Die Rallye Dakar 2009 (Argentina-Chile)Teilnehmerlisten Dakar 1979-2008 war die 31. Veranstaltung der Rallye Dakar, jedoch erst die 30. Rallye Dakar, die auch tatsächlich ausgetragen wurde.
Vorausgegangen war die Absage der Rallye Dakar 2008 aufgrund von Terrordrohungen. Als Konsequenz aus den Terrordrohungen und der darauf folgenden Absage der Rallye fand die Rallye Dakar im Jahr 2009 nicht mehr in Afrika, sondern in Südamerika statt. Ab 2009 startete stattdessen das Africa Eco Race auf gleicher Strecke wie vorher die Rallye Dakar.
Die Rallye startete am 3. Januar 2009 in Buenos Aires und endete dort am 18. Januar 2009. Insgesamt waren rund 9.000 km Strecke zu bewältigen, dabei führte die Rallye durch Argentinien und Chile.
Überblick Die Amaury Sport Organisation war der Veranstalter der Rallye. Rallye-Leiter war der Franzose Etienne Lavigne.
500 Teams aus 50 Nationen starteten die Rallye, davon 217 mit Motorrädern, 25 mit Quads, 177 mit Automobilen und 81 mit Trucks. Insgesamt nahmen 837 Fahrer teil.
Die Rallye Dakar 2009 stieß in Südamerika auf ein unerwartet hohes Zuschauerinteresse. Zum Teil standen während einer Etappe bis zu einer Million Zuschauer an der Strecke.
Die Veranstalter der Rallye Dakar wollten eine Rallye schaffen, die mit denen in Afrika mindestens ebenbürtig ist, damit nicht der Eindruck entsteht, es handele sich um keine „echte“ Rallye Dakar. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Rallye härter wurde als geplant. So mussten die Motorradfahrer oftmals in den Dünen übernachten, weil sie es tagsüber nicht mehr bis zum Biwak schafften. Wegen heftiger Regenschauer wurden viele Pisten selbst für die Geländewagen unpassierbar, so dass in der zweiten Woche nahezu jede Etappe verkürzt werden musste.
Gesamtsieger bei den Automobilen wurde das Gespann de Viliers/von Zitzewitz auf dem Race Touareg von Volkswagen Motorsport.
Route
links|mini|Etappen
Die Rallye begann mit einer Schauveranstaltung am 2. Januar in Buenos Aires, zu der über 500.000 Zuschauer kamen. Die gesamte Renndistanz betrug 9.578 Kilometer, von denen 5.652 in die Wertung eingingen. Am 10. Januar fand ein Ruhetag in Valparaíso statt. Es wurden zehn Etappen in Argentinien und drei in Chile ausgetragen.
Die Etappen zu Beginn fanden auf Schotterpisten in der Pampa statt, bei denen hauptsächlich über Landgüter der dort lebenden Bauern gefahren wurde. Im Verlauf der Rallye wurden auch die Anden auf Straßen mit bis zu 4.000 Metern Höhe überquert, und es wurde durch die Atacamawüste mit den größten Sanddünen der Welt gefahren.
Wegen schweren Unwetters wurde die elfte Etappe abgesagt. Bei den Lastwagen wurde die siebte Etappe in eine Überführungsetappe umgewandelt, da sie unter den herrschenden Wetterbedingungen keinen Wettkampf austragen konnten.
EtappeDatumVonNachVerbindungWertungVerbindungGesamt km km km km1 3. Januar Buenos Aires Santa Rosa 196 371 166 7332 4. Januar Santa Rosa Puerto Madryn 0 237 600 8373 5. Januar Puerto Madryn Jacobacci 70 616 8 6944 6. Januar Jacobacci Neuquén 4 459 25 4885 7. Januar Neuquén San Rafael 173 506 84 7636 8. Januar San Rafael Mendoza 76 395 154 6257 9. Januar Mendoza Valparaíso 80 419 317 816 10. Januar Ruhetag in Valparaíso8 11. Januar Valparaíso La Serena 245 294 113 6529 12. Januar La Serena Copiapó 88 449 0 53710 13. Januar Copiapó Copiapó 20 666 0 68611 14. Januar Copiapó Fiambalá 20 215 445 68012 15. Januar Fiambalá La Rioja 4 253 261 51813 16. Januar La Rioja Córdoba 161 545 47 75314 17. Januar Córdoba Buenos Aires 224 227 341 792
Teilnehmer Motorräder 217 Motorradfahrer starteten die Rallye. Die Motorradklasse wurde von den großen 690er-KTM dominiert.
