miniatur|hochkant|2009 miniatur|hochkant|Autogramm Christian Y. Schmidt (* 18. Dezember 1956 in Bielefeld) ist ein deutscher Journalist und Autor. Das „Y.“ ist nicht Teil seines Geburtsnamens, sondern ein zur Abgrenzung von namensgleichen Personen später eingefügtes Initial.
Leben und Werk Christian Y. Schmidt studierte Psychologie, Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie in Trier und Bielefeld. Von 1978 bis 1987 war er zusammen mit Hans Zippert, Fritz Tietz und anderen Herausgeber des Bielefelder „Dreck-Magazins“. Ab 1984 Beiträge schrieb er für das Satiremagazin „Titanic“, von 1989 bis 1996 hier auch Redakteur. Seitdem ist er freier Schriftsteller und Gelegenheitsjournalist, u. a. für Konkret, Berliner Zeitung, FAZ, Neues Deutschland und Süddeutsche Zeitung, Headwriter für die von Benjamin von Stuckrad-Barre moderierte Literatursendung „Lesezirkel“ (MTV, 2001) und Autor für weitere Fernsehproduktionen. Seit 2001 Senior Consultant der Zentralen Intelligenz Agentur (Holm Friebe, Kathrin Passig u. a.).https://www.agentur-roell.de/christian-y-schmidt/ Schmidt lebte von 2003 bis 2022 mit seiner Frau Gong Yingxin in Ostasien, zunächst in Singapur, seit 2005 in Peking. Ab 2005 bloggte er auch bei dem kollaborativen Weblog „Riesenmaschine“. Bei einem Corona-bedingten Zwangsaufenthalt in Deutschland im Jahr 2020 rief Schmidt zusammen mit der Künstlerin Veronika Radulovic die Initiative „Corona-Tote sichtbar machen“ ins Leben.https://www.deutschlandfunk.de/wohin-mit-der-trauer-deutschland-und-seine-coronatoten-100.html
Einem größeren Publikum bekannt wurde Schmidt mit seiner 1998 erschienenen Joschka-Fischer-Biographie „Wir sind die Wahnsinnigen“, aus der im Januar 2001 Redner der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag zitiertenhttps://dserver.bundestag.de/btp/14/14142.pdf, als in einer Plenumssitzung über die militante Vergangenheit des damaligen deutschen Außenministers diskutiert wurde.
2008 erschien Schmidts Reiseerzählung „Allein unter 1,3 Milliarden“, in der er eine dreimonatige Reise von Shanghai nach Kathmandu schildert, die ihn unter anderem ins Everest Basecamp führt, und die sich kurzfristig auf der Spiegelbestseller-Liste platzieren konntehttp://www.kahl-verlag.de/buecher/reisebelletristik/allein-unter-13-milliarden/.
Zehn Jahre später veröffentlichte Schmidt seinen ersten Roman „Der letzte Huelsenbeck“, den Dietmar Dath in der FAZ als „Glanzstück“ bezeichnete.https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/literatur/christian-y-schmidts-roman-der-letzte-huelsenbeck-15697331.html
Anfang 2020 erlebte Schmidt in Peking den Beginn der Corona-Pandemie hautnah mit und berichtete zunächst auf Facebook, später in „Coronavirus Update Beijing“, in limitierter Auflage gedruckt, darüber.mini|Corona-Spaziergang Peking 26.1.2020
2020 kam auch das „Kinderbuch für Erwachsene“ „Der kleine Herr Tod“ heraus, das von der Usedomer Zeichnerin Ulrike Haseloffhttps://www.ulrikehaseloff.online/uebermich illustriert wurde. Der renommierte Kulturkritiker Georg Seeßlen nannte das Buch „eine literarische Feier des Lebens.“https://culturmag.de/crimemag/georg-seesslen-zu-der-kleine-herr-tod/126904
2023/24 unternahmen Christian Y. Schmidt und Volker Häring als erste westliche Ausländer eine fünfmonatige Fahrradtour auf den Spuren des Langen Marschs der chinesischen Roten Armee (1933–1934) durch China. Auf nahezu 7.000 KilometernKomoot Collection Der Lange Marsch, https://www.komoot.com/de-de/collection/2777489/-der-lange-marsch, die sie u. a. über das tibetische Hochplateau führten, spürten sie auch dem bayerischen Berufsrevolutionär und sowjetischen Geheimagenten Otto Braun nach, der als einziger Ausländer am Langen Marsch teilgenommen hat. Aus dieser Tour entstand das Buch „Der Lange Fahrradmarsch. 7.000 Kilometer durch das Reich der Mitte“, das im Oktober 2025 erschienen ist.https://www.morgenpost.de/kultur/article241541160/Mit-dem-Fahrrad-auf-den-Spuren-Mao-Zedongs.html
Bücher Genschman – Das Buch (mit Achim Greser und Hans Zippert). Berlin 1990. Die roten Strolche (mit Achim Greser, Heribert Lenz, Hans Zippert). Berlin 1994. Die letzte Stunde des Herrn K. Weißer Stein, Greiz 1994. Wir sind die Wahnsinnigen. Joschka Fischer und seine Frankfurter Gang. Econ, München und Düsseldorf 1998; aktualisierte Ausgabe: Econ-und-List-Taschenbuch-Verlag, München 1999, erweiterte Neuausgabe: Verbrecher Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-943167-30-6. Allein unter 1,3 Milliarden. Eine chinesische Reise von Shanghai bis Kathmandu. Rowohlt, Berlin 2008, ISBN 978-3-87134-602-6. Bliefe von dlüben. Der China-Crashkurs. Rowohlt, Berlin 2009, ISBN 978-3-87134-658-3. Zum ersten Mal tot. Achtzehn Premieren. Edition TIAMAT, Berlin 2010, ISBN 978-3-89320-147-1. Im Jahr des Tigerochsen. Zwei Chinesische Jahre. Verbrecher Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-940426-68-0. Im Jahr des Hasendrachen. Verbrecher Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-943167-21-4. Der letzte Huelsenbeck. Roman. Rowohlt Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-7371-0024-3. Der kleine Herr Tod. Rowohlt Berlin, Berlin 2020, ISBN 978-3-7371-0078-6. Der Lange Fahrradmarsch. 7.000 Kilometer durch das Reich der Mitte (mit Volker Häring). Ullstein extra, Berlin 2025, ISBN 978-3-86493-137-6https://www.ullstein.de/werke/der-lange-fahrrad-marsch/paperback/9783864931376. Lesebuch Christian Y. Schmidt, Aisthesis Verlag, Bielefeld 2026, ISBN 978-3-8498-2181-4.
Limitierte Auflagen Coronavirus Update Beijing. Hybriden-Verlag, Berlin 2020, limitierte AuflageBlogeintrag des Hybriden-Verlags. Quarantäne Updates Shanghai. Ein Feldforschungsbericht. Hybriden-Verlag, Berlin 2022, limitierte AuflageBlogeintrag des Hybriden-Verlags. Corona Tests Beijing. Neunundsechzig Massentests in China. Hybriden-Verlag, Berlin 2023, limitierte AuflageBlogeintrag des Hybriden-Verlags.
Weblinks
Seite beim Rowohlt Verlag Rezension von Allein unter 1,3 Milliarden auf DLF Porträt: Christian Y. Schmidt im Online-Magazin des Goethe-Instituts China, Februar 2012
Einzelnachweise
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