Die Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. (KAS) ist eine deutsche parteinahe Stiftung in der Rechtsform eines Vereins, die ideell der Christlich Demokratischen Union nahesteht. Im internationalen Vergleich gilt die Konrad-Adenauer-Stiftung als ein führender Think-Tank (Denkfabrik) Deutschlands und als einer der einflussreichsten Think-Tanks der Welt.

Vorsitzende der Stiftung ist Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalsekretär Mark Speich.

Entstehung und Auftrag mini|Vereinssitz in Sankt Augustin (2007)

Bereits 1952 gab es erste Vorüberlegungen von CDU-Politikern für eine systematische staatsbürgerliche Bildungsarbeit. Die darauf folgenden Jahre wurde im CDU-Bundesvorstand unter Beteiligung von Bundeskanzler Konrad Adenauer über die Errichtung einer Ausbildungs- und Schulungsstätte zur Förderung des politischen Nachwuchses diskutiert.

Die 1955 unter Bruno Heck auf Schloss Eichholz in der Gemeinde Hersel, heute Wesseling-Urfeld, gegründete Gesellschaft für christlich-demokratische Bildungsarbeit trägt seit 1964 den Namen des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer.

National und international setzt sich die Konrad-Adenauer-Stiftung für politische Bildung sowie die Förderung der europäischen Einigung ein, unterstützt Kunst und Kultur, fördert begabte junge Menschen mit Stipendien und dokumentiert und erforscht die geschichtliche Entwicklung der christlich-demokratischen Bewegung. Wie alle parteinahen Stiftungen versucht sie, als Denkfabrik für ihre Partei meinungsbildend auf die Gesellschaft einzuwirken.

Vorsitzende

Geschäftsführung

Gremien Vorstand Der Vorstand wird für zwei Jahre von den Mitgliedern gewählt, wobei lediglich die Hälfte der Vorstandsmitglieder Vereinsmitglieder sein müssen. Er besteht aus der Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, den drei stellvertretenden Vorsitzenden Verena Blechinger-Talcott, Hermann Gröhe und Tamara Zieschang, dem Schatzmeister Christoph Brand, dem Ehrenvorsitzenden Norbert Lammert und 16 weiteren Mitgliedern, von denen drei vom Vorstand kooptiert werden. Hinzu kommen sechs ständige Gäste. Der Generalsekretär (seit 2025 Mark Speich) wird für vier Jahre gewählt und ist satzungsgemäß Mitglied des Vorstandes.

Mitgliederversammlung Der Verein hat laut Satzung maximal 55 Mitglieder, die von der Mitgliederversammlung für drei Jahre gewählt werden, wobei eine Wiederwahl möglich ist. Bekannte Mitglieder sind der Bundeskanzler Friedrich Merz, amtierende Ministerpräsidenten sowie mehrere Bundes- und Landesminister.

Kuratorium Das Kuratorium der Stiftung besteht seit 1999 und soll als Expertengremium die Arbeit der Stiftung begleiten und unterstützen. Erster Kuratoriumsvorsitzender war (bis 2015) der frühere Bundespräsident Roman Herzog, ihm folgte der ehemalige österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Den Vorsitz des 30-köpfigen Gremiums hat aktuell Klaus Mertes SJ, weitere Mitglieder sind unter anderem Petra Bahr, Christoph Heusgen, Peter Müller, Armin Nassehi und Annette Widmann-Mauz.

Einrichtungen mini|Die Akademie in Berlin (2008)

Der Sitz der Stiftung befindet sich in Berlin, wo sie seit 1998 auch die Akademie als zentrales Veranstaltungshaus unterhält. Im Bereich der politischen Bildung gibt es deutschlandweit 18 politische Bildungsforen und Regionalbüros. Die Villa La Collina, Adenauers langjähriges Urlaubsdomizil in Cadenabbia am Comer See, dient heute, seit 1990 ergänzt um die neuerrichtete Accademia Konrad Adenauer, als internationale Tagungsstätte. Die beiden Bildungsstätten Schloss Eichholz und Schloss Wendgräben wurden 2013 verkauft und 2014 geschlossen.

Im ehemaligen Hauptsitz in Sankt Augustin in der Nähe der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn, wo sich bis 1990 neben anderen Instituten der Stiftung das Sozialwissenschaftliche Forschungsinstitut befand, befindet sich das Archiv für Christlich-Demokratische Politik, das die Geschichte der christlichen Demokratie in Deutschland und Europa erschließt und erforscht. Hierzu gehören 17.500 laufende Meter Schriftgutbestände, moderne Medien und eine Spezialbibliothek mit rund 157.000 Titeln.

