Die 61. A-Weltmeisterschaft im Eishockey wurde vom 26. April bis zum 14. Mai 1997 in den drei finnischen Städten Helsinki, Tampere und Turku ausgetragen. Die weiteren Turniere fanden in Polen, Estland und Andorra statt. Insgesamt nahmen 36 Mannschaften an den Weltmeisterschaften teil, drei weitere spielten in der inoffiziellen E-Weltmeisterschaft.

Der Hauptspielort der A-Gruppe war die Hauptstadt Helsinki. Die kanadische Nationalmannschaft gewann ihren 21. Weltmeistertitel. Im Finale traf diese auf das schwedische Nationalteam, welchem die Nordamerikaner in der Vorrunde mit 2:7 unterlagen. Im ersten Finalspiel gewannen die Schweden mit 3:2, danach drehten die Kanadier das Duell, besiegten die Skandinavier in den beiden folgenden Spielen und wurden damit Weltmeister. Die Bronzemedaille ging an den Titelverteidiger Tschechien, der Russland im Spiel um den dritten Platz besiegte. Als Letzter der Abstiegsrunde musste das norwegische Nationalteam in die Qualifikationsrunde für das Turnier im Folgejahr. + Übersicht Turnier Ort Datum Teil-nehmer Zuschauerinsgesamt Spiele ø A-Weltmeisterschaft  , Tampere, Turku 26. April 1997 – 14. Mai 1997 12 498.683 52 9.590 B-Weltmeisterschaft  , Sosnowiec 12. April 1997 – 21. April 1997 8 28 C-Weltmeisterschaft  , Kohtla-Järve 22. März 1997 – 28. März 1997 8 20 D-Weltmeisterschaft  7. April 1997 – 14. April 1997 8 20 E-WM (inoffiziell)  19. Februar 1997 – 24. Februar 1997 3 6

Modus Im Vergleich zum Vorjahr gab es in der A-Gruppe eine umfangreiche Modusänderung. So wurde die Vorrunde weiterhin in zwei Gruppen mit je sechs Mannschaften ausgespielt, danach das Feld jedoch in eine Finalrunde und eine Abstiegsrunde mit je sechs Mannschaften aufgeteilt.

Da für die folgende Weltmeisterschaft eine Aufstockung der A-Gruppe von 12 auf 16 Mannschaften vorgesehen war, gab es 1997 besondere Auf- und Abstiegsregeln. Zwar stieg der B-Gruppensieger direkt in die A-Gruppe auf, aber der letzte der diesjährigen A-Gruppe stieg nicht direkt ab, sondern erhielt die Gelegenheit, sich in einer Qualifikation mit den Zweit-, Viert- und Fünftplatzierten der B-Gruppe erneut für die A-WM zu qualifizieren.

Der Drittplatzierte der B-Gruppe, die Schweiz, nahm nicht an dieser Qualifikation teil, sondern stieg direkt auf. Der Grund lag darin, dass der Weltverband künftig dem Gastgeberland der A-Gruppe generell einen Platz bei den Titelkämpfen zusicherte, egal in welcher Gruppe das Team zuvor spielte. Der sechzehnte Startplatz bei den folgenden Weltmeisterschaften – auch dies ein Novum – sollte bis 2004 einem Vertreter aus dem „Fernen Osten“ frei gehalten werden. Das Ziel war es, den Eishockey-Sport in dieser Region nachhaltig zu fördern. Die Mannschaften dieser Region trafen sich im Vorfeld der WM zu einem Qualifikationsturnier, dessen Sieger an der A-WM teilnehmen durfte. In den folgenden Jahren gelang es dem C-Gruppen-Team Japan immer wieder, sich einen Platz bei der A-WM zu sichern. Die Verlierer der fernöstlichen Qualifikation spielten entsprechend ihrer Eingruppierung bei den jeweiligen Weltmeisterschaften.

Die C- und die D-Gruppe spielten in diesem Jahr mit jeweils acht Mannschaften. Die drei nicht für die D-Gruppe qualifizierten Mannschaften spielten in der türkischen Hauptstadt Ankara ein zusätzliches Turnier aus, das inoffiziell als E-Gruppe bezeichnet wurde.

