+Militärakademie „Friedrich Engels“ Sektion Technik, Bewaffnung und Rückwärtige Dienste300px|Absolventenabzeichen der Militärakademie „Friedrich Engels“ Kommandeur der SektionGeneralmajor Dieter Grapentin Art staatliche militärische Hochschule gegründet 1958 Ortborder|25px DDR, Dresden Beschäftigte rd. 520 (1988), darunter 425 wissenschaftl. Personal, davon Prof./ Doz. 36 berufene Professoren (1990), 30 berufene Dozenten, 66 B-Promovierte HS-Lehrer, 193 A-Promovierte HS-Lehrer. Lehrstühle der Sektion siehe unten Campus-Umgebung städtisch Anschrift MAFE, Sektion Technik, Bewaffnung und Rückwärtige Dienste
Die Sektion Technik, Bewaffnung und Rückwärtige Dienste (V. Sektion) der Militärakademie „Friedrich Engels“ in Dresden wurde 1986 gebildet.
Geschichte Die Sektion hatte ihren Ursprung in der 1958 geschaffenen Fakultät „Panzer-Ingenieur-Dienst“ der im Oktober 1956 gebildeten Hochschule für Offiziere der NVA, der späteren Militärakademie „Friedrich Engels“. Erster Fakultätschef, später Sektionschef, war der Oberstleutnant Raulien.
Auftrag Der Auftrag der Sektion bestand darin, Offiziere Panzerdienst / Kraftfahrzeugdienst zu Diplom-Ingenieuren auszubilden und für die spätere Verwendung als „Stellvertreter des Kommandeurs für Technische Ausrüstung“ (StKTA) in der Führungsebene Truppenteil zu qualifizieren. Die Sektion begann ihre Arbeit mit drei Lehrstühlen Panzerdienst, einem Lehrstuhl Kfz-Dienst, einem Lehrstuhl Raketen- und Waffentechnischen Dienst und dem Lehrstuhl Mathematische und naturwissenschaftliche Ausbildung.
Mit der Umbildung der Fakultäten zu Sektionen wurden 1970 die technischen Lehrstühle der Sektion „Landstreitkräfte“ zugeordnet und in ein „Institut Rückwärtige Dienste“ integriert. 1978, mit der Unterstellung der Technischen Dienste im Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) unter einen Stellvertreter des Ministers und Chef Rückwärtige Dienste, erfolgte schließlich aus diesem Institut die Gründung einer Sektion „Rückwärtige Dienste“. Sie hatte Bestand bis 1986.
Die erneute Umbildung der Sektion hatte wiederum ihre Ursache in einem Unterstellungsverhältnis der Technischen Dienste im MfNV. Erst als 1986 die Verwaltungen der Technischen Dienste im Ministerium einem kompetenten Stellvertreter des Ministers und Chef Technik und Bewaffnung unterstellt wurden, gab es schließlich eine Sektion „Technik und Bewaffnung und Rückwärtige Dienste“ an der Militärakademie. In nunmehr drei technische Lehrstühle war auch der Raketen-Waffentechnische Dienst mit eingeschlossen. Mit dieser Unterstellung wurde in der NVA die Funktion „Stellvertreter des Kommandeurs für Technik und Bewaffnung“ (StKTB) geschaffen und am 1. September 1986 mit der Ausbildung in einem neuen Ausbildungsprofil „Stellvertreter des Kommandeurs für Technik und Bewaffnung“' nach einem Vier-Jahres-Programm begonnen. Der Entwicklung der Technik und Bewaffnung und der technischen Dienste der NVA entsprechend, wurden die technischen Lehrstühle der Sektion neu strukturiert, das Ausbildungsprogramm neu erstellt, um damit die Ausbildung von Offizieren des Raketen- und Waffentechnischen Dienstes, des Panzerdienstes und des Kfz-Dienstes zum ersten akademischen Grad – Diplomingenieur (Dipl.-Ing.), die als „Stellvertreter des Kommandeurs für Technik und Bewaffnung“ von Truppenteilen eingesetzt werden konnten, zu gewährleisten.
Der Lehrstuhl „Rückwärtige Dienste“ verblieb in der Sektion und bildete Offiziere der Rückwärtigen Dienste aus.
