Dakar [, französisch ] ist die Hauptstadt Senegals und mit über 1.270.000 Einwohnern eine Millionenstadt, die als Ville de Dakar aus 19 Stadtbezirken im Status von Gemeinden besteht. Für die Stadt wurde das Département Dakar als eines von fünf Départements der Metropolregion Dakar geschaffen. Dakar liegt im zentralen Westen Senegals an der Spitze der Cap-Vert-Halbinsel und wurde als Hafenstadt an einer Bucht des Atlantischen Ozeans gegründet. Dakar ist die am weitesten westlich gelegene Stadt Kontinentalafrikas. Dakar ist Regionalpräfektur der Metropolregion, der bevölkerungsreichsten Region des Landes und sie ist traditionell die größte Stadt Senegals, verlor aber diesen Rang nach dem Ergebnis der Volkszählung 2013 vorübergehend an die Nachbarstadt Pikine. Dakar ist das bedeutendste Wirtschaftszentrum des Landes. Das Rathaus Hôtel de ville liegt im historischen Stadtzentrum im Stadtbezirk Dakar Plateau.
Geographie mini|links|Blick aus dem All im Januar 1993
Geographische Lage Die Hafenstadt liegt am Atlantik. Sie erstreckt sich von der Halbinsel Cap Vert nach Süden bis zum Cap Manuel. Der Hafen von Dakar samt der Insel Gorée liegt, vor den Stürmen des Atlantiks abgeschirmt, in einer relativ geschützten Bucht.
Inzwischen nimmt die Stadt die ganze Cap-Vert-Halbinsel ein und ist damit die westlichste Stadt des afrikanischen Festlands.
Topographie Im westlichen Stadtgebiet liegen die beiden höchsten Erhebungen des westlichen Senegal, die bis zu 105 Meter hohen Basaltkegel von Les Mamelles. Auf dem westlichen und höheren der beiden steht der Phare des Mamelles, der älteste Leuchtturm des Landes. Die Westküste zwischen Cap Vert und Cap Manuel, die Corniche Ouest, ist vielfach eine schroffe Steilküste aus vulkanischem Gestein mit starker Brandung, jedoch gibt es auch einige geschützte Buchten wie die von Soumbedioune, wo ein Fischmarkt und ein Kunsthandwerkermarkt als touristische Attraktionen gelten.
Klima Dakar hat ein tropisches Klima mit zwei Jahreszeiten: die heiße und feuchte Jahreszeit (Regenzeit) geht von Juni bis Oktober und ist durch starke Regenfälle im August und September in Verbindung mit durchschnittlichen Temperaturen von 27 °C geprägt. Die etwas kühlere Jahreszeit von November bis Mai ist die Trockenzeit mit etwa 1 mm Niederschlag pro Monat.
Verglichen mit anderen Regionen Senegals sind diese Temperaturen sehr gemäßigt; sie liegen mitunter zehn Grad niedriger als sonst üblich, da, bedingt durch die Lage auf der Halbinsel, der Wind in der Stadt unabhängig von der Windrichtung immer über das Meer kommt.
Geschichte mini|hochkant|Dakar im Jahre 1850 mini|hochkant|Dakar im Jahre 1888
Im Jahre 1444 entdeckte der portugiesische Seefahrer Dinis Dias die etwa 100 km² messende Halbinsel Cabo Verde, die von der Fischfang treibenden Ethnie der Lébou besiedelt war. Erster europäischer Stützpunkt wurde die Insel Gorée in der Bucht von Dakar. Zwischen 1580 und 1814 wechselte die Insel fünfzehnmal den Besitzer: Niederländer, Franzosen und Briten wechselten sich ab.
Die Insel wurde zeitweise als ein Hauptumschlagsplatz im Atlantischen Sklavenhandel dargestellt. Inzwischen ist klar, dass sie diese Bedeutung für den Sklavenhandel nie hatte. Gleichwohl existiert auf Gorée weiterhin das Maison des Esclaves, das Haus der Sklaven, welches als Museum dient und das Leiden der Sklaven sehr anschaulich wiedergibt.
1750 erscheint zum ersten Mal die Bezeichnung Dakar auf einer handgezeichneten Karte des französischen Naturforschers Michel Adanson. Die Stadt entstand ab 1857 rund um ein französisches Fort und den 1866 eröffneten Tiefwasserhafen, der seit 1885 durch die Eisenbahnlinie Dakar-Saint-Louis mit dem Hinterland verbunden war und so der wirtschaftlichen Erschließung des entlang der Bahnstrecke entstehenden Erdnussbeckens diente. Die ersten Einwohner der Stadt waren Übersiedler von der nahen Insel Gorée. Später wurde Dakar ein Flottenstützpunkt. 1887 wurde die Stadt neben Gorée, Rufisque und Saint-Louis zu einer der Quatre Communes, was in weiterer Folge die Einwohner der Stadt zu französischen Bürgern machte.