A-Weltmeisterschaft IIHF-Weltmeisterschaft 1997 196px|zentriert|Logo der A-Gruppe Anzahl Nationen 12 Weltmeister Silber Bronze Absteiger   Austragungsort(e) Helsinki, Tampere & Turku, Finnland Eröffnung 26. April 1997 Endspiel 14. Mai 1997 Zuschauer 498.683 (9.590 pro Spiel) Tore 302 (5,81 pro Spiel)  Bester Torhüter Tommy Salo Bester Verteidiger Rob Blake Bester Stürmer Michael Nylander Topscorer Vladimír Vůjtek Martin Procházka (14 Punkte)

Teilnehmer Am Turnier nahmen die besten elf Mannschaften der Vorjahres-Weltmeisterschaft sowie der Sieger der B-Gruppe des Vorjahres teil: 10 aus Europa Deutschland Finnland(Gastgeber) Frankreich Italien Lettland(Aufsteiger aus der B-Gruppe) Norwegen Russland Schweden Slowakei Tschechien(Titelverteidiger) 2 aus Nordamerika Kanada USA

Modus mini|Souvenir von der Weltmeisterschaft in Finnland 1997 Das 21-tägige Weltmeisterschaftsturnier ist in vier Phasen – Vorrunde, Finalrunde, Abstiegsrunde und Finale – gegliedert.

Die 12 Teams spielen nach ihrer Weltranglistenplatzierung zunächst in zwei Gruppen à sechs Teams eine Vorrunde (Preliminary Round). Dabei werden für einen Sieg zwei, für ein Unentschieden ein Punkt vergeben. Bei einer Niederlage gibt es keinen Punkt. Bei Punktgleichheit zwischen zwei Teams entscheidet der direkte Vergleich. Sind mehr als zwei Mannschaften punktgleich, entscheiden diese Kriterien: Anzahl Punkte aus den Spielen der punktgleichen Mannschaften gegeneinander, bessere Tordifferenz aus den Spielen gegeneinander, Anzahl Tore aus den Spielen gegeneinander Punkte, Tordifferenz und Tore gegen die nächstbessere, nicht punktgleiche Mannschaft (wenn möglich), Ergebnisse gegen die übernächstbessere, nicht punktgleiche Mannschaft (wenn möglich), Platzierung in der IIHF-Weltrangliste des Jahres 1996.

Die drei besten Mannschaften jeder Vorrundengruppe qualifizieren sich für die Finalrunde (Qualification Round). Die Nationen auf den weiteren Plätzen bestreiten die Abstiegsrunde (Relegation Round).

In der Finalrunde treffen die Teams aus einer gemeinsamen Vorrundengruppe nicht erneut aufeinander, sondern die Ergebnisse der Vorrundenspiele gegeneinander werden auch in der Zwischenrunde gewertet. Somit bestreitet jedes Team drei weitere Turnierspiele in dieser Runde. Die zwei besten Mannschaften der Finalrunde qualifizieren sich für die Finalserie (Best-of-Three), während die Teams auf Platz drei und vier den Bronzerang ausspielen.

In der Abstiegsrunde spielen die sechs Mannschaften unter Mitnahme der Vorrundenergebnisse jeweils drei weitere Partien gegen die Mannschaften der jeweils anderen Vorrundengruppe. Die schlechteste Mannschaft muss sich über ein Qualifikationsturnier im folgenden Jahr erneut einen Platz in der A-Gruppe sichern.