Struktur Führung Kommandeur der Sektion – Generalmajor Harry Kleffel, ab 1989 Generalmajor Dieter Grapentin Stellvertreter des Kommandeurs für Ausbildung – Oberst Klaus Hoppe Oberoffizier Lehre – Oberstleutnant Reinhard Kaiser Stellvertreter des Kommandeurs für Forschung – Oberst Hans Parche Offizier für Allgemeine Aufgaben – Oberstleutnant Günter Uhlig Leiter der Führungsstelle – Oberstleutnant Lutz Ehrlich Lehrgangsleiter – Oberst Herbert Hoffmann
Lehrstühle Lehrstuhl Technische Sicherstellung Leiter: Oberst Karl-Rudolf Franke, ab 1988 Oberst Klaus Kürbis
Personalbestand 1 Fachgruppenleiter 4 Hauptfachlehrer 3 Fachlehrer 1 Dozent (Zivil) 1 Technischer Mitarbeiter 4 technische Mitarbeiter
Lehrfächer
Technische Sicherstellung der Truppenteile Technische Sicherstellung des Verbandes und der operativen Vereinigung Führung der Technischen Dienste Gefechtsausbildung der Technischen Dienste
Lehrstuhl Nutzung und Instandsetzung der Technik und Bewaffnung Leiter: Oberst Wolfram Hinze, ab 1988 Oberst Wolfgang Allwelt
Personalbestand 1 Fachgruppenleiter 2 Hauptfachlehrer 1 Fachlehrer 3 Dozenten (Zivil) 1 Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Zivil) 3 Technische Mitarbeiter
Lehrfächer Nutzung der Kampftechnik, Bewaffnung und Ausrüstung Nutzung der Nachrichtenmittel Instandsetzung der Kampftechnik, Bewaffnung und Ausrüstung Sicherstellung mit technischem Gerät und finanzielle Sicherstellung
Lehrstuhl Technik und Bewaffnung Leiter: Oberst Alfred Rippa, ab 1990 Oberst Siegfried Bengsd
Personalbestand 2 Fachgruppenleiter 3 Hauptfachlehrer 1 Fachlehrer 2 Dozenten (Zivil) 1 Wissenschaftlichen Mitarbeiter (Zivil) 11 technische Mitarbeiter
Lehrfächer Technische Mechanik Maschinenelemente Thermo- und Hydrodynamik Metrologie Elektrotechnik/Elektronik Automatisierungstechnik Theorie und konstruktiver Aufbau der Panzer- und Kraftfahrzeugtechnik Verbrennungskraftmaschinen Raketen, Bewaffnung und Munition Elektro- und Spezialausrüstung Kontroll-, Prüf-. Strat- und Feuerleiteinrichtungen
Lehrstuhl Rückwärtige Dienste Leiter: Oberst Dieter Picard
Lehrstühle der Technischen Dienste 1959–1964 Fakultät „Panzer-Ingenieur-Dienst“ – Leiter: Oberstleutnant Heinz Raulien
Lehrstühle „Panzeringenieurdienst“ – Leiter: Major Siegfried Bodler „Materielle Teile der Panzer, SFL, SPW, Zugmittel und Kfz“ – Leiter: Hauptmann Bruno Pol „Motorenkunde und Elektroausrüstung“ – Leiter: Hauptmann Günter Oppermann „Instandsetzung von Panzern und Kfz“ – Leiter: Hauptmann Helmut Vodermayer „Mathematische und naturwissenschaftliche Ausbildung“ – Leiter: Siegfried Fuchs „Bewaffnung und Munition“ – Leiter: Hauptmann Alfred Rippa
1964–1970 Fakultät „Panzer- und Kfz-technische Ausbildung“ – Leiter: Oberst Heinz Raulien,
Lehrstühle „Panzer- und Kfz-technischer Dienst und Panzer- und Kfz-technische Sicherstellung“ – Leiter: Oberstleutnant Helmut Vodermayer, ab 1965 Oberstleutnant Karl-Rudolf Franke „Panzer- und Kfz-Technik / Ingenieurtechnische Grundlagen“ – Leiter: Oberstleutnant Siegfried Bodler
1970–1978 Sektion Landstreitkräfte – „Institut für Rückwärtige Dienste, Panzer- und Kraftfahrzeugtechnischer Dienst“ – Leiter: Oberst Hans Kriebel
Lehrstühle „Führung der Panzer- und Kfz-technischen Dienste und Technologie der Instandhaltung“ – Leiter: Oberst Karl-Rudolf Franke „Panzer- und Kfz-Technik / Ingenieurtechnische Grundlagen“ – Leiter: Oberstleutnant Günter Oppermann „Raketen und Waffentechnischer Dienst“ – Leiter: Oberst Alfred Rippa
1978–1986 Sektion „Rückwärtige Dienste“ – Leiter: Generalmajor Harry Kleffel,
Lehrstühle „Panzer- und Kfz-technische Sicherstellung“ – Leiter: Oberst Karl-Rudolf Franke „Raketen und Waffentechnischer Dienst“ – Leiter: Oberst Alfred Rippa „Panzer- und Kfz-Technik / Ingenieurtechnische Grundlagen“ Leiter: Oberst Wolfram Hinze
1986–1990 Sektion „Technik und Bewaffnung und Rückwärtige Dienste“ – Leiter: Generalmajor Harry Kleffel, ab 1989 Generalmajor Dieter Grapentin
Lehrstühle „Technische Sicherstellung“ – Leiter: Oberst Karl-Rudolf Franke, ab 1988 Oberst Klaus Kürbis „Technik und Bewaffnung“- Leiter: Oberst Alfred Rippa, ab 1990 Oberst Siegfried Bengs „Nutzung und Instandsetzung der Technik und Bewaffnung“ – Leiter: Oberst Wolfram Hinze, ab 1988 Oberst Wolfgang Allwelt
Ausbildung der Offiziere der Technischen Dienste Voraussetzung für die Aufnahme eines Studiums im Profil „Stellvertreter des Kommandeurs für Technische Ausrüstung“ (StKTA), später „Stellvertreter des Kommandeurs für Technik und Bewaffnung“ (StKTB), war ein mehrjähriger Dienst in der Truppe in der Führungsebene Bataillon oder Gleichgestellte und ab 1965 ein Abschluss als Fachschulingenieur. Die Offiziere der technischen Dienste schlossen das fünfjährige, ab 1965 vierjährige Studium, mit dem akademischen Grad „Diplomingenieur“ (Dipl.-Ing.) ab.
