Ludwig Thiesen (* 10. Dezember 1928 in Köln; † 14. Juli 2009 in Baden-Baden) war ein deutscher Schauspieler.

Leben Nach seinem Abitur 1947 begann er in Köln ein Schauspielstudium. Es folgten erste kleine Rollen an den Bühnen der Stadt Köln. Nach der Abschlussprüfung bei Gustaf Gründgens in Düsseldorf begann seine Theaterlaufbahn im Jahr 1951.

Engagements führten ihn an das Zimmertheater in Aachen, das Theater am Niederrhein in Kleve, die Kammerspiele in Düsseldorf, das Contra-Kreis-Theater in Bonn und das Badische Staatstheater Karlsruhe.

Thiesen übernahm mehrere Rollen bei Fernsehproduktionen. Seit 1959 gehörte er zum künstlerischen Ensemble des Südwestfunks in Baden-Baden. Er arbeitete umfangreich beim Hörfunk und in der Synchronisation.

Zu seinen frühen Auftritten beim Hörfunk gehörten 1951 die Rolle des Michael Baxter in dem Paul-Temple-Hörspiel Paul Temple und der Fall Curzon und 1953 des Bert Walters in Paul Temple und der Fall Vandyke (Regie: Eduard Hermann) von Francis Durbridge mit René Deltgen. 1966 sprach er den Lucas in Paul Temple und der Fall Genf (Regie: Otto Düben). In den Hörspielen der Reihe Balduin Pfiff zwischen 1975 und 1979 wirkte Thiesen als Erzähler.

Privates Thiesen war bis zu seinem Tod mit der Schauspielerin Anneliese Benz verheiratet. Aus dieser Verbindung ging ein Sohn hervor.

Filmografie 1960: Terror in der Waage 1961: Das Wunder des Malachias 1961: Ein Mond für die Beladenen 1961: Zwischen den Zügen 1961: Biographie eines Schokoladentages 1961: Der kleine Napoleon 1962: Picknick im Felde 1963: Schwäbische Geschichten (Serie) 1964: Schneider Wibbel 1965: Tag für Tag 1965: Zeitsperre 1967: Die Ungeduldigen 1967: Die Frau des Fotografen oder Die große Liebe 1971: Operation Walküre 1974: Autoverleih Pistulla Folge: Hering und Lavendel 1975: Ein Fall für Männdli Folge: Hallo, Herr Doktor 1976: Tatort – Kassensturz 1977: Der Tod des Camilo Torres, oder: Die Wirklichkeit hält viel aus 1980: Der Aufstieg – Ein Mann geht verloren 1981: Die Weltmaschine 1982: Tatort – Blinde Wut 1983: Der Tunnel 1984: Geschichten aus der Heimat (Fernsehserie, Episode „Das Sonderangebot“) 1984: Ein Fall für zwei (Fernsehserie, Episode „Auf eigene Gefahr“)

Hörspiele 1951: Francis Durbridge: Paul Temple und der Fall Curzon – Regie: Eduard Hermann 1953: Francis Durbridge: Paul Temple und der Fall Vandyke – Regie: Eduard Hermann 1964: Ernst Hall: Glocken des Todes – Regie: Rolf von Goth 1964: Erich Kästner: Das fliegende Klassenzimmer – Regie: Benno Schurr 1966: Francis Durbridge: Paul Temple und der Fall Genf – Regie: Otto Düben 1971: Ror Wolf: Auf der Suche nach Dr. Q 1: Der Chinese am Fenster – Regie: Raoul Wolfgang Schnell (Hörspiel – WDR/HR) Ludwig Thiesen wirkte in den 1970er Jahren als Regisseur zahlreicher Kinderhörspiele für den Südwestfunk (SWF). Besonders aktiv war er im Zeitraum zwischen 1973 und 1977. Seine Regiearbeiten zeichnen sich durch die Zusammenarbeit mit namhaften Autoren wie Paul Maar, Willy Purucker oder Matthias Riehl sowie durch musikalische Beiträge von Max Roth aus. Thiesen war in mehreren Produktionen auch selbst als Sprecher beteiligt. Zu seinen wichtigsten Regiearbeiten zählen unter anderem folgende Produktionen:

Hörspiele unter seiner Regie 1973: Eine Woche voller Sams-Tage von Paul Maar (SWF) – Regie: Ludwig ThiesenHspDat – Eine Woche voller Sams-Tage 1973: Halef, der Teppichknüpfer von Anne Faber (SWF) – Regie: Ludwig ThiesenHspDat – Halef, der Teppichknüpfer 1974: Knasterbax und Siebenschütz von Werner Schrader (SWF) – Regie: Ludwig ThiesenHspDat – Knasterbax und Siebenschütz 1974: Ein Fall für Axel von Werner Boder (SWF) – Regie: Ludwig ThiesenHspDat – Ein Fall für Axel 1975: Pivo hat einen Plan von Helga Wercher (SWF) – Regie: Ludwig ThiesenHspDat – Pivo hat einen Plan 1976: Tobby Pulver von Willy Purucker (SWF) – Regie: Ludwig ThiesenHspDat – Tobby Pulver 1977: Das elektrische Pferd von Matthias Riehl (SWF) – Regie: Ludwig ThiesenHspDat – Das elektrische Pferd (Riehl)

Literatur Hermann J. Huber: Langen Müllers Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen/Georg Müller Verlag GmbH, München/Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 1011.

Weblinks

Ludwig Thiesen in der Synchrondatenbank von Arne Kaul

Einzelnachweise

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