Austragungsorte Helsinki Tampere Turku Hartwall Areena Kapazität: 13.506 Tampereen jäähalliKapazität: 7.600 Elysée ArenaKapazität: 11.820 x150px|Hartwall Areena x150px|Tampereen jäähalli x150px|Elysée Arena

Vorrunde Gruppe A

Pl. Sp S U N Tore Punkte 1. Tschechien 5 4 0 1 18:9 8:2 2. Finnland 5 4 0 1 25:9 8:2 3. Russland 5 3 1 1 19:16 7:3 4. Slowakei 5 1 1 3 10:14 3:7 5. Frankreich 5 1 0 4 13:26 2:8 6. Deutschland 5 1 0 4 4:15 2:8

Gruppe B

Pl. Sp S U N Tore Punkte 1. Schweden 5 4 1 0 20:8 9:1 2. Kanada 5 3 1 1 23:11 7:3 3. USA 5 3 0 2 14:15 6:4 4. Lettland 5 1 2 2 18:17 4:6 5. Italien 5 1 1 3 12:21 3:7 6. Norwegen 5 0 1 4 7:22 1:9

Abstiegsrunde (die Punkte aus den direkten Vergleichen der Vorrunde wurden übernommen)

Pl. Sp S U N Tore Punkte 1. Lettland 5 4 0 1 29:14 8:2 2. Italien 5 3 1 1 23:13 7:3 3. Slowakei 5 3 0 2 15:13 6:4 4. Frankreich 5 2 0 3 12:23 4:6 5. Deutschland 5 2 0 3 8:17 4:6 6. Norwegen 5 0 1 4 11:18 1:9

Finalrunde (die Punkte aus den direkten Vergleichen der Vorrunde wurden übernommen)

Pl. Sp S U N Tore Punkte 1. Schweden 5 4 0 1 17:9 8:2 2. Kanada 5 3 0 2 13:14 6:4 3. Russland 5 2 1 2 13:13 5:5 4. Tschechien 5 2 0 3 12:12 4:6 5. Finnland 5 2 0 3 12:12 4:6 6. USA 5 1 1 3 7:14 3:7

Insgesamt wurden beim Spiel zwischen Kanada und Tschechien 84 Strafminuten vergeben plus pro Team jeweils zwei Matchstrafen nach einer Prügelei kurz vor Spielende. Dadurch waren Owen Nolan, Shean Donovan sowie Jiří Šlégr und Robert Lang für das folgende Spiel gesperrt.iihf.com,

Spiel um Platz 3

Finale Das Finale wurde im Modus Best-of-Three ausgespielt.

Beste Scorer Quelle: iihf.comAbkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, PIM = Strafminuten; Fett: Turnierbestwert Spieler Team GP G A Pts PIM Vladimír Vůjtek 8 7 7 14 31 Martin Procházka 9 7 7 14 4 Pavel Patera 9 3 8 11 4 Michael Nylander 11 6 5 11 6 Roger Dubé 8 7 3 10 2 Oļegs Znaroks 8 3 7 10 6 Bruno Zarrillo 8 5 4 9 4 Gaetano Orlando 8 5 4 9 14 Harijs Vītoliņš 8 4 5 9 4 Travis Green 11 3 6 9 12 Aleksandrs Kerčs 8 4 4 8 6 Christian Pouget 8 2 6 8 29 Alexander Barkow 9 3 5 8 27 Alexander Prokopjew 9 3 5 8 6 Sergejs Čudinovs 8 4 3 7 6 Mika Nieminen 8 4 3 7 2 Aleksandrs Beļavskis 8 3 4 7 4 Maurizio Mansi 8 3 4 7 2 Mario Chitaroni 8 2 5 7 6 Owen Nolan 10 4 3 7 31 Jörgen Jönsson 11 5 2 7 6 Jonas Höglund 11 4 3 7 4 Jeff Friesen 11 3 4 7 16 Marcus Thuresson 11 1 6 7 2 Sergejs Žoltoks 5 3 3 6 2

Beste Torhüter Quelle: iihf.comAbkürzungen: GP = Spiele, TOI = Eiszeit (in Minuten), GA = Gegentore, SO = Shutouts, SVS = gehaltene Schüsse, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GAA = Gegentorschnitt; Fett: Turnierbestwert Spieler Team GP TOI GA GAA SVS Sv% Jarmo Myllys 6 357:29 10 1,68 152 93,83 Artūrs Irbe 5 300:00 10 2,00 132 92,96 Maxim Michailowski 6 358:47 12 2,01 156 92,86 Roman Čechmánek 8 478:50 17 2,13 223 92,92Tommy Salo 10 596:41 20 2,01 245 92,45 Sean Burke 11 608:31 22 2,17 266 92,36 Chris Terreri 6 357:06 16 2,69 189 92,20 Jaromír Dragan 7 329:48 13 2,37 131 90,97 Mike Rosati 4 238:52 12 3,01 148 92,50 Joseph Heiss 5 278:53 15 3,23 147 90,74 Steve Allman 5 235:48 11 2,80 85 88,54 David Delfino 4 237:46 15 3,79 130 89,66 Olaf Kölzig 4 198:29 13 3,93 106 89,08 François Gravel 8 378:19 31 4,92 183 85,51 Robert Schistad 5 240:26 20 4,99 111 84,73