Zum Angebot der Stiftung gehören als Teil der Begabtenförderung die Studienförderung, Promotions- und Habilitationsförderung, Ausländerförderung, Ausbildungsförderung (seit 2024) und die Unterhaltung einer Journalisten-Akademie.

Finanzierung Einnahmen der Konrad Adenauer Stiftung 2022 2021 2020 2019 2018 2017 Zuwendungen des Bundes215.540.173,97 €214.035.932,68 €186.398.556,11 €199.824.934,65 €188.129.739,32 €164.916.988,02 € Zuwendungen der Länder und Kommunen3.434.614,35 €3.417.465,08 €3.300.229,16 €3.215.239,23 €3.109.489,40 €3.004.599,25 € Sonstige Zuwendungen5.116.457,33 €5.292.229,11 €4.908.846,78 €6.073.723,97 €4.933.472,61 €4.552.791,66 € Erträge aus Fonds220.816,40 €234.269,83 €329.262,93 €210.746,94 €167.378,21 €268.792,35 € Spenden270.300,24 €154.684,70 €784.616,05 €760.652,20 €743.623,70 €768.142,46 € Teilnehmergebühren1.125.589,35 €413.709,55 €354.396,32 €1.737.748,73 €1.828.380,54 €1.902.979,04 € Andere Einnahmen1.041.041,02 €978.764,53 €874.682,31 €1.245.162,78 €1.382.800,18 €1.468.378,60 € Gesamt226.748.992,66 €224.527.055,48 €196.950.589,66 €213.068.208,50 €200.294.883,96 €176.882.671,38 €

Finanziert wird die politische Stiftung zum überwiegenden Teil direkt aus öffentlichen Mitteln (99 %, davon 78 % projektbezogen), außerdem durch Zuwendungen (0,2 %) und Teilnehmerbeiträge (0,8 %, Zahlen jeweils für 2017). Schatzmeister ist Christoph Brand. Als gemeinnütziger Verein kann die Stiftung Zuwendungen (Spenden sowie Erbschaften und Vermächtnisse) in steuerbegünstigter Form annehmen.

Else-Heiliger-Fonds Durch eine Erbschaft entstand der Else-Heiliger-Fonds der Konrad-Adenauer-Stiftung: Die aus Aachen stammende Apothekerswitwe Else Heiliger (1902–1993) setzte die Stiftung 1983 als ihre Alleinerbin ein und machte dabei die Auflage, mit dem Erbe bedürftige deutsche Künstlerinnen und Künstler zu fördern. Seither werden jährlich mehrere Künstlerstipendien vergeben. Im Oktober 2002 präsentierte die KAS im Rahmen einer Gruppenausstellung in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin repräsentative Werke der Stipendiaten, darunter Gerda Brodbeck, Rosa Barba, Nezaket Ekici und Gabriele Heidecker.

Das Kapital des Fonds war 2009 zwar aufgebraucht, wurde seither aber durch weitere Aktionen und Förderer aufgestockt.Der Tagesspiegel, 8. Juli 2011. Online-Ausgabe.

Publikationen mini|Denkmal für de Gaulle und Adenauer auf dem Gelände der Akademie in Berlin, Teilansicht

Die Stiftung veröffentlicht eine Vielzahl von Publikationen: Die Politische Meinung (gegr. 1956) ist die Monatszeitschrift des Vereins, in der ein breites Spektrum politischer, gesellschaftlicher und kultureller Themen abgedeckt wird. KAS-Auslandsinformationen (KAS-AI), die seit 1987 monatlich erscheinen und sich mit internationalen politischen Fragen befassen. Analysen und Argumente, eine Reihe, die in knapper Form über Positionen der Stiftung zu aktuellen Themen informiert. Die Hefte stellen zentrale Ergebnisse und Empfehlungen vor, bieten Kurzanalysen, erläutern die weiteren Pläne der Stiftung und nennen deren Ansprechpartner. Im Gespräch. Kulturpolitische Umschau, Zeitschrift mit Berichten aus Bundestag und Bundesländern, Gastbeiträgen, Rezensionen und Presseauswertungen zur aktuellen Kulturpolitik (letztmals 2008 als Online-Zeitschrift erschienen). Daneben wirkt die Stiftung durch einen Newsletter, Veröffentlichungen im Herder Verlag und die Broschürenreihen Arbeitspapiere, Zukunftsforum Politik, Historisch-Politische Mitteilungen, Materialien für die Arbeit vor Ort (für die Kommunalpolitik) sowie die obengenannten Veröffentlichungen zum Auslandsengagement (Publikationsreihen oben).