Etappen der Ausbildung Von 1959 bis 1965 wurden in einer fünfjährigen Ausbildung Offiziere des Panzerdienstes und des Kraftfahrzeugdienstes als „Stellvertreter des Kommandeurs für Technische Ausrüstung“ (StKTA) ausgebildet. Die Ausbildung zu mathematisch-naturwissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Grundlagen wurde durch die Technische Hochschule Dresden, später Technische Universität, gewährleistet. Diese Ausbildung haben 52 Offiziere abgeschlossen. Ab 1965 gestattete das gewachsene Leistungsvermögen des Lehrkörpers der Fakultät die Übernahme der gesamten Ausbildung, d. h. auch der bisher durch die Technische Universität Dresden bis zum Vordiplom gewährleisteten Ausbildung. Grundlage bildete ein 4-Jahresprogramm, nach dem ab 1965 bis 1971 fünf Studienjahrgänge die Ausbildung begannen und deren letzter 1975 endete. Insgesamt absolvierten nach diesem Programm 85 Offiziere die Ausbildung als Dipl.-Ing. der Panzer- und Kfz-Dienste. Diese Ausbildung lief 1974 aus und ab diesem Zeitpunkt wurden Offiziere des Kraftfahrzeugdienstes als StKTA sowie für die Arbeit des Kraftfahrzeugdienstes in Stäben für alle Teilstreitkräfte der NVA und für andere bewaffneten Organe der DDR zu Diplomingenieuren ausgebildet. Diese Ausbildung absolvierten 146 Offiziere. Außer der Ausbildung von Offizieren zum Dipl.-Ing. wurden in postgradualen Qualifizierungslehrgängen Offiziere der technischen Dienste weitergebildet. Über 400 Offiziere haben an diesen Lehrgängen teilgenommen. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen, insbesondere dem Forschungsinstitut für Verkehrssicherheit an der Hochschule für Verkehrswesen in Dresden, dem Kraftfahrzeug-technischen Amt der DDR und der Deutschen Volkspolizei wurden in Lehrgängen Kraftfahrzeug-Hilfssachverständige' und Kraftfahrzeug-Sachverständige' ausgebildet.
Ab 1986 wurden in einer vierjährigen Ausbildung Offiziere des Panzerdienstes, des Kraftfahrzeugdienstes und des Raketen- und Waffentechnischen Dienstes aller Teilstreitkräfte der NVA und Offiziere anderer bewaffneten Organe sowie Offiziere der Polnischen Armee für ihren Einsatz als „Stellvertreter des Kommandeurs für Technik und Bewaffnung“ (StKTB) eines Truppenteiles bzw. als Offiziere der Technischen Dienste in Stäben ausgebildet. In diese Ausbildung waren neben den Lehrstühlen der Technischen Dienste Lehrstühle anderer Sektionen der Militärakademie und zentrale Lehrstühle eingebunden. Das betraf die Ausbildung durch zentrale Lehrstühle in den Lehrfächern: Mathematik Informationsverarbeitung Physik Militärchemie Fremdsprachenausbildung (russisch) Allgemeinmilitärische Ausbildung Physische Ausbildung
Durch die Sektion „Gesellschaftswissenschaften“ wurden u. a. die Lehrfächer : Marxistisch-Leninistische Philosophie, Politische Ökonomie und Militärökonomie und Militärpädagogik und -psychologie gelehrt. Durch andere Sektionen und zentrale Lehrstühle der Militärakademie wurden eine Vielzahl von Lehrfächern der militärischen Ausbildung von der Taktik der Landstreitkräfte, über die Taktik der Waffengattungen, Spezialtruppen und Dienste bis hin zum territorialen Bereich der Landesverteidigung gelehrt.
Als Ausbildungsformen bzw. -methoden kamen u. a. zur Anwendung: Vorlesungen, Seminare, Laborarbeiten, Übungen, praktische Ausbildung an der Technik und Bewaffnung, Übungen mit Einheiten der Technischen Dienste im Gelände, Stabsübungen und Kommando-Stabsübungen im Gelände. Die Offiziershörer absolvierten ein dreimonatliches Praktikum in der Truppe.