Abschlussplatzierungen Pl. Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Titel, Auf- und Abstieg WeltmeisterKanada Sean Burke, Bryan McCabe, Steve Chiasson, Chris Gratton, Jarome Iginla, Geoff Sanderson, Rick Tabaracci, Rob Blake, Travis Green, Jeff Friesen, Rob Zamuner, Bob Errey, Cory Cross, Mark Recchi, Dean Evason, Keith Primeau, Owen Nolan, Don Sweeney, Anson Carter, Joël Bouchard, Shean Donovan, Chris ProngerTrainerstab: Andy Murray, Mike Johnston, Wayne Cashman, Rob Cookson

SilberSchweden Tommy Salo, Johan Hedberg, Mikael Sandberg – Magnus Svensson, Tommy Albelin, Marcus Ragnarsson, Mattias Öhlund, Mattias Norström, Roger Johansson, Ronnie Sundin – Michael Nylander, Jörgen Jönsson, Jonas Höglund, Marcus Thuresson, Per Eklund, Nichlas Falk, Magnus Arvedson, Niklas Sundblad, Stefan Nilsson, Anders Carlsson, Per Svartvadet, Niklas Andersson, Johan LindbomTrainerstab: Kent Forsberg, Tommy Tomth

BronzeTschechien Milan Hnilička, Roman Čechmánek, Martin Prusek – František Kaberle, Libor Procházka, Ladislav Benýšek, Jiří Šlégr, Vlastimil Kroupa, Jiří Veber, Jiří Vykoukal – Viktor Ujčík, Jiří Dopita, Richard Žemlička, David Výborný, Robert Reichel, Robert Lang, Vladimír Vůjtek, Pavel Patera, Martin Procházka, Roman Šimíček, Rostislav Vlach, David Moravec, Ondřej KratěnaTrainerstab: Ivan Hlinka, Slavomír Lener, Vladimír Martinec

Absteiger: nach Qualifikation Aufsteiger: Direktaufsteiger als A-WM-Gastgeber nach Qualifikation nach Qualifikation als Fernostvertreter

Auszeichnungen Spielertrophäen Auszeichnung Spieler Team Bester Torhüter Tommy Salo Bester Verteidiger Rob Blake Bester Stürmer Michael Nylander

First All-Star-Team Angriff: Vladimír Vůjtek – Michael Nylander – Martin Procházka Verteidigung: Rob Blake – Teppo Numminen Tor: Tommy Salo Trainer: Kent Forsberg

Second All-Star-Team Angriff: Alexander Koroljuk – Saku Koivu – Alexander Prokopjew Verteidigung: Mattias Öhlund – Marcus Ragnarsson Tor: Sean Burke Trainer: Curt Lindström

B-Weltmeisterschaft B-Weltmeisterschaft 1997 Anzahl Nationen 7 B-Weltmeister   Austragungsort(e) Katowice & Sosnowiec, Polen Eröffnung 12. April 1997 Endspiel 21. April 1997 Tore 214 (7,64 pro Spiel)  Bester Torhüter Witali Jeremejew Bester Verteidiger Tom Searle Bester Stürmer Andrej Skabelka Topscorer Andrej Skabelka (12 Punkte) Das Turnier der B-Gruppe wurde im polnischen Katowice und Sosnowiec ausgespielt.iihf.com, Dabei setzte sich die belarussische Nationalmannschaft mit sieben Siegen aus sieben Partien durch und qualifizierte sich damit direkt für die A-Gruppe des Folgejahres.

Austragungsorte