Der Wahlkreis 269: Backnang – Schwäbisch Gmünd ist einer der 38 Bundestagswahlkreise in Baden-Württemberg.

Wahlkreis Der Wahlkreis hat seine Schwerpunkte um die beiden genannten Großen Kreisstädte, denen bei der Einrichtung 1965 noch eigene Landkreise und Autokennzeichen (Landkreis Backnang BK, Landkreis Schwäbisch Gmünd GD) zugeordnet waren.

Im Rahmen der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 wurden die Altkreisgebiete größtenteils den neugebildeten Landkreisen Rems-Murr-Kreis (WN) und Ostalbkreis (AA) zugeschlagen, wovon die Einteilung des Bundestagswahlkreises aber kaum betroffen war. Dessen Zuschnitt wurde seither gelegentlich angepasst, so etwa 1980 bei der Einrichtung des Bundestagswahlkreises Schwäbisch Hall – Hohenlohe (268). Der Bundestagswahlkreis 269 umfasst

den westlichen Teil des Ostalbkreises mit den 21 Gemeinden oder Städten Abtsgmünd, Bartholomä, Böbingen an der Rems, Durlangen, Eschach, Göggingen, Gschwend, Heubach, Heuchlingen, Iggingen, Leinzell, Lorch, Mögglingen, Mutlangen, Obergröningen, Ruppertshofen, Schechingen, Schwäbisch Gmünd, Spraitbach, Täferrot, Waldstetten den nördlichen Teil des Rems-Murr-Kreises mit den 13 Gemeinden oder Städten Allmersbach im Tal, Althütte, Aspach, Auenwald, Backnang, Burgstetten, Großerlach, Kirchberg an der Murr, Murrhardt, Oppenweiler, Spiegelberg, Sulzbach an der Murr, Weissach im Tal

Die regionalen Schwerpunkte berühren sich nur am Murrhardter Stadtteil Kirchenkirnberg (BK), der an Altersberg (Gschwend) (AA, ehemals BK) grenzt, während zwischen Murrhardt und Lorch (GD) mehrereKaisersbach, Welzheim, Alfdorf Gemeinden des Bundestagswahlkreises Waiblingen (264) (WN) liegen.

Der Wahlkreis wurde seit seinem Bestehen stets vom jeweiligen Direktkandidaten der CDU gewonnen, wobei der Vorsprung auf den SPD-Kandidaten von 2013 30 % auf 6 % 2021 geschrumpft ist.

Wahlkreisgeschichte Der Wahlkreis wurde unter dem Namen Schwäbisch Gmünd – Backnang zur Bundestagswahl 1965 neu eingerichtet, später in alphabetischer Reihenfolge benannt, und unter verschiedenen Nummern eingeordnet. Die Gemeinden des Wahlkreises gehörten vorher zu den Wahlkreisen Backnang und Aalen. Wahl Wahlkreisname Gebiet 1965–1976 175 Schwäbisch Gmünd – Backnang Landkreis Schwäbisch Gmünd, Landkreis Backnang, alter Landkreis Schwäbisch Hall 1980–1998 173 Backnang – Schwäbisch Gmündvom Ostalbkreis die Gemeinden Abtsgmünd, Bartholomä, Böbingen an der Rems, Durlangen, Eschach, Göggingen, Gschwend, Heubach, Heuchlingen, Iggingen, Leinzell, Lorch, Mögglingen, Mutlangen, Obergröningen, Ruppertshofen, Schechingen, Schwäbisch Gmünd, Spraitbach, Täferrot und Waldstetten, vom Rems-Murr-Kreis die Gemeinden Allmersbach im Tal, Althütte, Aspach, Auenwald, Backnang, Burgstetten, Großerlach, Kirchberg an der Murr, Murrhardt, Oppenweiler, Spiegelberg, Sulzbach an der Murr und Weissach im Tal 2002–2005 270 Backnang – Schwäbisch Gmünd seit 2009 269 Backnang – Schwäbisch Gmünd

