Die Kühne-Stiftung ist eine gemeinnützige Schweizer Stiftung mit Sitz in Schindellegi, Schwyz. Gegründet wurde sie 1976 von den Erben und Unternehmern des Logistikkonzerns Kühne + Nagel, Alfred Kühne, seiner Frau Mercedes und ihrem Sohn Klaus-Michael Kühne – der keine Nachkommen hatte. Mit dem Tod von Klaus-Michael Kühne ist das Unternehmenskapital der Kühne Holding AG, die 2026 über ein Kühne + Nagel-Aktienpaket von 53 Prozent verfügte, auf die Stiftung übergegangen. Stand Mai 2022 war dieses Kapital laut Spiegel ca. 33 Mrd. Euro wert.Sein letzter Wille In: Der Spiegel. Nr. 22, 28. Mai 2022, S. 66–70.

Stiftungsrat Das Gremium setzt sich aus 10 Mitgliedern zusammen. Geschäftsführender Kühne-Stiftungsrat ist seit dem 1. April 2022 der ehemalige Bertelsmann Stiftungs-Vorstand Jörg Dräger., Medienmitteilung vom 17. August 2021, kühne-stiftung.org. Aufgrund des Todes von Klaus-Michael Kühne ist die Stelle des Stiftungspräsidenten auf den Jurist Thomas Staehelin übergegangen, Vizepräsident ist seitdem Jörg Dräger. Weitere Mitglieder sind Christine Kühne, Michael Behrendt, Karl Gernandt, Wolfgang Peiner, Jörg Wolle, Thomas Buberl, Marc Pfeffer, Tobias Staehelin (Stand 2026).

Ziele Laut Satzung verfolgt die Stiftung die „Förderung der Aus- und Weiterbildung sowie der Wissenschaft und Forschung auf den Gebieten Verkehrswirtschaft und Logistik“, daneben fördert sie die „Unterstützung medizinischer Wissenschaften, humanitärer und karitativer Anliegen sowie kultureller Vorhaben“.

Projekte

Logistik Mit einer Großspende der Stiftung in Höhe von 30 Mio. Euro entstand 2007 an der Technischen Universität Hamburg-Harburg in Public-Private-Partnership die Kühne School of Logistics and Management (KSL), die sich in Forschung und Lehre zentralen Fragen der Logistik sowie des Managements widmet.Technische Universität Hamburg-Harburg: Pressemitteilung – Großspende der Kühne-Stiftung Gemessen an der Fördersumme, die eine der grössten Einzelspenden im Bereich Forschungsförderung in Deutschland überhaupt darstellt, ist die Kühne School of Logistics and Management das bedeutendste Projekt der Kühne-Stiftung.

Im September 2010 wurde die KSL als eigenständige, private Hochschule aus der TUHH herausgelöst und erhielt im selben Jahr die staatliche Anerkennung. Die „Kühne Logistics University“ bietet mit ihren 15 Lehrstühlen rund 170 Studierenden die Auswahl aus drei Master-, einem MBA- sowie einem Bachelor-Studiengang. Seit 2012 besteht zudem ein Ph.D-Programm. Ende 2013 hat sie ihren neuen Sitz in der HafenCity bezogen.

Die KLU ist Mitglied der Logistik-Initiative Hamburg.

Weitere Logistik-Projekte sind seit 2005 das Zentrum für internationale Logistiknetze an der Technischen Universität Berlin, das 2009 zum Fachgebiet Internationale Logistiknetze ausgebaut worden ist und seit 2000 das Kühne-Zentrum für Logistikmanagement an der WHU – Otto Beisheim School of Management, das 2005 um einen Lehrstuhl in Logistikmanagement ergänzt wurde. Neuer Projektpartner ist die ETH Zürich. Unterstützt wird zudem die Deutsche Außenhandels- und Verkehrs-Akademie in Bremen. Im logistischen Bereich wird auch humanitäre Logistik gefördert.

Medizin Alle Projekte im medizinischen Bereich werden unter der Medizin Campus Davos AG gebündelt. Als wichtigster Partner ist die Hochgebirgsklinik Davos auf dem Medizincampus angesiedelt. Zudem arbeitet dort das Christine-Kühne-Center for Allergy Research and Education (CK-CARE), welches Projekte im Bereich Allergieforschung und Gesundheitsförderung von Kindern unterstützt. Weitere Projekte sind die Davos Bioscience AG und die Cardio-Care AG.

Kultur und Klima Weitere Schwerpunkte sind die kulturelle Förderung (insbesondere für die Musik), z. B. Förderung der Elbphilharmonie und gemäss eigenen Angaben im Bereich Klimaschutz.

Weblinks Offizielle Website

Quellen

Kategorie:Stiftung (Schweiz) Kategorie:Feusisberg Kategorie:Stiftungsgründung 1976