Mit einem Dekret vom 1. Oktober 1902 wurde Dakar Hauptsitz der Verwaltung von Französisch-Westafrika. Ein französischer Beamter begründete diese Entscheidung in der Zeitung La France militaire vom 15. November 1902 damit, dass Dakar bessere hygienische Bedingungen aufwiese und leichter zu verteidigen sei als Saint-Louis. Der neue von Gaston Doumergue in Auftrag gegebene Regierungspalast der Kolonialmacht eröffnete am 28. Juni 1907. Ab 1908 und erneut 1926 wurde der Hafen vergrößert. 1920 wurde mit Blaise Diagne erstmals ein autochthoner Bürgermeister gewählt (Amtszeiten 1920–1921 und 1924–1934). Seite 34 der PDF-Datei 2,95 MB - Die Bevölkerung wuchs von 18.000 Einwohnern im Jahr 1904 auf fast 100.000 Einwohner um 1936.
Am 8. Juli 1940 bombardierte Großbritannien Stellungen unter der Kontrolle des französischen Vichy-Regimes. Am 23. September 1940 kam es zum Gefecht von Dakar, dem Versuch des Freien Frankreichs und der Alliierten, den strategisch wichtigen Hafen von Französisch-Westafrika einzunehmen. Der Landungsversuch scheiterte nach zwei Tagen. In der Folge gelang Truppen des Freien Frankreich jedoch im Oktober 1940 die Einnahme von Brazzaville.
1947 hatte Dakar nur rund 135.000 Einwohner. Die Zeitung Afrique nouvelle erschien unter der Leitung der Weißen Väter. Auch der ehemalige Nazi-Kollaborateur Maurice Voisin kam nach dem Krieg über Conakry nach Dakar und gab die kolonialistische, rassistische und antisemitische Zeitung Les Échos africains (ab 1950 Les Échos d’Afrique noire) heraus. Die Franzosen in Dakar hatten auch die Zeitung Réveil, die mit Voisin, der andere gerne beleidigte, hart ins Gericht ging. In den Jahren 1959 bis 1960 war Dakar die Hauptstadt der kurzlebigen Mali-Föderation, danach die Hauptstadt von Senegal.
Einen Entwicklungsschub brachte die Gründung des Instituts des Hautes Etudes, das 1957 zur Universität Dakar ausgebaut wurde. 1971 fand der afrikanische Gipfel von Dakar statt, bei dem Senegal mit anderen StaatenDiese Staaten waren Kamerun, Äthiopien, Elfenbeinküste, Kenia, Liberia, Mauretanien, Nigeria, Senegal, Tansania und Zaire. unter anderem die Zweistaatenlösung für Palästina/Israel forderte.
Bevölkerung Volkszählungen ergaben für das Département jeweils folgende Einwohnerzahlen:La croissance des grandes villes en Afrique de l’ouest. Exemples de Dakar, Abidjan et Nouakchott. Paris 1989 Zahlen vor 2002 nach S. 5 der PDF-Datei 1,57 MB. Jahr Einwohner 1955 231.000 1960 302.920 1976 514.656 1988 686.999 2002 955.897 2013 1.146.05220231.278.469 1926 hatte Dakar noch 40.000 Einwohner und 1945 waren es 132.000.
Die Einwohnerzahl der Metropolregion beträgt über 4 Millionen, Details siehe Region Dakar.