Wahlkreisabgeordnete Wahl Abgeordneter Partei Stimmenin % 1965 1969 1972 1976 1980 1983 1987 1990 50,4 1994 49,6 1998 41,8 2002 47,7 % 2005 48,8 % 2009 44,7 2013 55,4 2017 41,2 2021 30,5 2025 36,6 Über Landeslisten gewählt wurden: Robert Antretter (1980–1994) und Christian Lange (SPD), Ricarda Lang (Grüne), Ruben Rupp (AfD)

Wahlergebnisse Bundestagswahl 2025

Für die turnusgemäß im Spätsommer oder Herbst 2025 vorgesehene Wahl zum 21. Deutschen Bundestag konnten ab Frühjahr 2024 Delegierte und Kandidaten gewählt werden, so dass die ab November absehbare Vorziehung auf den 23. Februar 2025 wenig Termindruck erzeugte, zumal Wahlvorschlägehttps://newsroom.ostalbkreis.de/sixcms/detail.php?template=newsroom_presse&id=390500&kontrast= noch am 20. Januar 2025 eingereicht werden konnten. Die Kreiswahlleitunghttps://wahlergebnisse.komm.one/lb/produktion/wahltermin-20250223/08136000/praesentation/ergebnis.html?wahl_id=8310&stimmentyp=0&id=ebene_-21758_id_32839 für den Wahlkreis Backnang-Schwäbisch Gmünd lag erneut beim Landratsamt des Ostalbkreises.https://www.rems-murr-kreis.de/landratsamt-und-politik/wahlen

Ingeborg Gräßle, 2021 Gewinnerin des Direktmandates, wurde bereits im Juli 2024 in Lorch nahezu einstimmig von der CDU erneut für den Wahlkreis 269 aufgestellt.https://www.bkz.de/nachrichten/die-cdu-nominiert-inge-graessle-251104.html Aufgrund der Änderung des Bundestagswahlrechts 2023, gegen die eine auch von Gräßle unterstützte Klage anhängig war, bewirkt der Sieg im Wahlkreis nicht mehr automatisch die direkte Zuteilung eines Bundestagsmandates sofern die Anzahl der Wahlkreissiege nicht durch den Zweitstimmenanteil abgedeckt ist. Ist diesem Fall kommt auch niemand von der Landesliste zum Zug. Auf der im Dezember erstellten CDU-Landesliste mit 60 Plätzen ist Gräßle nicht vertreten.https://www.cdu-bw.de/presse/ab-jetzt-fuer-morgen-aufstellung-unserer-landesliste-zur-bundestagswah/ Ende Juli 2024 wurde von den FDP Kreisverbänden Rems-Murr und Ostalb Ruben Hühnerbein als FDP-Bundestagskandidat für den „Zwei-Kreise-Wahlkreis“ Backnang-Schwäbisch Gmünd nominiert.https://www.fdp-rems-murr.de/ruben-huehnerbein-tritt-backnang-schwaebisch-gmuend-fuer-fdp-zur-bundestagswahl Er besetzte Landeslistenplatz 29. Auf demselben Rang der Landesliste und als Direktkandidat im Wahlkreis 269 nominierte die SPD erneut Tim-Luka Schwab.https://www.spd-bw.de/dl/241216_gewaehlte_Liste_LVV_2024.pdf

Ricarda Lang wurde am 12. Oktober 2024, somit kurz nach ihrem Rücktritt als Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, nahezu einstimmig in Schwäbisch Gmünd erneut als Direktbewerberin im Bundestagswahlkreis Backnang – Schwäbisch Gmünd gewählt.https://www.bkz.de/nachrichten/ricarda-lang-wird-erneut-kandidatin-fuer-den-bundestag-263354.html Auf der Landesliste belegte sie den Landeslistenplatz 2.https://www.gruene-bw.de/wahlen/bundestagswahl-2025/landesliste-fuer-den-bundestag-2025/ Am 4. Dezember 2024 wählten Die Linke Ortsverbände Backnang und Schwäbisch Gmünd Nina Eisenmann einstimmig zur Direktkandidatin ihrer Partei im Wahlkreis 269.https://www.die-linke-ostalb.de/bundestagswahl/unsere-kandidierenden Auf der Landesliste ihrer Partei in Baden-Württemberg wurde sie auf Platz 15 gewählt.https://www.die-linke-bw.de/partei/parteitage/landesvertreterinnversammlung-2024

