Karl Friedrich (* 7. Mai 1929 in Graz; † 2. Februar 2021 in München) war ein österreichischer Schauspieler und Theaterregisseur.

Leben Karl Friedrich besuchte das Realgymnasium und die Schauspielschule seiner Heimatstadt Graz. Von 1950 bis 1957 war er Ensemblemitglied der Vereinigten Bühnen Graz.

1957 wechselte er an die Bühnen der Stadt Köln. Rollen hier waren Muley Hassan in Die Verschwörung des Fiesco zu Genua, Bärli in Musils Vinzenz und die Freundin bedeutender Männer sowie Cosme in Calderóns Dame Kobold.

Von 1959 bis 1962 war Friedrich am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er Selicour in Friedrich Schillers Der Parasit darstellte. Von 1962 bis 1966 arbeitete er am Staatstheater Darmstadt. Hier übernahm er unter anderem 1964 die Titelrolle in Woyzeck.

Von 1966 bis 1972 war er bei den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main engagiert. Hier spielte er an der Seite von Joseph Offenbach in Der Geizige und Der Raub der Sabinerinnen.

In der Spielzeit 1972/73 war Friedrich am Schauspielhaus Bochum tätig. Dort verkörperte er 1972 Ficsur in Liliom, Reich in Kasimir und Karoline, Oskar Schuster in der Uraufführung von Kroetz’ Dolomitenstadt Lienz und Reich in der Uraufführung von Dorsts Eiszeit.

Von 1973 bis 1984 war er an den Bühnen der Stadt Bonn tätig. 1975 übernahm er mehrere Rollen am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, darunter Oronte in Der Menschenfeind und Malvolio in Was ihr wollt. In Bonn verkörperte er Holzapfel in Viel Lärm um nichts, Melchior in Einen Jux will er sich machen und Habakuk in Der Bauer als Millionär.

1964 und 1978 gastierte er bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen, ferner bei den Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel (1962–86), am Rheinischen Landestheater in Neuss (1980–83), an den Städtischen Bühnen Münster (1981), am Theater Ulm (1988/89) und am Bayerischen Staatsschauspiel in München (1990/91).

Ab 1973 führte er auch selbst Regie. Daneben wirkte Friedrich in zahlreichen Fernsehproduktionen, einigen Spielfilmen und mehreren Hörspielen mit, wie 1959 in einem der berühmten Paul-Temple-Hörspiele von Francis Durbridge, nämlich in Paul Temple und der Fall Spencer.

Filmografie 1956: Liebe, Sommer und Musik 1960: Die Dame in der schwarzen Robe 1967: Der Gürtel 1967: Das Attentat – Der Tod des Engelbert Dollfuß 1968: Bel Ami 1969: Rotmord 1969: Christoph Kolumbus oder Die Entdeckung Amerikas 1969: D’Artagnan (Mehrteiler) 1970: Vor Sonnenuntergang 1972: Die Erbschaft 1975: Die halbe Eva 1975: Dr. Muffels Telebrause (Fernsehserie) 1976: Hände gut alles gut 1978: Der Führerschein 1979: Tatort – Ein Schuß zuviel (Fernsehreihe) 1981: Der Mond ist nur a nackerte Kugel 1981: Tatort – Nebengeschäfte 1982: Der geheimnisvolle Fremde (The Mysterious Stranger) 1983: Die Krimistunde (Fernsehserie, Folge 7, Episode: „Die Dame und der Jüngling“) 1983: Milo Barus, der stärkste Mann der Welt 1984: Der Fahnder (Krimiserie) Staffel 1 Folge 10 1985: Alte Sünden rosten nicht 1985: Lieber Karl 1986: Zerbrochene Brücken 1988: Fifty-Fifty 1988: Der Millionenbauer (Fernsehserie, eine Folge) 1989: Liebe, Tod und Eisenbahn 1990: Wohin die Liebe fällt 1990: Abrahams Gold 1991: Tatort – Die chinesische Methode 1991: Hausmänner 1993: Krücke 1993: Ein Fall für zwei: Böses Erwachen 1994, 1997: Anwalt Abel (Fernsehserie, zwei Folgen) 1995: Hotel Mama 1995: Tod einer Geisel 1995: Tödliche Hochzeit 1994: Kommissar Rex (Folge Jagd Nach Einer Toten (Staffel 3 Folge 08)) 1996: Ein fast perfekter Seitensprung 1996: Tatort: Schattenwelt 1997: Eine Herzensangelegenheit 1997: Sterben ist gesünder 1997: Café Meineid (Fernsehserie, eine Folge) 1997: Frauenarzt Dr. Markus Merthin (Fernsehserie, eine Folge) 1998: Polizeiruf 110 – Tod und Teufel 2001: Sophie – Sissis kleine Schwester 2004: Engelchen flieg 2008: Zwei Zivis zum Knutschen 2009: Der Bär ist los! Die Geschichte von Bruno (Fernsehfilm) 2013: Kommissarin Lucas – Bittere Pillen (Krimiserie) 2013: Paradies 505. Ein Niederbayernkrimi 2016: Der geilste Tag 2016: Schutzpatron. Ein Kluftingerkrimi 2018: Alt, aber Polt

Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 264. C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 202.

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