miniatur|Peter Klasen (1997)
Peter Klasen (* 18. August 1935 in Lübeck) ist ein in Frankreich lebender deutscher zeitgenössischer Bildhauer, Maler und Fotograf.
Leben und Werk Nachdem er seine Gymnasialzeit von 1945 bis 1955 am Katharineum zu Lübeck absolviert hatte, begann Peter Klasen 1956 ein Studium an der Berliner Kunsthochschule, u. a. bei Hans Jaenisch, und erhielt 1958 ein Meisterschüler-Atelier bei Hann Trier. 1959 ging er nach Paris; ein Jahr später beteiligte er sich erstmals an Gruppenausstellungen. Er gehörte zusammen mit Erró und anderen zur neu gegründeten Gruppe „Figuration Narrative“, die sich als Gegenpol und Reaktion zur damals vorherrschenden abstrakten Malerei sah und 1964 ihre erste Ausstellung im Musée d’art moderne de la Ville de Paris hatte. 1967 wurde er zur Betreuung vom Nürnberger Institut für moderne Kunst ausgewählt. 1985/86 war er Lehrer an der Europäischen Kunstakademie Trier. Klasen schuf zahlreiche Werkzyklen, unter anderem 1988 Le Mur de Berlin, eine Arbeitsreihe zur Berliner Mauer. „Künstler, Zeitzeuge und Visionär zugleich fertigte Klasen ein Jahr vor dem Fall der Mauer eine Reihe von großformatigen Leinwänden, Fragmente der berühmtesten Grenzanlage der Welt an.“Daniel Sibony: Biographie Peter Klasen zur Ausstellung 2007 in der Galerie Raphael 12, Frankfurt/M. In diesem und weiteren Zyklen (beispielsweise Récits et avis de recherche, Hiroshima) spiegelt sich Klasens Auseinandersetzung mit aktueller politischer Geschichte wider. Seine Serie La Passion de Dunkerque ging in den Jahren 1989 bis 1993 als Wanderausstellung, beginnend im Pariser Rathaus, zum „Museum of Art“ in Taiwan, von dort u. a. über Polen zur „Biennale d’art sacré“ in Pescara und nach Quebec in Kanada.
Klasens Arbeiten wurden in zahlreichen Ländern ausgestellt und von renommierten Museen und Sammlungen aufgekauft. Er erhielt in Frankreich Aufträge für Fresken in öffentlichen Gebäuden. Daniel Sibony schrieb über Klasens Bildwelt, sie zelebriere „unsere moderne, hoch technisierte, sterile Gesellschaft, um gleichsam auch ihre unmenschliche Kühle und bedrohliche Leere anzuprangern.“ Mit seinen Arbeiten führe Klasen den Betrachter „vor eine ausweg- und kompromisslose Konfrontation mit der brutalen Realität unserer heutigen Gesellschaft.“Daniel Sibony: Peter Klasen. In: kunstmarkt.com abgerufen am 8. Mai 2011. Über seine Bildkunst schrieb Sabine Glaubitz: „Für Klasen bot die von der Pop-Art-Sprache beeinflusste Narrative Figuration die Möglichkeit, Motive der neuen technischen Welt – Maschinen und Konstruktionen – in seinen Kompositionen umzusetzen. Seine Bilder sind von kühler, unpersönlicher, photoartiger Formsprache, die Objekte aus der modernen Konsumwelt zum Teil in Collagenform darstellen. Er hat sich wie viele der Künstler der «Figuration narrative» von Fotos aus Tageszeitungen, Zeitschriften und Filmplakaten inspirieren lassen.“Sabine Glaubitz (dpa): Gesellschaftskritische Kunst im Grand Palais. In: Der Westen. Das Portal der WAZ-Mediengruppe am 16. April 2008
Peter Klasen war Mitglied im Deutschen Künstlerbund (abgerufen am 9. September 2015). Er lebt mit Frau und zwei Töchtern in Châteauneuf-Grasse.
Ausstellungen Einzelausstellungen 1971: Museum für moderne Kunst, Paris 1972: Palais des Beaux-Arts, Brüssel 1974: Lehmbruck-Museum, Duisburg 1974: Museum Boymans-van Beuningen, Brüssel 1978: Musée de Peinture et de Sculpture, Grenoble, Frankreich 1979: Neue Galerie – Sammlung Ludwig, Aachen 1987: Musée des Beaux-Arts, Carcassonne 1994: Palais des congrès de Paris 1998: Art Cologne, Köln 2002: Museum Fondation Vasarely, Aix-en-Provence, Frankreich 2004: Nationalmuseum für bildende Künste, Kiew 2005: Maison Europienne de la Photographie, Paris 2010: Ludwig Museum Koblenz
Gruppenausstellungen 1976: Musée National d’Art Moderne, Centre Georges Pompidou, Paris 1980: Musée des beaux-arts de Montréal 1982: Bridgestone Museum of Art, Tokio 1983: Palais de Tokyo, Paris 1988: Museum für zeitgenössische Kunst, Seoul 1990: Kunsthalle Düsseldorf 1991: Münchner Stadtmuseum 1995: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland 2001: Nationalversammlung Paris 2026: GERMAN POP ART - Zwischen Provokation und Mainstream. Die Sammlung Heinz Beck zu Gast in der LUDWIGGALERIE, LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen, 25. Januar 2026 bis 3. Mai 2026
Werke in Sammlungen und Museen Aufbewahrungsort Bildtitel Entstehungsjahr Höhe × Breite Technik Musée d’art moderne de la Ville de Paris Réservoirs 1980 260 × 200 cm Acryl auf Leinwand Sammlung Ludwig, Aachen Colonnes sèches d’incendie 1977 180 × 260 cm Acryl auf Leinwand
Literatur Wolfgang Becker, Inken Nowald, Gilbert Lascault, Peter Gorsen, Jens Christian Jensen, Marie Luise Syring, Heinz Ohff, Peter Hopf: Peter Klasen. Arbeiten aus 25 Jahren. Kunstamt Wedding, Berlin 1996 Wolfgang Becker, Maya Klasen (Redaktion): Peter Klasen. Keep out. Gemälde. Neue Galerie (Sammlung Ludwig), Aachen 1979 Peter Klasen, histoire de lieux ordinaires. Peintures. Carré, Paris 1989, ISBN 2-86574-015-3 Gilbert Lascault: Peter Klasen. Ides et Calendes, Neuchâtel 2005, ISBN 2-8258-0221-2 Philippe Monsel (Hrsg.): Peter Klasen. Cercle d’Art, Paris 2005, ISBN 2-7022-0790-1 Heinz Ohff: Hann Trier und die Trier-Schüler. Galerie Scheffel, Homburg v. d. H. 1985 Daniel Sibony: Peter Klasen. nowhere anywhere. photographies 1970–2005. Éditions Cercle d’Art, Paris 2005, ISBN 2-7022-0795-2
Weblinks
Biographie auf kunstmarkt.com Bilder von Peter Klasen bei artnet Peter Klasen in der Encyclopedie Audiovisuelle de l’art contemporain (franz.) Bilder von Peter Klasen bei flickr
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Paris) Kategorie:Maler (Paris) Kategorie:Fotograf (Paris) Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Zeitgenössischer Künstler Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Mann