Die AfD Baden-Württemberg hat bereits Anfang Oktober 2024 die Landesliste aufgestellt, wobei Ruben Rupp auf Platz 5 der Liste gewählt wurde und sich dabei gegen Dirk Spaniel durchsetzte, der daraufhin die Partei verließ. Im Dezember 2024 wurde der Abgeordnete des Landtagswahlkreis Schwäbisch Gmünd außerdem einstimmig als Direktkandidat für den Bundestagswahlkreis Backnang – Schwäbisch Gmünd aufgestellt.

Seit der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 wird der Wahlkreis erstmals durch drei Bundestagsabgeordnete vertreten. Ingeborg Gräßle (CDU) verteidigte den Wahlkreissieg und gewann mit 36,6 % der Erststimmen ein Direktmandat, das nicht mehr automatisch für den Wahlsieg zugeteilt wird, sondern nur den Wahlkreisgewinnern, die landesweit die höchsten Erststimmenanteile erhielten, bis die aus dem Zweitstimmenanteil resultierende Anzahl Abgeordnete erreicht ist.https://www.bundeswahlleiterin.de/bundestagswahlen/2025/gewaehlte/bund-99/land-8.html Über die Landeslisten erhielten Ricarda Lang (Grüne) und Ruben Rupp (AfD) Bundestagsmandate.

Bundestagswahl 2021

Die bisherigen MdB und Parlamentarischen Staatssekretäre Norbert Barthle (CDU) und Christian Lange (SPD) haben bereits im Sommer 2020 bekanntgegeben In: barthle.de, 2. Juni 2020.Keine erneute Kandidatur von Christian Lange. Beitrag in der Backnanger Zeitung im September 2020. dass sie nach jeweils 23 Jahren im Bundestag zur Bundestagswahl 2021 nicht mehr antreten. Die im Oktober 2020 von der CDU nominierte Ingeborg Gräßle zog nach Landtag und Europaparlament auch in den Bundestag ein, über das Direktmandat. Ihr Ergebnis lag auf Rang 17 der 33 von 38 Wahlkreisen in Baden-Württemberg die von der CDU gewonnen wurden. Über die Grünen-Landesliste wurde auch die im Wahlkreis nur fünftplatzierte Ricarda Lang Mitglied im 20. Deutscher Bundestag.https://www.bkz.de/nachrichten/bundestagswahl-im-live-ticker-wer-gewinnt-das-direktmandat-118568.htmlhttps://wahlergebnisse.komm.one/01/produktion/wahltermin-20210926/08136000/praesentation/ergebnis.html?wahl_id=647&stimmentyp=1&id=ebene_-2858_id_4365https://www.bundeswahlleiter.de/bundestagswahlen/2021/ergebnisse/bund-99/land-8/wahlkreis-269.html

Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 177.062, die Wahlbeteiligung lag bei 77,1 %.

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in % Ingeborg Gräßle CDU 30,5 25,8 Tim-Luka Schwab SPD 24,4 21,7 David-Sebastian Hamm FDP 12,0 15,8 Andreas Wörner AfD 11,7 11,8 Ricarda Lang Grüne 11,5 13,7 Annette Keles Die Linke 2,9 2,9 Stefan Schmidt dieBasis 2,7 2,3 Michael Schoder Die PARTEI 1,7 1,1 Gabriele Katharina Regele Freie Wähler 2,4 1,5 Marianne Rosina Kolb MLPD 0,1 0,1

Bundestagswahl 2017

Zur Bundestagswahl am 24. September 2017 kandidierten die folgenden Direktkandidaten:

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in % Norbert Barthle CDU 41,2 35,2 Christian Lange SPD 20,0 16,5 Daniel Lindenschmid AfD 13,2 14,4 Melanie Lang GRÜNE 11,3 11,4 Gudrun Senta Wilhelm FDP 8,1 12,4 Alexander Relea-Linder Die Linke 5,6 5,9 Marina Djonovic NPD 0,4 0,3 Marianne Kolb MLPD 0,2 0,1