Preise Villa-La-Collina-Stipendium Bruno-Heck-Wissenschaftspreis der Altstipendiaten (bis 2016) Bernhard-Vogel-Bildungspreis der Altstipendiaten (seit 2013) Der Deutsche Lokaljournalistenpreis würdigt seit 1980 die herausragende Bedeutung und die Leistungen der Lokalredakteure, die den größten Anteil in den Redaktionen der deutschen Tageszeitungen stellen.Internetauftritt der Konrad-Adenauer-Stiftung, abgerufen am 18. Mai 2008. Seit 1993 werden mit dem von Bernhard Vogel ins Leben gerufenen Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung jährlich Autoren geehrt, „die der Freiheit ihr Wort geben“. Mit dem Preis Soziale Marktwirtschaft ehrt die Konrad-Adenauer-Stiftung seit 2002 Persönlichkeiten, die sich für Erhalt und Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft in herausragender Weise eingesetzt haben. denkt@g-Jugendwettbewerb (seit 2001), bundesweiter Internet-Wettbewerb für Jugendliche zwischen 16 und 22 Jahren zur Befassung mit dem Holocaust und zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Rechtsextremismus

Projekte und Initiativen (Auswahl) KAS-Fellowship Das Fellowship der Konrad-Adenauer-Stiftung verfolgt als stiftungsübergreifende Initiative das Ziel, jährlich eine Persönlichkeit mit ihrem Blick von außen in die Arbeit der Stiftung einzubinden. Die Auswahl der Experten für das Fellowship ist dabei interdisziplinär motiviert und soll die Aufgaben und Inhalte der Stiftungsprojekte durch zukunftsorientierte, aber auch durch mahnende Stimmen der Gesellschaft beeinflussen. Selbstkritische Reflexion ist unerlässlich, um der Kernaufgabe, der politischen Bildung, gerecht zu werden. Den gesellschaftlichen Wandel als Element der eigenen Entwicklung aufzugreifen, ist dabei Auftrag und Herausforderung des KAS-Fellowships zugleich.

Erster KAS-Fellow war der Soziologe Armin Nassehi (KAS-Fellow 2021), es folgten der Diplomat und Sicherheitsexperte Christoph Heusgen (2022), die Meeresforscherin Antje Boetius (KAS-Fellow 2023), der Digital- und Technologieexperte Lars Zimmermann (2024), der Volkswirt Christoph M. Schmidt (2025) und die Medizinethikerin Alena Buyx (2026).

Manfred-Wörner-Memorial-Lecture Die Stiftung organisierte zu Ehren des ehemaligen NATO-Generalsekretärs und früheren Bundesverteidigungsministers Manfred Wörner (CDU) über mehrere Jahre die Manfred-Wörner-Memorial-Lecture in Berlin, die von Persönlichkeiten wie Javier Solana (1999), George Robertson (2001) und Jaap de Hoop Scheffer (2004), allesamt Nachfolger im Amt, und R. Nicholas Burns (2002) gehalten wurde. Auslandsengagement

Allgemeine Informationen Im Ausland unterhält die Stiftung 111 Büros (Stand Mai 2023) und fördert in mehr als 100 Projekten der Hilfe zur Selbsthilfe in 120 Ländern auch politisch nahestehende Parteien und Organisationen. Bei den Partnerparteien handelt es sich um christdemokratische oder rechtsliberale Parteien wie die polnische Platforma Obywatelska oder die chilenische Partido Demócrata Cristiano de Chile.

Publikationsreihen (siehe auch Publikationen unten)

Die Hauptabteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit der Stiftung gibt verschiedene Publikationsreihen heraus: Auslandsinformationen (KAS-AI),Europäische und Internationale Zusammenarbeit > Auslandsinformationen > Artikel, kas.de, abgerufen am 18. Mai 2008. eine Zeitschrift für internationale Fragen, Außenpolitik und Entwicklungszusammenarbeit, durch die im Zusammenhang mit der Auslandsarbeit des Vereins gesammelte Informationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. KAS InternationalPublikationen > Abgeschlossene Publikationreihen > KAS International, kas.de, abgerufen am 18. Mai 2008. LänderberichteEuropäische und Internationale Zusammenarbeit, kas.de, abgerufen am 18. Mai 2008.

Mit fünf regionalen Rechtsstaatsprogrammen („Südosteuropa“, „Lateinamerika“, „Asien“, „Subsahara-Afrika“ und „Naher Osten/Nordafrika“) unterstützt die KAS die Entwicklung des jeweiligen Verfassungsrechtes, Menschenrechtsschutzes, Integrationsrechtes und Verfahrensrechtes mit dem Ziel einer Demokratisierung.Themen > Europäische und Internationale Politik > Entwicklungspolitik > Rechtsstaat | Recht und Politik, kas.de, abgerufen am 18. Mai 2008.