Gliederung mini|Rathaus mini|Die 19 Stadtbezirke in Dakar Die Großstadt Ville de Dakar besteht aus 19 Stadtbezirken, die jeweils den Status einer Gemeinde (commune) haben. Das für die Stadt eingerichtete Département Dakar ist organisatorisch in vier Arrondissements gegliedert, unter denen die 19 Stadtbezirke aufgeteilt sind.Décret n°2021-689 du 28-05-2021 fixant le ressort territorial et le Chef-lieu des régions, départements et arrondissements PDF-Datei 5,56 MBService Régional de la Statistique et de la Démographie de Dakar: Situation economique et sociale regionale 2013 S. 21 und 127 der PDF-Datei 1,44 MB. Teilgebiet Flächekm²Citypopulation: Senegal: Gemeindegliederung Einwohner2002 Stadtteile von Dakar mit Statistiken zu ihrer Bevölkerung Seite 8 der PDF-Datei 1,64 MB Einwohner2013 Zahlen für 2013 Seite 20–21 der PDF-Datei 1,44 MB Einwohner2023 Arrondissement de Dakar Plateau 14,426 235.551 189.485 198.528 Gorée 0,182 979 1.680 1.691 Dakar Plateau 5,354 32.795 34.713 34.951 Médina 2,339 129.470 81.982 82.544 Gueule Tapée-Fass-Colobane 2,028 54.548 52.269 59.227 Fann-Point E-Amitié 4,523 17.759 18.841 20.115 Arrondissement de Grand Dakar 20,910 269.519 306.726 331.046 Grand Dakar 1,039 64.290 47.012 47.334 Biscuiterie 1,215 50.597 68.547 74.025 HLM 1,740 41.523 39.126 42.975 Hann-Bel Air 12,390 35.768 67.961 86.908 Sicap-Liberté 3,183 41.889 47.164 41.079 Dieuppeul-Derklé 1,343 35.452 36.917 38.725 Arrondissement des Almadies 28,984 130.134 211.314 276.196 Ouakam 5,472 43.188 74.692 100.541 Ngor 4,377 10.309 17.383 17.706 Yoff 14,580 53.035 89.442 119.351 Mermoz-Sacré Cœur 4,555 23.602 29.798 38.598 Arrondissement des Parcelles Assainies 15,308 320.693 438.527 472.699 Grand Yoff 6,241 128.740 185.503 186.775 Patte d’Oie 3,201 27.114 41.106 46.821 Parcelles Assainies 3,892 127.947 159.498 167.671 Cambérène 1,974 36.892 52.420 71.432 Ville de Dakar zusammen 79,628 955.897 1.146.053 1.278.469
Der bevölkerungsstärkste Stadtbezirk ist Grand Yoff im Norden; zu dem benachbarten Stadtbezirk Yoff gehörte der Flughafen Dakar. In Dakar Plateau im Süden konzentrieren sich die wirtschaftlichen Aktivitäten und die meisten Institutionen. Touristische Zentren sind Ngor am Pointe des Almadies im Nordwesten und die Insel Gorée im Südosten.
Religion Die meisten Bewohner sind Muslime. Dakar ist Sitz des 1955 geschaffenen katholischen Erzbistums Dakar; die Kathedrale von Dakar liegt am Boulevard de la République. 2019 wurde mit der Massalikoul-Djinane-Moschee die größte Moschee Westafrikas eingeweiht.
Städtepartnerschaften Dakar ist Mitglied der Internationalen Vereinigung der Partnerstädte und unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
Stadtbild und Sehenswürdigkeiten mini|Blick auf Dakar Erwähnenswert sind das Monument de la Renaissance africaine in unmittelbarer Nähe zur Großen Moschee und das historische Zentrum im Umfeld der Place de l’Independance sowie der Überseehafen, von dem aus die 15-minütige Überfahrt zur ehemaligen Sklaveninsel Gorée möglich ist.
Die römisch-katholische Kathedrale wurde 1936 geweiht.
Interessant sind auch Wanderungen entlang der Felsenküste und der Ausblick vom Leuchtturm von Dakar.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft mini|Ein Markt in Dakar
Dakar hat eine ausgeprägte Nahrungsmittel-, Kunststoff-, Textil-, Holz- und Möbelindustrie und besitzt eine Ölraffinerie sowie einen Überseehafen. Vor allem die Textilindustrie des Landes leidet unter den Billigimporten aus China. Von den zehn umsatzstärksten Unternehmen Senegals haben Sonatel, Total Sénégal, International Trading Oil and Commodities, Senelec, Sonatel mobiles, Shell Sénégal, Suneor, Air Sénégal sowie Sococim Industries ihren Sitz in Dakar.Le Magazine „Réussir“ dresse la liste des 100 plus grandes entreprises du Sénégal, Dakaractu, 4. Februar 2013.Afristat Tableau 38 : Les grandes entreprises Senegal 1990–1998 (die 10 größten Unternehmen nach Zahl der Beschäftigten und nach Umsatz). Außerdem ist Dakar Sitz der GMD (Grands Moulins de Dakar, Getreideverarbeitung).
In einer Rangliste der Städte nach ihrer Lebensqualität belegte Dakar im Jahre 2018 den 163. Platz unter 231 untersuchten Städten weltweit. Sie ist damit zwar im weltweiten Vergleich niedrig, jedoch besser als in anderen afrikanischen Hauptstädten.
Internationale Organisationen Dakar ist Sitz des UN-Büros für Westafrika und den Sahel (UNOWAS), der Société des Brasseries de l’Ouest Africain (SOBOA) und der Westafrikanischen Zentralbank (BCEAO).
Verkehr In Dakar treffen drei transafrikanische Straßenrouten zusammen: Trans-African Highway 20px (TAH 1), Kairo-Dakar-Highway Trans-African Highway 20px (TAH 5), Dakar-N’Djamena-Highway Trans-African Highway 20px (TAH 7), Dakar-Lagos-Highway