Bundestagswahl 2013

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in % Norbert Barthle CDU 55,4 48,4 Christian Lange SPD 24,8 20,4 Michael Straub GRÜNE 8,2 9,1 Jörg Drechsel DIE LINKE 4,0 4,2 Sebastian Staudenmaier PIRATEN 3,0 2,1 Lisa Strotbek FDP 2,8 5,8 Benno Grunert NPD 1,9 1,2 - AfD - 5,7

Bundestagswahl 2009

Seit der Bundestagswahl 1998 waren Norbert Barthle (CDU) als Wahlkreissieger und Christian Lange über die SPD-Landesliste Bundestagsabgeordnete. Beide traten 2021 nicht mehr an. Die Bundestagswahl 2009 hatte folgendes Ergebnis:

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in % Bundestagswahl 2005Zweitstimmen in % Norbert Barthle CDU 44,7 35,4 41,1 Christian Lange SPD 24,9 19,5 30,5 Markus Fischer FDP 10,3 18,5 10,8 Ulrike Sturm GRÜNE 10,3 12,5 9,2 Manfred Steidle DIE LINKE 6,6 7,1 3,5 Torsten Ziegler NPD 1,9 1,3 1,2 — REP — 1,3 1,4 Markus Grammel PBC 1,0 0,7 0,9 — MLPD — 0,1 0,1 — BüSo — 0,1 0,1 — Volksabstimmung — 0,2 — — ADM — 0,0 — — DVU — 0,1 — — DIE VIOLETTEN — 0,3 — — Die Tierschutzpartei — 0,6 — — ödp — 0,4 — — PIRATEN — 1,8 — Matthias Riebesam Einzelbewerber (Willi-Weise-Projekt) 0,3 — —

Bundestagswahlen 2005 und 2002 Wahlkreis 270 Backnang - Schwäbisch Gmündhttps://webarchiv.bundestag.de/archive/2009/0508/parlament/wahlen/wahlen2005/wk270.htmlhttps://webarchiv.bundestag.de/archive/2005/1115/parlament/wahlen/wahlen2002/wk270.html Direkt gewählt: Norbert Barthle, CDU/CSU Über Landesliste gewählt: Christian Lange (Backnang), SPD

Wahljahr 2005 2002 1) Wahlberechtigte 175509 172868 Wahlbeteiligung 77,9 % 80,2 %

Erststimmen 2005 2002 1) Zweitstimmen 2005 2002 1) CDU 48,8 % 47,7 % 41,1 % 44,2 % SPD 34,7 % 38,4 % 30,5 % 33,7 % BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 7,0 % 6,3 % 9,2 % 10,2 % FDP 4,6 % 5,5 % 10,8 % 7,1 % Die Linke. / PDS 2) 3,3 % 1,0 % 3,5 % 0,8 % Sonstige 1,6 % 1,1 % 4,9 % 4,0 %

1) Die Wahlkreisergebnisse 2002 sind auf die Wahlkreiseinteilung 2005 umgerechnet. 2) 2005 als „Die Linke.“ und 2002 als „PDS“.

Bundestagswahlen 1998 und 1994 Wahlkreis 173 Backnang - Schwäbisch Gmündhttps://webarchiv.bundestag.de/archive/2007/0625/parlament/wahlen/wahlen1998/wk173.htmlhttps://webarchiv.bundestag.de/archive/2007/0625/parlament/wahlen/wahlen1994/15421110.html Direkt gewählt: Norbert Barthle, CDU Über Landesliste gewählt: Christian Lange (Backnang), SPD

Wahljahr 1998 1994 Wahlberechtigte 168 809 167 038 Wahlbeteiligung 82,3 % 78,6 %

Erststimmen 1998 1994 Zweitstimmen 1998 1994 CDU 41,8 49,6 36,7 43,0 SPD 38,5 33,2 36,6 31,1 Bündnis 90/Die Grünen 6,0 9,0 8,1 9,0 F.D.P. 5,2 2,8 8,4 9,1 PDS 0,8 - 0,8 0,6 Sonstige 7,7 5,4 9,4 7,2

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