mini|Ultramarinbischof (Weibchen) Der Ultramarinbischof (Cyanoloxia brissonii; Syn.: Cyanocompsa brissonii, Fringilla brissonii, Loxia cyanea), auch Dunkelblauer Bischof, ist ein südamerikanischer Singvogel aus der Familie der Kardinäle.
Beschreibung Der Ultramarinbischof erreicht eine Länge von 13 bis 16 cm. Das Männchen hat ein dunkelblaues Federkleid mit einem schwarzen Stirnstreif. Neben schwarzen Zügeln verfügt das Männchen zudem über eine schwarze Umrandung des Unterschnabels. Der Oberkopf, die Wangen und die kleinen Flügeldecken sind hingegen hell-kobaltblau. Die großen Flügeldecken sowie Schwanz- und Schwungfedern weisen eine schwarze Farbe mit dunkelblauen Säumen auf, während die dunkelblaue Farbe des Bauches zur Bauchmitte und den Unterschwanzdecken fast schwarz wird. Der männliche Ultramarinbischof besitzt dunkelbraune Augen, schwarzbraune Füße und einen fast schwarzen Oberschnabel. Der Unterschnabel ist zur Basis hin hingegen mehr blaugrau.
Das Weibchen des Ultramarinbischofs hat an der Oberseite ein braunes Federkleid, der Kopf und die Unterseite weisen eine dunkle ocker- bis rotbraune Färbung auf. Die Flügeldecken, Schwingen und der Schwanz sind schwarzbraun und weisen ockerbraune Säume auf. Der Schnabel des Weibchens ist grau-braun. Die Jungvögel des Ultramarinbischofs ähneln den Weibchen, das braune Gefieder weist jedoch eine hellere Farbe auf.
Verbreitung und Lebensraum mini|links|Verbreitungsgebiet des Ultramarinbischofs (grün) Der Ultramarinbischof kommt in weiten Teilen Südamerikas vor. Er lebt im Westen Kolumbiens und im Norden Venezuelas. Weitere Vorkommen bestehen im Osten Brasiliens von Fortaleza bis Ost-Bolivien, in Paraguay und im nördlichen Argentinien. Als Lebensraum bevorzugt der paarweise oder in kleinen Trupps lebende Ultramarinbischof buschdurchsetztes Grasland, lichten Wald oder Waldränder. Zudem besiedelt er Flussufer und Weideland.
Interne Systematik Vom Ultramarinbischof wurden fünf Unterarten beschrieben:IOC World bird list Cardinals, grosbeaks and “tanager” allies Cyanoloxia brissonii caucae (, 1912)Frank Michler Chapman (1912), S. 163 kommt im südwestlichen Kolumbien vor. Cyanoloxia brissonii minor (, 1861)Jean Louis Cabanis (1861), S. 4 ist im nördlichen Venezuela verbreitet. Cyanoloxia brissonii brissonii (, 1823)Martin Hinrich Lichtenstein (1823), S. 22 kommt im östlichen Brasilien vor. Cyanoloxia brissonii sterea (, 1901)Harry Church Oberholser (1901), S. 188. ist im südöstlichen und südlichen Brasilien, im östlichen Paraguay, im nordöstlichen Argentinien und in Uruguay verbreitet. Cyanoloxia brissonii argentina (, 1888)Richard Bowdler Sharpe (1888), S. 73 kommt in Bolivien und dem südwestlichen Brasiloen, dem westlichen Paraguay und dem nördlichen Argentinien vor.
Loxia cyanea , 1758Carl von Linné (1758), S. 174 wird heute als Synonym zur Nominatform betrachtet.Eugene Eisenmann u. a. (1970), S. 259–261.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Ultramarinbischof erfolgte 1823 durch Hinrich Lichtenstein unter dem Namen Fringilla brissonii. Als Verbreitungsgebiet gab er Brasilien an. 1850 führte Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte die neue Gattung Cyanoloxia für den Türkiskardinal (Cyanoloxia glaucocaerulea ( & , 1837)) ein.Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1850), S. 502. Dieser Name leitet sich von den griechischen Wörtern und ab.Cyanoloxia in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Das Artepitheton brissonii ist Mathurin Jacques Brisson gewidmet. Caucae bezieht sich auf das Tal des Río Cauca, argentina auf Argentinien. Minor hat seinen Ursprung in minor The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, sterea in sterea The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und cyanea in .cyanea The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. Für Paraguay nannte er die Unterart Cyanocompsa cyanea sterea. In der Literatur betrachtete er mit Sapucai durch Harry Church Oberholser, in Fortín Page und am Unterlauf des Río PilcomayoJohn Graham Kerr (1892), S. 125 durch John Graham Kerr und im Departamento Alto Paraná durch Arnaldo de Winkelried BertoniArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 63. Nachweise für das Land. Außerdem erwähnte er Pico grueso del azulejoFélix de Azara (1802), S. 438–440. von Félix de Azara. C. b. argentina erwähnte Laubmann nicht. Zusätzlich erwähnte er, dass Walter Edmond Clyde Todd C. b. sterea Walter Edmond Clyde Todd (1923), S. 65. als Synonym zur Nominatform betrachtete, doch betonte er, dass es deutliche Unterschiede gäbe.Alfred Laubmann (1940), S. 127–128.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kardinäle