Staden ist ein Stadtteil von Florstadt im hessischen Wetteraukreis.
mini|Staden in der Wetteraw aus Daniel Meisner, Eberhard Kieser: Thesaurus Philopoliticus oder Politisches Schatzkästlein Bd. 2 (1627), Ansicht von Westen mini|Staden 1849
Geografische Lage Nachbarorte von Staden sind Leidhecken (nordwestlich), Nieder-Mockstadt (östlich), Stammheim (südlich) und Ober-Florstadt (westlich). Am nordwestlichen Ortsrand fließt die Nidda vorbei.
Geschichte mini|hochkant|Evangelische Kirche
Ortsgeschichte Durch Staden verläuft etwa in Nord-Süd-Richtung der Obergermanisch-Raetische Limes, der aber hier nicht sichtbar ist. Im südlichen Neubaugebiet im Bereich der Römerstraße/Am Römerkastell befand sich das Kleinkastell Staden.
Staden wurde 1156 erstmals erwähnt, als dort die Burg Staden erbaut wurde. 1304 erhielt das Dorf die Stadtrechte. Es war Bestandteil der Ganerbschaft Staden. 1822 kam der Ort zum Landratsbezirk Büdingen, 1852 zum Kreis Friedberg. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Staden zum 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Florstadt eingemeindet. Im Jahr 1991 ereignete sich im Ort ein aufsehenerregender Kriminalfall, der als Vierfachmord von Staden bekannt wurde.Erinnerung an »Morde von Staden« Gießener Allgemeine, 2. April 2019 Das Dorf ist heute Teil von Florstadt, das 2007 die Stadtrechte erhielt. Für Staden wurde ein Ortsbezirk errichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Staden angehört(e):
vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Ganerbschaft Staden (Anteile hatten: Reichsburg Friedberg (13/57), Graf zu Isenburg-Büdingen (12/57) und Freiherr Löw von und zu Steinfurth (32/57)) ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),Mediatisierung infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Ganerbschaft Staden ab 1815: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande), Provinz Oberhessen, Ganerbschaft Staden ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk BüdingenTrennung zwischen Justiz (Landgericht Büdingen) und Verwaltung. ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis FriedbergIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Friedberg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Friedberg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Friedberg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Gemeinde FlorstadtAm 31. Dezember 1971 als Ortsteil zur Gemeinde Florstadt. ab 2007; Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Stadt Florstadt
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Staden 810 Einwohner. Darunter waren 36 (4,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 126 Einwohner unter 18 Jahren, 366 zwischen 18 und 49, 174 zwischen 50 und 64 und 144 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 342 Haushalten. Davon waren 108 Singlehaushalte, 99 Paare ohne Kinder und 102 Paare mit Kindern, sowie 27 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 60 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 240 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Historische Religionszugehörigkeit • 1961: 537 evangelische (= 89,95 %), 55 katholische (= 9,21 %) Einwohner
Politik Für Staden besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Staden) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung 49,31 %. dabei wurden gewählt: drei Mitglieder der SPD und zwei Mitglieder der CDU. Der Ortsbeirat wählte Claus Peter Opper (SPD) zum Ortsvorsteher.
Sehenswürdigkeiten Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Staden
Seufzerbrücke Staden wird im Volksmund auch „Klein Venedig“ genannt. Im Ort gibt es viele Brücken über den Mühlbach und die Nidda. Die bekannteste von ihnen ist die Seufzerbrücke. Im Jahre 1684 auf Holzpfählen über dem Mühlbach erbaut, gingen die Verurteilten über diese Brücke zum Hinrichtungsplatz. 1991 wurde sie saniert.
Löwsches Schloss Das Löwsche Schloss wurde 1746 von Johann Friedrich Ferdinand von Löw erbaut. Der angelegte Herrengarten existiert heute nur noch zum Teil. Im Schloss befindet sich heute das Bürgerhaus der Stadt Staden.
Sauerborn Im Herrengarten befindet sich der Sauerborn, ein Brunnen mit extrem saurem, aber trinkbarem Quellwasser.
Burg Staden Auf einer Flussinsel zwischen der Nidda und dem Mühlbach befinden sich die Reste der Burg Staden mit dem erhaltenen Torturm und dem Schloss Ysenburg.
Infrastruktur Verkehr Staden liegt an der Bundesstraße 275 und der Landesstraße 3188. Über die B 275 ist die nächste Anschlussstelle der Bundesautobahn 45 einen Kilometer entfernt.
Den öffentlichen Personennahverkehr mit Bussen stellt die Verkehrsgesellschaft Oberhessen GmbH im Rahmen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes sicher.
Radfernwege Der Deutsche Limes-Radweg führt durch den Ort. Dieser folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau. Er kreuzt hier den Hessischen Radfernweg R4/Niddaradweg.
Öffentliche Einrichtungen Städtische Kindertagesstätte „Mikäsch“. Bürgerhaus Staden. Freiwillige Feuerwehr Staden. SV Teutonia Staden
Literatur
Weblinks
Chronik der Stadtteile: Staden im Internetauftritt der Stadt Florstadt
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise In: Webauftritt der Stadt Florstadt, abgerufen im August 2016.
Kategorie:Ort im Wetteraukreis Kategorie:Geographie (Florstadt) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Wetteraukreis) Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1304 Kategorie:Ersterwähnung 1156 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971