KTM war das einzige Werksteam bei der Rallye. Es wollte nun verstärkt den Kundensport fördern und setzte nur noch fünf Werks-Motorräder ein. Die größten Favoriten auf den Gesamtsieg waren Marc Coma, der Dakar-Sieger von 2006, und der zweimalige Dakar-Sieger und Titelverteidiger Cyril Despres. Aller Voraussicht nach würden diese Fahrer den Gesamtsieg unter sich ausmachen. Für Etappensiege kam aber auch Comas Edelhelfer Jordi Viladoms, der auch schon eine Etappe für sich entscheiden konnte, in Frage. Die weiteren Fahrer des Teams, Alain Duclos und Gerard Farrés beschränkten ihre Tätigkeit eher auf die Unterstützung ihrer Kapitäne und würden weniger in den Kampf um Tagessiege eingreifen.
Stärkstes Privatteam war Vectra Racing um den ehemaligen Werksfahrer David Casteu. Er nahm sich viel vor und wollte ebenfalls in den Kampf um den Gesamtsieg eingreifen. Der Niederländer Frans Verhoeven und der Chilene Francisco López Contardo waren ebenfalls nicht zu unterschätzen und würden zumindest um Tagessiege mitfahren können.
Des Weiteren starteten mehrere ambitionierte Privatfahrer, darunter der US-Amerikaner Jonah Street, der Portugiese Hélder Rodrigues, der Norweger Pål Anders Ullevålseter und der Franzose David Frétigné.
Frétigné war der einzige der Topfahrer, der sein Glück auf einer anderen Maschine als auf einer KTM versuchte. Er trat mit seiner kleinen 450er-Yamaha an. Damit würde er auf schnellen Passagen Zeit verlieren, konnte aber in den Dünen und auf langen Strecken die Vorteile des geringeren Gewichts ausspielen. Die 450er-Yamaha kann leichter aus dem Sand befreit werden, wenn man sich festgefahren hat, und sie belastet die Reifen weniger, was die Gefahr von Reifenschäden verringert.
Automobile 177 Automobilfahrer starteten die Rallye. Die Favoriten auf den Gesamtsieg waren die Werksteams von Volkswagen und Mitsubishi.
Nachdem das Team Volkswagen Motorsport von Sportchef Kris Nissen in den vergangenen Jahren mehrmals gute Platzierungen erreichte und oft die schnellsten Fahrzeuge im Feld hatte, jedoch nie einen Gesamtsieg erringen konnte, war es bei der Rallye Dakar 2009 der Topfavorit. Die Spitze des Teams war der ehemalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz senior, der zum dritten Mal an der Rallye teilnahm. Der Südafrikaner Giniel de Villiers wurde schon 2006 nur knapp geschlagen und war diesmal erneut einer der Geheimfavoriten. Weiterhin fuhren im Team der Deutsche Dieter Depping und der US-Amerikaner Mark Miller, beide jedoch nur mit Außenseiterchancen auf den Gesamtsieg. Volkswagen setzte mit dem VW Race Touareg II auf ein sehr ausgereiftes Fahrzeug, um technischen Problemen weitgehend aus dem Weg zu gehen. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem Dreiliter-Fünfzylinder-TDI mit 280 PS und 600 Nm Drehmoment.
Ralliart, das Werksteam von Mitsubishi, das seit 2001 durchgehend die Rallye gewinnen konnte, war auch bei dieser Rallye wieder einer der Topfavoriten. Kapitän des Teams war der neunmalige Dakar-Sieger Stéphane Peterhansel. Unterstützt wurde er von seinen Teamkollegen Luc Alphand, Hiroshi Masuoka und Nani Roma, die zusammen ebenfalls auf drei Dakar-Siege kommen, und auch bei dieser Rallye wieder in den Kampf um die vorderen Position hätten eingreifen können. Um den Ansprüchen der südamerikanischen Pisten gerecht zu werden, musste nun auch das Team ein Dieselfahrzeug konstruieren. So trat Mitsubishi bei der Rallye Dakar 2009 erstmals mit dem neuen Racing Lancer an, der den alten Benziner Pajero Evolution ablöste. Die Leistung des mit vier Turboladern angetriebenen Dreiliter-V6-Diesels beträgt 280 PS, 25 mehr als beim alten Benziner. Besonders beim Drehmoment legte das Fahrzeug ordentlich zu, indem es von 412 auf 650 Nm stieg. Zugleich sank der Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs. Dennoch galt ein Gesamtsieg als fragwürdig, da das Fahrzeug bisher wenig erprobt war und sich die Zuverlässigkeit im Laufe der Rallye erst erweisen müsste.
