufs im Untergrund. Die drei folgenden von Paolo Nestler gestalteten Bahnhöfe Alte Heide, Nordfriedhof (neben Garching-Hochbrück der einzige Bahnhof mit Seitenbahnsteigen auf der U6) und Dietlindenstraße liegen allesamt unter der Ungererstraße. Der Bahnhof Nordfriedhof liegt zudem unter dem Mittleren Ring. Anschließend mündet die Strecke in der Station Münchner Freiheit in die gemeinsame U3/U6-Stammstrecke ein.
Zentrum (U3 und U6) mini|links|U-Bahnhof Münchner Freiheit am nördlichen Ende der Stammstrecke 1 mini|links|U-Bahnhof Implerstraße am südlichen Ende der Stammstrecke 1