mini|BMW X3 von Orlando Terranova Das private, aber hochprofessionell arbeitende X-Raid-Team von Sven Quandt stellte mit 80 Mann und sechs BMW X3 CC die insgesamt größte Truppe. Vorher eher ein Außenseiter, startete das Team dieses Mal mit ernsthaften Ambitionen auf den Gesamtsieg in die Rallye. Der Topfahrer des Teams war der ehemalige Dakar-Etappensieger und amtierende Marathonrallye-Weltmeister Nasser Al-Attiyah. Zudem wollte der talentierte Franzose Guerlain Chicherit erstmals um den Gesamtsieg bei der Rallye mitfahren. Die Kapitäne des Teams erhielten Unterstützung von vier Fahrern, die sich ebenfalls beweisen wollten: der argentinische Lokalmatador Orlando Terranova, der Russe Leonid Nowizki und die beiden Niederländer Peter van Merksteijn und René Kuipers. Die BMW X3 CC werden von Dreiliter-Sechszylinder-Turbodieseln, die von den Ingenieuren im BMW-Entwicklungszentrum in Steyr konstruiert wurden, angetrieben. Diese leisten bis zu 291 PS und haben ein maximales Drehmoment von 640 Nm. Der Leistungsvorteil bringt den Fahrzeugen einen Höchstgeschwindigkeitsvorteil von fünf Kilometern pro Stunde ein, was sie vor allem auf den zahlreichen schnellen Abschnitten ausnutzen konnten. Dem Team kam daher das neue Streckenprofil mit wenig Dünen und vielen Hochgeschwindigkeitsabschnitten zugute.
Bestenfalls Außenseiterchancen hatte der US-Amerikaner Robby Gordon in seinem privaten Hummer H3. Sein Fahrzeug ist eine komplett andere Konstruktion als die der Topteams. Das Fahrzeug ist auf dem Baja-Reglement aufgebaut und darf daher extrem lange Federwege haben, allerdings auch nur Hinterradantrieb. Auch der Siebenliter-V8-Benziner entspricht dem Gegenteil der anderen Motoren. Robby Gordon wäre mit diesem Fahrzeug in der Lage gewesen, in den Dünen seine Vorteile gegenüber den anderen Fahrzeugen auszuspielen. Auf den langen geraden Passagen musste er allerdings Abstriche bei der Höchstgeschwindigkeit machen.
Ohne Aussichten auf größere Erfolge ging auch das kleine Overdrive-Racing-Team von Teamchef Grégoire de Mevius ins Rennen. Die Fahrer des Teams waren der Rallyefahrer und Europaparlamentarier Krzysztof Hołowczyc und der Extrembergsteiger Ivar Erik Tollefsen. Das Team fuhr auf den Nissan Navara, die in der Südafrikanischen Offroad-Meisterschaft werksseitig von Nissan eingesetzt werden. Diese werden von Vierliter-V6-Benzinern mit 290 PS angetrieben. Die Chancen des Teams bestanden in der Zuverlässigkeit der ausgereiften Fahrzeuge und in der Tatsache, dass die Topteams auf dem unbekannten Terrain in Schwierigkeiten geraten könnten.
Der Deutsche Matthias Kahle startete auch wieder bei dieser Rallye Dakar in seinem Buggy mit Honda-Motor. Er hatte keine Möglichkeiten, an der Spitze mitzumischen, nahm sich aber eine Top-15-Platzierung als Ziel vor.
Der ehemalige Motorrad-Topfahrer Isidre Esteve Pujol nahm zum ersten Mal nach seinem schweren Sturz im März 2007, aufgrund dessen er nun im Rollstuhl sitzt, wieder an der Rallye Dakar teil. Er startete in einem SsangYong Kyron in der Produktionswagen-Klasse.
Weitere bekannte Teilnehmer waren die WTCC-Piloten Yvan Muller und Tom Coronel.
Trucks Bei den Trucks, von denen insgesamt 81 die Rallye starteten, schien es wieder auf einen Kampf zwischen den Niederländern und den Russen hinauszulaufen.
Zu den Topfavoriten zählte das KAMAZ-Werksteam mit seinen Fahrern Wladimir Tschagin, Firdaus Kabirow und Airat Ilgisarowitsch Mardejew. Tschagin siegte bereits fünf Mal, Kabirow ein Mal.
Das zweite Werksteam war MAN mit seinem Kapitän und Titelverteidiger Hans Stacey. Sein Ziel war es, auch in diesem Jahr wieder die Rallye zu gewinnen. Sein Helfer war MAN-Entwicklungsleiter Franz Echter.
Die de Rooys starteten auch bei der Rallye Dakar 2009 wieder auf ihrem selbstaufgebauten Ginaf-Truck. Dieses Mal jedoch nicht mit dem ehemaligen Dakar-Sieger Jan de Rooy am Steuer, sondern seinem Sohn Gerard de Rooy.
Ebenfalls nicht zu unterschätzen waren der tschechische Tatra-Fahrer Aleš Loprais, Neffe des sechsmaligen Dakar-Siegers Karel Loprais, und das niederländische Ginaf-Rally-Power-Team um seine Kapitäne Wulfert van Ginkel und Marcel van Vliet.
Rennverlauf Etappe 1 Motorräder
Rang FahrerFahrzeugZeit 1 Marc Coma KTM 690 Rallye 02:46:17 2 Jacek Czachor KTM 690 +00:22:05 3 Miran Stanovnik KTM LC 4 Rallye +00:24:42 4 Frans Verhoeven KTM 690 Rallye +00:26:14 5 Jonah Street KTM 690 +00:26:22
Quads